Hyper-V und Exchange

Bestandteil von Windows 2008 ist auch die Virtualisierungslösung "Hyper-V" von Microsoft, die neben den  beiden kostenfreien Alternativen Virtual PC und Virtual Server die dritte Lösung darstellt. Zielmarkt ist aber hier die Virtualisierung von Servern. Hyper-V ist dabei kein "Aufsatz" auf dem jeweiligen Betriebssystem, sondern ist "darunter". Sie installieren also einen normalen Windows 2008 Server und durch den Einsatz von Hyper-V wird eine Virtualisierungsschicht darunter eingeschoben. d.h. selbst das grade installierte Windows 2008, welches auch zur Verwaltung genutzt wird, läuft selbst in einer virtuellen Umgebung.

Windows Server 8 Beta Hyper-V Component Architecture Poster
http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=29189

Allerdings war Hyper-V mit dem Release von Windows 2008 Anfang 2008 noch gar nicht "fertig". Erst Ende Juni 2008 wurde diese Software als Update kostenfrei bereit gestellt. Sie müssen Hyper-V daher erst herunterladen und installieren.

Download 30 MB
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyId=F3AB3D4B-63C8-4424-A738-BADED34D24ED&displaylang=en
Der Download der deutschen Version war bei mir binäridentisch zur englischen Version !.

Microsoft Hyper-V Server 2008 R2
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=48359dd2-1c3d-4506-ae0a-232d0314ccf6&displaylang=en

Windows Server 2008 R2: Hyper-V Component Architecture
http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=3501

Mit dem kostenfreien VMWare ESXi-Server hat der größte Wettbewerber seine ESX-Serie nach unten mit einer eingeschränkten kostenfreien Variante erweitert. https://www.vmware.com/products/esxi

AMD64
AMD64-Prozessoren müssen mindestens vom Stepping F3 sein, F2 funktioniert u. U. nach einem BIOS-Update.
http://www.amd.com/us-en/Processors/TechnicalResources/0,,30_182_871_14098,00.html
http://www.amd.com/us-en/assets/content_type/utilities/AMD-V_Hyper-V_Compatibility_Check_Utility.zip

953828 The NLB host does not converge as expected on Windows Server 2008 Hyper-V virtual machines

Exchange 2010 SP1 VHD ( 6 GB)
http://www.microsoft.com/downloads/en/details.aspx?FamilyID=53f7382a-3664-4de3-8303-31e514d69f02&displaylang=en

Die Installation benötigt allerdings Windows 2008 Server. Eine Installation auf Vista oder Windows 2003 ist nicht möglich. Als Gäste sind allerdings eine Reihe von Betriebssystemen möglich. Microsoft listet darunter auf:

  • Windows 2000/2003/2008 Server
  • Windows XP und Windows Vista
  • Suse Linux

Sicher sind auch andere Systeme lauffähig. Der Fokus der MSXFAQ liegt aber natürlich auf Microsoft Exchange. Die Chancen aber auch Risiken von virtualisierten Domaincontrollern (Stichwort USN-Rollback) habe ich auf Imagebackup als Sicherung beschrieben und trifft identisch auch auf Snapshots und undo-Disks bei virtuellen Systemen zu, wenn man mit Schattenkopien keine Vorsorge trifft.

Virtualisierung und Hochverfügbarkeit

Jeff hat es auf http://blogs.technet.com/virtualization/archive/2008/04/09/hyper-v-quick-migration-vmware-live-migration-part-1.aspx schon auf den Punkt gebracht: Wenn ich viele Server auf einer Hardware virtualisiere und genau dieser Server dann ausfällt, sind gleich viele Systeme betroffen. Das muss besser abgesichert werden. Analog zu VMWare VMotion kommt hier die Hyper-V Quick Migration zum Ansatz. Im Grund bildet man eine Farm von Servern, die auf den Massenspeicher zugreifen können und bei einem Ausfall werden die entsprechenden VMs auf einem anderen Host wieder neu gestartet. (Failover Clustering).

Etwas anderes ist die geplante umschaltung, d.h. ein Schwenk von virtuellen Systemen von einem Host auf einen anderen Host, um das freiwerdenden System zu verändern, oder die Virtualisierung einer physikalische Maschine. Hier muss man dann genau hinschauen, welche Funktion Bestandteil von Hyper-V ist und welche Dinge durch System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) beigesteuert werden.

Hyper-V und Exchange

In wie weit Exchange auf virtuellen Umgebungen unterstützt wird, wird das Exchange Team einige Wochen nach dem Release von Hyper-V zumindest für Hyper-V definieren. Ansonsten dürften wir allen den Standpunkt von Microsoft zum Thema Virtualisierung können, der kurz gefasst als "kein Support, wenn das Problem auf physikalischen Systemen nicht nachvollziehbar ist" wiedergegeben werden kann. Selbst wenn daher Exchange 2007 auf Hyper-V in Grenzen unterstützt wird, ist das kein Freibrief für alle Firmen.

Auf dem Exchange Team Blog gibt es unter Exchange Server 2007 and Hyper-V) schon die ersten Eckpunkte, die in 60 Tagen noch deutlicher spezifiziert werden sollen:

  • Exchange 2007 SP1 auf Windows 2008
    Also kein Exchange 2003 und kein Windows 2003
  • Keine dynamischen Disks
    Die VHD-Dateien müssen als "fixe" Größen haben oder Sie nutzen gleich direkte Disks, die per SCSI oder auch iSCSI angebunden sind. VHD-Dateien dürfen nicht größer als 2TB werden, wobei ich diese Grenze als eher theoretisch ansehe.
  • Unified Messaging wird nicht unterstützt.'
    Das ist vermutlich dem Echtzeitcharakter der Sprachübertragungen geschuldet.

Allgemein muss man bedenken, dass ein stark belasteter Mailbox-Server sicher kein Kandidat für irgend eine Art der Virtualisierung ist, wenn er alleine schon die Hardware auslasten kann. Interessante Optionen sind sicher CAS und HT-Server oder die Virtualisierung von kleinen Servern in Niederlassungen oder kleinen Firmen. Hier ist es sicher zu überlegen, ob ein Server über Hyper-V letztlich mehrere unabhängige Server betreibt, die auch losgelöst voneinander gepatched werden. Bei einem klassischen komplexen Small Business-Servers kann ein Update einer Teilkomponente einen Neustart des Servers erfordern und damit alle Funktionen kurzfristig offline nehmen.

Auch im Bereich "Verfügbarkeit" können virtuelle Server auf z.B.: zwei Hyper-V-Systemen ein Ansatz sein, um Hardware zu sparen und Redundanz überhaupt erst kostengünstig bereitstellen zu können.

Hyper-V mit Cluster Shared Volume (CSV)

Mit Windows 2007 R2 Hyper-V gibt es eine Besonderheit, die es nur mit virtuellen Harddisks von Hyper-V gibt: Mehrere Windows Server mit Hyper-V R2 können auf der gleichen gemeinsam genutzten LUN (im SAN) ihre virtuellen Disks ablegen. Bei einem "Failover" von virtuellen Maschinen von einem Clusterhost auf einen anderen Host muss damit keine LUN mehr geschwenkt werden.

Physik und andere VMs nach HyperV

Leider sind die virtuellen Maschinen der verschiedenen Hersteller (Microsoft, Citrix XEN, VMWare) nicht 1:1 untereinander austauschbar, da jede ein mehr oder minder eigenes Festplattenformat (VHD, VMDK, OVF, XVA etc.) verwendet und auch die emulierte Hardware abweichen kann. Dennoch lassen sich verschiedene Systeme mit ein paar Tools übertragen. Teilweise sind die Programme Bestandteil der Virtualisierungslösung um den umstieg vom Wettbewerber oder die Migration von physikalischen Maschinen einfacher zu machen. Einige Lösungen sind kommerziell (z.B. Bestandteil des System Center Virtual Machine Manager). Die reine Hyper-V-Rolle enthält keine.

Bei der Migration stellt sich immer die Frage, ob das Quellsystem "online" quasi von sich heraus übertragen werden soll oder ob die Quelle "Down" ist und ein alternatives System das System "offline" überträgt. Die Windows Schattenkopien erlauben eigentlich seit Windows XP/2003 mit einem "Schnappschuss" einen konsistenten Stand herzustellen, der dann übertragen werden kann. Allerdings sollte das System dann eben auch nicht mehr ändern, bis es virtuell gestartet wird.

Offline-Tools lesen die Festplatte oder das Festplattenabbild, was teilweise auch ein Backup oder von einem Clone-Programm wie Norton Ghost sein kann, um es in das gewünschte Zielformat zu übertragen.

Ich werde hier keine Wertungen abgeben, da sich die Programme auch immer weiter entwickeln und das hier ja keine VM-FAQ ist. Probieren Sie einfach aus, mit welchem Programm Sie am besten zurecht kommen.

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