Acer H340

Bei mir "lief" ein Acer H340 als Homeserver. Hier ein paar Informationen zum System.

Nachdem er viele Jahre rund gelaufen ist, habe ich ihn nun aber durch eine Synology abgelöst. Windows 2003 ist nicht mehr "supported". Er lief sogar mit Windows 2008 Storage Server aber eine Synology/QNAP ist einfach aktueller. Vielleicht bekomme ich ja mal OpenMediaVault als "light"-Version eines NAS installiert. FreeNAS und andere brauchen ja aufgrund ZFS viel mehr RAM als ich habe. Ansonsten geht er halt in Rente.

Acer Support

Etwas irritierend ist, dass der H340 bei Acer auf der Webseite unter "Desktops" geführt wird, die Treiberliste kein "Windows Home Server" oder "Windows 2003 Server" enthält und es sogar einen VGA-Treiber gibt, obwohl das Gerät diese weder nutzt noch diese anschließbar ist.

Der H340 ist nämlich gar nicht Headless. Er hat schon eine Grafikkarte on Board aber die ist einfach nicht heraus geführt. Allerdings gibt es diverse Bastler, die die Beschaltung der internen Pfostenleiste, ermittelt und entsprechende Adapterkabel gebaut haben. Andere ersparen sich das Löten und stecken einfach eine PCIe-Grafikkarte in den freien Slot und zusätzlich einen Jumper auf dem Motherboard, damit USB-Tastaturen unterstützt werden.

Acer Hardware

Eine "Standardhardware" mit vier Festplatten verführt natürlich zum Basteln. Im Internet finden Sie dazu schon einige Hinweise, dass es sich beim Acer H340 um ein PC Motherboard mit ATOM 230 handelt, auf dem natürlich auch einige Pfostenstecker zu finden sind. Wenn Sie im Windows 2003 Gerätemanager nachschauen, dann finden Sie auch eine Grafikkarte und PS2-Anschlüsse, die aber nicht heraus geführt sind. Auf dem Motherboard gibt es auch entsprechende Pfostenstecker, deren Beschaltung. Auf http://www.mediasmartserver.net/forums/viewtopic.php?f=2&t=622&sid=f2c249ed8fc9c38b9e02ba5a467c9134 finden sich schon entsprechende Diskussionen.

Damit USB und PS2-Tastaturen genutzt werden können, muss angeblich ein Jumper gesetzt werden. für PS2 könnte ich mir das vorstellen, dass damit der "CLOCK" geschaltet wird aber für USB würde ich den Tipp anzweifeln. Zudem würde der Recoverymode nicht funktionieren. Ich vermute dass das BIOS dann einfach die fehlende Tastatur anmeckert. Dennoch hier das Bild und die Quelle:


Quelle: http://forum.home-server-blog.de/viewtopic.php?f=10&t=5916

Es gibt auch Berichte, dass jemand eine Matrox G550 im Slot zum Laufen bekommen hat, wenn man danach im abgesicherten Modus die interne Grafikkarte im Gerätemanager deaktiviert.

Ich halte mich mit Basteleien in der Art zurück, da mir die Stabilität erst mal wichtiger ist und ich auf meinem Home Server mit 2 GB Ram und Atom 230 nicht grade Office oder Exchange installieren möchte.

Pfiffiges Detail: Über die Home Server Konsole kann man die Helligkeit der LEDs dimmen:

LED Helligkeit beim Acer H340 einstellen

Andere Hardware

Es muss nicht immer ein Atom sein, wobei für einen Kleinbetrieb oder eine Familie natürlich auch kein "großer" Server eingesetzt werden muss. Es gibt aber durchaus interessante Plattformen zwischen ATOM und richtigem Server, die neugierig machen. Natürlich können Sie einen "billigen" PC nehmen (gibt es mit Athlon/Celeron) schon für ca. 200 Euro und mit Festplatten nachrüsten. Aber die brauchen dann doch wieder mehr Strom (Jedes Watt mehr kostet ca. 1,50€/Jahr Strom) oder haben ein großes Gehäuse. Interessant ist z.B. auch der HP Proliant MicroServer.

Das ist auch ein "sehr kleines kompaktes" Gehäuse für 4 Festplatten (nicht HotPlug), einem Athlon Dualcore (1,3+15 GHZ) und bis zu 8 GB Speicher (Auch ECC) . Dabei ist er nicht mal teurer als ein ATOM-basiertes NAS-Systeme aber doppelt so schnell und es gibt Leute, die sogar VMWare ESXi. darauf installiert haben (VT ist im Athlon enthalten). Monitor, Tastatur und Maus kann einfach angeschlossen werden. Das ganze gibt es (Stand Sep 2011) für um 200 Euro, wobei sie natürlich noch Kosten für RAM und SATA-Festplatten einrechnen müssen. Wer mag kann ja noch ein "HP Carepack" abschließen oder für knapp 80€ ein spezielles ILO-Board zur Fernwartung einbauen. Alles in allem schon ein "Server".

Zwei PCI-Slots (1x PCI-E x16 LoW Profile, 1x PCI-E x1 LoW Profile) könnte der Server sogar eine TV-Karte wie die Digital Devices Cine S2 Dual PCIe (DVB-S2) aufnehmen und könnte dann als Homeserver sogar Fernsehprogramme aufnehmen. Und die 40€ für den aktuellen Windows Home Server 2011 müssen Sie noch draufschlagen, so dass man bei vielleicht 500-600 € für einen Server mit 1x2TB hinkommt der leise und stromsparend (ca. 30-50W) daher kommt.

Das zweite Leben - OpenMediaVault

Der ursprünglich mit ausgelieferte Windows Home Server 1.0 basierte noch auf Windows 2003. Auch wenn er eigentlich problemlos gelaufen ist, wollte ich ihn nach einigen Jahren nicht mehr nutzen (Keine Patches mehr, suspektes Diskmanagement). Ich habe dann Windows 2008 installiert, was durchaus funktioniert hat. Richtig "schnell" ist er damit aber nicht. Nach einigen Jahren habe ich dann als reinen Dateiserver doch den Schwenk zu einem spezialisierten NAS (Synology) gemacht und bin damit durchweg zufrieden.. Allerdings prüfe ich ob ich vielleicht doch noch mal den H340 als einfaches NAS in Betrieb nehme, z.B. um ein Backup der Synology per RSYNC zu machen o.ä.

Die gängigen "Filter" wie OpenNAS, OpenFilter NAS4Free etc. sind mittlerweile so umfangreich, dass Sie für den betagten Acer H340 zu langsam sind., mit 2 GB Ram tut sich ZFS und anderes ziemlich schwer und selbst die Webseiten dieser Filter empfehlen schon mehr RAM. Aber es gibt auch noch abgespeckte Versionen. Ich betreibe den Acer aktuell mit "Open MediaVault", welches laut Webseite (Stand 2017) mit 1GB Ram auskommen soll.

Also schnell das ISO-File runtergeladen, gebrannt und über ein USB-CDRom-Laufwerk die Installation gestartet. Die Vorarbeiten weiter oben damit ich Tastatur und Bildschirm anschießen kann, machen mir das natürlich einfacher. Die Installation ist in knapp 30 Minuten durch und das System unter http://openmediavault im Heimnetzwerk zu erreichen. Folgende Anpassungen habe ich dann noch per Browser eingestellt. Ich habe die globalen Änderungen mit "Save" gespeichert und dann in einem Rutsch "Apply" übernommen.

  • System:General:Admin-Kennwort geändert (Default ist admin/oipenmediavault)
  • System:Date/Time: NTP mit pool.ntp.org aktiviert
  • System:Netzwerk: Name und Domain als auch IP-Adresse angepasst und WOL eingeschaltet. Bin aber nicht sicher, ob das mit dem Acer funktioniert.
  • System:Powermanagement: Netzschalter auf "Shutdown" gestellt
  • System:Certificate: SelfSigned Cert angelegt name=openmediavault und 5 Jahre
    Das kann ich auf meinem PC einfach dann manuell als "vertraut" addieren.
  • System:General:Web Administration: SSL aktiviert mit dem neuen Zertifikat
  • System:Plugins: USB-Backup addiert
    Ich könnte auch ein RAID einrichten aber dann ist bei einem Virus gleich beides weg.  Da "kopiere" ich lieber die Daten per RSYNC. Wenn die primäre Disks weg ist, muss ich halt einen Restore fahren.
  • Storage: Smart: Aktiviert
    Zusätzlich muss das Monitoring auch noch mal je Disk aktiviert werden und unter General den S.M.A.R.T-Check bei PowerSmode_Standby zurückgestellt.
    Die im Acer eingebaute 256 MB USB-Disk habe ich außen vor gelassen.
  • Service: SMB/CIFS Aktiviert mit Workgroup OMV
  • Services: RSync: Server: Aktiviert auf Port 873
  • Service: SNMP: Aktiviert mit eigener Community
    Damit PRTG das System besser überwachen kann

Im Systemstatus war schön zu sehen, dass das Gerät erst mal nur 5% von den 2 GB Ram genutzt hat, also ca. 400MB als Basisbedarf. Auf der Festplatte belegt OpenMediaVault gerade mal 1,3 GB. Leider ist die Disk anscheinend nicht für Dateifreigaben nutzbar. Daher war mal wieder ein Zwischenschritt mit GPARTED anzusetzen, der die OpenMediaVault-Partition auf 16GB reduziert hat und der freie Platz dann als EXT4-Partition formatiert wurde. In OpenMediaVault muss jede Partition erst noch "geMOUNTed" werden, ehe man sie dann als Dateisystem freigeben kann. Diese müssen dann zusätzlich noch als SMB-Freigaben eingerichtet werden. Dann kommt die eigentliche Einrichtung der Anwender und "Freigaben"

  • Anlegen eines Users
  • Anlegen eines freigegebenen Ordners

Er kann sogar NTFS mounten.

Leider ist der SMB-Service bei der Version 3.0.86/3.0.88 nicht alleine gestartet. Nach etwas suchen habe ich erkannt, dass der Dienst wirklich nicht läuft aber ich ihn manuell starten kann.

ps aux |grep smbroot

systemctl enable smbd.service
systemctl start smbd.service

Letztlich habe ich dann im Forum eine Antwort gefunden und etwas angepasst

$ mv /sbin/start-stop-daemon /sbin/start-stop-daemon.FAKE
$ cp /sbin/start-stop-daemon.REAL /sbin/start-stop-daemon

Damit startet SMB auch automatich

 

Offen

  • Einrichten USB/Externes Backup
  • SMB1 abschalten
  • Energiebedarf
    Adv Power Management auf den Disks

 

 

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