Elektrisch mobil

Auf dieser Seite fasse ich meine Eindrücke und Erfahrungen zum Thema Elektromobilität zusammen. Strom ist ja nicht einfach nur ein anderer Treibstoff, sondern das Ziel sollte ja sein, den Einsatz fossiler Kraftstoffe zu reduzieren oder langfristig sogar zu ersetzen bzw. eine neutrale Bilanz hin zu bekommen. Ob das nun dann Stromer mit Batterie oder Wasserstoff/Brennstoffzelle-Speicher oder vielleicht Gold-Caps werden, ist ja erst mal offen. Vielleicht fahren wir auch immer weniger danke "modernem Arbeitsplatz" Nach den Straßenbahnen und ICE-Strecken gibt es ja auch erste Versuche bei LKWs mit Oberleitungen zu arbeiten. eine Entwicklung, die ich sehr skeptisch gegenüber stehe. Dann würde ich eher auch noch den Fahrer einsparen und kleine autonome Güterwaggons auf den Schienen rollen lassen.

Meine Hybrid-Klassifizierung

Wenn Sie über Elektro-Autos etwas lesen, dann gibt es häufig eine Einstufung nach der Technik, also ob der Motor nun vor dem Getriebe oder nach dem Getriebe oder einer eigenen Achse o.ä. platziert ist.

  • Vor dem Motor (Riemenantrieb)
    Schnell integriert ist ein Motor/Generator dort, wo eh schon ein Riemen die Wasserpumpe, Klimaanlage etc. antreibt. Da kann man recht günstig ohne Änderungen an Motor, Getriebe etc, zumindest einige wenige kW integrieren. Durch die paar PS mehr ändert sich aber das Lastpunkt-Verhalten, d.h. der E-Motor kann beim Anfangen helfen und letztlich den Verbrauch und damit Emissionen ein wenige reduzieren.
  • Zwischen Motor und Kupplung
    Zwischen dem Motorausgang Kurbelwelle und dem Getriebe kann ein E-Motor schon etwas mehr KW einspeisen. Allerdings verlängert sich die Motor/Getriebe-Einheit und man kann den Motor nicht komplett abkoppeln. Ein rein elektrisches Fahren oder Segeln ist nicht möglich
  • Zwischen Kupplung und Getriebe
    Entspricht P1 aber durch die Kupplung kann der Motor für ein elektrisches Fahren abgetrennt werden. Leider muss der E-Motor aber noch das Getriebe mit drehen, was er physikalisch gar nicht bräuchte.
  • Neben dem Getriebe
    Insbesondere mit Doppelkupplungsgetrieben ist es ja möglich, dass auch bei Kupplungen ausgerückt sind. So könne ein Motor am oder im Getriebe integriert werden
  • Getriebeausgang
    Der E-Motor braucht eigentlich kein Getriebe und kann daher auch direkt an der Antriebswelle zu den Rädern oder direkt in die Räder montiert werden. Allerdings dreht sich dann weiter das Getriebe mit, wenn es dort keine Kupplung gibt.
  • Zwei Achse
    Fahrzeuge ohne Allradantrieb haben nur eine angetriebene Achse. Die zweite Achse rollt also einfach nur mit. Ein E-Motor an der Achse würde keine mechanische Änderungen am Motor selbst erfordern. Selbst Rekuperieren etc. ist möglich. In diese Klasse fällt z.B. mein  BMW 225xe Erfahrungsbericht

Aber das sind die technischen Aspekte zur Einordnung von Hybrid-Fahrzeugen. Interessanter finde ich eher eine Einordnung nach deren Einsatzszenario welches direkt mit der Reichweiten zusammenfällt. 

Fahrzeugklasse Elektrische Reichweite Beschreibung

MiniHybrid

0-5km

Diese Fahrzeuge haben kein E-Kennzeichen und nur eine sehr kleine Batterie. Das Ziel ist hier eine Verbrauchsreduzierung, indem ein kleiner E-Motor z.B. beim beschleunigen mithilft und beim Bremsen etwas Energie wieder einsammelt. Bekannte Vertreter sind sicher die Hybrid-Fahrzeuge von Toyota. Die kleine Batterie ist nicht allzu teuer, wiegt wenig und braucht wenig Platz. Diese Fahrzeuge können auch nicht extern geladen werden und haben auch kein "E" im Kennzeichen.

PlugIn Hybrid

41+ km

In diese Klasse fällt auch mein BMW 225xe, die schon eine gewisse Strecke elektrisch fahren können Sobald sie im Prüfzyklus 41km rein elektrisch schaffen, bekommen Sie auch ein E-Kennzeichen. Solche Fahrzeuge lassen sich über einen Stecker, daher das PlugIn, aufladen. Meist allerdings nur mit einer Phase und selten mehr als 3,7kW/h. Sie sind dennoch aus meiner Sicht aktuell die interessantesten Fahrzeuge, da sehr viele Fahrten pro Tag doch unter 30km liegen.

Hier würde ich einen Markt in der Übergangszeit sehen, bis die Versorgung mit Ladestationen oder Batteriekapazitäten oder anderen Speichern (H² ?) größere Reichweiten erreichen

Schade finde ich, dass allerdinge hier nicht die kleineren "Kurzsteckenfahrzeuge" damit angeboten werden, sondern die Dickschoffe wie SUVs oder auch eine S-Klasse/E-Klasse oder große BMWs. Damit bekommen wir keine "Massenbewegung", die im Nahverkehr einen Vorteil bringt. Da sind das aus meiner Sicht ehr Mogelpackungen denn die 1,6l eines E200de sind das Papier nicht wert, auf dem es steht. Wobei sich hier eher mal das KBA sich über den Sinn solcher verfahren Gedanken machen sollte

kleine Voll Elektro

100-300km

Die ersten "richtigen" Voll-Stromer sind daher die bessere Antwort, wenn Sie erst einmal ein Fahrzeug für eine Stecke mit bekannten Zielen und Entfernungen suchen. Leichte Kleinwaren mit einer akzeptablen Reichweite wie z.B. der Nissan Leaf aber auch Kleintransporter wie Streetscooter oder NISSAN E-NV200 kann ich mir im Nahverkehr ganz gut vorstellen.

Die Herausforderung dieser Fahrzeugklasse ist, dass mehr Reichweiten aktuell nur über größerem schwerere und teurere Akkus zu erreichen wären

Etwas irritiert bin ich über die Lücke, den hier z.B. Taxi-Fahrzeuge lassen. Selbst en Finanzamt schätzt, dass ein Taxi im Jahr 90.000km währt mit durchschnittlichen Entfernungen von 5km und50% Leeranteil. Das wäre dann 9.000 Fahrten/Jahr oder 25 Fahrten/Tag bzw. 250km. Die Autos stehen also schon einige Zeit an der Taxi-Station und könnten z.B. induktiv geladen werden.

Langstrecken Elektrofahrzeuge

300+

Diese Klasse möchte ein vollwertiger

Sonderahrzeuge

?

Schon viele Jahre fahren Stapler in Werkshallen natürlich mit Batterien. Das ist lokal emissionsfrei, was in geschlossenen Räumen ja wichtig ist. Drehmoment und Kraft bei niedrigen Geschwindigkeiten sind hier gefordert und zu leisten. Ob die Experimente mit Lastkraftwagen und Oberleitungen zielführend sind, möchte ich mal bezweifeln. Ich habe grade die Masten bei Frankfurt gesehen und ich frage mich hier eher, warum z.B. Nahverkehrszüge auf aus Kostengründen nicht vollständig elektrifizierten Stecken noch dieseln. Würde es sich nicht rechnen, nur an Bahnhöfen mal ein paar Meter Oberleitung zu montieren, mit denen der Zug bremst, beschleunigt, heizt, kühlt, Lädt um dann bis zum nächsten Bahnhof zu segeln?

Eigentlich haben alle vier PKW-Klassen ihre Berechtigung und bis die Speichertechnik soweit ist, einen Treibstofftank zu vertretbaren Kosten zu ersetzen, wird es noch einige Zeit dauern. Ich würde erwarten, dass die Hybrid-Technologie eine wichtige Brücke für immer mehr Personen im Kurzstreckenverkehr darstellt. Es wird dauern, bis Menschen sich ändern und auch mit einer Reichweite von 400 oder sogar 200km auskommen. Wer habe heute schon ein Zweifahrzeug hat und dieses ersetzt, sollte wirklich mal sein Fahrverhalten auf "Kompatibilität" prüfen

Busse und Bahnen

Dass die Straßenbahnen mittlerweile komplett elektrisch fahren, ist keine Besonderheit mehr. Elektromotoren sind leiser, es gibt keine lokalen Abgase, (wohl aber im Kraftwerk bei konventionellem Strom), und die Wartung dürfte auch viel einfacher sein. Auch die große Bahn, d.h. ICE und Co sind elektrisch. Es gibt aber durchaus noch einige Regionalbahnen, die weiterhin mit einem Dieselmotor fahren und durch die Stops an Bahnhöfen auch ausreichend motorisiert sein müssen, z.B. um den Eisenhaufen adäquat zu beschleunigen. Wenn der Zug aber erst mal rollt, sollte die erforderliche Energiemenge deutlich reduziert sein. Wäre das nicht ein optimaler Einsatz eines E-Motors. Die Aufladung aber auch Beschleunigung könnte über eine kurze elektrifizierte Oberleitung am Bahnhof erfolgen, während dann der Weg bis zum nächsten Stop mit einem deutlich kleineren Dieselmotor oder sogar elektrisch mit einem sehr schnellen Energiespeicher zurückgelegt wird. Vielleicht Gold-Caps o.ä.

Aber auch bei den Bussen könnte ich es mir schon interessant vorstellen, wenn die im Nahverkehr einfach elektrisch fahren und an den Buchhaltestellen z.B. induktiv zwischendurch aufgeladen werden. ich bin gespannt, welche neuen Lösungen pfiffige und nicht in alten Bahnen verhaftete Hersteller und Ingenieure entwickeln dürfen.

Weitere Links