Skype für Business - Neuerungen im Überblick

Hätte Microsoft nicht einen Wechsel des Namens von "Lync" in "Skype für Business" vorgenommen, wäre da nächste Update von Lync vermutlich einfach als ServicePack oder CU durchgegangen  oder einfach hochgezählt worden. "Skype für Business" zwar nicht das komplett neue Produkt aber hat neben dem "Rebranding" mit neuem Namen und Icons doch wesentliche Änderungen erfahren, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Diese Seite ist noch nicht komplett und wird laufend erweitert. Zudem versuche ich zu jedem Feature meine eigene Einschätzung zu ergänzen.

Skype für Business: Step-by-step guide für new users
https://www.youtube.com/watch?v=7_c4zVJ739M

Diese Seite wird regelmäßig aktualisieren. Schauen Sie einfach häufiger mal rein.

Client

Die sichtbarsten Änderungen für den Anwender und Administrator werden sich auf dem Client zeigen. Das betrifft nicht nur den Windows Desktop Client sondern auch die mobilen Clients, die als "App" sehr bald ein Update erfahren werden und sich im neuen Gewand kleiden. Nur die Mac-Clients werden noch etwas länger im doppelten Wortsinn "alt" aussehen. Die wichtigsten Änderungen des Windows Clients sind:

  • Verteilung per Office Update
    Der neue Client ist keine Vollinstallation oder eigenständiges Programm sondern als Teil von Office 2013 bekommen wir alle ein "Office Update", welches den Communicator auf eine neue Version anhebt.

Der Schritt ist logisch und macht die Verteilung für bestehende Installationen einfach. Es ist ja kein neues Produkt sondern einfach eine Weiterentwicklung mit zwei unterschiedlichen Skins. Ich bin mal gespannt, welche Einschränkungen eine "Basic"-Version haben wird oder ob des die in der Art noch gibt. Leider gibt es auch weiterhin keinen eigenständigen Installer der Vollversion. Der Weg geht aktuell immer über ein Office 2013

  • Neuer "Look"
    Eine Aufreihung von Bildern erspare ich ihnen und verweise auf andere Webseiten. Fakt ist, dass Microsoft die Oberfläche des Clients gründlich renoviert hat, Sie sieht nicht nur deutlich frischer aus, sondern orientiert sich auch etwas am Skype-Client für Privatanwender. Sie ist aber auch deutlich besser geworden, wenn Sie mit dem Client auch Telefonieren. Die Verwendung zum Vermitteln und Weiterleiten ist deutlich einfacher.

Ich mag die neue GUI, weil sie einfach frischer und für die Telefonie deutlich besser ist. Skybe4B ist ja keine Textverarbeitung o.ä., und muss sich nicht an die Konventionen halten. Die Ähnlichkeit zum Skype4C-Client sehe ich als Vorteil.

  • Klicken statt "Schweben"
    Mit dem Lync 2013 Communicator hat Microsoft viele Schaltflächen derart verändert, dass ein Klick gleich die primäre Aktion ausgelöst und ein "Maus over" ein Kontextmenü gestartet hat. Diese neue Bedienung hat viele Anwender überfordert und war gefühlt auch "träge"; der Anwender musste etwas warten. Auf Geräten mit Touch-Bedienung ist es nicht einfach über einer Schaltfläche zu "schweben" um dann das Menü zu erreichen. Dies ist mit dem neuen Look wieder zurückgenommen worden. Ein "Klick" öffnet nun das Auswahlmenü. Ein Klick mehr aber unterm Strich besser nutzbar

Microsoft hat wohl eingesehen, das das "Hovern" keine gute Lösung war. Lieber ein schneller Klick als warten. Gut gemacht

  • Remote Call Control entfällt (fast)
    Dass Microsoft die Steuerung einer TK-Welt schon länger nicht mehr gut findet, ist nicht neu. Mit dem neuen Client wird in der neuen Betriebsart aber diese Funktion nicht mehr angeboten. Nur in der "Classic-GUI" kann weiterhin mit RCC gearbeitet werden. Mittelfristig dürfte RCC komplett verschwinden.

Da es noch viele parallele Installationen mit TK-Anlage gibt, ist RCC aus meiner Sicht nicht mal der halbe Weg zu einer modernen Kommunikation. Wenn ein Kunde seine alte Hipath durch eine andere PBX ersetzt, dann wird er in der Regel auch nicht mehr die alten Systemtelefone weiter verwenden. Warum sollte ich mit Lync als Kommunikationsplattform, mit der man auch telefonieren kann, die Altlast weiter betreiben. Ganz wollte Microsoft aber noch nicht davon lassen. Im Server ist der Code noch drin und im Client mit der "Classic-GUI" auch noch. Aber das Ende ist abzusehen.

  • Call via Work
    Dafür wurde die Funktion, die schon länger auf mobilen Clients einen Anruf über die Firmennummer mit Rückruf auf den Client auch für Office-User angepasst. Beim Anruf einer Telefonnummer verbindet der Skype4B Client den Lync Mediation Server mit ihrem "legacy"-Tischtelefon um dann den Ruf nach extern aufzubauen. Dazu spricht der Skype4B Client per UCWA mit dem Lync Server und zeigt auf dem PC dann ein Statusfenster an und setzt ihren Lync-Status. Leider funktioniert das nur mit ausgehenden Verbindungen. Eingehende Verbindungen werden so nicht in Lync gemeldet und ändern auch nicht den Status.

Nett gemeint aber ich denke nicht, dass ich das bei einem Kunden einsetzen kann.

  • Alt und Neu
    Es ist problemlos möglich den neuen Client sowohl gegen Lync 2013 als auch SkypefB-Server zu betreiben. Der finale Client zeigt dem Anwender die gewohnte Oberfläche an, d.h. nur mit einem SkypefB-Server als Backend wird per Default die neue Oberfläche angezeigt. Dies kann aber über eine Client-Policy auch in jede Richtung überschrieben werden. Sie können als Administrator also sowohl vorgeben, das z.B. alle den neuen Look bekommen, auch wenn im Backend noch ein "alter" Server arbeitet oder dass alle noch den "Classic"-Look bekommen, selbst wenn im Backend schon ein SkypefB-Server läuft.

Diese Koexistenz-Funktionen machen die Installation und Migration deutlich einfacher. Ich erinnere mich noch schwer an die tage, als man zuerst alle Clients Updaten musste, ehe man den Server hochziehen konnte. So ist das optimal.

  • Client Feedback Request
    Der Administrator kann vorgeben, wie viel Prozent der Anwender am Ende einer Verbindung eine Abstimmungsbox erhalten, um die Qualität des gerade beendeten Gesprächs zu bewerten. Diese Daten gehen in die QoE-Datenbank mit ein und helfen beim Betrieb und dem Eingrenzen von Problemen.

Endlich kann man z.B. am Anfang einer Einführung so ein direktes Feedback einholen und muss nicht auf die Zahlen im QoE-Report vertrauen. Aber mit der Ablage in der QoE-Datenbank ist es nicht getan. Hinten heraus fehlt noch die Auswertung oder Alarmierung. Wenn ein Anwender wirklich "schlecht" bewertet, sollte die Information samt dem QoE-Report umgehend zu einem Ticket werden

  • Silk-Codec
    Der Audio-Codec, den Skype schon lange verwendet, wird zum neuen Standard-Codec für Skype für Business. RTAudio bleibt natürlich weiter im Angebot aber wird nur genutzt, wenn die Gegenstelle kein SILK kann. Silk kommt aber aufgrund der CPU-intensiven Verarbeitung noch nicht überall zum Einsatz.

Der Wechsel musste kommen, da so die Koexistenz zu Skype am einfachsten umzusetzen ist und SILK als Codec sogar RTAUDIO überflügelt. Das ist ein gewinn für die Lösung.

  • Lync Phones
    Die oft als "Aries"-Plattform bezeichneten Lync-Telefone werden auch mit Skype4B weiter funktionieren aber wohl kein Update bekommen. Mitterlweile gibt es aber schon einen größeren Markt an Drittherstellern (Polycom, SNOM, Audiocodes, Yealink), so dass diese einfachen Telefone wohl mittelfristig auslaufen werden.

Hier sieht man, wie schnell Hardware veraltet. Das Initialdesign der Telefone ist sicher schon über 7 Jahre alt und die CPU-Leistung nahm stark zu. Die Telefone können z.B. kein SILK mehr aber konnten auch nie den Systemtelefonen klassischer PBX-Lösungen Paroli bieten. Dass sie auch mit Skype4B funktionieren ist ein Investitionsschutz. Schauen Sie sich aber auch bei den alternativen Herstellern um, wenn Sie wirklich noch ein Telefon auf dem Tisch brauchen.

  • OneNote für Meetings
    Das klassische "Whiteboard" wird in Meetings wohl nicht mehr unterstützt. Stattdessen wird OneNote die neue Plattform für die Zusammenarbeit werden. Hier können dann mehrere Personen direkt interagieren und OneNote protokolliert auch die Teilnehmer

OneNote kostet nichts mehr aber ob es die bessere Wahl ist, wird sich zeigen. Die Lister der aktuellen Teilnehmer eines Meetings ist natürlich ein großer Vorteil. Wer heute schon intensiv OneNote nutzt, wird darüber natürlich erfreut sein.

  • Persistent Chat
    Alles wie gehabt. Die Persistent Chat Funktion ist auf dem Client auch mit der "neuen GUI" vorhanden, wenn im Backend die Funktion installiert ist

Bestandsschutz ist angesagt. Wobei ich ähnlich wie beim Wechsel des Whiteboards zu OneNote auch hier mittelfristig erwarte, dass der Persistent Chat entfallen könnte zugunsten einer Integration z.B. in Yammer.

Es sind die vielen kleinen Verbesserungen, die neben der großen umgestaltung der Oberfläche den neuen Skype für Business Clients

Server/Admin

  • Windows 2008/2012/2012R2
    Diese Serverversionen werden aktuell unterstützt.

Das sind die aktuellen Versionen und ich bin sicher, dass die nächste Windows Server Version auch bald unterstützt wird. Interessant ist, dsas 2008R2 weiterhin auf der Liste ist. Das ist sicher nicht einfach gewesen, dies beizubehalten. Einige Firmen wird es freuen, die noch nicht für Windows 2012 bereit sind.

  • SQL 2014 und Always On
    Skype für Business Server kann weiter SQL Server 2008 R2 SP2 (Enterprise) als Backend nutzen. Neu ist aber die Unterstützung von SQL2014 Server und auch die Funktion "Always on". Dafür ist die Funktion "SQL-Mirroring" mittlerweile als "depreciated" gelistet. Mich erinnert das an den Zwischenschritt von Exchange 007 LCR/CCR, welches letztlich zur DAG weiter entwickelt wurde. Leider braucht ein SkypefB-Pool aber immer noch einen SQL Backend. AlwaysOn erfordert, dass die Server alle im gleichen Subnetz sind und ist als HA-Lösung vorgesehen aber nicht als "Desaster Recovery" für mehrere Sites. Hier ist weiterhin Pool Pairing das Mittel der Wahl.

SQl2014 und AlwaysOn musste ja kommen. Dass reines Mirroring so schnell "depreciated" gelistet wird, überrascht. Viele SQL-Pools können noch kein Always on, da andere Applikationen auch den gleichen SQL-Cluster nutzen. Schade, dass Skype4B aber noch kein DAG wie bei Exchange unterstützt und immer noch den Backend SQL braucht und der sogar noch kritischer geworden ist.

  • Smart Setup
    Erstmals im Setup von Lync/Skype für Business ist die Suche nach Updates, die dann bei der Installation gleich mit eingebunden werden. Voraussetzung ist natürlich, dass der Server ins Internet darf. Das macht die Installation aber vielleicht für weniger versierte Personen etwas einfacher.

Kan man machen, muss man nicht machen. Ein Admin sollte professionell genug sein, um zu wissen, was er installiert. Aber in der Masse wird Microsoft damit wohl doch die ein oder anderen veränderten Startbedingungen schon beim Setup erkennen und entsprechende Hinweise geben können.

  • SBSCP
    Das frühere Lync Control Panel heißt nun Skype Business Server Control Panel und wurde deutlich aufgefrischt. Das Layout ist klarer und in blau gehalten. Ich denke in Office 365 wird sich das gleiche Design wiederspiegeln. Exchange 2013 hat es ja schon vorgemacht.

Was ich gesehen habe, erscheint es leichter und übersichtlicher. CSCP war nicht wirklich schlecht aber viele Administratoren haben ein paar mal suchen müssen. SBSCP dürfte von den meisten Administratoren positiv angenommen werden, auch wenn es immer noch Silverlight verwendet.

  • Update (Inplace und mehr)
    Wie bei einem CU oder ServicePack ist ein Inplace Update möglich. Das ist natürlich mit einer kurzen Betriebsunterbrechung verbunden. Bei einem Enterprise-Pool können Sie aber NICHT nacheinander die Poolmitglieder aktualisieren. Sie müssen den kompletten Pool "offline" nehmen, alle Mitglieder aktualisieren und dann wieder starten. Das ist also bezüglich der Verfügbarkeit nicht optimal.
    Sie können natürlich weiterhin einfach neuen Pool aufbauen, alles migrieren und dann den alten Pool abschalten. Das ist sowieso der bessere Weg, wenn Sie das Risiko minimieren wollen und vielleicht sowieso eine Veränderung ihrer 2-3 Jahre alten Plattform (Hardware etc.) durchführen wollen.
    Einfacher ist es für Firmen mit Pool Pairing. Die können geplant alle Personen auf den Partnerpool verschieben und dann den leeren Pool Inplace Updaten.
    Für ein Inplace Update muss der Backend Server mindestens SQL 2012 SP1 sein. Die SQL-Express-Instanzen auf den Frontends werden durch das Update auf SQL2014 Express aktualisiert.

Inplace-Installationen gab es mit CU-Updates schon immer. Die bislang in Lync, Exchange und anderen Produkten genutzte "Swing"-Installation war erforderlich, da die nächste Version nach 3 Jahren viele Änderungen mitgebracht hat. Das Verschieben von großen Datenmengen ist aber teuer und wenn man Office 365 betreibt, dann ist so ein "Swing" sehr aufwändig. Daher ist der Wechsel zu InPlace-Update mit kürzeren Entwicklungszyklen nur logisch.

  • RCC fällt (fast) weg
    Auf dem Server ist laut Microsoft der komplette Code für RCC noch vorhanden. Dies ist auch erforderlich, weil auch der SkypefB-Client im Lync-Gewand diese Funktion noch unterstützt. Vielleicht war aber auch noch keine Zeit da den Code dahingehend aufzuräumen, weil das Rebranding viel Zeit kostet. Sie sollten auf jeden Fall im Hinterkopf halten, dass die Zeiten von RCC aber gezählt sind. Der neue SkypefB-Client

Das Ende war abzusehen. Siehe meine Anmerkungen beim Client zu RCC

  • Koexistenz mit Lync 2013/2010/OCS
    OnPremise ist es wie früher nur erlaubt, eine alte Version parallel zu betreiben. Zudem fällt der Support für OCS 2007R2 weg. Insofern müssen Sie eine BestandsUmgebung erst auf Lync 2013 oder Lync 2010 "Native" bringen, ehe Sie den ersten Skype für Business Server installieren können

Nichts neues hier. Interoperabel mit den beiden vorherigen Versionen und keine Tri-Existence. Wer heute noch OCS2007R2 oder älter einsetzt, muss erst mal aktualisieren.

  • Windows Fabric 2/3
    Die Plattform zum Abgleich der Daten zwischen den Server wird ab Windows 2012 Server auf die Version 3 angehoben. Sie soll deutlich schneller starten und viel weniger Fehler haben. Nur wer den Server weiterhin auf Windows 2008R2 betreibt, bleibt auf Fabric 2.0

Eigentlich ist die Fabric eine Komponente des Betriebssystem. Dass nun Skype4B hier die Entwicklung weiter treibt, ist keine Überraschung. Skype4B braucht eine robuste Basis. Solange kein anderes Produkt diese Basis nutzt, ist das problemlos.

  • Conversation History
    Der Server kann nun den Inhalt von Instant Messages als History speichern, so dass Sie beim Wechsel des Geräts oder einer Wiederaufnahme die alten Texte noch im Zugriff haben. Voraussetzung ist aber Exchange 2013 als Backend, da die Informationen dort durch LYSS gespeichert werden.

Diese Funktion werden die Anwender lieben. Wenn immer ich eine Conversation fortsetzen will, sind die vorherigen Meldungen nicht schnell erreichbar. Ob ich das wirklich beim Handover auf ein anderes Gerät nutze, kann ich noch nicht sagen. Schader aber ,dass dies nur mit Exchange 2013 im Backend funktioniert. EWS ist auch bei Exchange 2010 durchaus leistungsfähig.

  • CLSLogging GUI
    Wer bislang mit der PowerShell das Debugging gesteuert oder mit dem alten OCSLogger sich auf einem Server beschränkt hat, wird das neue CLSLoggingGUI freuen. Es erlaubt die Steuerung der Debug-Funktionen per Maus und sammelt am Ende die Daten für den Snooper ein.

Endlich! werden viele Administratoren mit mehreren Servern rufen. Das Tool war überfällig und hätte sicher auch schon in einem ResKit oder als separater Download den Einsatz von CLSController.exe ersetzen können.

  • Weitere PowerShell-Befehle
    Gerade für den Betrieb von Servern wurden neue Commandlets addiert, wie z.B. Start-CsPool/Stop-CsPool, Invoke-CsFailover und Invoke-CsComputerFailover/Invoke-CsComputerFailback. Sie steuern das Verhalten eines Servers im Pool oder des ganzen Pools. Leider gibt es keine neuen Commandlets, die z.B. die Aufgabe von SEFAUTIL übernehmen können.

Für das Management von Pools und Poolmirroring machen diese Befehle die Verwaltung einfacher. Bei einem einzelnen StandardServer brauchen Sie diese nicht. Ich hätte mir eine PowerShell als Ersatz für SefaUtil gewünscht.

  • SIP Traffic Optimierung
    Der Lync Client war sehr "chatty" was den SIP-Verkehr betraf. Skype4B verspricht hier eine Einsparung von 25% durch ein Caching von Informationen auf dem Client. Eine Kompression der SIP-Pakete habe ich aber noch nicht erkennen können.

Bei steigenden Bandbreiten muss man dennoch nicht verschwenderisch mit umgehen. Weniger SIP-Traffic durch Caching ist nett. Ich frage mich, warum die Daten darin nicht auch noch gezippt werden. SIP ist sehr Text-lastig. Da kann man noch weiter optimieren. Vielleicht geht aber Microsoft zukünftig sogar von SIP weg und nutzt UCWA?. Dann könne HTTP-Kompression arbeiten. Outlook und Exchange haben RPC auch schon abgeschworen.

  • ADAL-Support
    Frühere proprietäre Lösungen für Multi Faktor Authentifizierung werden durch die Integration der ADAL-Libraries hoffentlich gelöst.

Bislang war Lync und Multi Faktor Authentication für meine Kunden kein Thema. Schön, dass es nun besser gehen soll.

  • Failover/Reconnect
    Ziemlich viel wurde auf dem Client aber auch auf dem Server verbessert um Verbindungsabbrüche automatisch zu lösen, z.B. Um beim Wechsel der Netzwerkverbindung auf einem Mobilfunkclient wieder in das Meeting zu kommen. Diese "Reconnects" finden sich an mehreren Stellen des Clients aber auch zwischen den Servern.

Das sind die Dinge, die man schlecht auf PowerPoints oder Demos zeigen kann. Nach den Aussagen, die man mir gegenüber gemacht hat, wurde sehr viel an vielen Stellen optimiert, um die Zuverlässigkeit und Stabilität zu verbessern. Direkt vergleichen wird man das nicht können. Vertrauen wir einfach darauf.

  • VIS – Video Interoperability Server
    Diese neue Rolle dient dazu, dass zuerst verschiedene Cisco/Tandberg-Clients sich in Lync Konferenzen "einwählen" können. Es ist aktuell wirklich nur eine Einwahl als Teilnehmer für Audio und Video. Andere Dienste wie Desktopsharing, Powerpoint Sharing etc. sind nicht möglich. Auch ein DialOut an ein solches A/V-System sind aktuell nicht möglich. Weitere "Legacy Clients" werden sicher nach und nach dazu kommen. So können diese Systeme von einer Skype4B-Konferenzplattform profitieren.

ich wüsste keine Umgebung, in der ich diese Funktion schon brauchen könnte. Ich kann mir aber vorstellen, dass es durchaus ein paar Wettbewerbsszenarien gibt, bei denen Kunden auf einen Investitionsschutz pochen und damit Skype4B als Konferenzplattform durch den VIS dann Vorteile hat.

  • Neue Rolle: MQD – Media Quality Dashboard
    In Verbindung mit einem SQK Enterprise Server und Analysis Services sind tiefer Einblicke in die QoE/CDR-Datenbanken möglich. Das geht schon weit über das hinaus, was heute die klassischen Lync QoE-Reports liefern. Allerdings ist dies wohl eher eine Rolle für große Firmen mit vielen Standorten und Telefonie. Der keine Mittelstand wird vermutlich nicht die zusätzlichen Kosten für SQL, Server, Installation und Benutzung aufbringen wollen und sind froh überhaupt einen CDR-Report zu erhalten

BigData für Voice ist interessant. Ob da der Datenschutzbeauftragte immer mitspielt, wird man klären müssen. Aber die Voraussetzungen sind schon hoch. ich wäre froh, wenn wirklich jeder zumindest schon mal QoE/CDR-Daten erfassen würde.

  • Response Groups *2
    Durch interne Optimierung sollen die Response Groups besser skalieren und quasi doppelt so viel Last bedienen können. Am Grundprinzip und den Funktionen hat sich aber noch nichts geändert. Auch die Thematik "Early Media" ist weiterhin leider nicht besser geworden.

Optimierung ist immer gut. Ich hätte erwartet, dass Firmen mit so hohem Aufkommen eh eine 3rd Party Lösung einsetzen.

Das sind einige der Verbesserungen von Skype4 Server.

Cloud/Hybrid/Federation/PIC

Natürlich wird Microsoft auch auch die Angebote von Office 365 entsprechend aktualisieren. Vermutlich wird die für die meisten Kunden sogar früher der Fall sein, als ein Update "OnPremise". Bezüglich der Cloud ändert sich aber auch etwas

  • Kein Ressource Forest mit Hybrid
    Aktuell ist es kein "Tested Szenario", wenn eine Firma OnPremise schon mit einem Ressource Forest arbeitet und dann den Hybrid Mode einrichten will. Damit ist faktisch der Weg in die Cloud für diese Firmen erst mal blockiert, wenn Sie schon Skype für Business lokal installiert haben. Das kann sich ändern, wenn genug Firmen genau diesen Support nachfragen und damit dieses Szenario nachträglich addiert wird.

Das wird nicht einfach und ich denke es wird auch keinen Bestand auf Dauer habe, da Microsoft so selbst den großen Kunden einen Weg in die Cloud versperrt. Aber aktuell ist es so.

  • Verwaltung per SBSCP
    Die Verwaltung von Cloud usern war bis Lync 2013 nur per PowerShell möglich. Diese Funktionen wurden nun in das Control Panel integriert. Dazu zählt auch das Verschieben von Benutzern zwischen Office 365 und OnPremise. Anders als bei Lync 2013 ist es nun aber erforderlich, dass die Frontend-Server selbst Internetzugriff haben, ansonsten können Sie nicht die Objekte in Office 365 verwalten.

Es war zu erwarten, dass Standardfunktionen immer mehr in die browserbasierte Verwaltungskonsole einfließen. Schade, dass Silverlight noch nicht weg ist.

  • Hybrid Setup
    Die Einrichtung des Hybrid Mode erfolgt mitterlweile auch aus dem SBSCP per Webbrowser und zeigt die erforderlichen Schritte nicht nur an, sondern prüft auch die aktuellen Einstellungen und zeigt, was noch falsch ist.

Diesen Schritt hat Exchange 2013 schon aufgezeigt: Administratoren OnPremise sollen es möglichst leicht haben, den Hybrid-Mode einzurichten.

  • Skype4C-Verbindung
    Ganz neu ist natürlich die direkte Verbindung mit Skype. Mit Skype für Business können Anwender direkt mit Skype Anwender kommunizieren (IM, Präsenz, Audio, Video. Mehr kommt sicher), auch wenn die Skype Anwender nur mit ihrer SkypeID arbeiten und kein Microsoft Konto nutzen. Über den neuen Client kann ein Anwender direkt im weltweiten Skype Addressbuch nach Personen über die SkypeID und den Ort suchen.

Diesen Schritt hat Exchange 2013 schon aufgezeigt: Administratoren OnPremise sollen es möglichst leicht haben, den Hybrid-Mode einzurichten.

Zukunft

Noch nicht alle Funktionen sind schon aktiv. Microsoft hat aber schon ein paar Dinge bekannt gegeben, die in den nächsten Updates in das Produkt einfließen werden, z.B.:

  • Telefonie in der Cloud
    Ende 2015 soll es in den uSA und uK losgehen, dass Sie Skype Online auch mit Telefonnummern versehen können. Irgendwann 2016 sollen dann auch andere Länder dazu kommen.

Telefonie in der Cloud wird kommen, da bin ich sicher. Und es muss von Office 365 selbst kommen ohne 3rd Party. Microsoft hat ja mit Skype schon die Verbindungen zu Carriern, sofern diese überhaupt noch benutzt werden. (37% aller weltweiten Telefonminuten sollen ja schon über Skype laufen). Und dann wird Office 365 wirklich auch für kleinere Firmen interessant, die bislang vor einem eigenen Lync Server OnPremise Abstand genommen hatten.

  • Weitere Skype4C Integration
    Aktuell sind noch nicht alle Funktionen von Skype4B und Skype4C nutzbar, z.B. Desktop-Sharing, Meetings etc.

ich gehe davon aus, dass auch der Skype4C-Client weiter entwickelt wird, bis er auch als Meeting-Client mit Skype4B arbeiten kann. Die Idee, dass ein Clients zukünftig mit beiden Backends arbeiten kann, wird aber wohl nicht Realität.

  • Große Meeting
    Das aktuelle Limit von 250 Teilnehmern in einem Meeting wird wohl fallen. Schon mit Lync 2013 konnten bis zu 1000 Meeting-Teilnehmer möglich gemacht werden, wenn ein eigener Pool dafür konfiguriert wurde.

Office 365 hat alles, um auch Meetings mit mehr als 250 Teilnehmern mit Skype4B zu organisieren. Die Bandbreite, die Standorte und die Media Streaming Dienste sind schon lange vorhanden, wie Übertragungen von Großevents belegen. Es fehlt nur noch die "Einspeisung" von einer Lync MCU, sei es Online oder OnPremise über den Hybrid-Mode. Noch ist da aber nichts von zu sehen.

Einschätzung

Microsoft hat es mit der nächsten Version durchaus neben dem Namenswechsel und Clientlayout einige umfangreiche interne Änderungen und Verbesserungen vorgenommen. der Support für SQL 2014 und Always On musst natürlich kommen aber unter der Oberfläche hat sich auch viel bezüglich Stabilität, Robustheit etc. getan, was nicht sofort gesehen werden kann. Ich denke Microsoft hat hier primär den Client und die Skype-Anbindung auf dem Schirm gehabt aber parallel den Code gestrafft und verbessert. Damit kann die nächste Version vielleicht wieder einen größeren Schritt tun. Wenig Veränderungen an den APIs erlauben es aber auch Dritthersteller ohne viel Anpassungen ihre Lösungen weiter zu entwickeln. Ich denke dass die meisten Kunden im Rahmen des normalen Lebenszyklus ihre Lync-Umgebung auf Skype4B umstellen werden.

Schade aber, dass die Funktion "Zweianruf unterdrücken" es wieder nicht geschafft hat. Sollten Microsoft mal die Ideen ausgehen, dann können Sie gerne auf meiner Lync Wunschliste spicken.

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