DAG - Database Availability Groups
Diese Funktion löst alle bisherigen Clustermodelle (SCC,SCR,CCR,LCR) von Exchange 5.5 bis 2007 ab.
Exchange 2010 Standard kann schon eine DAG mit bis zu zwei Servern und 5 Datenbanken betreiben
Eine DAG nutzt als Unterbau den Windows 2008 Cluster. Insofern muss jeder Knoten in der DAG auf Windows 2008 Enterprise Server installiert sein.
Exchange 2007 hat mit der Einführung von CCR und SCR schon einen großen Schritt bezüglich der Verfügbarkeit von Exchange Servern gemacht. Der Verzicht auf einen gemeinsamen Speicher (Vergleiche Exchangecluster) zugunsten einer Replikation hat viele Probleme eliminiert. Allerdings waren gerade beim CCR immer genau zwei Server für einen virtuellen Server zuständig und ein Failover hat immer den kompletten virtuellen Server betroffen. Ein Defekt einer Datenbank mit einem Failover zur Lösung bedeutet also eine Downtime der bis zu 49 anderen Datenbanken.
Exchange 2010 geht hier ganz anders vor. Sie können mit Windows Cluster Mitteln bis zu 16 Server zu einem Clusterverbund zusammen schalten und jeder Server ist dabei ein Mailbox Server. Sie legen weiterhin eine Datenbank an, aber können nun auf den anderen Servern (1-15) ein entsprechendes Replikation anlegen. Insgesamt können pro Server bis zu 100 Datenbanken betrieben werden. Wer also eine Datenbank auf 3, 4 oder noch mehr Server repliziert kann sich nun selbst die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls ausrechnen. Zudem kann der Administratoren die Datenbanken auch gezielt "nachlaufen" lassen, d.h. die Protokolldateien mit Verzögerung einbinden lassen.
Schauen wir uns die drei Evolutionsstufen einfach noch einmal an. Zur Vereinfachung wurden Domain Controller, Client und Hub und ClientAccess Server weg gelassen.
| Bild | Beschreibung |
|---|---|
Exchange 5.5 -2003
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Exchange 5.5, 2000 und 2003 konnten über den klassischen Windows Cluster entsprechend Hochverfügbar installiert werden. Zwei bis vier Server (Je nach Version) konnte über ein SAN gemeinsame Massenspeicher ansprechen. Jeder Server hat dabei "seine" Disks genutzt, welche beim Failover auf den anderen Knoten geschwenkt wurden. Natürlich wurden die Disks in dem SAN-Storage "redundant" ausgelegt und wer alles doppelt, muss natürlich auch den SAN-Speicher in zwei Brandabschnitten vorhalten und die Datensicherung geografisch auslagern. Alles in allem kommt man so für 100 GB Nutzdaten schnell auf 400 GB (RAID1) brutto für Festplatten zzgl. Betriebssystem, Transaktionsprotokolle und Backupspeicher. Die Kosten für das SAN, den Storage und die Replikation sind auch nicht zu unterschätzen. |
Exchange 2007 CCR
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Mit Exchange 2007 hat Microsoft erstmals einen "Shared Noting" Cluster für Exchange entwickelt, der zwar weiter auf "Windows Cluster" aufsetzt, aber kein SAN mit gemeinsamen Disks mehr benötigt. Damit können die Disks nun lokal am Server angeschlossen werden. Viele Firmen haben aber ihre bestehenden SAN-Strukturen einfach weiter verwendet, da aufgrund der erwünschten Redundanz der Festplatten (RAID) bei größeren Server nicht genug Platz in den Servergehäusen selbst war. Viele Firmen habe aber auch weiter die Techniken des SANs (Storage Virtualisierung, Snapshots, Clones etc.) genutzt. |
Exchange 2010 DAG![]() |
Exchange 2010 führt CCR und SCR nun in der DAG zusammen. Bis zu 16 Server mit Windows Cluster können nun bis zu 100 Datenbanken pro Server betreiben und jede Datenbank wird auf mehrere Server repliziert. Ein Failover findet nun "pro Datenbank" und nicht mehr pro Server statt, was schneller geht. Zudem lässt sich Last einfacher verteilen und über gezielte Verzögerungen beim Replizieren kann man auch mehrere Versionen vorhalten. Bei entsprechender Auslegung kann man sich sogar überlegen, die lokalen Disks gar nicht mehr per RAID abzusichern, da im Fehlerfall die Datenbank auf einem anderen Server weiter betrieben werden kann. Quasi einem Art Raid über Server statt einem "Disk-RAID". |
Denken Sie dann noch einmal über ihr Backup nach. Die meisten Datensicherungen werden genutzt, um im Fehlerfall einen möglichst aktuellen Stand wiederherzustellen. Genau das kann ein Backup nur leisten, wenn man nicht nur einmal Nachts eine Sicherung durchführt, sondern auch unter Tage zumindest eine Sicherung der Protokolldateien durchführt. Meist halten Firmen aber eh nur wenige Versionen vor, da eine Archivlösung für langfristige Ablagen eingesetzt wird. Provokativ gefragt: Warum sollten sie ein Backup machen, wenn die Daten sowieso auf mehrere Server verteilt sind ? In der richtigen Konfiguration können Sie mit Exchange 2010 DACs und Windows Cluster eine ganz neue Storage-Architektur betreiben:
- Kein RAID
Weniger Disks in den einzelnenn Server - Kein Backup
Keine Gigabytes, die tag für Tag auf andere Disks oder gar Bänder übertragen werden und SAN, Disk-IO oder sogar Netzwerke belasten - Mehrere einfache Server
Die einzelnen Server können kleiner und vor allem einfacher dimensioniert werden. Wenn ein Server-Team sich die Arbeit teilt, kann ein einzelner Server auch ausfallen. Denkbar sind der Verzicht auf redundante Netzteile, redundante Netzwerkanbindungen etc etc. - Lokal Disks - Kein SAN
Viele Server können heute schon mehrere TB Disks "im Bauch" tragen. Die komplette SAN-Infrastruktur - Geografische Verteilung
Mit diesen Optionen wird es auch einfacher, die verschiedenen Server in verschiedene Rechenzentren zu verteilen. Zwar wird es weiterhin Einschränkungen geben, da die Änderungen und Clientzugriffe natürlich durch die Leitungen gequetscht werden müssen, aber viele Firmen haben zumindest zwei Datenräume, in denen nun die Server abgestellt werden können, ohne viel "Sonderarbeit" für SAN und LAN. - "Standard statt kompliziert"
Alles in allem geht der Weg zu mehreren einfachen Standardservern, die jeder Admin oder Dienstleister im Fehlerfall recht einfach tauschen oder reparieren kann. Spezialknowhow zu Adapter-Teaming, SAN-Zoning etc. entfällt.
DAGs sind natürlich um so interessanter, je größer die Installation wird, .h. große Firmen oder natürlich "Hoster", die für Kunden diese Dienstleistung erbringen. Aber auch für den "Mittelstand" kann eine DAG den gestiegenen Anforderungen entsprechen.
DAG Praxis
Eigentlich ist die DAG eine ganz einfach Geschichte, das die GUI ihnen fast alles abnimmt. Aber an der ein oderanderen Stelle knirscht es doch noch. Hier zwei Beispiele.
Installation des DAG scheitert
In "sicheren" Umgebungen ist es meist nicht möglich, mal eben so ein Computerkonto anzulegen. Genau das versucht der Assistent bei der Installation der DAG. In solchen Fällen müssen Sie das Computerkonto von Hand vorab anlegen und dem ersten Exchange Server als auch dem "Exchange Trusted Subsystem"
- Managing Database
Availability Groups
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd298065.aspx - Pre-stage the Cluster
Network Object for a Database
Availability Group
http://technet.microsoft.com/en-us/library/ff367878.aspx - Recommended Windows Hotfix
for Database Availability Groups
running Windows Server 2008 R2
http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2011/11/20/recommended-windows-hotfix-for-database-availability-groups-running-windows-server-2008-r2.aspx http://aka.ms/jkqlis
Beachten Sie, dass das Computerkonto zur Installation des ersten DAG-Knotens deaktiviert und "Exchange Trusted Subsystem" berechtigt sein muss.
Seeding schlägt fehl
Wenn Sie einen einzelnen Server schon einige Tage betreiben und natürlich auch schön gesichert haben, dann werden dadurch natürlich auch Transaktionsprotokolle abgeschnitten. Wenn Sie nun einen zweiten Server installieren und diese beiden Server in eine DAG überführen, dann ist es mir schon passiert, dass das initiale Kopieren (Seeding) nicht funktioniert. Zwar kopiert der passive Server die Datenbank aber nach dem Copy versucht er die zwischenzeitlich aufgelaufenen Transaktionsprotokolle zu kopieren und sucht dabei nach Logdateien, die es gar nicht mehr gibt. Sie wurden nämlich von dem Backup schon gelöscht. Lösung:
Sie dismounten die Datenbank auf dem aktiven Knoten, prüfen dann mit "ESEUTIL /MH", dass die Datenbank" CleanShutdown" ist und löschen dann alle Transaktionsprotkolle. Nun starten Sie die Datenbank wieder. Sie beginnt nun wieder die Logdateien von 000001 an hochzuzählen. Und nun kann auch das erstmalige Kopieren fehlerfrei laufen.
Backup der aktiven Kopie mit Windows Bordmitteln.
Lesenswert ist der Artikel auf der Seite Using Windows Server Backup to Back Up and Restore Exchange Data (http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd876851.aspx). Er beschreibt gut, wie mit "Windows Server Backup" auch Exchange und insbesondere DAG-Systeme gesichert werden können. Windows Server Backup kann nämlich nur die aktive Kopie sichern. Das ist aber nicht alles. Damit die Sicherung funktioniert, muss der "Microsoft Exchange Replication service VSS writer " deaktiviert werden. Das erfolgt per Registrierung auf allen DAG-Servern.
Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\ExchangeServer\v14\Replay\Parameters]
"EnableVSSWriter"=dword:00000000
Sollten Sie später eine Drittsoftware einsetzen, die auch passive Datenbanken kopieren kann, dann müssen Sie diesen Eintrag wieder rückgängig machen.
Weitere Links
- Cluster Continuous Replication
- Standby Continuous Replication
- Verfügbarkeit
- 2-Server-DAG
- Database Availability Group (DAG)
http://www.exchange-genie.com/2009/04/database-availability-group-dag-exchange-2010/ - Understanding Database Availability Groups
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd979799.aspx - Exchange 2010 High Availability Misconceptions Addressed
http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2011/05/31/exchange-2010-high-availability-misconceptions-addressed.aspx - Circular logging and mailbox database copies
http://blogs.technet.com/b/scottschnoll/archive/2011/06/27/circular-logging-and-mailbox-database-copies.aspx - Video: High Availability in Exchange Server 2010
Teil 1: http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/05/18/451353.aspx
Teil 2: http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/05/21/451400.aspx
Teil 3:http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/06/03/451542.aspx
Teil 4: http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/06/14/451609.aspx - Details of Exchange 2007 SP2 in-box backup when
running on Windows Server 2008
http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/05/13/451311.aspx - Backing up Exchange 2010 and Exchange 2007 SP2 using Windows
Server Backup
http://chrislehr.com/2009/08/backing-up-exchange-2010-and-exchange.htm - Using Windows Server Backup to Back Up and Restore Exchange Data
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd876851.aspx - Use Windows Server Backup to Perform a Backup of Exchange
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd876854.aspx - Use Windows Server Backup to Restore a Backup of Exchange
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd876864.aspx - Changes to Backup and Restore in Exchange 2010
http://msdn.microsoft.com/en-us/library/dd877018%28EXCHG.140%29.aspx - MS ändert Support Policy: Man braucht angeblich nicht mehr zwei
Netzwerkkarten für den Betrieb einer DAG
http://msmvps.com/blogs/wstein/archive/2009/10/20/support-policy-f-252-r-database-availability-group-ge-228-ndert.aspx - New High Availability and Site Resilience Functionality
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd335211%28EXCHG.140%29.aspx - Managing Mailbox Database Copies
http://technet.microsoft.com/en-us/library/dd335158%28EXCHG.140%29.aspx - Cluster Core Resources fail to come online on some Exchange 2010
Database Availability Group (DAG) nodes.
http://blogs.technet.com/timmcmic/archive/2010/05/12/cluster-core-resources-fail-to-come-online-on-some-exchange-2010-database-availability-group-dag-nodes.aspx - Grundlegendes zu Datenbankverfügbarkeitsgruppen
http://technet.microsoft.com/de-de/library/dd979799.aspx - Grundlegendes zu Active Manager
http://technet.microsoft.com/de-de/library/dd776123.aspx












