Information Overflow

Auf dieser Seite beschreibe ich meine Beobachtungen zur Verarbeitung von Informationen und dem Unsinn einiger Dienste und Lösungen.

Geschichte

Menschen lernen, indem Sie Informationen bekommen und verarbeiten, sei es in der Kindheit durch Eltern oder Schule, sei es später in der Ausbildung oder im Beruf. Waren früher Sprache, Bücher und Zeitungen das primäre Transportmittel, sind heute die elektronischen Medien führend, wobei die Qualität manchmal fraglich ist.

  • Mail und News und Foren /BBS
    Mein Einstieg in die IT war durch die Nutzung von Mail und Foren geprägt. Regelmäßig habe ich meinen Computer angeworfen um ein "Postfach" in Mailbox-Systemen wie CompuServe, Zerberus, MagicNet u.a. zu lesen und in den Diskussionsforen mitzuarbeiten. Mit dem Internet kamen dann die Newsgroups und mein erstes POP3-Postfach bei einem Provider dazu. Für diese Bulletin Board Systeme (BBS) haben sich sehr schnell "Offline Reader" entwickelt um die Daten zu synchronisieren und offline zu verarbeiten. Damals gab es noch keine "FlatRate" beim der Datenübertragung per Modem sondern Minutentakt der Telekom (23Pf/8Min) und teilweise noch Verbindungsgebühren (CompuServe)
  • Webseiten und RSS
    Die nächsten Informationsquellen wurden Webseiten und insbesondere Blogs, auf denen immer neue Artikel erschienen. Damit die Besucher nicht immer selbst nach den Informationen suchen müssen, bieten pfiffige Webseiten einen RSS-Feed an. Professionelle Anwender können mit einem passenden Reader dann die Suche nach Informationen dem PC überlassen und Informationen als Vorschau schnell vorsortieren. Outlook ist z.B. auch ein RSS-Reader. Hier mal ein Beispielauszug.
  • Foren
    Da anscheinend für immer mehr Neueinsteiger der Umgang mit diesen Dingen ein Buch mit sieben Siegeln zu sein scheint und Webbrowser viel einfacher zu bedienen sind, nimmt die Zahl der Browser-gestützten Foren immer mehr zu. Selbst Microsoft hat ihre NewsGroups irgendwann durch Foren ersetzt. Ohne "Offline Reader" oder entsprechendem Client müssen sie sich als Anwender aber schon regelmäßig wieder in den Foren anmelden und aus meiner Sicht ist ein Browser kein Ersatz für einen echten Client. Ich vergleich hier gerne die Effizienz von Outlook für Mails zu Web-Zugängen wir Web.de, GMX etc.
    Man darf aber nicht vergessen, dass Webseiten für Betreiber die Option bieten, Werbung einzublenden.
  • Twitter, Facebook, Linkedin, Xing
    Später sind dann noch all die "Social Pattformen" dazu gekommen. Facebook LinkedIn, Xing und Co haben eher als "Kontakt-Plattform" angefangen, aber haben fast durchgängig mittlerweile auch die Funktion von Nachrichtenplattformen und Diskussionsgruppen. Twitter beschränkt sich lange auf 140 Zeichen und zwingt damit den Nutzer sich kurz zu fassen und nicht auszuschweifen. Das ist durchaus ein wichtiges Kriterium sich auf das Wesentliche zu beschränken. Aber letztlich wird es immer mehrere Dienste, die man als "informierter Nutzer" besuchen wird.
    Auch hier muss man aber festhalten, dass die meisten Dienste wohl über eine entsprechende App auf dem Smartphone bedient werden oder auf einem PC nur per Browser zugegriffen wird. Kaum jemand entwickelt einen "Rich Client" für Windows und selbst wenn, dann tun die Anbieter alles um dies zu erschweren, weil sie damit keine Einnahmen aus Werbung mehr generieren.
  • SharePoint, Yammer, Slack, Teams, Skype for Business GroupChat, OneNote Workbooks
    Als wenn es damit noch nicht genug wäre, haben sich natürlich auch innerhalb von Firmen verschieden zusätzliche Plattformen entwickelt, die überlappende Funktionen haben. In SharePoint gibt es genauso Diskussionsbereiche wie im Lync Persistent-Chat. Genau genommen kann auch eine "Offene Punkte Liste" in einem synchronisierten OneNote eine Quelle für relevante Neuigkeiten. Dazu zählt für Firmen mit Office 365 natürlich auch Yammer als "internes Facebook" oder Microsoft Teams für die intensive Zusammenarbeit in kleinen Teams.

Es gibt also viel Kanäle, von denen jeder die für sich relevanten Quellen finden und abfragen muss. Und dann kann ein Smartphone auch mal so aussehen

Status Quo

Wenn ich mir heute meinen "Arbeitsplatz" anschaue, dann nutze ich irgendwie schon viele Dienste parallel. Auf meinem PC laufen mehrere Programme regelmäßig:

  • Outlook
    Mails sind für mich immer noch das primäre Kommunikationsmittel, auch wenn Instant Message intern natürlich vom Vordergrund steht. Früher war eine E-Mail "Formlos" und ein Papierbrief der "förmliche" Weg. Heute ist ein Postbrief schon fast ein Zeichen für ganz wichtige Dinge, während eine Mail der übliche Weg ist und eine IM den Status hat, den früher eine Mail hatte Ich bin sicher, dass eine Instant Message zukünftig immer wichtiger genommen wird.
  • Skype for Business
    Hierüber teile ich nicht nur meine Kommunikationsbereitschaft mit, sondern kommuniziere per Instant Message aber auch Audio (Telefonie) und Konferenzen.
  • OneNote
    Als Notizblock ist OneNote natürlich immer zur Hand. Und über den Abgleich von Notizbüchern mit den Teams, in denen ich involviert bin, gibt es da auch immer mal was zu lesen. Ich werde natürlich nicht "informiert", sondern muss schon selbst nachschauen, welche Bereich sich geändert haben. Das ist also einen Holschuld

Gelegentlich starte ich einen Browser um mich durch die verschiedenen sozialen Medine zu klicken. Das passiert aber eher unregelmäßig aber auch hier ist es einen Holschuld die manchmal auch für Tage nicht bedient wird. per Browser schaue ich manchmal nach:

Webseite Häufigkeit Warum ?
Yammer

Regelmäßig

Yammer nutze ich nicht nur innerhalb der Firma, sondern verschiedene Netzwerke, speziell Microsoft, verteilen so firmenübergreifend entsprechende Informationen.

Twitter

Manchmal, eher per App

Es ist "leider" schon fast so ,dass viele Meldungen über Twitter schneller öffentlich gemacht werden. Klassische Medien wie Mail oder  Blogs sind da schon eher die Zweitverwerter nach Tagen oder gar Wochen.

Facebook

Selten

Gestartet als virtuelles "Freunde-Buch" ist diese Plattform mittlerweile umfangreicher geworden und gerade die Funktion der Gruppe erfreut sich doch hoher Beliebtheit um Informationen zu bestimmten Themen zu veröffentlichen.

LinkedIn

Selten

Mein Konto hier ist einfach nur da, damit es ein Konto gibt. Ein bisschen auch als Schutz, dass es nicht so einfach ist eine Fake-Identität aufzubauen.

Xing

Selten

Mein Konto hier ist einfach nur da, damit es ein Konto gibt. Ein bisschen auch als Schutz, dass es nicht so einfach ist eine Fake-Identität aufzubauen.

Natürlich ist der Zugriff auf diese Informationen auf dem Smartphone am besten über Apps möglich. Schade finde ich aber, dass "Windows" nicht vergleichbar behandelt wird. Ein Browser kommt aus meiner Sicht einfach nicht an die Leistung einer richtigen Applikation heran. Schön sieht man das bei Outlook, dass aus meiner Sicht immer noch der beste PIM ist, auch wenn Outlook Web Access immer besser wird.

Sinnlose Benachrichtigungen

Die Nutzung von Office 365-Diensten ist nur mit einem entsprechenden Vertrag möglich. Über die Berechnung stellt Microsoft die Funktion des Dienstes sicher. Die anderen Dienste hingegen haben in der Regel keine Verträge mit den Anwendern. Hier bezahlen Sie indirekt über die Werbung oder der Preisgabe ihrer Daten, z.B. Beziehungen zwischen Menschen und hinterlassene Daten. Damit Sie als Nutzer die Werbung "sehen können, erfolgt der Zugriff über Apps oder Webseiten. Ein Zugriff auf die Informationen durch einen eigenen Client ist daher erschwert oder gar ausgeschlossen. Damit Sie auch immer wieder schön auf die Webseite gehen, erhalten Sie natürlich entsprechende Benachrichtigungen per Mail, die aber absichtlich so gehalten sind, dass die eigentliche Information nicht enthalten ist. Schön, dass hier ein Facebook-Kontakt seinen Status geändert hat. Facebook verschweigt in der Mail natürlich die weiteren Details.

Interessanterweise zeigt die "Text-Vorschau" z.B. auf einem IPhone zumindest einen Teil der Details schon an:

Facebook toppt das aber noch durch eine noch weniger hilfreiche Mail wie die folgende:

Es wäre ja zu einfach die Benachrichtigungen oder Vorschläge gleich mit auszugeben.

Auch Twitter ruft seine Anwender wieder zurück. Die "Highlights"-Zusammenfassung enthält zwar ein paar Tweets, aber jeder Link zu den in Tweets genannten Urls landet nicht direkt beim Ziel, sondern über Twitter als Zwischenstation. So kann der Anbieter natürlich noch einmal Daten sammeln, wer wann welchen Link angeklickt hat. Sehr bedenklich finde ich, dass die Werbung in der Twitter-App selbst kaum als solche unterscheidbar ist. Der "gesponsert"-Text ist links unten erst zu sehen, wenn der Tweet komplett gelesen ist.

Das Thema lässt sich natürlich für andere Plattformen vergleichbar beschreiben. Wer in der Twitter-App eine Meldung z.B.: per Mail weiterleitet, sendet dem Ziel auch nicht die Information als solches sondern einen Link auf eine Twitter Umlenkseite.

Zukunft

Aus meiner Sicht ist die aktuelle Situation nicht wirklich glücklich. Ich werde auch weiter schauen, welche Datenquellen ich wie anzapfen kann und welche ihr Werbe-Konzept so weit überspannen, dass ich sie zukünftig einfach meiden werde. Es muss ja nicht Outlook sein, welches von mir zur persönlichen Kommunikation genutzt wird. Aber ein zweites Tool für die Zusammenarbeit in Teams und die Verwaltung alle der anderen eingehenden Kommunikationen wäre schon eine Erleichterung. Nur befürchte ich, das daran Facebook, Twitter und Co kein Interesse haben.

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