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Exchange Online EWS Abschaltung 2026

Im Oktober 2026 will Exchange Online den Zugang per EWS komplett abschalten. Bis dahin müssen also alle Dienste und Clients auf andere Zugangswege umgestellt werden, z.B. Microsoft Graph. Der Umstieg ist durchaus nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob sie betroffen sind, worum es geht oder was sie tun müssen, dann fragen Sie ihren Exchange-Dienstleister oder meine Kollegen und mich bei Net at Work.

Aktionsplan

Im Oktober 2026 wird Microsoft EWS für alle Tenants abschalten. Ein Administrator kann per Exchange Online PowerShell für einzelne Apps bis April 2027 noch eine Verlängerung einrichten. Aber dann ist wohl endgültig Schluss. Damit sind Sie gefordert:

Aktion Erledigt

EWS-Nutzung ermitteln

Microsoft stellt im Microsoft 365 Admin Center einen Bericht bereit, welche AppIDs noch EWS nutzen. Nutzen Sie den Bericht heute und prüfen Sie die Nutzung

Leider löst der Bericht diese AppIDs nicht auf den Namen auf. Öffentliche Apps finden Sie über eine Internetsuche oder auf AppID, ServicePrincipal und ClientID. Ihre eigenen Apps finden Sie im Azure Portal über die Suche. Zu jeder App müssen Sie entscheiden, ob diese bis zum Oktober zurückbauen können oder eine Ausnahme bis April 2027 nutzen müssen.

EWS bewusst konfigurieren

Microsoft wird den Default von "EWSEnabled=$none" auf "EWSEnabled=$False" stellen und damit EWS komplett blocken. Ab Okt 2026 reicht es nicht den Wert auf . Ich würde die Liste der "erlaubten AppsIDs" jetzt mit Set-OrganizationConfig aktiv pflegen und "EWSEnabled=$true" setzen. Damit ist sichergestellt, dass die aufgeführten Apps noch bis April arbeiten können und keine neuen Apps dazukommen.

Set-OrganizationConfig `
   -EwsEnabled $true `
   -EwsAllowedAppIDs @("Appid1","AppId2","Appid3")

Damit stellen sie sicher, dass ab sofort nur noch die von ihnen erlaubten AppIDs bis April 2027 weiter funktionieren.

Rückbau begleiten

Der April 2027 kommt aber schneller, als uns lieb ist. Verfolgen Sie weiter die Nutzung von EWS auch über den Okt 2026 hinaus und nerven Sie den Besitzer der App, dass er diese umstellt. Die Nutzer ´können Sie z.B. über das EntraID SignInLog ermitteln. Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die Deadline zu April 2027 weiter ausgedehnt wird

Aktuelle Timeline

Microsoft hat auf mehreren Blog-Artikeln, Message Center Meldungen und den Produktseiten auf das Ende von EWS in Exchange Online hingewiesen. Im Oktober 2026 wird EWS auf allen Tenants deaktiviert aber kann für ausgewählte Apps noch bis April 2027 verlängert werden. Die Steuerung erfolgt über zwei Parameter bei "Set-OrganizationConfig".

  • EWSEnabled
    Der Wert ist $true=Enabled,  $False=Disabled oder $null= Microsoft Defaults
  • EwsAllowedAppIDs
    In der Liste werden die zulässigen AppIDs hinterlegt.

Der Wert von EWSEnabled ändert sich im Oktober 2026. Die Timeline (Stand Juni 2026) und damit einhergehende Änderungen sind:

EWSEnabled EwsAllowedAppIDs   Bis Okt 2026 Okt 2026 - April 2027 nach April 2027

$none

<leer>

 

EWS ist nutzbar. Die Liste der Apps wird nicht berücksichtigt

Microsoft ändert "$none" auf "$false" im Rahmen des Rollout. Sie können so sehen, ob die Änderung schon aktiv ist. Sie können den Wert auf "$True" stellen und eine AppID-Liste eintragen

EWS ist auf allen Tenants geblockt. Die Einstellungen der beiden Parameter sind unwirksam

AppIDs der erlaubten Apps

 

$true

$null

 

EWS ist nutzbar. Die Liste der Apps wird nicht berücksichtigt

EWS ist blockiert

AppIDs der erlaubten Apps

 

Nur die Apps in der Liste können zugreifen

Nur die Apps in der Liste können zugreifen

$False

$null

 

EWS ist blockiert

AppIDs der erlaubten Apps

 

Sie sehen gut, dass am Oktober 2026 EWS pauschal wegfällt, es sei denn Sei setzen EWSEnabled auf "$true" und pflegen eine Liste der AppIDs.

Wer glaubt er nutzt kein EWS mehr mit Exchange Online, sollte sich zumindest einmal den EWS Usage Report im Microsoft 365 Admin Center unter https://admin.cloud.microsoft/?#/reportsUsage/EWSWeeklyUsage kontrollieren. Wer EWS nutzt und nicht bis Okt 2026 umstellen kann, muss die AppIDs in die Liste aufnehmen und EWSEnabled:$true setzen.

Warum?

EWS gibt es seit Exchange 2007 On-Premises und WebServices waren damals der letzte Schrei. Anstatt von RPC und anderen proprietären Protokollen waren Webservices ein erster Weg, wie Systeme über eine einheitliche Schnittstelle über ein kompatibles Protokolle (HTTP) auf andere Daten zuzugreifen.

Allerdings muss sich der Client erst einmal anmelden und dann wird eine Session aufgebaut und gehalten. Das kostet natürlich Ressourcen auf dem Server und Clients melden sich ja auch nicht immer sauber ab. Einige Zeit später hat daher "REST" seinen Siegeszug angezogen. Hier ist HTTP auch der Transport und Daten werden in JSON statt XML codiert aber vor allem ist es "Stateless". Jeder Zugriff enthält alle Informationen zur Verarbeitung. Es gibt quasi keine "Session" und das macht vieles einfacher.

Zudem wird Microsoft natürlich nicht auf Dauer mehrere Schnittstellen parallel betreiben. In der Cloud ist Microsoft Graph die Zukunft und damit wird EWS irgendwann obsolet. Für Exchange On-Premises ist das Bild grade umgedreht. Der Zugriff per Graph oder REST auf lokale Informationen ist nicht möglich. Lokal bleibt es bei EWS. Produkte, die mit beiden Systemen arbeiten, müssen daher EWS und Graph umsetzen.

Wer nutzt EWS Online?

Für Exchange Online sollten Sie aber möglichst heute schon nachschauen, welcher Benutzer mit welcher Software auf Exchange Informationen zugreifen. Das kann auch ein Hintergrundprozess sein, z.B. eine Personalplanung, die im Auftrag der Benutzer ihre Kalender pflegt oder eine Raumverwaltung, die Termine aus den Räumen auf digitalen Wegweisern anzeigen. Microsoft hat dazu im Microsoft 365 Admin-Center eigenes einen Report bereitgestellt.


Quelle: https://admin.cloud.Microsoft/#/reportsUsage/EWSWeeklyUsage

Hier landen natürlich alle Applicationen, die EWS nutzen. Im April 2025 tauchen dort natürlich auch noch Outlook und Microsoft Teams auf, die anscheinend ebenfalls noch mit EWS arbeiten. Auch Microsoft hat natürlich noch einige Tätigkeiten zu tun. Angeblich nutzen auch interne Prozesse in Exchange Online noch EWS und werden auf Graph oder andere interne APIs umgestellt. Hier mal einige GUIDs der Microsoft-eigenen Apps.

00000002-0000-0ff1-ce00-000000000000 Office 365 Exchange Online
00000003-0000-0ff1-ce00-000000000000 Office 365 SharePoint Online 
1fec8e78-bce4-4aaf-ab1b-5451cc387264 Microsoft Teams
d3590ed6-52b3-4102-aeff-aad2292ab01c Microsoft Office
5d661950-3475-41cd-a2c3-d671a3162bc1 Microsoft Outlook
5e3ce6c0-2b1f-4285-8d4b-75ee78787346 Microsoft Teams Web Client

Leider gibt es keinen Schalter, diese "Buildin"-Apps auszublenden aber vielleicht ist es auch gar nicht schlecht. So finden Sie nämlich alte Clients, die vielleicht nicht durch InTune oder ihre eigene Software-Verwaltung nicht erfasst sind.

Wenn Sie eine GUID finden, die sie nicht kennen, dann können Sie diese in ihrem Tenant per PowerShell finden:

Connect-MgGraph `
   -Scopes Application.Read.All
Get-MgServicePrincipal `
   -Filter "Appid eq '5d661950-3475-41cd-a2c3-d671a3162bc1'" `
| ft DisplayName, AppId

EWS und öffentliche Ordner

Wenn Sie öffentliche Ordner in Exchange Online nutzen, dann greift Outlook darauf per MAPI zu aber der Zugriff per Graph auch im Juni 2026 noch nicht möglich. Öffentliche Ordner bleiben uns also bis aus Weiteres erhalten aber ein programmatischer Zugriff per EWS entfällt ersatzlos. Damit reduziert sich natürlich auch die Nutzbarkeit und sie sollten überlegen, wie sie diese Daten in Microsoft 365 Groups, Shared Mailboxen oder anderen Informationssystemen ablegen.

Eine Migration von lokalen öffentlichen Ordnern zu Exchange Online sollte weiterhin möglich sein, da hierbei der Migration Prozess aus Exchange Online per EWS/HTTPS auf den lokalen Exchange Server zugreift. Exchange On-Premises bietet weiterhin EWS an.

Dennoch sollten Sie bei der Nutzung von Exchange Online immer im Hinterkopf haben, dass ohne Zugriff per Graph oder andere APIs keine Automatisierung möglich ist.

Dies betrifft insbesondere Backup-Programme, die bisher per EWS die Elemente

Report per PowerShell

Ich wollte, analog zu Get-O365Usage auch diesen Report möglichst automatisiert abrufen. Neugierig habe ich die Aufgabe einfach mal Copilot gestellt, der ganz stolz mir einen Code generiert hat

Hinweis: Der Code funktioniert nicht sondern zeigt die Grenzen einer KI!

Install-Module -Name ExchangeOnlineManagement
Connect-ExchangeOnline 
$startDate = (Get-Date).AddDays(-30)
$endDate = Get-Date

$ewsUsageReport = Get-MailboxStatistics `
                  | Where-Object { $_.LastLogonTime -ge $startDate -and $_.LastLogonTime -le $endDate } `
                  | Select-Object DisplayName, LastLogonTime, TotalItemSize, ItemCount

# Export the report to a CSV file
$ewsUsageReport | Export-Csv -Path "C:\Reports\EWSUsageReport.csv" -NoTypeInformation

Schade nur, dass dies leider nicht funktioniert, denn es ist nicht mein Report und die Statistik aller Postfächer auszulesen und mit einem Start/Ende-Datum zu filtern, funktioniert einfach nicht.

Im Chromium-Debugger habe ich geschaut, wie das Microsoft 365 Admin Center mit dem Backend spricht. Die Webseite ruft dazu u.a. drei URLs mit einem Cookie zur Authentifizierung auf.

https://admin.Microsoft.com/fd/IDEAsKnowledgeService/api/odata/v1.0.0/EWSWeeklyUsageTrend?period=30
https://admin.Microsoft.com/fd/IDEAsKnowledgeService/api/odata/v1.0.0/EWSWeeklyUsageStatistic?period=90
https://admin.Microsoft.com/fd/IDEAsKnowledgeService/api/odata/v1.0.0/EWSWeeklyUsageReport?period=30&page=0&size=100

Die Rückgabe ist jeweils JSON, welche vom JavaScript der Seite dann aufbereitet und angezeigt wird. Auch der Download der CSV-Datei startet einen Aufruf gegen folgende URL mit einem Cookie.

https://admin.Microsoft.com/fd/IDEAsKnowledgeService/api/odata/v1.0.0/EWSWeeklyUsageReportExport?period=30

Das Admin-Center nutzt also nicht die Graph-API. Ich habe keinen Endpunkt für die EWS-Auswertung gefunden.

Ich erwarte nicht, dass Microsoft diese Daten nicht mehr per Graph bereitstellt, da EWS eh bald abgeschaltet wird.

EWS via Graph/Graph für On-Premises

Einige Zeit hat Microsoft es erlaubt, über Microsoft Graph in der Cloud auf einen lokalen REST-Endpunkt zuzugreifen und sogar der direkte Zugriff auf den lokalen REST-Endpunkt war möglich aber nie dafür gedacht und schon gar nicht supportet.

Ich habe bislang noch kein Projekt gefunden, welches eine EWS-API bereitstellt und seinerseits im Backend über Microsoft Graph sich gegen Exchange Online anmelden. Auch in Gegenrichtung, d.h. eine REST-API für Exchange On-Premises habe ich noch keine Lösungen gefunden.

Wenn Sie solch ein Projekt kennen, dann teilen Sie mir doch bitte den Link mit.

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