AG-Rechte

Exchange erlaubt den Betrieb mehrerer Server in großen Umgebungen. Große Firmen haben aber oftmals die Anforderung, die administrative Berechtigungen zu delegieren und zu trennen, d.h. die Arbeit als "Enterprise Admin" sollte nicht jeder machen dürfen. Exchange trägt diesen Anforderungen Rechnung, indem es durch die administrativen Gruppen (AG) eine Delegierung von Berechtigungen erlaubt.

So gibt es für Exchange die Möglichkeit, über Berechtigungen sehr fein zu steuern, wer was darf. Teilweise können Sie damit aber auch über das Ziel hinaus schießen. Siehe dazu auch Exchange 2000 Berechtigungen und ExAdminkonzept.

Berechtigungspunkte

Die Berechtigungen von Exchange trennen sich zwischen den Rechten auf die Exchange Konfiguration, auf die Exchange Server und auf die Exchange aktivierten Objekte (Benutzer, Kontakte, Verteiler etc.). Auf dieser Seite geht es um die Berechtigungen auf die Exchange Konfiguration, die Sie mit dem Exchange System Manager und anderen Tools anzeigen können.

Interessant ist hierbei, dass für die nachfolgende Betrachtung die genaue Kenntnis der Struktur wichtig ist, da der Exchange System Manager erst bei der Organisation beginnt (2), aber zwischen dem Container "Service" in der Konfigurationspartition und der Organisation noch ein weiterer Container liegt, der für die Vergabe von Berechtigungen wichtig ist.

Rechte durch den ESM

Auch wenn Sie nun wissen, wo im Active Directory die entsprechenden Container liegen und dass Sie dort mit ADSIEDIT auch die Sicherheitseinstellungen konfigurieren können, sollten Sie nur den offiziellen Weg des Exchange System Managers nutzen. Dort gibt es auf der Ebene der Organisation und der jeweiligen administrativen Gruppe einen Assistenten zur Objektverwaltung, welcher in den meisten Fällen vollkommen ausreichend ist. Ausnahmen und Einschränkungen des Assistenten finden Sie weiter unten.

Exchange erlaubt die Vergabe von Berechtigungen mit dem Exchange System Manager und unterscheidet dabei drei grundlegende Berechtigungsstufen:

Im folgenden werden die sechs Möglichkeiten der Berechtigungsvergabe mit dem ESM für Exchange 2003 SP1 dokumentiert:

Rechte auf die Administrative Gruppe

Vergabe View Only

Admin

zzgl. Warnung, dass zur Administration auch Berechtigungen auf den Servern selbst (lokaler Administrator) zu setzen sind.

Full Admin

zzgl. Warnung, dass zur Administration auch Berechtigungen auf den Servern selbst (lokaler Administrator) zu setzen sind.

Microsoft Exchange Siehe "View Only"
Organisation

Beachten Sie die Änderung des Fokus

Siehe "Admin"
AdminGroups

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

AG

 

Berechtigungen auf die Organisation

Auch auf der Ebene der Organisation können Berechtigungen vergeben werden, welche dann aber auf alle Administrativen Gruppen vererbt werden. Die Vererbung ist auf den administrativen Gruppen auch zu sehen.

Vergabe View Only

Admin

Warnung zu Serverrechten

Full Admin

Warnung zu Serverrechten

Microsoft Exchange
und alle weiteren Optionen sind auch aktiv

Vollzugriff+

Exchange Org Vererbung zzgl.
  • + View Information Store Status+

Vererbung zzgl.
  • + Deny auf SendAs
  • + Deny auf ReceiveAs
Siehe Admin
Administrative Groups

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

Admingroup

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

nur Vererbung !
keine explizit vergebenen Berechtigungen

Beachten Sie dabei immer die Details bei den Berechtigungen. Einige Berechtigungen werden nur für das jeweilige Objekt vergeben, während andere Berechtigungen auch auf Unterobjekte vererbt werden dürfen.

Einschränkungen des ESM Assistenten

Der Exchange System Manager hat einige Einschränkungen, die Sie kennen sollten, aber keinen schwerwiegenden Fehler darstellen.

Alternatives Berechtigungskonzept

Bei der Vergabe von Berechtigungen durch den ESM sind Sie auf die drei Stufen (View Only, Admin, Full Admin) beschränkt. Manchmal kann es gewünscht sein, z.B.: auf einzelne Speichergruppen oder Server die Berechtigung zu delegieren.

Niemals DENY
Versuchen Sie immer auf das "Verbieten" von Berechtigungen zu verzichten. Das Risiko einer schwerwiegenden Betriebsstörung ist einfach zu hoch.

Niemals Vererbung abschalten
Es gibt einen feinen aber wichtigen Unterschied zwischen "Vererbung auf einem Objekt abschalten" und "ein Recht nicht vererbbar kennzeichnen". Sie sollten die die Vererbung auf einem Objekt abschalten, sondern maximal die Vererbbarkeit von Rechten steuern.

Ein wesentliches Problem hierbei ist, dass schon ein "View Only"-Recht auf einer administrativen Gruppe den Mitgliedern ein Leserecht auf der Organisation gibt, womit sie die gesamte Organisation einsehen können. Dies ist für einige Umgebungen nicht erwünscht. In solche einem Fall bleibt dann nur die Vergabe der Berechtigungen über ADSIEDIT und ein Verbot der Nutzung des Exchange System Managers.

Sinnvoller weise legen Sie für solch ein Konzept wieder entsprechende Sicherheitsgruppen an, damit keine Berechtigungen an einzelne Benutzer vergeben werden müssen. So können Sie je administrativer Gruppe eine Sicherheitsgruppe anlegen. Damit diese Mitglieder jedoch ihr Recht auch ausüben können, benötigen diese auch Berechtigungen auf den darüber liegenden Objekten. Dies könnte wie folgen aussehen:

Das Ergebnis ist, dass der Administrator seiner administrativen Gruppe fast alles machen kann, aber er kann keine globalen Exchange Einstellungen (z.B. Exchange RUS, Empfängerrichtlinien, Address-Templates) aber vor allem auch nicht die anderen administrativen Gruppen sehen. Der wichtigste Aspekt dieser Änderung ist, dass ein Administrator für Benutzer dann auch beim Mail-aktivieren eines Anwenders nur seine eigenen Datenbanken auswählen kann.

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