Solar und IoT

Wer eine Photovoltaik-Anlage (PV) jüngeren Bauart mit 7-9,9kWhp betreibt erzeugt den Strom für ca. 11ct/kWh, während man für die Einspeisung ca. 12ct/kWh bekommt. Mit dem Gewinn vor Steuern und Finanzierungskosten ist das ja doch eher Liebhaberei oder eine versteckte Förderung der Installationsbetriebe und Kreditgeber. Interessant wäre natürlich der "Eigenverbrauch" für 12ct, was aber durch eine Verordnung des Finanzministeriums (BMF) aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen verbaut wurde.

 

 

Diese Seite ist primär mal eine Ideensammlung und keine fertige Lösung meiner PV-Installation und weiteren Planung.

Diese Seite ist noch nicht verifiziert. Die Aussagen können falsch sein und sollten nicht als Basis für eigene Entscheidungen genutzt werden.

Ausgangssituation

Als meine Frau ein Haus im Jahr 2015 gebaut hat, stellte sich mir auch die Frage nach einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Wir hatten noch etwas Platz im Budget und haben daher eine 9,9 kWp-Anlage auf das Ost/Süd/West-Dach gelegt. Die verschiedenen Anbieter haben dabei immer von einem "Plateau" der Erzeugung geredet, der dem Eigenverbrauch entgegen käme. Die Fläche im Osten bekäme schon früh Sonne und über die Wanderung der Sonne gäbe es nicht die übliche Parabel mit dem Höhepunkt um Mittag, der dann aufgrund gesetzlicher Regelungen bei 70% gekappt wird, sondern es wäre flacher und Breiter. Ich habe als IT-Consultant mit PRTG natürlich die Auswertung gebaut und auf PRTG-Kostal Solar auch beschrieben. Sie sehen hier auch, dass die drei Strings etwas versetzt Leistung liefern aber nicht wirklich einen Tafelberg ergeben. Aber selbst am sonnigsten Tag ist zu sehen, dass die 70% Marke gerade angekratzt wird. So viel verliere ich also nicht, wenn der Wechselrichter abregelt.

Wobei ich es energetisch schon als Unfug ansehe, dass man solche Tricks anwenden muss und quasi Ressourcen brach liegen lässt. Aber das gilt für Windräder ja auch, die abgeschaltet werden, wenn zu viel Strom auf dem Markt ist. Richtig "Smart" sind die Stromnetze noch nicht und ich habe schon die Überlegung die Überkapazität z.B. in die Warmwasserbereitung umzuleiten.

Genau genommen könnte mein Wechselrichter selbst die 80 oder 90% liefern, denn durch mein Eigenverbrauch kommt die Energie ja eh nicht beim Netzbetreiber an.

Erste Wirtschaftlichkeit

Ob eine PV-Anlage letztlich ökologisch Sinn macht, kann ich nicht vollumfänglich beurteilen. Ich kann nur betrachten, was mit vorliegt. Das sind die Rechnungen für den Kauf, Installation, Betrieb auf der Ausgabenseite und die Einnahmen durch die Einspeise-Vergütung und Eigenverbrauch. Das interessiert letztlich auch das Finanzamt, denn ohne absehbare Gewinne wäre das ja ein "Hobby" und sehr schnell würde unser Staat die Ausgaben dann nicht mehr als einkommensteuerrelevant ansetzen. Ich muss einfach mal davon ausgehen, dass die "Gesamtkosten" zur Herstellung der Module und Technik im Kaufpreis enthalten sind. dazu zählen dann auch die "Umweltschäden". Ich denke dass das aber nicht so ist, weil an der Umweltzerstörung durch Bergbau etc. keinen realer Preis steht.

Aber die Anlage macht ja Gewinne, auch wenn die Rechnung schon seltsam ist und so sieht dann die Rechnung aus

Anschaffung

Die Anlage wurde "gekauft" und auf einmal bezahlt. Es ist dabei egal, ob sie das Geld "bar" auf den Tisch legen oder die Bank die Anlage finanziert. Über Kredit haben Sie später die Zinsen als zusätzliche Ausgaben, die die Amortisation nach hinten verschieben. Bei einer Bezahlung mit vorhandenen Eigenmitteln haben Sie dann das Geld nicht mehr, welches anderweitig Zinsen erwirtschaften könnte. Das wird aber nicht weiter berücksichtigt. Die Anlage ist ja dann nun ihre Investition.

Durch die Einspeisung der Energie sind Sie automatisch ein "Gewerbebetrieb" und wenn Sie eine Umsatzsteuererklärung machen, können Sie die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückfordern. Über die komplette Betriebsdauer müssen Sie dann natürlich die erhaltene Umsatzsteuer aus dem Stromverkauf an den Netzbetreiber aber auch den Eigenverbrauch wieder ans Finanzamt abführen. Wenn Sie am Ende "Gewinn" machen, und das ist ja das Ziel der Anlage, führen sie natürlich mehr Umsatzsteuer ab als sie am Anfang bekommen haben. Die Rechnung wird aber durch Inflation u.a. wieder verwässert

Laufende Kosten und Einnahmen

Für die jährliche Gewinnermittlung (EÜR) können Sie also wie folgt vorgehen: Die Ausgaben bestehen aus

  • Abschreibung (Netto Kaufpreis /20 Jahre)
  • Sonstige Kosten (Wartung, Reparatur, Zähler). Hier können Sie auch die Umsatzsteuer wieder vom Finanzamt zurückfordern.

Und den Einnahmen. Die setzen sich zusammen aus

  • Gutschriften durch den Netzbetreiber.
    Ich bekomme ca. 12ct/kWh. Die hier an sie bezahlte Umsatzsteuer müssen Sie an das Finanzamt abführen
  • Eigenverbrauch
    Auch den selbst verbrauchten Strom müssen Sie quasi an sich mit Umsatzsteuer "in Rechnung" stellen. Das ganze heißt in der Sprache der Finanzwelt aber "unentgeltliche Wertabgabe" aber ist von den Zahlen her identisch. Keine Rechnung aber dennoch Umsatzsteuer abführen und den Gewinn erhöhen. Die vereinnahmte Umsatzsteuer ist an das Finanzamt abzuführen und die "Einnahmen" tragen zum Gewinn bei, der letztlich versteuert werden muss. Leider darf ich den Strom aber nicht für den gleichen Betrag (12 ct/kWh) an mich oder meine Nachbarn verkaufen. Hier muss ich den Marktpreis für den Bezug vom Energieversorger ansetzen. Das Finanzamt Paderborn arbeitet hier mit 25ct/kWh zzgl. 19%.

Ich habe lange überlegt, ob man sich darüber nun aufregen sollte oder nicht. Nun muss man aber wissen, dass die 12ct auch schon höher ist, als der Strom aus konventionellen Kraftwerken kostet. Die Preise auf der Strombörse sind viel niedriger und mein Strom muss ja auch noch verteilt werden. Letztlich sind die 12ct auch subventioniert. Interessant war in der Vergangenheit natürlich die Entwicklung der Einspeisevergütung zu den Panel-Kosten. Ich bin den Eindruck nicht los geworden, dass die Kosten für Panels sich genau an der Einspeisevergütung orientiert hat und nicht umgekehrt.

Interessanterweise gibt es auch andere Quellen im Internet:

Demgemäß erfolgt eine Entnahme/Eigenverbrauch in Höhe von 0,13 € je Kw zuzüglich 19 % Umsatzsteuer, soweit zur Umsatzsteuer optiert.
Quelle: Wirtschaftliche und steuerliche Fragen  zum Betrieb einer Photovoltaikanlage
http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/haus-und-grundbesitzer/424-photovoltaikanlagen

Da ich eine Energiemenge von ca. 8,4 MWh/Jahr erzeuge und für 5,6MWh Einspeisung a 12ct =672€ vom Netzbetreiber erhalte mit 2,6MWh*25ct einen Eigenanteil von 650€ bezahle, bleiben nach Abzug der Abschreibung von ca. 675€ (13.500€/20 Jahre) am Ende ca. 650€ "Gewinn" über. Den muss ich natürlich versteuern. Nehmen wir mal 30% an, dann bleiben vielleicht 430€ "übrig oder eine Rendite von 3,1% des eingesetzten Kapitals. Kosten für den 2-Richtungszähler und Rücklagen für Wartung und Reparatur habe ich noch nicht berücksichtigt.

Die Frage ist natürlich nun, wie sich die Rechnung durch einen höheren Eigenanteil verändert. Ich würde sicher nichts investieren, wenn ich dann 25ct/kWh Batteriestrom dafür bezahlen müsste. Nun kann man aber ja sagen, dass der Gewinn nach Steuern ja mit meiner Stromzahlung verrechnet werden könnte. (Ok die Rendite des Kapitals wäre dann 0%). Aber ich hätte dann ja statt 650€ ja "nur" 220€ (650-430) für die 2m6 MWh bezahlt. 8ct/kWh ist ein interessanter Preis.

Die Stromerzeugungsanlage gehört zum Betriebsvermögen, der aus dem Unternehmen entnommene Strom stellt einen private Entnahme dar (§ 4 Abs. 1 Satz 2 EStG), die mit ihrem Teilwert (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 EStG) gewinnerhöhend als Einnahme zu berücksichtigen ist. Der Teilwert ist ein steuerrechtlicher Wertansatz, der in etwa - je nach Einzelfall und Betrachtung - dem Verkehrswert entspricht. Aus Vereinfachungsgründen kann hier der durchschnittliche  Nettostromverkaufspreis je KWh zuzüglich Umsatzsteuer (§ 12 Nr. 3 EStG) angenommen werden.
http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/haus-und-grundbesitzer/424-photovoltaikanlagen

Ob diese Ansicht aber korrekt ist, dürfen Sie selbst mit ihrem Finanzamt ausfechten.

Einspeisung mit mehr Eigenverbrauch?

Die Einspeisevergütung ist auch nur für die ersten 20 Jahre garantiert. Es ist davon auszugehen, dass danach der Preis rapide fällt, denn ein freier Verkauf durch den Eigenheimbesitzer wird es wohl nicht geben. Es macht also Sinn den Strom möglichst selbst aufzubrauchen. Es gibt auch entsprechende Lösungen aber auch hier scheint der Preis sich dem Markt entsprechend so zu verhalten, dass der Käufer einen kleinen Vorteil erreichen kann, aber Hersteller und Installateur sofort den Gewinn realisieren. Kaum sinkt aber die Förderung, werden die Geräte auch vergleichbar billiger, weil sie ja sonst unverkäuflich wären. Also sind all die Förderungen keine Hilfe für den Käufer sondern eine verdeckte Subvention der Hersteller. Vielleicht sollte man das Geld besser in die Universitäten und Forschungen stecken. Aber darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf.

Steuerliche Behandlung und Gestaltungsmöglichkeiten Photovoltaik-Anlagen die ausschließlich dem privaten Eigenverbrauch dienen, bleiben steuerlich unbedeutend.
Quelle: Wirtschaftliche und steuerliche Fragen  zum Betrieb einer Photovoltaik-Anlage http://www.steuer-gonze.de/web/index.php/steuertips/privatpersonen/haus-und-grundbesitzer/424-photovoltaikanlagen 

Wie sie in der Ertragsrechnung gesehen haben, ist der Gewinn durch die Einspeisung gering und der Eigenverbrauch macht die Nutzung interessant. Manchmal könnte man sogar überlegen , ob man die Anlage nicht so dimensioniert, dass man möglichst alles selbst verbraucht und nichts einspeist. Dann könnte man die Anlage sogar "privat" betreiben und müsste auch keine 25ct/kWh sich selbst berechnen sondern den günstigeren Erzeugerpreis.

Nehme wir mal an, ich hebe den Eigenverbrauch von den 30% auf 40% an. Ich würde dann 3,4MWh statt 2,6 MWh selbst verbrauchen und entsprechend 4,8MWh einspeisen. Der Netzbetreiber erstattet nur noch 576€ und ich muss mir selbst erst einmal 850€ bezahlen. Die Einnahmen steigen auf 1426€ und nach Abzug der Abschreibung bleiben 751€ Gewinn, der nach Abzug von wieder 30% Einkommensteuer bei 525€ liegt, die die gezahlten 850€ auf 325€ für 3,4 MWh reduzieren. Der Preis pro kWH ist auf 9,5ct/kWh angestiegen. Immer noch sehr günstig.

Um dieses Ziel zu erreichen darf aber das "Hilfsmittel" den Gewinn nicht auffressen. Ich will die Rechnung hier nicht abschließen, da Sie viele Komponenten nicht enthält und wie bei einem Kreditvertrag können auch Bruchteile eines Prozentpunkts über einen Laufzeit von 10-20 Jahren die Rechnung komplett drehen.

Die Rechnung wäre natürlich attraktiver, wenn wir gleich mit den 12ct/kWh für den Eigenverbrauch rechnen könnte. Denn der Strom geht ja gar nicht erst durch die Netze. Genau genommen könnte man sogar den Preis auf der Strombörse ansetzen, quasi "ungefördert" mit wenigen ct. dann würde die Anlage vermutlich sogar die Einnahmen aus der Einspeisung auffressen und Verluste schreiben. Nach wenigen Jahren würde das Finanzamt dann sicherlich Liebhaberei unterstellen und ihr "Stromerzeuger-Gewerbe" zwangsabmelden.

Nur wäre das dann schlimm?. Sie könnten dann keinen Strom mehr einspeisen und keine geförderte Vergütung von 12ct/kWh bekommen. Aber ihre Stromerzeugung würde zu den Kosten weiter laufen. Sie müssten nur den Strom eben komplett selbst verbrauchen und je mehr desto besser. Nur "Abkemmen" können Sie sich nicht, da die Wechselrichter vom Stromnetz ihren Takt bekommen und nur wenige einen "Inselbetrieb" können. Selbst dann wäre es immer noch fraglich, wie sie mit Überkapazitäten umgehen. Ein großer Batteriespeicher könnte viel aufnehmen aber kostet auch Geld. Bei einem kleinen Speicher muss der Wechselrichter drosseln. Die Kosten für diese Speicher müssen Sie natürlich auf die 12ct der reinen Erzeugung aufschlagen. Sie werden aber weiterhin auch Strom vom Netzbetreiber beziehen. Da wird es also elektrisch eine Kopplung geben und ich denke nicht, dass Sie Strom "aus Versehen" ohne Vergütung ins Stromnetz abgeben dürfen. Da werden die verschiedenen Interessenverbände schon einschreiten.

Also müssten Sie genau erfassen, wie viel Strom sie selbst verbrauchen und erzeugen und den Verbrauch so steuern, dass Sie nie weniger verbrauchen als sie erzeugen. Notfalls regeln Sie den Wechselrichter herunter oder bringen ihr Brauchwasser per Tauchsieder zum Kochen. Mehrverbrauch ist hingegen kein Problem. Sie bezahlen halt dann für den Bezug von Energieversorger.

Eigenverbrauch mit 12ct statt Einspeisung

Wenn die Strompreise weiter ansteigen, dann könnte man sich überlegen die Anlage gar keine 20 Jahre "gewerblich" zu betreiben und das Gewerbe aufzulösen. Die PV-Anlage würde man mit dem Buchwert zzgl. Umsatzsteuer an den Hausbesitzer verkaufen und den Einspeisevertrag kündigen. Die 12ct/kWh aus der Einspeisung fallen nun auch weg und die Umsatzsteuererklärung und EÜR. Die Anlage ist ab sofort ihr privates Vergnügen so wie viele "Balkonanlagen" komplett unerkannt von Netzbetreiber und Finanzamt betrieben werden. Sie produzieren ja zumindest laut Vorgabe immer weniger Strom als verbraucht wird. Ihre "Groß"-Anlage müssen Sie nun natürlich anpassen, dass Sie keinen Strom einspeisen.

Anfang 2018 mit 30% Eigenverbrauch würden 70% des Stroms vom Wechselrichter gar nicht erst bereit gestellt. Die 12ct "Erzeugung beziehen sich aber natürlich auf die komplette Strommenge. Mit dem Setup würde auf jeden Fall die Abschreibung (675€/Jahr) anstehen. Mit 2,6MWh Eigenverbrauch sind das 25ct. Und da ist kein Puffer für Reparaturen etc. enthalten. Aber der Abstand zum Einkaufspreis vom Energieversorger wird ja jährlich größer. Und je höher der Eigenverbrauch gehen kann, desto günstiger wird ja die Stromrechnung, Ich muss den Strom ja dann nicht mehr vom Energieversorger einkaufen sondern er wäre ja "eh da".

Aber dann sieht die Rechnung ganz anders aus, denn jede zusätzlich selbst verbrauchte kWh kostet mich auf der Erzeugerseite quasi 0ct aber ich spare auf der Seite des Netzbetreibers die 25ct oder wo der Energiepreis zukünftig hochklettert. Bei der obigen Rechnung habe ich 0,8MWh im Jahr mehr Eigenverbrauch angenommen (30% -> 40%). Bei angenommenen 25ct/kWh sind das 200€ Einsparung nicht vom Versorger zu kaufender Strom. Über 10 Jahre könnte ich also 2000€ in einen Batteriespeicher stecken. Das muss man dann doch mal rechnen, welche Speicherkapazität für welchen Preis zu verfügbar ist und wie viel Steigerung des Eigenverbrauchs damit erreicht wird.

Aber es wird immer eine Lücke zwischen selbst erzeugtem Strom und Bedarf geben. Man wird speziell in den Wintermonaten noch Strom zukaufen müssen. Und da ist noch gar nicht absehbar, wie sich die Stromkonzerne auf so eine Situation von vielen "Selbstversorgern" einstellen, die nur "Überbedarf" einkaufen. Diese "Ausnutzung" wird man dann wohl mit dynamischen Strompreisen entgegen wirken, die in Spitzenzeiten eben noch viel teurer sind oder die Grundgebühr wird einfach angehoben. Wie das geht können Sie ja bei Telekom und Co abschauen, die fast nur noch von den Grundgebühren leben denn die Gesprächsminuten selbst kostet ja quasi nichts mehr.

Insofern ist der Verzicht auf die Einspeise-Erlöse auch noch keine sichere Band, wenn Sie mit einem hohen Privatanteil die niedrigeren Erzeugerkosten zu nutzen. Es kann aber durchaus interessant sein, wenn Sie eine kleinere PV-Anlage installieren mit dem Ziel ganz ohne Speicher und Tricks quasi nur für den Eigenverbraucht zu produzieren. Quasi die „Balkonanlagen“ von denen weder Netzbetreiber noch Finanzamt etwas wissen, Jeder Cent, den die in den Abschreibungskosten unter den 25ct/kWh sind, ist für den Inhaber ein Gewinn. Die Panels sind vom Preis her nicht viel teurer aber die Startkosten für Wechselrichter und Installation sind natürlich ungünstiger je kleiner eine Anlage geplant wird. Dennoch kann das interessant sein. Wer aber eine größere Anlage baut oder hat und damit der Eigenverbrauch nicht mehr den kompletten Strom abnehmen kann, wird wieder rechnen müssen.

Es bleibt spannend und ich glaube nicht, dass ich in naher Zukunft die kompletten 8-9MWh "speichern" kann, um damit über das ganze Jahr zu kommen.

Kann IoT helfen?

ich würde da zwischen "Diesseits" und "Jenseits" des Stromzählers unterscheiden. Auch wenn "Internet of Things" immer gleiche globale und mit großen Datenmengen abdecken will, so wird viel Strom eigentlich nur vom naheliegenden Kraftwerk zum Verbraucher transportiert. Mit einer PV-Anlage wäre es ideal, wenn de Strom noch im Haus verbraucht und ggfls. gespeichert wird, d.h. diesseits bleibt. Aber selbst der eingespeiste Strom wird ja nicht durch Deutschland transportiert sondern der Verbrauche ist ja meist noch im gleichen Baugebiet diesseits der lokalen Umspannstation. Die Infrastruktur muss natürlich betrieben werden, weswegen ich meinen Strom ja nicht für 25ct an meine Nachbarn verkaufen kann. Dass ich den Eigenverbrauch aber für 25ct mich berechnen muss, ist wohl politischer Wille. Wer eben vom Netzbetreiber Geld bekommen will, muss wohl in diesen sauren Apfel beißen.

IoT im Haus kann hier aber dennoch helfen, indem der Wechselrichter, die Zähler, ein eventuell vorhandener Stromspeicher und die Verbraucher miteinander kommunizieren. Es gibt natürlich Verbraucher wie z.B. Beleuchtung aber auch den Kühlschrank, Herd etc, deren Integration keinen Sinn macht weil sie entweder zu wenig Energie (LED-Leuchten) benötigen oder Ab- oder Einschaltungen keinen Sinn machen. Auch Kühlschränke kann man nicht als "Kältespeicher" verwenden, was bei einer Tiefkühltruhe schon anders aussehen kann. Wenn aber der Herd zu Kochen angeschaltet werden muss, dann ist es leidlich egal, wo der Strom dazu herkommt. Hier würde es aber reichen, wenn der Zähler an andere Großverbraucher meldet, dass gerade Strom bezogen wird und es doch wünschenswert wäre den Verbrauch von Brauchwassertherme temporär zu drosseln. Umgekehrt könnte die Wassererwärmung natürlich sehr viel "freie Energie" sogar stufenlos Regelbar aufnehmen. Mit der Gefriertruhe ist das schon aufgrund der viel geringeren Anschlussleistung nicht so einfach auch wenn Sie mit "Superfrost" taster.

Das ganz funktioniert natürlich nur mit einem Art "Puffer" um kleine Differenzen in der Regelkette zwischen Verbrauch und Erzeugung abzumildern.

Wenn man aber selbst erzeugte und nicht verwendbare Übermengen nicht vernichten will, kann man sie ja im Nahbereich, z.B. Nachbarn abgeben. Je größer die Gruppe ist, desto gleichmäßiger verläuft die Bedarfskurve. Es gibt zwar hier auch Berge und Täler aber über entsprechende Kommunikationswege könnte hier schon viel optimiert werden. Eine kleine Version dieser Steuerung ist schon lange für Elektroheizungen und Wärmepumpen bekannt. Der Stromversorger kann diese Geräte aus der Ferne temporär abschalten und belohnt dies mit günstigeren Energie-Preisen. Auch Elektro-Autos sind interessante Geräte, die lokal erzeugten Strom direkt wieder in ihren Batterien speichern könnten.

Gleichstrom ist keine Option

Ein Problem ist natürlich die Nutzung von Wechselstrom. Der ist zwar gut transformierbar aber gespeichert wird natürlich Gleichstrom. Entsprechende Konvertierungen haben wieder Verluste. Mit einem Gleichstomnetz im Haus wäre vieles einfacher, da man über den Spannungslevel hier einfach die Regelung aufbauen könnte. Wenn die Gleichspannung zu hoch ist, kann der Tauchsieder mehr Energie entnehmen bis das Niveau wieder gesenkt ist. Das Problem sind die fehlenden Verbraucher und die höheren Gefahren von Gleichspannung auf den Körper und technischen Schalter (Funkenstrecke bei Schaltern mangels Nulldurchgang) das wäre alles lösbar aber ich sehe das als utopisch an. Ich hatte tatsächlich mal überlegt ein 5V Netz parallel aufzubauen um einmal zentral die Versorgung für Handy und Co bereit zu stellen. Aber andere Geräte brauchen dann wieder andere Spannungen und es handelt sich bei allen Geräten ja nicht um nennenswerte Großverbraucher. Selbst die LED-Beleuchtungen, welche theoretisch angeschlossen werden könnten, brauchen immer noch einen "Strombegrenzer" um nicht durchzubrennen. Der Aufwand macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Zwar heißt es, dass auch Kleinvieh Mist macht und die Anzahl relevant ist. Aber die Steuerung eines solchen "Schwarms" ist natürlich eine Herausforderung.

Zwischenstand

Meine Planung ist, dass ich zuerst einmal "erfasse", d.h. die verschiedenen Datenquellen von Heizung, PV-Anlage, Stromzähler und einiger anderer relevanter lokaler Verbraucher wie Kühltruhe und E-Auto erfasse und rein aus den Daten das Potential für eine Optimierung ermittle. Schon das wird einiges an Zeit dauern, da jeder Hersteller da sein eigenes Süppchen kocht und einige gar nicht kooperativ sind. Dabei wäre es ja gar nicht so schwer, wenn Geräte einen optionalen WLAN-Client hätten, der Basisfunktionen per MQTT o.ä. (Daten senden, Befehle abholen) implementiert hätte. Ein ESP8266 ist einfach billig und eine Firmware, die beim Einschalten einige Minuten einen AccessPoint aufspannt, damit das Gerät per Browser dann in eine vorhandenes WLAN eingebunden werden kann, sollte die Kosten nicht wirklich hochtreiben. Wenn man dann noch die URL für den MQTT-Service konfigurieren könnte, wäre eine universelle Plattform geschaffen mit vielen kompatiblen Endgeräten und offenen Plattformen für die Verarbeitung. Das ist aber wohl der Traum eines fachfremden IT-lers und Hersteller denken eher in geschlossenen proprietären Systemen.

Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt aber ich würde meinen ersten Fokus hier auf die Nahversorgung und Großgeräte richten.

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