Exchange 2019

Auf der Ignite 2017 hat Microsoft bekannt gegeben, dass es vermutlich Ende 2018 eine weitere Exchange On-Prem-Version geben wird. In diesem Bereich werde ich nach und nach weitere Artikel addieren.

Erste Informationen

Es ist noch sehr früh, um über umfangreiche Änderungen und Erweiterungen nachzudenken. Wer die bisherige Evolution verfolgt hat, wird den Wechsel von Exchange 2003 auf Exchange 2007 (64bit) noch als großen Schritt im Hinterkopf haben und über 2010, 2013 auf 2016 fand eine kontinuierliche Weiterentwicklung statt. Das betraf die Veränderung der Rollenaufteilung und die Clientzugriffe (Seit 2013 nur noch RPC/HTTP und MAPI/HTTP)

Ich gehe davon aus, dass auch Exchange 2019 eine logische Weiterentwicklung sein wird.

Die folgenden Aussagen sind "Vermutungen" ohne Bestätigung durch Microsoft und auch nicht aus NDA-Quellen abgeleitet. Mit über 20 Jahren Exchange-Geschichte darf ich aber auch mal "raten". Die Liste wird natürlich abgeändert, sobald etwas bestätigt oder verneint wird. Leiden Sie daraus bitte keine Entscheidungen ab.

  • Mehr RAM
    Bislang ist Exchange 2016 mit maximal 196 GB empfohlen. Mehr RAM bedeutet auch immer mehr User da der Cache effektiver arbeiten kann
  • Noch größere Disks/ReFS
    Im Exchange Sizer sind im Dez 2017 maximal 12 TB-Festplatten mit IOPS hinterlegt. Ich denke, dass Exchange hier mit ReFS noch ein paar Anpassungen erfahren wird
  • MAPI/HTTP
    In Office 365 ist MAPI/HTTP das einzige "Outlook-Protokolle". ActiveSync, EWS und natürlich POP/IMAP gibt es auch noch. Ich vermute aber mal, dass mit Exchange 2019 auch noch RPC/HTTP auch OnPrem entfallen könnte.
  • Outlook 2019 +N-2
    Nach der bekannten Regel dürfte mit Exchange 2019 auch das Ende von Outlook 2010 und 2013 besiegelt sein, da Sie nicht mehr in die N-2 Regel fallen. Das würde auch zur Aussage passen, dass ab Oktober 2020 in der Cloud nur noch Office 365 Pro Plus unterstützt wird und nicht mal mehr Outlook 2016
  • Mehr Hybrid
    Schon heute ist Exchange Hybrid viel einfacher als noch zu Exchange 2010-Zeiten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Verzahnung noch enger wird. Vielleicht tut sich war mit AADConnect bezüglich Groups und Teams als gültige Empfänger.
  • Wegfall Edge
    Aktuell ist der Microsoft Exchange Edge nicht mal für Windows 2016 freigegeben und es sieht auch nicht so aus, als ob das was werden könnte. Es gibt auch keinen Grund mehr, warum man zwischen die Cloud und OnPrem noch ein "dummes Relay" ohne Mehrwert setzen sollte, wenn die Daten eh in der Cloud sind.
  • Storage mit SSD ?
    Auch wenn Exchange immer "sparsamer" mit IOPS umgeht, so werden Festplatten einfach nicht schneller. Drehzahl und Positionierung sind physikalische Faktoren und gerade die besonders großen Festplatten sind nicht gerade die schnellsten Medien. Es gibt zwar schon RAID-Controller und Treiber, die eine kleinere schnelle SSD mit großen Festplatten kombinieren, um IOPS-Spitzen in die SSD auszulagern und verzögert dann auf das eigentliche Medium zu schreiben. Das könnte durchaus interessant sein, z.B: wenn große Datenmengen bei einer Migration schnell eingelagert werden müssen.
  • OAUTH, SAML, ADFS, MFA, Conditional Access
    Sie müssen ihre Postfach ja nicht in die Cloud schieben und können dies weiter OnPrem betreiben. Aber vielleicht nutzen Sie doch z.B. Multi-Faktor-Authentication (MFA) oder Conditional Access-Lösungen aus der Cloud. Ich könnte mir vorstellen, dass der Exchange Server gar nicht mehr auf NTLM und Kerberos setzt, sondern auf Tokens, wie dies bei Cloud-Lösungen sich schon lange bewährt hat.

Das sind natürlich alles erst einmal "Platzhalter" für weitergehende Seiten, wenn diese Funktionen denn kommen sollten.

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