Förderung

Was macht der Staat, wenn er eine Technik voran bringen will?. Er lobt eine Förderung aus. So wurden Solarzellen gefördert und auch das E-Auto ist hier im Fokus. (Stand 2017/2018).

Beachten Sie dazu aber auch die beiden folgenden Seiten:

Fördertöpfe

Je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Töpfe und Beträge:

  • 1500€ für ein Hybrid
    Voraussetzung ist dabei, dass er laut Hersteller 40km+ rein elektrisch fahren kann.
  • 3000€ für einen Vollstromer
    Auch hier gibt es Obergrenzen. Sie kennen sicher die Meldungen zu einen Phantom-Tesla, der vom Basispreis her in die Förderung fallen würde aber quasi nicht gekauft wird.
  • NRW: bis zu 1000€ für einen privaten Ladepunkt
    Das Problem dabei ist, dass der Ladepunkt zwingend "fest" montiert werden muss und nur bestimmte Geräte anerkannt werden. Siehe folgenden Abschnitt.

Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass solche Programme von langer Hand vorbereitet werden und Hersteller sehr einfach den Listenpreis mal schnell anheben können, damit der Verbraucher letztlich das gleiche bezahlt und die Förderung sofort wieder bei den Herstellern und Händlern landet. So war es bei den Solarzellen ja wohl auch. Kaum wurde die Förderung reduziert sind die Preise gefallen. Letztlich haben die Hersteller und Monteure sofort ihr Geld bekommen während der Hausbesitzer darauf hoffen muss, das die nächsten Jahre die Anlage auch schön brav Strom einspeist und sich amortisiert. Nach den Solarzellen waren es dann die Batteriespeicher, die eine höhere Eigenverbrauchsrate versprechen. Dumm nur, dass ich den Strom so oder so für 25ct an mich verkaufen muss.

FÖRDERPROGRAMM PROGRES.NRW EMISSIONSARME MOBILITÄT FÖRDERPERIODE 2019
https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/p/progres_nrw_emissionsarme_mobilitaet/foerdergrundlagen/Uebersicht-Foerderprogramme-Emissionsarme-Mobilitaet.pdf

Ladepunkt und NRW Förderung

BMW hat meinem 225xe einen "Ladeziegel" beigelegt, mit dem ich das Auto an einer handelsüblichen 220V Steckdose mit 2,2kw (10A) aufladen kann. Damit ich auch öffentliche Säulen nutzen kann, habe ich natürlich noch ein Kabel benötigt, welches auf beiden Seiten den "dicken" Stecker hat. Der keine BMW lädt dabei dann mit bis zu 16A aber einphasig geht nicht mehr. Dennoch habe ich natürlich geschaut, ob ein fester Ladepunkt zuhause sinnvoll ist. Dann natürlich nicht mit 2,2/3,7kW sondern mindestens 11kW oder besser gleich 22kW. Aktuell (Sep 2018) gibt es vom Land NRW auch noch eine Förderung für eigene Ladepunkte. Bis zu 50% der Kosten, aber maximal 1000€ werden gefördert. Allerdings gibt es einige Fallstricke, die für Privatpersonen das schon wieder zu einem Verwaltungsakt werden lassen.

  1. Angebot eines qualifizierten Fachhandwerkers
    Einfach nur eine Ladestation von einem Hersteller kaufen und installieren lassen geht schon mal gar nicht. Man muss erst einen Fachbetrieb um ein Angebot bitten. Der muss sich das vor Ort anschauen.
  2. Bescheid einreichen und warten
    Mit dem Angebot muss ein Antrag ausgefüllt werden, der geprüft wird. Erst wenn die Zuteilung erfolgt ist, kann es losgehen
  3. Kosten
    Es gibt fertige Ladegeräte bis 22kW, die einfach über eine CCE 32A Dose angeschlossen werden, (z.B. https://www.nrgkick.com/ ) 899€ (Stand Sep 2018). Darauf 50% wäre schon eine nette Unterstützung für Privathaushalte. Die Steckdose habe ich ja eh in der Garage.

Natürlich bieten entsprechende Firmen auch das "Komplett-Paket" an. Hier ein Beispiel von Innogy ( https://www.innogy.com/smartstore/EMobilityCatalog/eMobility/eBox-white-zid10273922) von Ende 2018: Die passende Wallbox soll 599€ mit 11kWh kosten. Die Installation ist aber deutlich umfangreicher:

Ich denke, dass jeder anständige Elektriker das auch für weniger als 1200€ hin bekommt. Beachten Sie aber mal die Seite Kostenrechnung und wie viele Kilometer Sie quasi elektrisch fahren müssen, um diese Investition wieder zu erwirtschaften. Selbst mit 30ct/kWh und einem Verbrauch von 20kW/100km entspricht die Investition einer Gesamtkilometerleistung von 28.900km. Wenn Sie nun einmal überschlagen, dass 6€/100km abfallen während ein konventionelles Fahrzeug bei 1,50€/l und 6l/100km damit Treibstoffkosten von 9€/100km hat, dann sind das 3€ Einsparung/100km. die 1734€ entsprechen also einer Gesamtleistung von 57.800km. Ein Tesla schafft das vielleicht schon aber mein BMW 225xe wird diese Stecke als elektrischer Anteil in vielleicht 5-7 Jahren erreicht haben.

Das ganze Prozedere erinnert mich an die Förderprogramme für Solaranlagen. Sobald eine Förderung angeboten wird, steigen die Preise und kaum ist sie ausgelaufen, werden auch die Preise für die Module und Wechselrichter reduziert. Unterm Strich ist das wieder nur eine Quersubvention für die Hersteller und Installateure. Für den Käufer bessert sich aber nichts.

Förderungen sind eine gute Idee, um gewisse Entwicklungen voran zu treiben und Risiken für Markteinsteiger zu begrenzen. Allerdings sollten Sie nicht Oligopole fördern. Bei der Förderung von öffentlichen Ladepunkten sollte der Förderer aber auch Vorgaben zum Betrieb und nicht nur zur Anschaffung vorgeben. Was hilft ein geförderter Ladepunkt, bei dem das Laden aufgrund des Preis selbst nicht attraktiv ist. Siehe Rentabilität von Ladesäulen. Ansonsten wird das Gesamtziel weiterhin verfehlt.

Dienstfahrzeuge

Natürlich möchten auch Firmen nicht hintenan stehen und statten ihre Flotte mit dem ein oder anderen Exemplar aus. Oft werbewirksam zur Schau gestellt. Die Post macht hier eine positive Ausnahme. Da die Hersteller wohl nicht wollten, ist sie einfach selbst in die Produktion ihrer StreetScooter eingestiegen. Bei mir wird die Briefpost auch elektrisch zugestellt und das macht auf den ersten Blick auch Sinn. Die Fahrzeuge sind leite, müssen nicht weit oder schnell fahren und auch nicht bei einer konventionelle Tankstelle vorbei. Aufgeladen werden können Sie effektiv mit überschüssigem "Nachtstrom", mit dem auch schon Wärmespeicherheizungen betrieben wurden.

Ziemlich unstrukturiert sind aber zwei andere Aspekte

  • Aufladungen beim Arbeitgeber nicht als geldwerter Vorteil definiert
    Arbeitgeber können Ladestationen installieren und wenn ein Mitarbeiter sein Privatfahrzeug daran lädt, müsste er nicht mal was bezahlen und auch nicht als geldwerten Vorteil versteuern. Schade nur, dass es keinen Anreiz für die Firma gibt, so eine Struktur aufzubauen.
  • Privatanteil von 0,5% statt 1% oder Preisanpassung um die Batteriekosten
    Der Akku und Motor sind sowohl beim Hybrid als auch Voll-Stromer eine zusätzliche Kostenkomponente, die den Listenpreis hochtreibt und bei der 1% Regelung erscheint so ein Fahrzeug dann nachteilig, wenn man für den gleichen Preis einen klassischen höherwertigen Verbrenner fahren könnte. Ob das aber durch diese Sonderrechnungen wett gemacht wird?.
    Anscheinend soll für die 0,5% aber das Kaufdatum herangezogen werden. Frühe Käufer werden also doppelt bestraft, da die Fahrzeuge im Preis weiter sinken, z.B. weil die Akkus günstiger werden oder zum gleichen Preis größere Speicher verbaut werden.

Aus meiner Sicht der falsche Weg. Wenn nicht mal eine Stadt oder Gemeinde bei neuen Parkplätzen "ausreichend" Ladestationen vorsieht, wird die kritische Masse nicht erreicht. Da machen es Einzelhändler besser, die Kunden dadurch anlocken, das Sie ihr E-Auto während des Einkaufs nachladen können. Dann komme ich selbst mit meinem Hybrid viel weiter und ohne NOx und CO2 in der Stadt herum.

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