Dienstleister

Nicht neutral !
Als Gesellschafter der Firma Net at Work, welche vielen Lesern sicher als Exchange Dienstleister bekannt ist, bin ich nicht neutral. Bewerten Sie die verschiedenen Anbieter daher selbstkritisch. Für einige Firmen könnte Net at Work als Partner für OCS ein interessante Option darstellen.

Aber der Markt der "Unified Communication" ist groß und vielleicht nichtganz übersichtlich. Zudem treffen durch den Office Communication Server verschiedene Personenkreise zusammen, die in der Vergangenheit über klare Schnittstellen zusammen gearbeitet haben. Mit dem Office Communication Server hingegen gibt es eine klare Wettbewerbssituation und da jeder Mensch nur zwei Ohren und einen Mund hat, kann die Einführung von OCS nur über eine gewissen Verlagerung von Marktanteilen passieren.

Alte Arbeitsteilung

Bislang waren die Tätigkeiten gut verteilt:

Schnittstellen gab es z.B.: bei der Anbindung von Faxservern mit ISDN-Karten als Nebenstellen und mehr und mehr die Integration von CTI-Lösungen, was bei OCS als RemoteCallControl bezeichnet wird und ein Mehrwert war. Der Wechsel der TK-Strukturen von klassischen analogen (a/b) und, ISDN (S0) Endgeräten samt Komfortfunktion zu VoIP-Telefonen ist bei vielen Firmen schon passiert aber hat keine Veränderungen der Aufgabenteilung mit sich gebracht. Telefon ist weiter Telefon geblieben. Und so konnten bei Kunden sowohl IT-Dienstleister als auch TK-Dienstleister homogen nebeneinander agieren.

OCS bringt Wettbewerb

OCS hingegen ist in der Funktion "Enterprise Voice" natürlich eine Option, die Desktop-Telefone jeder Art (analog, ISDN, VoIP) zu ersetzen und die Funktion der Telefonanlagegleich mit zu übernehmen.

Es gibt aber zum einen Millionen von Telefonen in den Büros der Firmen, die nicht mal so eben wegrationalisiert werden können und andererseits wäre es wohl gar nicht möglich, OCS in wenigen Monaten einzuführen. Auch Knowhow und Personal muss dazu erst aufgebaut werden. Der Weg zu integrierten Lösungen, sei nun OCS oder andere UC Wettbewerber, ist aber vorgezeichnet. Daher müssen sich nun die verschiedenen Anbieter fragen, wie sie mit der geänderten Situation umgehen.

Werden IT-Dienstleister, die sich bisher eher mit Active Directory, Exchange, Unix, NIS, SQL, System Center etc. beschäftigt haben, nun auch noch das Knowhow für Telefonie im Unternehmen aufbauen ?.
Das bindet Ressourcen und nur wegen ein paar wenigen Projekten lohnt sich das nicht.

Aber auch die TK-Teams müssen sich fragen lassen:

Wird ein TK-Dienstleister nun auch als IT-Dienstleister auftreten, der z.B. OCS verkauft und dazu natürlich sehr viel mehr Knowhow im Bereich Active Directory, Exchange, Zertifikate, DNS aufbauen muss. Zudem bekäme er dann mit OCS eine weitere TK-Lösung in seinem Portfolio. Gerade mittlere Anbieter, die sich bislang auf einen TK-Hersteller fokussiert haben, kommen dann in Erklärungsnot. Viele TK-Hersteller offerieren auch UM-Lösungen.
Und werden seine bisherigen Kunden ihm diese neue Kompetenz auch glauben oder doch vielleicht beim bisherigen IT-Dienstleister bleiben ?

Die Fragen sind spannend und werden wohl noch weitere Monate immer wieder neu bewertet werden müssen. Heute stellen sich interessierte Firmen aber schon die Frage, welcher Dienstleister ihnen bei der Evaluierung, Bewertung und eventuellen Einführung von OCS am besten helfen kann.

Für solche Firmen kann es sinnvoll sein, eine Partnerschaft mit einen IT-Systemhaus mit OCS-Kenntnissen einzugehen.

Als Kunde sind sie hier in einer komfortablen Situation, dass der bisherige Dienstleister auch OCS implementieren kann. Achten Sie aber darauf, dass die neue Kostenvorteile auch ihre Vorteile sind und OCS nicht dazu genutzt wird, die TK-Anlage weiter zu festigen, wenn dies nicht erforderlich wäre.

Als Interessent würde ich einfach in die Büroräume eines solchen Anbieters gehen und mir zeigen lassen, wie der Dienstleister OCS selbst einsetzt. Wenn ein IT-Dienstleister auch im Bereich Voice mit OCS aktiv wird, dann ist es selbstverständlich, dass er zumindest teilweise intern produktiv damit arbeitet.

Am besten suchen Sie sich einen OCS-Dienstleister, der mit ihnen zusammen ihre Kunden unterstützt. Net at Work hat sich z.B. auf Exchange und OCS spezialisiert und hat wenig Interesse daran ihren Kunden in Bereichen wie Serverhardware, Storage, Netzwerktechnik o.ä. zu betreuen. Lassen Sie und gemeinsam OCS-Projekte bei ihren Kunden machen und bleiben Sie auch morgen bevorzugte IT-Dienstleister ihres Kunden.

Es wird natürlich immer noch eine Lücke derart bleiben, dass eine kleine Firma mit wenigen Nebenstellen (Klassische Arztpraxis, Kanzleien etc.) ihre kleine TK-Anlage durch den Haus-Elektriker oder Telekom-Techniker installieren und warten lässt und ein ortsansässiger PC-Dienstleister oder Freiberufler den PC-Service übernimmt. Diese Kundengruppe ist weder für größere TK-Anlagen noch einem selbst betriebenen OCS-Server interessant. Hier wird natürlich wieder "BPOS" und OCS Hosting ein Thema. Mit einer permanenten Internetverbindung kann Outlook und der OCS-Client natürlich auch genutzt werden.

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