Domain Controller Update

Alle Jahre wieder müssen auch Domain Controller ersetzt werden. Selbst wer diese Funktion "virtualisiert" hat und damit die VM einfach vom alten Host auf einen neuen Host umziehen kann, muss ab und an das Betriebssystem aktualisieren.

In vielen Fälle ist ein Inplace-Update eines Domain Controllers zwar möglich, aber auch nicht ganz unkritisch. Das würde sich aber eh nur für virtuelle DCs eigenen, denn wen die Hardware getauscht wird, ziehen fast alle Firmen eine frische risikolose Neuinstallation einem "Cloning" o.ä. vor. Ein Inplace Update scheidet auch aus, wenn die Sprache des Servers gewechselt werden soll, ein Wechsel von 32bit auf 64bit ansteht, ein Update von Server Core oder ein Wechsel der Version nach unten (Enterprise nach Standard) erforderlich ist. Die möglichen Wege zeigt folgendes Diagramm für Domain Controller.

Dieses Bild geht nicht auf die Betriebsarten des Active Directory ein !! Für bestimmte Inplace Updates sind Servicepacks auf der Quelle eine Voraussetzung.

Wenn dann speziell größere Firmen, die sowieso mehrere DCs betreiben, ein Wechsel anstreben, dann werden die alten Server erst sauber deinstalliert und dann die neuen Server mit installiert. So kann der neue Server den gleichen Namen und die gleiche IP-Adresse des alten Servers einnehmen

Denken Sie daran, dass beim Wechsel der Sprache z.B. die Namen der Domänengruppen nicht geändert wird. (Administratoren statt Administrators). Windows nutzt intern an den meisten Stellen zwar die SIDs, welche für diese vordefinierten Konten immer gleich sind, aber an einigen Stellen werden auch die Namen als Strings verwendet (z.B. Profile, Home-Verzeichnis aber auch Gruppenrichtlinien). Dies wird hier nicht berücksichtigt

Bei all den Umzugsarbeiten sollten natürlich nicht nur alle Informationen weiter erhalten bleiben, sondern auch der Einfluss auf den laufenden Betrieb muss minimiert werden.

Kurzfassung

Die im folgenden betrachtete Migration lässt sich kurz beschreiben.

Risiken

Wer genau einen Domain Controller hat, kann nicht erst den bestehenden DC deinstallieren um dann einen neuen DC mit gleichem Namen zu installieren. Hier könnten Sie also zuerst einen temporären DC installieren, um dann ihre primäre Maschine umzuziehen.

Wir gehen davon aus, dass Sie also mindestens zwei Domaincontroller in ihrem Netzwerk (und Standort) haben, so dass ein Wegfall eines DC für vielleicht 30-180 Minuten keine Überlastung oder Aussetzer bedeutet. Technisch könnten Sie natürlich mit einem DCPROMO einen DC herunterstufen, aus der Domäne entfernen und einen vorbereiteten neuen Server mit dem gleichen Namen und der gleichen IP-Adresse wieder hochstufen. Aber das würde nicht ohne ein blaues Auge abgehen, denn es gibt einige Dinge, die sie prüfen sollten. Hier eine Auswahl und deren Bedeutung bzw. Problempotential.

Sie sehen also, dass es durchaus einer Vorbereitung und einer umsichtigen Analyse der vorhandenen DCs auf Dienste und Funktionen bedarf. Am wichtigsten ist die Überwachung der Veränderungen z.B. mit REPLMON und anderen Tools um Fehler und Verzögerungen zu erkennen. Sie erleichtern sich viel, wenn Sie nach jedem DCPROMO einige Zeit vergehen lassen oder vorher z.B.: die Replikation zwischen Standorten (Sitelinks) auf z.B. 15 Minuten herunter stellen. Solche Änderungen müssen aber auch erst wieder repliziert werden. Also sollte dies einige Tage vorher durchgeführt werden.

Wer es es eilig hat, sollte wissen, wie er bestimmte Prozesse forciert anstößt, z.B. den KCC, die Replikation zwischen Standorten, das erneuern von Kerberos-Tickets und DNS-Updates.

Migrationsweg

Folgende kurze Beschreibung können Sie als Ausgangssituation für ihre eigene Umstellung heranziehen und ihren Bedürfnissen entsprechend anpassen. Besonders sollten Sie die Zeiten auf ihre Hardware und Umgebung abschätzen.

Die Liste ist nur als Anhaltspunkt zu verstehen. Sie ist vermutlich nicht vollständig, da es bei den meisten Firmen weitere Anwendungen gibt, die das Active Directory nutzen, z.B. Spamfilter, Disclaimer etc.

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Vorarbeiten

Die neuen DCs werden als normale Windows Server mit temporärem Namen/IP-Adresse installiert

Beginn der kritischen Phase

Nacharbeiten

Der neue Server heißt nun gleich, sollte die gleichen Informationen haben und hat auch die passende IP-Adresse. Für die Clients sollte er wieder ein normal funktionierender Server sein.

Allerdings sollten Sie noch abhängige Anwendungen kontrollieren, wenn dies nicht schon eine Monitoring-Software für sie macht:

Weitere Links

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