Sennheiser

Um 2009 hatte ich mit ein Jabra MT5390 als Headset für OCS gekauft. Den Jabra Musterkoffer habe ich ausführlich getestet und auch das ein oder andere Plantronics Headset befindet sich mittlerweile in meinem "Demo-Pool". Mit Sennheiser ist nun einer Hersteller im Markt der UC-zertifizierten Headsets aufgetaucht, dem natürlich ein besonderer Ruf voraus eilt. Sennheiser ist eher bekannt für Kopfhörer im Audio-Bereich ist. Musiker und ambitionierte Musikgenießer wissen, wovon ich rede.

Aktuell bietet Sennheiser zwei Headsets mit Lync Zertifizierung an. Zudem gibt es noch eine ganze Latte von Headsets, die den Namen Sennheiser nutzen, aber eher für den Consumer-Bereich ausgerichtet sind.

Name/Bild Bewertung Kosten zertifiziert Anschluss Bauform Mikro Schalter Funk
Mobil
DW Office USB ML
DW Pro 1 USB ML
DW Pro2 USB ML

Professionelle Basis auf DECT-Standard mit Support für Lync aber auch klassische Telefone können verbunden werden

Hinweis: Bei dieser Serie kann die Batterie selbst gewechselt werden.

350€ Ja
USB Bügel oder Ohr Noice-Cancelling Ja DECT
Nein
SC260 USB

Kabelgebundenes USB-Headset mit Noice Cancelling und Wideband Audio

110€-140€ Ja
USB Bügel Noice-Cancelling Ja USB
SC230 USB ML/ SC260 USB ML

Kabelgebundenes USB-Headset

130€ Ja
USB Bügel Noice-Cancelling Ja USB
Sennheiser PC36 USB
Sennheiser ist schon lange eine bekannte Größe im Bereich der Kopfhörer und hat eine ganz beachtliche Bandbreite an Headsets für Telefone und PCs. Leider wurde noch keines der Headsets für OCS/Lync zertifiziert. Das PC36USB ist ein eher günstiges leichtes Headset, was von einem Kollegen genutzt wird. 45€ Nein 2x3,5mm Klinke mit USB-Soundkarte Bügel Noise Cancelling Ja Nein
Sennheiser PC166USB
Das PC166USB ist nicht mehr ganz so billig aber auch hier loben meine Kollegen den Tragekomfort und auch die Musiktauglichkeit, die zur guten Sprachverständigung und mit dem Mikrofon den Arbeitsalltag erleichtern 90€ Nein 2x3,5mm Klinke mit USB-Soundkarte Bügel Noise Cancelling Ja Nein
SC30 ML
SC60 ML

Unter dem Namen SC30ML (monoaural) bzw. SC60 ML (Stereo) vertreibt Sennheiser eine günstige Linie. Die Aufnahmequalität ist zwar gut (Sennheiser baut ja nicht absichtlich schlechte Mikrofone) aber aufgrund des erwünschten Preisziels sind viele Dinge zwangsweise günstig ausgeführt, d.h. einfacher Kunststoffbügel, einfache Tasten. Einsatzzweck dürfte eher der Lync Anwender sein, der gelegentlich in einem Meeting teilnehmen will oder als Einstiegsheadset in der Anfangszeit.Es erreicht aber sicher nicht den Komfort eines qualitativ hochwertigeren Headsets.

50€ ?  Ja
USB Bügel Noise Cancelling  Laut
Leise
Mute
Annehmen
Auflegen
Nein

DW Pro1 ML / DW Pro2 ML

Nachten Sie auf das Kürzel "ML" für Microsoft Lync am Ende. Es gibt diese Headsets auch ohne ML für den Anschluss an Telefone (Kabel) oder andere Softphone-Clients.

In höherwertigen Segment platziert sich Sennheiser Communication bei Headsets. Diverse Preismaschinen bieten das Headset mit 300-350 Euro an. Das DW Pro 2 unterscheidet sich vom DW Pro 1 nur durch einen beidseitigen Lautsprecher.

Sennheiser ist aber natürlich im Vergleich zu Plantronics und selbst zu Jabra ein kleiner Anbieter. Seit Anfang April habe ich nun ein DWPro1 auf dem Tisch stehen. Ich erspare ihnen nun ein "Unboxing DWPro"-Video auf YouTube. Die Verpackung macht auf jeden Fall auch schon was her. Das Headset selbst und natürlich die Basis sind echte Hingucker.

Aber nicht nur die sichtbaren Dinge beeindrucken. Als Funktechnik kommt DECTs zum Einsatz, d.h. Basis und Headset sind so verbunden. Von der Basis zum PC geht es dann per USB-Kabel weiter. Ich habe mich mal "dumm" gestellt, und einfach die Basis hingestellt, das Headset drauf, Steckernetzteil dran und USB-Kabel zum PC. Windows 7 installiert die Treiber.

Und das war es dann auch schon. Lync erkennt das Headset direkt und setzt es auch als primäres Gerät im Communicator.

Allerdings sollten Sie vor dem ersten Telefonat etwas warten, bis das Headset auch eine Mindestladung hat.

An der Basis gibt es auf der Vorderseite die folgenden Dinge:

  1. Hier wird das Headset aufgelegt und geladen. Nach 20 Minuten sind 50% aufgeladen und nach 1h voll und für 8-12h Dauertelefonat geeignet.
  2. In der Mitte finden Sie eine Kreisfläche in deren Mittelpunkt eine LED leuchtet, wenn eine Verbindung besteht. Über die Flächen für PC und Telefon können Sie das Headset umschalten aber auch die aktuelle Verbindung annehmen oder auflegen.
  3. Am unteren Rand sehen Sie vier weiße LEDs, die den Ladezustand des Headset anzeigen. Vor der ersten Benutzung sollten Sie also das Headset erst mal voll aufladen. Aber das kennen Sie ja schon von anderen Akkus

An der Seite des Headset befinden sich auch einige Tasten und Anzeigen.

  1. Namenschild
    Headsets haben Körperkontakt und sind in der Regel "personalisiert". Das DW Pro kann aber wechselnd an mehreren Basen betrieben werden. Die Kunststoffkappe kann entfernt werden und durch ein Namensschild ersetzt werden. Pfiffig gelöst.
  2. Taster mit LED
    In der Mitte ist vollflächig der Taster zum Annehmen und Beenden von Gesprächen. Die blaue LED-Anzeige zeigt eine aktives Gespräch an.
  3. Lautstärke
    An der Unterseite ist ein kleiner Hebel, der nach vorne und nach hinten bewegt werden kann, um die Lautstärke direkt am Headset zu steuern.

Nicht sichtbar ist natürlich der kleine Computer im Headset, der auch über den Lautsprecher verschiedene Tonsignale zur Information generiert.

Die Rückseite zeigt, dass dieses Headset nicht nur für Lync genutzt werden kann. Anschlüsse zum Durchschleifen des Telefonhörers, eine Regelung für die Mikrofon-Lautstärke und der ABC-Schalter zur Anpassung an das Telefon sind deutliche Zeichen dafür. Die Telefonkopplung habe ich nicht getestet.

Für Lync interessant ist natürlich nur der Micro-USB-Anschluss, der mit dem mitgelieferten Kabel direkt in den PC verbunden wird. Die kleine Buchse daneben dient der Stromversorgung mit einem Steckernetzteil. Allerdings scheint die Speisespannung über USB beim Betrieb mit Lync auszureichen. Das mitgelieferte Netzteil liefert 5,9Volt bei 850mA.

Die kleinen SIP-Schalter steuern verschiedene Funktionen, die primär mit der Telefonfunktion nachgefragt werden. Mit Lync lässt sich alles über die Tasten an der Front, am Headset und natürlich über den PC bedienen.

Bedingt durch die eingesetzte Technik (DECT ohne USB-Dongle) und die doch etwas größere Basis scheidet das Headset für den mobilen Einsatz natürlich aus. Die DECT-Technik lässt aber ähnlich wie beim Telefon einen recht großen Radius als Bewegungsfreiheit zu.

Soweit ich das beurteilen kann, ist der Tragekomfort sehr angenehm. Ich bevorzuge Headsets, die nur ein Ohr abdecken so dass das zweite Ohr frei bleibt. Da man den Mikrofonarm auf beide Seiten drehen kann, kann das Headset sowohl rechts als auch links getragen werden.

Gewöhnungsbedürftig.
Durch die Anordnung des Schalters mit dem Drehpunkt am oberen Ende in Verbindung mit dem Lager des Hörers muss man sehr nahe am Mikrofonarm drücken, damit der Schalter betätigt wird. Wer "mittig" oder gar weiter oben drückt, muss viel Kraft aufwenden und drückt sich das Headset aufs Ohr. Andererseits kann der Mikrofonarm natürlich auch als "fühlbare Positionsmarkierung" dienen, um den Schalter zu finden.

Der zweite Aspekt ist das Abheben von der Halterung. Ein Magnet hält das Headset sicher zum Laden fest. Aber wer den Bügel anhebt, hebt die ganze Basis an. Und wer das Headset dann in der Hand hat muss aufpassen, dass sich das andere Bügelende nicht an der Rückseite im Kabel verfängt oder hängen bleibt.

Beide Punkte sind natürlich vernachlässigbar, wenn man das Headset eh auf dem Kopf behält (es muss am Tage eigentlich nicht nachladen) und man die Anrufe z.B. mit der PC-Tastatur annimmt.

Eine Besonderheit von Sennheiser ist die Funktion Autolink für Wechselarbeitsplätze. So kann jeder Mitarbeiter ein "persönliches Headset" (samt Namensschild) bekommen. Wenn ich also meinen Notebook an einem beliebigen Arbeitsplatz in die Docking Unit stecke und damit Strom, Netzwerk, externer Bildschirm, Tastatur, Maus und auch den USB-Link zur Sennheiser Basis bekomme, dann muss ich mein "persönliches" Headset nur einige Sekunden auf die Basis legen und schon ist die Partnerschaft hergestellt.

HeadSetup und Firmware

Beim DWPro kann der Anwender das Programm HeadSetup mit installieren, welches die Steuerung des Headsets erleichtert. So konfigurierte es Windows entsprechend um, wenn das Headset verbunden wird.

Aber vor allem kann es Update aus dem Internet beschaffen und einspielen kann.

Wichtiger Hinweis:
Ich konnte da Update nicht an meinem Notebook durchführen. Alle USB-Ports sind an einem internen Hub angeschlossen. Erst an einem Desktop mit USB-Anschluss direkt als Root-Port war das Update möglich.

 Die Version 108 habe ich am 29.11.2012 bekommen und eingespielt.

Das Programm macht im Hintergrund einen HTTP-Download von ca. 576 Kilobyte. Schon interessant wie viel Firmware heute in einem Headset. Mein erster Computern hatte grade mal 16k als Hauptspeicher.

Hier ein Auszug aus den Hinweisen für das Firmware Update, die im Headsetup-Programm angezeigt werden.

Sennheiser DECT for Lync Update
Release Notes
DW Series Version 108

Change Log
New features:
- Auto audio: Every audio signal from the PC will be played automatically to the headset. Also, audio link will be established if a recording application on the PC is started up. When there is no audio on the USB output from the PC for 7 seconds, the base closes the connection to the headset
- Fast DHSG: Fast link enabled with DIP 1 + 2 down. DHSG signals with a hidden link between Headset and Base in idle mode give a very fast ‘take call’ experience.
- Fast HSL: Fast link enabled with DIP 1 + 2 down also gives fast HSL 10 reaction
- Battery warning and charging: If the maximum charge timer has been activated, the rightmost LED in the battery LED block flashes once every 5 seconds

Changes and bug fixes:
- Mute reminder tone has been removed
- Mute on/off indication tones are changed
- Link setup indication tones has been changed
- EHS signalling adjusted: V108 is optimized for all EHS solutions by patching both MSH and DHSG interfaces
- Siemens OptiPoint support has been removed. For customer with Optipoint deskphones, SECOM provides a special software version only dedicated to Optipoint solution.
- Battery warning and charging:
a: Low battery warning signal level has been improved to avoid too early warning.
b: Charging algorithm has been improved to ensure full charge of batteries which are at mid-life or older. (Safety timer has been increased from 100 min. to 150 min.)

Known Issues:
- Conference mode: It is not possible to have conference mode with 2 headsets that have different Fast Link settings. Both must have either Fast Link on or off
- Siemens Optipoint: V108 does not support EHS in the Siemens Optipoint phones

Der erste Punkt löst genau das Problem, welches ich auf Headset Funkdelay schon beschrieben habe. Bei der Rufannahme sind früher immer die ersten Silben "verloren" gegangen. Seit der Version 108 kann ein Ruf am Headset angenommen werden und die Audioverbindung steht auch komplett.

Das eigentliche Update ist unspektakulär. In 6 Schritten wird erst die Firmware heruntergeladen, das Headset dann ein einen Updatemode versetzt, die Firmware eingespielt, überprüft und ein letztes Mal gestartet. Mein Headset hat dann aber einige Minuten gebraucht, bis die Anzeige des Ladezustands wieder auf "voll" gesprungen ist.

SC260

Auf dem Lync Ignite 2013 hatte ich die Gelegenheit, ein Sennheiser SC260 zu testen. Interessant war hier der direkte Vergleich zu einem Logitech B530 und einem Microsoft LX4000. Diese drei per USB an den PC angeschlossenen Headsets waren Auslöser für die Seite Headsetaudio, da die Wettbewerber deutlich vom SC260 geschlagen wurden. Nun muss natürlich gesagt werden, das das SC260 auch preislich in eine anderen Preisklasse liegt. bei 110€ für das SC260 und ca. 40€ für die anderen Produkte ist das schon fast der dreifache Preis. Aber die Leistung ist es sicherlich wert, wenn Sie auf Headsetaudio einmal die Tonvergleiche anhören und die Bilder der Aussteuerung betrachten.

Subjektiv empfinde ich den Tragekomfort als gut. Die Steuerung über die Tasten im Kabel lassen keine Wünsche offen, die Klammer zum Fixieren am Hemd entlastet den Kabelzug am Headset und der kleine USB-Stecker schont die Buchse im Computer.

Alles in allem ein bürotaugliches kabelgebundenes Headset.

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