NAS Zuhause

Mit der Einstellung des Windows Home Server, der nicht gerade attraktiven Lizenzierung von Windows Essentials muss ich mir langsam einen Ersatz für meinen alten Acer H340 einfallen lassen. Er kommt doch langsam in die Jahre und kann nur 2TB Disks ansteuern, damit ist bei 8 TB Brutto,  im RAID also maximal 6 TB Schluss.

Aktuell habe ich einen kleinen Synology DS216j, der nur als Dateiserver dient. Er hat einige Freigaben, über die ich Installationsquellen und ISO-Images etc. bereitstelle und einen großen Share für "Backup". Die zwei Disks sind aktuell noch kein RAID, sondern die kleine Disk ist die primäre Disks mit den Daten und die zweite Disk ist einfach nur Backupziel für meine Client und eben für die Daten der kleinen Disk. Ich muss also damit leben, wenn die erste Disks ausfällt, dass ich eine Ersatzdisk einstecke und ein Restore mache. Aber immer noch besser als ein Schadcode, der über die Freigaben die Daten kaputt macht und beim RAID kein Backup besteht. Es ist meine erste Synology und ich wollte auch mal sehen, wie Sie sich so praktisch macht. Der Umstieg auf was Größeres ist ja immer möglich.

Anforderungen

Auch wenn es letztlich eine Betriebsausgabe und daher "vor Steuern" ist, stelle ich erst die Anforderungen zusammen. Da das "Netzwerk" durch die Fritz-Box verwaltet wird (DHCP, DNS), kann sich die zukünftige Box auf die beiden Hauptaufgaben beschränken:

Pflicht

  • Dateiserver / Ablage
    Wer mehrere Computer oder VMs betreibt wird auch bei einer Internet "Flat-Rate" versuchen, Installationsquellen etc. an einen zentralen Punkt abzulegen. für mich ist das immer noch der Dateiserver in den eignen vier Wänden. Sicher könnte ich alle Daten auch in einer Dropbox oder OneDrive ablegen, aber letztlich würden Daten dann mehrfach dupliziert, repliziert und die Folgen sind nicht immer vorhersehbar. Daher ist der erste Pflichtpunkt die Bereitstellung einer Dateiablage, die per SMB erreichbar ist.
  • Backup
    Der zweite Aspekt ist sich "Sicherung" von Clients mit Versionierung. Mein "Notebook" ist mein Arbeitsgerät, der quasi überall mit hin muss und damit mechanisch stark beansprucht ist. Ein Verlust (Diebstahl, Sturz, Wasser o.ä.) ist ein Risiko, weswegen der möglichst aktuellste Stand wieder herstellbar sein muss. Ein "Fullbackup" jeden Monat auf USB-Disks ist keine Lösung. Der Client sollte sich gerne möglichst oft selbst sichern. Das geht natürlich nur differenziell. Das Backend sollte dann natürlich auch mehrere Stände unterstützen. Das konnte bislang der HomeServer sehr gut.

Viel mehr "Pflichtpunkte" habe ich eigentlich nicht. Speziell das Backup sollte schnell und "still" laufen

Optionen

Aber die meisten Systeme könne ja mehr und so lohnt sich ein Blick auf die weiteren EinsatzMöglichkeiten eines Systems, welches 24h läuft

  • OwnCloud/Replikationshub
    Auch wenn der Server schon ein Dateiserver ist und ich mit Programmen wie Syncback und Filesync einen Abgleich durchführen kann, lassen sich die Vorteile von OneDrive, DropBox etc. nicht von der Hand weisen. Bestimmte Daten würde ich schon gerne mit anderen Personen auch außerhalb teilen und auch mein Smartphone könnte sich in die Replikation einschließen. Denkbar wäre dies durch die Veröffentlichung dieses Servers unter einem DynDNS-Namen. Lieber wäre mir aber hier auch die Option, dass der Server selbst als "Client" agiert und einfach die Daten in einer Cloud zu sich repliziert.
  • Monitoring
    Aktuell läuft auf einem Server eine PRTG-Instanz um bestimmte Dinge zu Überwachen, z.B. Stromverbrauch, Bandbreite, Internet und Dienste im Internet. Vielleicht kann der neue Server auch diese Funktion in Teilen übernehmen. Dann müsste es aber wohl doch ein Windows Server sein. Ob ich eine Windows VM auf einem NAS als VM laufen lassen würde ?
  • Kamera und Media
    Zukünftig könne es durchaus passiere, dass ein WebCam (WiFi) auf diese Box loggen soll, z.B. für Zeitraffer-Aufnahmen
  • Media Player
    Das Streamen von Medien, die auf einem NAS liegen ist sicher einfach möglich aber für die Produktauswahl aus meiner Sicht nicht relevant.
  • Home Automatisation
    Auch dieser Bereich würde ich eher nicht von einem kurzlebigen Computersystem abhängig machen.

Damit ist die Auswahl schon relativ einfach. 

Optionen zur Software und Hardware

Es kann Windows, Unix oder ein speziellen NAS-Betriebssystem sein. Als Dateiserver und Backupsystem können alle genutzt werden. Vielleicht gibt es ja eine passender Hardware. Schließlich soll es keine kleine Box mit viel Platz für Disks und niedrigem Stromverbrauch sein.

Eine kurze Analyse hat mehrere Optionen ergeben

System OS Bemerkungen

Synology DS415+
QNAP

Proprietär

Die beiden Hersteller dürften wohl die Marktführer und Technologieführer im Bereich NAS und mehr sein. Drauf läuft wohl ein Unix-unterbau mit angepasster Oberfläche

HP MicroServer

Windows

Die Hardware ist sehr interessant und vor allem sehr günstig im Vergleich zu QNAP und Synology. Es ist also noch Luft in der Kalkulation von Synology und QNAP.

Eigenbau

 

Es gibt in verschiedenen Fachzeitschriften immer wieder Vorschläge zum Eigenbau eines NAS. Aber schon der Betrieb von vier Festplatten bedeutet den Griff zu größeren Gehäusen.

Acer H340

Windows

Der Server hat bei mir 5 Jahre problemlos gelaufen aber ist nicht mehr erhältlich und mit max 2 GB Ram und 2 TB Disks auch nicht wirklich mehr aktuell.

 

XPenology statt WHS

Auf dem Acer lief viele Jahre der mitgelieferte Windows Home Server. Der war aber nun mal Windows 2003 und irgendwann läuft da auch mal der Support aus. für einen nicht aus dem Internet erreichbaren "Zuhause"-Server wäre das ja vielleicht noch tolerierbar aber am Ende ist er nur noch "Dateiserver", der WHS-Client mit Windows 7 und neuer nichts anfangen kann. Und zudem verträgt das Motherboard wohl nur Festplatten bis 2 TB. 4-6TB ist einfach zu wenig. Also Windows 2008 oder aktuell Windows 2012 Essentials installiert. Aber damit wird er schon sehr träge. Mittelfristig brauche ich aber schon eine zentrale Ablage von Daten, die idealerweise natürlich per RAID gesichert ist. Da gibt es ja schon nette Geräte von QNAP oder Synology. 4 Schächte reichen ja, denn jede Platte mehr kostet vor allem mehr Strom. Aber bei der Suche bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen

Da Synology auf Unix basiert und damit viele Dinge unter GPL wieder veröffentlicht werden, finden sich auf der Webseite angepasste Bootloader für "normale PCs". Die Idee ist dabei nicht mehr taufrische Systeme als NAS mit der Synology-Software zu betreiben. Ich kann nicht sagen, ob das ganz legal ist und sie sollten sich zweimal überlegen, wie viel Strom ein "alter PC als NAS" braucht im Vergleich zu einem optimierten NAS. Aber der Acer H320 ist auch nicht gerade ein "Vielfraß". Ich denke ein Versuch kann es wert sein.

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