Exchange 2007 und 64bit

Exchange 2007 ist für den produktiven Einsatz "NUR" auf 64bit Windows freigegeben. Die 32bit Version ist verfügbar aber darf nur für Schulungen, Tests etc. genutzt werden
Denken Sie daran bei der Bestellung der Server.

Exchange 2003 hingegen läuft "NUR" mit Windows 2003 32-bit.
Dies kann aber auch auf den meisten Systemen mit 64bit CPU installiert und betrieben werden.

Windows 64bit unterstützt keine "MS-DOS" und keine 16-bit Windows Anwendungen.

Nicht erst seit dem Näherkommen des Itanium Prozessors rollt die Welle der 64bit Begeisterung. Nach der 8bit 6502/Z80 Welt und dem 16bit 8086/8088 hat uns die 32bit Welt lange Zeit getragen. Allerdings ist mit 32bit nur maximal ein Hauptspeicher von 4 Gigabyte direkt adressierbar. Alles darüber muss wieder wie in alten DOS-Zeiten "eingeblendet" werden. Früher nannten wir das EMS Speicher, heute wird ein ähnliches Verfahren PAE (Physical Address Extension) genannt. Ein 32bit Prozessor kann natürlich schon viele Jahre auch mehr als 4 GByte Speicher Adressieren nur ist Windows NT, 2000; 2003 als 32bit Version nur dafür ausgelegt, jedem Prozess 2/3GB bereit zustellen.

Letztlich entfesselt erst die 64bit Technik, wie sie mit der Intel EM64T-Erweiterung und den neuen AMD Prozessoren möglich wird, die Begrenzungen im Hauptspeicher. Neben SQL ist Exchange ein wichtiger Kandidat für die Nutzung dieser neuen Möglichkeiten. Noch sind wir an den Anfängen der 64bit Stufe. Für die Nutzung der neuen Technik ist nämlich ein neu kompiliertes und angepasstes Betriebssystem erforderlich. Windows 2003 und Windows XP gibt es schon als 64bit Versionen, aber auch alle Treiber für Netzwerkkarten, Speichersubsysteme, Grafikkarten etc. müssen für 64bit neu geschrieben werden. Es kann also noch etwas dauern, bis wirklich jede Hardware unter Windows 64bit unterstützt wird.

Warum 64bit ?

Die kurze Antwort ist:
Für alle die mit 2 GB RAM nicht mehr auskommen.

Natürlich können Sie sich die Frage stellen, wer denn jemals mehrere Terabyte Speicher brauchen wird. Aber die Fragen haben Sie sich schon zu den Zeiten eines ZX81 (8-16 kbyte RAM),  C64 (64-128kByte RAM) , IBM PC (256-640 KByte) gestellt und Ende 2005 wurden selbst bei den Supermärkten die PCs mit 1 GByte Speicher verkauft. 2006 sind wir schon bei Notebooks mit 2 GByte

Wenn Sie sich heute einen Server anschauen, dann gibt es ein paar Faktoren, die maßgeblich für die Performance sind.

Die Wichtige Antwort für 64bit ist daher "RAM, RAM, RAM". Viel RAM hilft den Servern von heute, viel mehr Daten im Hauptspeicher zu halten und damit die Belastung der Festplatten zu reduzieren und vor allem dort Reserven für erforderliche Zugriffe zu schaffen.

64bit Argumentation von Microsoft

Natürlich hat sich auch Microsoft einiges einfallen lassen, um den Wechsel nach 64bit zu erklären. Bedeutet es doch, dass bisher angeschaffte Server vielleicht nach einen Jahr nicht mehr genutzt werden können. Aber die Argumente sind dennoch passend.

Sie sehen also, dass es viele Argumente für den Umstieg auf Exchange 2007 geben wird, von denen aber nur einige direkt mit 64bit zu tun haben, sondern auch neue Funktionen von Exchange 2007 zählen.

64bit für Alle ?

Sicher wird es auch Desktops mit  64bit CPUs geben, aber da auch die Treiber darauf abgestimmt werden müssen. Daher erwarte ich nicht, dass sehr viele Endanwender (mal von Freaks abgesehen) gleich auch die 64bit Version von Windows XP oder Windows 2003 installieren werden. Oftmals erlauben die 64bit CPUs auch den Betrieb mit einem 32-bit Betriebssystem, wenngleich dann nicht alle Leistungsreserven genutzt werden können.

Aber für Server stellt sich das Bild komplett anders dar. Für Hersteller von Servern und passenden Adaptern lohnt sich sehr wohl die Entwicklung von 64bit Treibern, so dass es sehr schnell nicht nur entsprechende Hardware mit Treibern, sondern auch entsprechende Installationen geben wird. Hier sehen ich folgende Dienste als erste Server:

Ein 32bit DC kann maximal eine NTDS.DIT von 500 MB im Speicher vorhalten. Zwar kann ein 32bit Prozess bis zu 2 GB adressieren und mit /3GB entsprechende mehr, aber LSASS betreibt im gleichen Speicher noch Kerberos und andere Dienste und verwendet sowieso nie mehr als (Gesamtprozessspeicher - 1GB) / 2. Insofern kann ein 64bit DC schon bei mittleren Unternehmen Vorteile bringen
http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2007/03/28/437313.aspx
308356 Memory usage by the Lsass.exe process on domain controllers that are running Windows Server 2003 or Windows 2000 Server

64bit Tauglichkeit feststellen ?

Aber wie bekomme ich Gewissheit, dass meine CPU auch "64bit"-Tauglich ist und damit für Exchange verwendet werden kann ?.

Der einfachste Weg ist natürlich das Datenblatt heran zu ziehen oder vom Hersteller den kompletten Server gleich auf Windows 2003 64bit zertifizieren zu lassen. Dann sind Sie auch sicher, dass auch alle anderen Komponenten mit entsprechenden Treibern versehen sind. Aber auch ohne  vollständige Zertifizierung können Sie recht einfach erkennen, ob eine CPU die EM64T-Erweiterung unterstützt.

test64bit.vbs.txt
Nach dem Download und Umbenennen der Erweiterung nach VBS in einer Dosbox mit "cscript test64bit.vbs" aufrufen.

Unterstützung durch Net at Work:
Wenn Sie mehrere Server haben und gerne einen Überblick über die Funktionen, Rollen und Fähigkeiten benötigen, können die Kunden von Net at Work auf das Skript NAWInventory zurückgreifen.

Weitere Links

Es gibt noch einige andere Seiten, die über Exchange 2007 spekulieren bzw. offizielle Informationen bereit stellen

Keywords:Exchange2K7 Exchange 2007 64bit