Filter - Chiffre

Viel Spam kann man schon verhindern, wenn man seine Mailadresse "schützt". Das geht natürlich am besten, wenn man sie nicht in alle Welt posaunt, sondern nur "ausgewählten" Personen gibt. Das bedeutet natürlich, dass man für andere Personenkreise weitere Adressen anlegen muss. Ich kann das mit meiner "carius.de"-Domäne sehr einfach machen da mein Provider mir mehrere ALIAS-Einträge erlaubt und ich daher für jeden Anwendungsfall einfach einen neuen Alias eintragen kann und wenn diese Adresse "verbrannt" ist, dann lösche ich den Alias und der Absender bekommt einfach einen SMTP-Fehler "550 invalid recipient". Allerdings kann ich das natürlich nur machen, weil ich "meine" Domäne habe und weil ich auch für die Konfiguration zuständig bin.

Diese Verfahren klingt natürlich interessant, aber die Umsetzung für Firmen und für Privatpersonen (Postfach bei GMX, WEB.DE, HOTMAIL etc.) muss natürlich ganz anders laufen. Bei Privatpersonen kann ich mir ja noch einfach vorstellen, dass de Provider über die Weboberfläche dem Kunden die Option gibt einfach weitere Adressen hinzu zu konfigurieren und diese auch wieder löschen kann.

Firmeneinsatz

Für Firmen wird es natürlich etwas komplizierter und da die MSXFAQ primär von Exchange handelt, will ich hier mal die Möglichkeiten auslosten. Sicher könnte man eine Webseite aufbauen, mit der der Anwender weitere Adressen in seinen Proxy-Adressen addieren und wieder entfernen kann. Die Webseite könnte ja einfach die Rechte zur Pflege der Benutzer haben. Allerdings muss der Benutzer das natürlich auch tun und aus der Ferne ist so eine Pflege nicht einfach möglich. Zudem ist das erst mal nicht schön in Outlook "integriert".

Ist ein Spamfilter vor Exchange, der auch Empfänger prüft, muss natürlich sichergestellt werden, dass dieser Server auch schnell ein Update bekommt. Kaum ein Mitarbeiter wird auf einer Webseite so eine Wegwerfadresse eintragen, wen die Bestätigungsmail kurz drauf gar nicht ankommt.

Man könnte nun einfach z.B.: 16Stellige Zeichenkombinationen für die Benutzer anlegen. Die kann man aber schlecht auf eine Visitenkarte drucken (Wobei Chiffreadressen hier eh nichts zu suchen haben). Denkbar wäre aber auch, dass man einfach ein Präfix (z.B. Firmenname) mit laufenden oder zufälligen Nummern vergibt. Hier wird es sicher noch viel Diskussionsbedarf geben.

Fragen und Probleme

Aber es gibt noch andere Probleme und offene Fragen:

Wegwerfadressen sind also damit sichern nichts für wichtige Kommunikationspartner, sondern eher für Webseiten. Aber dafür kann ich dann auch temporäre Adressen bei entsprechenden Anbietern nutzen.

Technische Fragen

Aus technischer und organisatorischer Sicht stellt sich die Frage, wie der Mitarbeiter diese Adressen verwaltet. Ein Outlook Add-In ist nett, aber hilft all den Personen nicht, die kein Outlook verwenden. Eine Weboberfläche scheint universeller zu sein, aber ist vielleicht nicht aus dem Internet zu erreichen. Denkbar wäre auch, dass diese Funktionen einfach per Mail zu steuern sind. Dieses Verfahren ist ziemlich universell aber heute kaum mehr bekannt. Früher gab es Lösungen, die sogar per Mail Dateien angefordert oder ganze Systeme neu gebootet haben.

Ein interner Mitarbeiter könnte einfach eine Mail an ein Spezialkonto senden mit einer Wunschliste von temporären Mailadressen, der Service richtet diese ein und meldet dies an den Anwender. Über den gleichen Weg kann er einen Status anfordern oder Adressen abmelden.

Firmen, deren Mailserver eine solche Funktion nicht bereitstellen, werden eine Lösung suchen, die als Gateway dem Mailserver vorgeschaltet wird. Damit entfällt meist jede direkte Integration in das Mailsystem. Allerdings sollte dieses Gateway dann auch schon beim Empfang die Empfänger auf Gültigkeit prüfen oder die Liste dem vorgelagerten Spamschutz in geeigneter Form anbieten

Meine Einschätzung

Der Ansatz scheint interessant zu sein, aber ich glaube nicht, dass dieser Ansatz eine breite Akzeptanz finden wird. Ich selbst nutze auch nur noch wenige Alias-Adressen, weil die Pflege aufwändig ist und wenn der Spamschutz einen guten Wirkungsgrad hat, dann lohnt sich der Mehraufwand nicht. Auf Webseiten, auf denen ich partout keine Information über mich hinterlassen will, nutze ich eher Anbieter wie Mailinator oder eben ein altes GMX/WEB.DE-Konto. Eine Wegwerfadresse verrät zumindest über die Domain die Firma und für die ersthafte Kommunikation vermute ich nicht, dass ein Geschäftspartner mit einer Wegwerfadresse arbeiten will. Spätestens bei der Signierung und Verschlüsselung bricht dieses System.

Auf der anderen Seite müssen Systeme erst zeigen, ob Sie effektiv handhabbar sind. Ich kann mir vorstellen, dass Massenprovider für Privatkunden hier einen Mehrwert schaffen können. Yahoo bietet dies ja schon an. Auch MSN und die Live Toolbar sind natürlich Kandidaten für solch ein System die einfach den Browser um Zusatzfunktionen zur Generierung solcher Adressen während des Surfens zu ergänzen. Für Firmen wird auch zukünftig ein guter Spamschutz wichtiger sein als die Verschleierung der primären Adresse. Diese läuft ja eh meist auf Vorname.Nachname heraus. Ich bin gespannt, ab wann Spammer mit Namenslisten die zusätzlichen Zeichen heraus filtern.

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