Vom Konsumenten zum kreativen Anwender

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Computer gehören heute in fast jeder Familie zur Standardausstattung und der Zugang zum Internet ist Jugendlichen und Kindern problemlos möglich. Smartphones und Tablets, hier das iPhone und iPad als Wegbereiter, erlauben eine mobile Nutzung und zwingen nicht mehr zur Arbeit am "Schreibtisch". Dennoch sind viele Anwender eigentlich nur Konsumenten, d.h. lesen, hören, sehen passiv entsprechend aufbereitete Informationen. Wenn z.B. YouTube und andere Portale pro Sekunde neue Inhalte über 40 Stunden erhalten, dann lassen schon die Abrufzahlen darauf hinweisen, dass viel viel mehr Personen diese Informationen dann auch anschauen, d.h. konsumieren.

Wer Kindern einen Zugang am Computer oder Tablet gewährt, sollte dies je nach Alter überwachen, begleiten und ggfls. durch Produkte weiter unterstützen. Speziell Kinder <12 Jahre sollten vor unpassenden Inhalten aktiv geschützt werden.

Das finde ich persönlich natürlich schade, weil ich selbst noch die Anfangszeit der PCs als Jugendlicher miterlebt und ein Stück weit mit gestaltet habe und ich den Eindruck habe, dass viele junge Schüler vielleicht übersehen, dass man mit dem Computer auch kreativ etwas schaffen kann. Ich erwarte sicher nicht, dass jemand heute noch einen Computer selbst zusammen baut oder sogar noch den Schaltplan eines Apple ][ verstehen kann, der damals am Ende des Handbuchs abgedruckt war. Aber es gibt so viele Dinge im Umfeld des Computers, die neugierig machen und sicher über das hinaus gehen, was im Informatik/Computer-Unterricht vermittelt wird.

Der Weg vom Konsumenten zum "produktiven" bzw. kreativen Computeranwender ist jedoch nicht geradlinig, d.h. es gibt nicht den idealen Weg. Die IT-Welt von heute ist sehr diversifiziert und selbst ich, der damals mal einen "Dipl. Ing (BA) Technische Informatik" abgeschlossen hat, kann heute nicht mehr die Bandbreite der Arbeitsfelder überblicken. Ich kann aber sagen, dass meine Ausbildung, die damals mit der Nixdorf Computer AG sehr gut war, letztlich doch eher Grundlagen für ein eigenständiges Arbeiten gelegt hat aber dass ich ohne Eigeninitiative und persönliches Interesse nicht dort wäre, wo ich heute glaube zu sein.

Daher fordere ich alle Schüler auf, heute zu überlegen, ob sie noch weiter "nur Konsument" sein wollen, oder die nächste Stufe der Computernutzung erklimmen wollen.

Look up - Ein Aufruf die Augen vom Computer zu nehmen
http://youtu.be/Z7dLu6fk9QY

Und das ist gar nicht mal so schwer, denn um ein Problem zu lösen, muss man nicht erst ein Studium abgeschlossen haben. Um es mit einem Beispiel zu sagen: um die Sommerreifen am Familienauto auf Winterreifen zu wechseln, muss man noch keinen Führerschein haben. Allerdinge sollte man eine kurze Einweisung, wie man das Fahrzeug hochbockt und gegen wegrollen sichert, erhalten und am Ende jemand die Arbeit auch kontrollieren.

Natürlich ist eine gewisse "Grundbildung" hilfreich und wer neugierig ist, wird auch wissen wollen, wie ein Computer funktioniert, welche Komponenten darin enthalten sind und vielleicht auch wie man den Computer repariert. Ich kann das noch aber mal ehrlich: Ganz früher war das "Anlassen" eines Fahrzeugs auch eine Wissenschaft für sich. (Wer mal einen Holder E8 mit Zweitakt-Diesel und Glühzünder per Kurbel angeworfen hat, wird mir zustimmen). Heute ist für das Starten eines Autos kein technisches Verständnis mehr erforderlich. Es wird immer noch die Spezialisten für Computer geben, wie es auch KFZ-Meister gibt, aber für den überwiegenden Teil der Anwender werden andere Dinge mit dem Computer machen. Aber Sie sollten Sich "vorbereiten". Wer weiß, welchen Berufsweg sie später einmal einschlagen. Aber wenn es die IT werden soll, dann ist ein früher Kontakt hilfreich. Und wenn es nicht die IT wird, dann helfen diese Anfänge beim späteren Verständnis oder  bekräftigen Sie in ihrer Entscheidung, dass dies nicht ihr Berufsziel wird.

Tippen !!

Auch wenn Spracherkennung, Gesten (z.B. Wii und Kincet) und Berührung (Touch) neue Möglichkeiten einer Interaktion mit dem Computer eröffnen, wird die klassische Tastatur unterstützt von der Maus sicher noch einige Zeit die primäre Eingabemethode für Computer bleiben. Dies betrifft nicht nur das klassische "Programmieren", sondern die ebenfalls erforderliche "Dokumentation". Und wer schnell und flüssig schreiben kann, hat es später einfacher.

Lernt richtig mit 10 Fingern zu schreiben !

Auch das ist gar nicht mal so schwer. Es gibt passende Programme, die sogar kostenfrei und werbefrei sind (z.B. http://www.tipp10.com). Je jünger man ist, desto einfacher fällt es euch und ihr gewöhnt euch gar nicht erst einen "falschen" Schreibstiel an. Auch hier kann man übrigens "Punkte" sammeln und einen Wettbewerb eröffnen. Ihr müsste ja nicht gleich zu einer "Schreibmaschinenmeisterschaft" gehen.

Während ihr dann nach und nach erste Erfolge im 10-Finger-Schreiben erarbeitet, könnt ihr euch schon mal Gedanken machen, was euch denn beim umgang mit dem Computer gefallen könnte. Ich habe hier ein paar Beispiele aufgeführt, die nur exemplarisch zeigen sollen, dass es für jede Altersgruppe kostenfreie EinstiegsMöglichkeiten gibt. Hier mal ein paar Links für den Anfang.

Naturwissenschaft

Natürlich sind die Kinder immer früher "am Gerät", sei es Anfangs das Smartphone oder Tablet der Eltern zum Spielen oder zur Eingabe ihrer Leseerfolge (z.B. Antolin https://www.antolin.de/) oder die verschiedenen Lilifee-Spiele o.ä. Aber es geht auch ohne Computer, um das Interesse an Naturwissenschaften zu wecken. Sie müssen nur mal etwas in der Umgebung nach den richtigen Suchbegriffen schauen, z.B.

Programmieren mit Block-Code (Scratch und Co)

Wenn es aber am Computer weiter gehen soll dann finde ich Scratch sehr gelungen. Das MIT - Massachusetts Institute of Technology , eine große bekannte Universität in den USA hat auf ihrer Seite dazu sehr viel Informationen zusammen getragen. Auch auf Deutsch.

Hier werden "visuell" durch Zusammensetzen von Codeblöcken die Aufgaben gelöst. Schauen Sie sich einfach mal das Video auf deren Webseite an und vielleicht den ein oder anderen Code. Installiert werden muss gar nicht, da alles im Browser läuft. Übrigens gibt es Scratch auch für kleine Unix-Rechner wie den RaspberryPI, den kleinen Ein-Platinen-Computer für <30€. Es muss also gar nicht Papas teurer Notebook sein.

Programmieren für Kinder - Small Basic

Etwas weniger Abstrakt it dann schon das ebenfalls kostenlose Small Basic von Microsoft. Alle können vermutlich das "Hello World"-Beispiel, welches schon "ewig" alle Neueinsteiger begleitet. Aber ein schnöder Text auf dem Bildschirm ist noch kein echter Erfolg. Interessanter wird es mit Grafiken und Mustern. Kann jemand mit dem Begriff "Turtle-Basic" was anfangen ?. Turtle steht für "Schildkröte" und schon früh konnte man damit quasi eine virtuelle Schildkröte über den Bildschirm krabbeln und eine Linie malen lassen. Natürlich nicht per Maus, sondern per "Steuerbefehl":

 

Dieses einfache Skript malt ein Quadrat auf den Bildschirm. Nicht sonderlich spektakulär aber es zeigt die Basis aus der Abfolge von Befehlen. Nun können wir das effektiver machen. Das Hilfsmittel sind "Schleifen":

Deutlich kürzer, schneller getippt, lesbarer und das gleiche Ergebnis. Und nun passen wir das etwas an.

 oder

Mit der Angabe der Geschwindigkeit "Speed" läuft die Schildkröte schneller und mit 100 Durchläufen mit 95 Grad Winkeln ergibt sich diese Rosette. Reduziert man hingegen die Schrittweite (100-i*5) mit jedem Durchlauf, dann kommt eine kleine Schleife heraus. Man kann auch zwei Schleifen miteinander verschachteln, so dass sich die Schrittweite als auch der Drehwinkel anpassen lässt:

Welche Figuren könnt ihr virtuell basteln ? Dreht einfach an den Zahlen, addiert ein paar Befehle und versucht es. Ach ja ihr braucht ja noch die passende "ProgrammierUmgebung". Versucht es mal mit Small Basic. (Wenn ihr in Englisch noch nicht fit seid, dann fragt einfach eure Eltern.). Bei der Installation kann dann auch Deutsch ausgewählt werden. Übrigens gibt es auch hier einen riesigen "Beispielpool" mit Programmen, wie z.B. eine Tetris-Lösung

Programmieren für Kinder - TouchDevelop

Microsoft hat zusammen mit Firmen eine Einführung in Programmieren veröffentlicht. Das Handbuch steht kostenfrei zum Download zur Verfügung und auch die Programmierumgebung ist im Internet offen zugänglich. Im Dezember 2014 wurde mit einigen Schulen angefangen und angeblich das System immer weiter verbessert.

Im Gegensatz zu Scratch wird hier "richtig" programmiert, d.h. nicht mit Blockdiagrammen sondern schon mit einem Art "Code". Die Abstraktion ist höher und die Kinder lernen schon, dass Programmieren eine Art "Sprache" ist. Durchaus ein interessanter Ansatz für 10 Jahre und älter

Handbuch
http://www.code-your-life.org/Lehrmaterial/mediabase/pdf/2058.pdf

HTML, CSS, Blog und mehr

Wer nicht gleich programmieren will, kann sich aber an HTML und CSS versuchen. Die Kenntnisse dieser Techniken dürften jedem in der Zukunft weiter helfen. Auch wenn man kein Buchautor, Handbuchschreiber oder Webseitenautor oder Redakteur werden will, so ist HTML und CSS das Format, was die Interaktion von Programmen mit Maschinen ermöglicht. Sicher gibt es auch noch andere Techniken wie Windows GDI, WindowsForms, Silverlight, Flash, X11 etc., aber oft gibt es hierfür nette Editoren.

Ob sie nun ein Blog, ein Wiki oder ein Content Management System (CMS) nutzen, ob sie dieses selbst betreiben oder bei einem Hoster einfach mieten ist nicht weiter wichtig. Es gibt eine Unmenge an Quellen zu dem Thema.

Programmieren für Fortgeschrittene

Irgendwann hat sich auch die ausdauerndste Schildkröte müde gelaufen und es darf etwas "trockener" sein. Aber dann seid ihr vielleicht schon bereit, etwas formaler in eine Programmiersprache einzusteigen. Leider gibt es da auch wieder sehr viele verschiedene Sprachen und dahinter stehen auch wieder der ein oder andere Hersteller oder Anwendungsfall. Es ist schon ein unterschied, ob man Treiber für ein Betriebssystem entwickeln will, eine Spiel, eine Webanwendung oder eine Windows-Applikation. Aber das schöne am Programmieren ist, dass die Grundprinzipien überall vergleichbar sind und sich die Schlüsselworte und die nutzbaren Bibliotheken verändern. Wenn ihr aber mit Programmieren gerade anfangt, dann könnt ihr einfach damit loslegen, was ihr am einfachsten Erreichen könnt. Hier mal ein "Hello World" in den drei unterschiedlichen Sprachen:

  • Java

  • C#

  • Visual Basic

Insofern sieht das alles erst mal sehr ähnlich aus. Aktuell dürfte Java oder C# der wahrscheinlich beste Start darstellen, da Java oft in Schulen genutzt wird und Microsoft mit C# auf Windows natürlich eine sehr gute EntwicklungsUmgebung (quasi Word für Programmierer) als auch umfangreiche kostenfreie Informationen bereit stellt. Hier mal ein paar Links:

Mathematik in der Schule

Es muss nicht Excel sein, um die Funktionen und Formeln, die in der Schule allgegenwärtig sind, in einer Tabellenkalkulation umzusetzen. Aber warum lange überlegen, wie Formen aussehen, wenn der PC am Tisch das Ergebnis schnell mal errechnen kann. Ich kann mich noch gut an meinen Physiklehrer erinnern, der uns "Computerfreaks", als die wir damals verschrien waren, als Aufgabe die Darstellung der verschiedenen Wellen aufgetragen hat. Im Physikunterricht hatten wir zwar die Formeln, um die Position eines Punktes zu einer bestimmten Zeit zu ermitteln, aber erst mit dem Apple ][ mit "Klötzchengrafik und 1 MHz Taktrate konnte man das auch "sehen". Schon klar, dass man die Werte vorher alle berechnen musste, denn in "Echtzeit" konnte das der 6502-Chip damals noch nicht. Aber auch hier gibt es passende "Programme"

Spielen mit Texten und Formaten

Auch zum Schreiben gibt es viele Dinge, die später weiter helfen. Neben dem "Tippen" als solches gibt es auch mit der Textverarbeitung deiner Wahl viel zu entdecken. Stellt euch mal vor, ihr müsstest eine Facharbeit, Praktikumsarbeit und später ein Buch oder eine Diplom- bzw. Doktorarbeit schreiben. Niemand wird dann auf die Idee kommen, jeden Abschnitt manuell zu formatieren. Formatvorlagen und Vorlagen sind hier die Schlüssel. Das gleiche gilt für Webseiten. Eine Überschrift formatiert man hier schon lange nicht mehr mit einer Abänderung der Schriftgröße und Art, sondern sagt dem System, dass es eine "Überschrift" ist (Stichwort <h1>Überschrift </h1>") und überlässt einem Stylesheet die Formatierung. So kann der gleiche Texts immer wieder komplett anders aussehen. Schon mal versucht, deine Webseite in ein Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter-Outfit zu packen ? Oder die Ansicht auf verschiedene Endgeräte (Computermonitor, Drucker, Smartphone) zu optimieren. Auch das "Layout" einer Präsentation (Powerpoint o.ä.) oder der Schülerzeitung kann flexibel gestaltet werden. Und es werden sich viele neue Freunde finden, die schon immer wissen wollten, wie das geht.

Spiele als Entwicklungsanstoß

Wer bislang immer "nur" gespielt hat, könnte natürlich einmal damit anfangen, selbst ein Spiel oder etwas "Spielähnliches "zu entwickeln. Sicher wird dies nicht gleich ein Megaseller werden, aber Anreiz genug sollte es schon sein, sich eine Spielidee zu überlegen und vielleicht umzusetzen. Da Musik, Bilder und Charaktere natürlich viel Arbeit bedeuten, kann es auch ruhig mal ein Strategiespiel sein. Selbst etwas "ganz einfaches" wie ein Tic-Tac-Toe ist schon eine Herausforderung. Mühle und Dame sind ebenfalls nette Spiele, die euch dazu bringen, nicht nur Eingaben und Oberfläche zu entwerfen und die Elemente auf dem Spielbrett zu steuern, sondern auch dahinter den Algorithmus zu schreiben. Mit einem Mensch als "Vermittler" kann man sogar zwei gleiche Programme "gegeneinander" spielen lassen, wenn eines schon mal anfangen kann. Verschiedene Hersteller geben passende Software kostenfrei ab. Natürlich erhoffen die Hersteller sich, dass man früh eine Umgebung "besser" könnenlernt und später auch kommerziell dann einsteigt. Es ist für das Lernen aber egal, ob man nun auf Windows oder Unix,  mit C# oder Java, auf INTEL oder AMD-Prozessoren oder Grafikkarten von NVidia oder ATI arbeitet. Es ist alles letztlich sehr ähnlich. Auch die Autos verschiedener Hersteller unterscheiden sich bezüglich der Bedienung der Standardfunktionen kaum.

Aber auch einfache Umgebungen erlauben es eigene Spiele zu schreiben. So fällt der Einstieg leicht und die jungen Einsteiger verlieren nicht sofort den Spaß

Animation/StopMotion

Was machen aber Kinder, die mit sowohl mit Mathematik/Physik aber auch mit Spielen nicht viel am Hut haben? Vielleicht sind ja Rollenspiele o.ä. interessanter für euch. Auch hier gibt es fertige kostenfreie Programme, mit denen relativ einfach Animationen erstellt werden können. Leider ist auch mein Kandidat da nur auf Englisch verfügbar, aber das ist ja nur ein weitere Grund etwas besser in Englisch aufzupassen oder ?. Kleiner Hinweis: Ich hab Englisch in der Schule auch nicht "geliebt" und die Noten-Kurve" war dann auch 2-3-4-4-5-4 und so weiter). Wer also in "Technik" und "Sprachen" nicht gleichzeitig gut ist, sollte sich trotzdem nicht von englischen/amerikanischen Webseiten nicht abschrecken lassen, sondern es eher als sportliche Herausforderung sehen.

Dying 47-Year-Old Professor Gives Exuberant ‘Last Lecture’
http://video.google.com/videoplay?docid=-5700431505846055184

Fraktale und Mandelbrot

Mathematik alleine kann auch sehr inspirierend sein. Zu Zeiten meiner Diplomarbeit 1991 war Rechenleistung noch kostbar und ich habe in einem Novell Netzwerk die ganzen PCs der Mitarbeiter in der Nacht über das LAN für mich arbeiten lassen., um etwas schneller die entsprechenden Bilder zu erhalten. Mittlerweise sind selbst Tablets schneller, dass die Bilder in Sekunden entstehen und nicht mehr in Minuten oder Stunden.

Mobiltelefone

Ein anderer Bereich ist das Mobiltelefon. Auch wenn es schon Notebooks und Netbooks gibt, so ist der Markt der Smartphones natürlich sehr verlockend. Oftmals sind es gerade die kleinen "Helfer", die massenhaft Verbreitung finden und mit weniger Aufwand zu erstellen sind, als eine "gro����e Software für den PC". Auf der anderen Seite gibt es aber Millionen Smartphones und über verschiedene Shop-Systeme auch fertige Vertriebswege, wenn doch mal aus dem Experiment etwas werden sollte. Wenn du also deinen Mitschüler mit dem ersten selbstgeschriebenen Programm auf dem Telefon beeindrucken willst, dann nur los. Es ist gar nicht so schwer, da auch hierfür die Hersteller die Einstiegshürden relativ niedrig gehängt haben und die EntwicklungsUmgebung oft kostenfrei abgeben. Schließlich möchten auch diese Firmen, dass möglichst viele "junge Einsteiger" ihre Plattform wählen. Es gibt da eigentlich wichtige bzw. bekannte Plattformen.

Interessant sind aus meiner Sicht z.B. die Android-Systeme, da es auch sehr viele günstige Geräte gibt, die man nicht unbedingt als "Telefon" verwenden muss, sondern z.B. auch als Mediaplayer, Steuerungspanel an der Wand etc. verwenden kann. So ein 7" Touchgerät mit Tablet könnte ja auch eine Steuerungskonsole für die Haustechnik, eine super intelligente Fernsteuerung o.ä., sein. Alles nur eine Frage deiner Phantasie

Erste Schritte in die Elektronik

Durch meine Kinder erfahren ich, wie früh sie heute schon mit elektrischen Schaltkreisen zu tun haben. Die eigene Wechselschaltung oder auch einfach nur einen Stromkreis ist selbst für Grundschulkinder interessant. Ich habe z.B. bei der Schuleinführung meiner jüngsten Tochter ein der Jackentasche zwei Batterien (a 1,x5) , zwei Glühlämpchen (a 3V),einen Schalter und ein paar Verbindungskabel mit magnetischen Enden gehabt. Anstatt "Langeweile" war schön zu sehen, wie experimentell ein Stromkreis entstand und mit Reihenschaltung/Parallelschaltung von Lämpchen und Batterien experimentiert wurde.

Der nächste Schritt ist dann natürlich das erste Steckbrett für etwas ambitioniertere Schaltungen. Allerdings stellt sich hier schon die Frage, ob eine Schaltung noch "real" aufgebaut werden muss, oder ob das ganze auch als reine Emulation genutzt wird

123D Circuits Electronics Lab
https://www.youtube.com/watch?v=OCmeyJA5IRk

Aber ich bin sicher, dass irgendwann doch die ein oder andere Kupferader verlegt, der Lötkolben angeheizt und der Mikroprozessor angeworfen wird. Das ist mit einem ESP8266 SoC oder als MSXFAQ.DE:NodeMCU oder gleich mit einem Arduino oder RaspberryPI sehr schnell möglich.

Steuern und Regeln mit dem PC

Wer sich traut, seinen PC mit etwas Elektronik zu verbinden, kann mit dem PC natürlich auch andere Dinge steuern oder Auslesen. Zu meiner Zeit haben wir noch ISA-Steckkarten mit TTL-Chips bestückt. Dank USB und Ethernet ist es heute nicht mehr erforderlich, direkt im PC drin zu arbeiten. Wer seine Eigenbauten zudem an einem dazwischen geschalteten USB-Hub anschließt, muss schon viel Mist machen, bis der PC schaden nehmen wird.

Es gibt eine Vielzahl von mehr oder minder fertigen Bausteinen, die auf der einen Seite an den USB-Anschluss eines PCs und auf der anderen Seite an die eigene Schaltung angeschlossen werden kann

Nachteil all dieser Module ist, dass die eigentliche Steuerung weiterhin der Computer übernimmt. Das kann gut sein, weil so auch eine Verbindung zum Internet denkbar ist aber der PC benötigt natürlich auch Strom.

Robotik und autarke Systemen

Ein anderes Gebiet sind die unabhängigen Robotik-Experimente, bei denen ihr eine Software entwickelt aber dann "auf den Roboter" aufspielt, der dann ohne weitere Verbindung zum PC dieses abarbeitet. Das muss nicht das "große Projekt" sein. Ich weiß noch, wie ich früher ein "Lauflicht" aus Transistoren aufgebaut habe. vier identische Stufen, die per Kondensator nach bestimmter Zeit den Ausgang umgeschaltet und damit die nächste Stufe angestoßen haben. Über die Dimensionierung von Widerständen und Kondensatoren konnte die Geschwindigkeit geregelt werden. Heute bekommen Sie für 2 Euro und weniger einen kleinen Chip, welcher Prozessor, Speicher, Eingabe und Ausgabeports enthält und per Software dazu angewiesen werden kann, vier Ausgänge nacheinander durchzuschalten. Heute ist es einfacher, eine Logik zu programmieren anstelle diese diskret aufzubauen. Mit Platine und Nebenbauteilen kostet es dann doch etwas mehr als 2 Euro aber sind immer noch interessant und vor allem extrem flexibel. Einige der Systeme gibt es sogar mir Ethernet-Anschluss.

Eine andere Möglichkeit in autarke Systeme einzusteigen ist natürlich der direkte Start mit einem Roboterbausatz oder Fertigsystem. Auch diese gibt es in verschiedenen Bauformen. Hier eine nicht repräsentative Auswahl.

Was zum Schmökern oder schon älter ?

Wer auch abseits der Tastatur einfach erst mehr über Computer und Netzwerke erfahren will, kann dies natürlich auch über das klassische Medium "Buch" tun. Natürlich auch "online" per eBook, PDF-Datei oder doch wieder am PC als HTML-Seite.

Und weil das Taschengeld vielleicht nicht für die "großen Bücher" ausreicht, könnt ihr natürlich in jeder Bibliothek entsprechende Exemplare finden. Oder ihr sucht euch eine der Schriften im Internet, die es manchmal auch kostenfrei gibt, z.B.:

Wettbewerbe

Es gibt sehr viele Seiten, die sich mit Mathematik, Physik und natürlich Informatik beschäftigen, z.B.:

Alles nichts für euch ?

Tja, dann schau euch mal um, was euch denn sonst noch Spaß machen könnte. Auch diverse Museen sind keineswegs "trocken". In meiner Umgebung ist z.B. das Heinz Nixdorf Museum (www.hnf.de) mit dem angeschlossenen Schülerlabor (http://www.coolmint-paderborn.de/) oder das MINT in Verl (http://www.mint-technikum.de/). Schau mal bei euch in der Umgebung. Sucht einfach nach MINT, der Abkürzung für "Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik( Es gibt auch außerhalb der Schule Personen und Firmen die "begeistern". Aber wartet nicht darauf, dass euch jemand etwas bei bringt, sondern werdet selbst aktiv. Und wer schon in der Ausbildung ist und noch Ideen für Anwendungen im Bereich Netzwerk, Exchange, Lync etc. sucht, kann gerne mal meinen Bereich Ideen durchstöbern.

Es gibt aber natürlich noch ganz viel abseits der Tastatur zu entdecken, d.h. nicht jeder muss sich zum Computerfachmann oder Programmierer entwickeln. Oft reicht es, jemand zu können der weiß wie es geht und ihr macht das, was euch mehr Spaß macht, z.B. Musik, Sport, Handwerklich arbeiten, Mofa und Motorrad reparieren, in der Feuerwehr und DRK helfen, Modellautos bauen usw. Vielleicht kommt ihr einfach ein ein paar Monaten wieder zurück.

Weitere Links