ESP8266

Zuerst habe ich nur nach einer möglichst günstigen Option für WiFi in meinen Bastelprojekten gesucht. So ein Arduino Ethernet oder entsprechende Shields sind ja nicht gerade günstig und belegen zudem GPIO-Ports. Sehr schnell habe ich dann den Chip "ESP8266" als Option gefunden. Viele Beschreibungen zeigen, wie dieser als "Terminal" einfach an beliebige Systeme angebunden werden kann, solange diese eine serielle Schnittstelle haben. Aber nach einiger Betrachtung habe ich bald gesehen, dass dieser Baustein, den es für weniger als 5€ komplett aufgebaut gibt, noch viel mehr kann. Er ist seit Dezember 2013 in Produktion.

Es soll bald einen großen Bruder oder Nachfolger des beliebten ESP8266 geben. Preis ca. 3-5 US$
Espressif ESP32 https://espressif.com/en/products/hardware/esp32/overview
Von allem etwas mehr und zzgl. Bluetooth
http://www.heise.de/make/meldung/Grosser-Bruder-Der-Mikrocontroller-Espressif-ESP32-vorab-ausprobiert-3258216.html

ESP8266 als WLAN-Gateway (Terminal)

Die einfachste Funktion ist die Anbindung als Terminal über einen seriellen Port. Technisch sind dazu gerade mal vier Kabel erforderlich: +3,3v, GND, RxD und TxD. Aus der Menge der vielen Boards mit einem ESP8266 sind für diesen Zweck die Miniboards mit 8 Pins sehr gut geeignet:

Bei diesen Boards sind natürlich nur ein Bruchteil der IO-Anschlüsse erreichbar aber sie sind für eine serielle Anbindung der WiFi-Funktion komplett ausreichend. Die Pin-Belegung zeigt den Blick von oben auf das Board. Angeschlossen wird:

  • GND und VCC sind Masse und 3,3V Versorgung
  • TxD und RxD sind die seriellen Datenleitungen
    Auch sind hier 3,3V einzuhalten.
  • CH_PD muss an VCC, damit der Chip "läuft"
    Wird der Pin auf GND gelegt, dann wird der Chip deaktiviert, z.B.: für Stromsparfunktionen
    Man legt ihn also am besten über einen Widerstand auf HIGH
  • RST führt einen Reset aus bei Kontakt zu GND
    Man legt ihn also am besten über einen Widerstand auf HIGH
  • GPIO0: Input/Output und FlashStart
    Wenn der Pin beim Einschalt auf GND liegt, wird der ESP8266 in den UpdateMode gesetzt, um eine neue Firmware zu flashen.

Dabei muss man natürlich beachten, dass das Modul wirklich nur 3,3V verarbeitet. Die Versorgungspannung muss also entsprechend reduziert werden und die auch die Datenleitung vom Arduino und Co zum ESPS8266 sollte zumindest über einen Spannungsteiler (1k/2k Ohm) von 5V auf 3,3-Level gebracht werden. In die Gegenrichtung sendet das Modul zwar auch nur 3,3 Volt, aber dies wird von den meisten TTL-Schaltungen zuverlässig als "High" erkannt. Ein Versuch ist es zumindest wert, ehe Sie aufwändige Spannungswandler einsetzen. Sie können natürlich auch gleich alles in 3,3V-Technik aufbauen. So gibt es den Arduino Pro Mini 328 als 3,3V-Version.

So ein einfacher Spannungsteiler ist nicht für die Stromversorgung ausreichend. Das Modul braucht beim Senden bis zu 300mA, im Schlafmode aber teilweise nur 12µA. Eventuell müsste man doch mal einen SuperCAP mit ein paar Farad dazu schalten.

Die Steuerung erfolgt dann per AT-Befehle mit der entsprechenden Baudrate abzusetzen sind. Je nach Firmware ist die Default-Baudrate mal 115200 oder 9600Baud, Hier ist ggfls. etwas zu experimentieren. Die häufigsten Befehle sind:

AT-Befehl Bedeutung

AT+RST

Reset des Moduls

AT+CWMODE?

Aktuelle Betriebsart auslesen, 1=Client, 2=AccessPoint, 3 = Beides

AT+CWSAP?

Ausgabe der aktuellen Konfiguration

AT+CWJAP?

Anzeige der aktuellen WiFi Verbindung

AT+CIFSR

Aktuelle IP-Adresse

AT+CWSAP=\"MSXFAQ\",\"kennwort\",1,3"

Module als Client am WLAN mit der SSID "MSXFAQ" und dem Password "kennword anmelden". Nutze den Kanal 1 und die angegebene Verschlüsselung
(0=open, 1=WEP, 2=WPA_PSK, 3=WPA2_PSK, 4=WPA_WPA2_PSK )

AT+CIPSTART

Initiiere ausgehende TCP/UDP Verbindung 

AT+CIPSEND

Sende Daten

AT+ CIPSERVER

Start Server-Betrieb zum Empfangen von Daten

+IPD

Empfange Daten, wenn vorher als Server gestartet

Da die komplette UDP/TCP-Kommunikation durch den Chip selbst erledigt wird, sind die Programme entsprechend kompakt und benötigen keinen größeren Speicherplatz, wie dies beim Arduino oft aufgrund der erforderlichen IP-Bibliotheken der Fall ist.

ESP8266 Tutorial AT Commands
https://www.youtube.com/watch?v=uznq8W9sOKQ

ESP8266 - Innere Werte

Auch wenn der erste Eindruck de Minimoduls nicht viel erwarten lässt, haben die Entwickler jede Menge Dinge in das Board gepackt. Ein stark vereinfachter Vergleich zeigt, dass das Board deutlich mehr Speicher und MHz hat, als die bekannte Arduino-Plattform und WiFi schon an Bord hat. Der TCP-Stack ist angeblich komplett in Hardware abgebildet, so dass sich die eigene Software darum nicht mehr kümmern muss. Zudem sind auch SPI/I2C-Anschlüsse enthalten.

System PIC 32 Arduino ESP8266 RasPi B

CPU

40-200 

8/16 MHz
ARM

80 MHz
ARM

700 MHz 
ARM

Flash-Speicher (kb)

16-2048

32k

512k-4MB

SD-Karte 

GPIO

bis 48 

14-54 

bis zu 18 

17/26 

RAM 

4-512k

1-8 

64k Instruction RAM
96k DataRam (81k frei)

512MB 

Mal abgesehen vom RasPi, der in einer ganz anderen Liga spielt (Performance aber auch Preis) sind die Unterschiede zwischen PIC, Atmel und ESP8266 nicht so fundamental. Sie sind alle kleine SoC's (System on a Chip) mit vielen Ein- und Ausgängen.

Achtung: Der ESP8266 braucht durch die höhere Taktrate und natürlich die WiFi -Funktion auf jeden Fall mehr Strom und er ist nicht 5V-tolerant. Aber es spricht nichts dagegen, mit 2 1,5V Batterien das Gerät beim Auftreten eines Event kurz aufzuwecken.

Im den Zuge ist es natürlich interessant, wie schnell das Modul nach dem "PowerUp" angemeldet ist und Daten senden kann. Reicht es z.B. für eine Türklingel mit Batteriebetrieb?

Datenblatt
http://www.adafruit.com/datasheets/ESP8266_Specifications_English.pdf

ESP8266 Stromverbrauch

Der Bau von kleinen Computern eröffnet viele Wege und ein wichtiger Aspekt ist auch das Thema Energieverbrauch. Auch der kleinste Schaltkreis braucht Strom und so gibt es einige Dinge zu überlegen. Der ESP8266 braucht nach dem "PowerUp" oder "WakeUp" einige Sekunden um per WiFi wieder im Netzwerk angemeldet zu sein und das kostet schon um die 200mA für einige Sekunden. Wer damit auf einer Batterie arbeitet, kann nicht alle 10 Minuten einen Messwert erfassen und ins LAN senden. Dafür gibt es dann andere Techniken (ZigBee etc.), die viel schneller einfach "senden".

Wenn der ESP8266 aber im "Deep Sleep"-Mode ist, braucht er laut Datenblatt typischerweise 10µA und mit zwei AA-Batterien (a 2600mAh) sollten damit auch 3 Jahre möglich sein. Bedenken Sie aber auch den Stromverbrauch einer externen Beschaltung und die Alterung der Batterien.

  • Netzteil
    Fast überall haben wir 220V aber selbst wenn ein Modul nur ganz wenig Leistung benötigt, so hat ein Netzteil immer auch eine Verlustleistung. Sicher gehen beim WiFi-Betrieb mit 200mA bei 3V schon 0,6W durch die Leitung aber das ist ja meist immer noch weniger als die Verlustleistung des Netzteils
  • Batterie
    3V lassen sich mit 2x 1,5 AA recht schnell bereit stellen. Es gibt auch LiPo-Batterien, die viel mehr Energie bei 3V liefern. Dennoch sind selbst 500mAh nicht sehr viel. Laufzeiten von einem Jahr könnten damit aber schon erreicht werden. Natürlich nur, wenn der ESP8266 auch wirklich oft genug im "Deep Sleep" verharrt, sonst ist nach wenigen Stunden schon die Energie aufgebraucht
  • Solar + GoldCAP
    Ausprobiert habe ich es noch nicht, aber eine Solarzelle könnte zumindest zur Speisung beitragen. Allerdings sind auch hier die Spitzenströme nur durch größere Zellen zu erreichen. Aber wenn lange genug Licht auf das Gerät fällt, könnte eine Solarzelle mit einem Gold-CAP (Kondensator mit hoher Kapazität) eine Lösung darstellen
  • Solar + Akku
    Wenn Sie ihren Lieblingslieferanten besuchen, dann finden Sie dort sicher auch Akku-Packs mit Solarzellen. Als Campingbedarf soll man damit auch "Outdoor" sein Smartphone aufladen können. Das klappt oft aber nicht, da die Erwartungen an die Leistung einer Solarzelle im direkten Sonnenlicht nicht immer realistisch sind. 5V und 1A -Ladestrom ist unrealistisch mit einer Solarzelle in den Abmessungen eines 5"-Smartphone. Schauen Sie sich mal die "Gartenleuchten" mit Solarzelle und AA-Zelle an. Das Licht des Tages kann schon für ein paar Stunden "LED-Betrieb" reichen.

Wenn die Aufgabenstellung wirklich so ist, dass nur ganz selten mal ein Wert zu ermitteln ist und keine aktive vom ESP8266 hin aufgebaut werden muss, dann kann der Baustein vermutlich am günstigsten mit Batterien betrieben werden. Selbst die 0,9mA im Standby können z.B. durch einen Akku mit Solarspeisung einen günstigen Betrieb z.B. im Garten erlauben. Von SparkFun gibt es sogar ein Modul mit integriertem LiPO-Laderegler und entsprechenden Anschlüssen:

Leider ist der USB-Anschluss nicht auch zugleich Programmierzugang. Aber so spart man sich nicht nur Teile sondern auch den Stromverbrauch eines USB/Seriell-Wandlers

Viele ESP8266 Boards

Der ESP8266 kann aber mehr als nur per serieller Schnittstelle als WLAN-Adapter missbraucht zu werden. Daher gibt es auch noch andere Bauformen, die mehr Ports nach extern legen. Oft basieren alle aus dem ESP-12 Entwurf, bei dem der kleine ESP8266 unter eine Abdeckung verschwunden ist und nur am Rand die Pins angeschlossen werden. Die meisten dieser Boards finden sie über ebay oder aliexpress bei der Suche nach "ESP8266". Wem 2-3 Wochen Lieferzeit nichts ausmachen, bekommt die meisten Boards auch direkt aus dem "Fernen Osten" Portofrei und günstiger.

Mit NodeMCU gibt es einen Open Source Entwurf eines IoT-Boards, welches den Einstieg in die Nutzung des ESP8266 sehr erleichtert hat. Die meisten Boards basieren auf diesem Design und sind kompatibel. Letztlich ist NodeMUC primär eine alternative Firmware.

Bild Preis Beschreibung

ESP8266 Mini Modul

1-2€

Wer nicht direkt mit dem Chip und SMD arbeitet, hat hier das kleinste Modul. Über die 8 Pins sind natürlich neben Vcc, GND, RxD und TxD, RSET und CH_PD nur noch zwei GPIO-Pins herausgeführt. Aber für kleine Projekte reicht das tatsächlich aus. Leider sind die Anschlüsse nun gar nicht "Steckbrett-kompatibel".

ESP8266 Basismodul

1,50-2€

Diese Module finden Sie auf fast allen im folgenden vorgestellten Boards. Es kapselt den eigentlichen Chip unter einer Abschirmung und legt viele Anschlüsse nach extern auf.

ESP8266 ESP-201 Remote Seriell Port WIFI Transceiver Wireless Modul IO Lead TE373

2,5€

Hier nach mal ein vergleichbares Boards, welches aber nicht abgeschirmt und mit Stiften versehen ist. Es hat aber z.B. eine kleine Buchse für eine externe Antenne.

NodeMcu Lua CP2102 ESP8266 Wireless WIFI Internet Development Module DE TE390  

 

5-10€

Unter dem Namen NodeMCU gibt es neue alternative Firmware zur Programmierung per LUA und ein passendes einstiegsfreundliches Board, welches einen USB-Anschluss und USB/Seriell-Wandler samt Stromregelung enthält.

Es gibt mehrere Modelle mit unterschiedlichen USB/Seriell-Wandlern und Baubreite. Beim Einsatz auf Steckbrettern sollten Sie die schmale Variante wählen um leichter noch Verbindungen herstellen zu können.

6-10€

Es schon fast überladenes Experimentierboard mit Relais, LED, DHT11 Feuchte und Temperatur-Messer, Spannungsregler etc.

ESP8266 WIFI Serial Kit Development Board Test Wireless Board Full IO Leads KZ

4-5€

Ein einfaches und sehr günstiges ESP8266 Experimentierboard mit bereits angeschlossenem LDR (Helligkeit) eine LED und einer Spannungsregelung für die 4,5V Batterie.

NoName 

8€ 

Ein weiterer ESP8266 Experimentierbrett mit sehr vielen Schaltern für erste Schritte. 

WeMos D1R2 MiniArduino Layout

7€ 

Die Bastler-Scene wurde durch die Arduino-Boards richtig aufgemischt. und viele anderen Hersteller haben "Shields" gebaut, die auf den gleichen Anschlüssen basieren.

WeMOS 

4€

Interessanter Clone des originalen NodeMCU, der aber schmaler baut und daher einfacher auf Steckbrettern einsetzbar ist.

ESP8266 serial WIFI Witty cloud Development Board ESP-12F module MINI nodemcu

3-9€ 

Das rechte Modul mit drei Tastern, einer RGB-LED und einem Fotowiderstand wird über AliExpress( http://de.aliexpress.com/item/ESP8266-serial-WIFI-Witty-cloud-Development-Board-ESP-12F-module-MINI-nodemcu/32566502491.html ) für 3,60 US$ angeboten.

Leider ist das Board recht breit und passt so nicht gut auf Steckbretter. Der untere USB-Anschluss liefert Strom und die serielle Anbindung (CH340G UART). Der obere Anschluss nur Strom. Nachdem Spannung auf den unteren USB-Port angelegt wird, startet das Gerät im "Flash"-Mode. Ein Druck auf die Reset-Taste startet dann das Programm. Die GPIO-Pins sind wie folgt belegt:

  • Analog0: LDR-Anschluss zum Messen der Helligkeit
    Über einen 470Ohm Pullup zieht er die Leitung mit 1,5KOhm gegen Masse (Spannungsteiler)
  • PIN 4: Der Taster direkt unter der Antenne verbindet diesen Pin bei Druck auf "Low". Leider schirmt der Taster etwas die Funkleistung ab
  • PIN 12: RGB-LED grüne LED
  • PIN 13: RGB-LED blaue LED
  • PIN 15: RGB-LED rote LED

Olimex - ESP8266-EVB

 

9-17€

Wird in Europe gefertigt, ist schnell verfügbar und enthält neben einem Taster sogar ein 220V Relais und eine Spannungsregelung. Nur für Programmierung braucht man einen USB/Seriell Wandler mit Steckern für den UEXT-Anschluss

Hinweis: der 10pol Adapter als auch die Leiterplattenanschlüsse auf dem ESP8266 Tochterboard sind ein proprietärer UEXT-Port von Olimex und kein JTAG o.ä. 

Wer in den üblichen Versteigerungsplattformen nach ESP8266 sucht, findet die unterschiedlichsten "Entwicklungsboards", die mehr oder mindert schon mit Ports, Sensoren, Relais, Taster etc. ausgestattet sind. Mittlerweile gibt es noch viel mehr Boards, die teilweise sich an das Arduino-Layout halten oder besonders klein sind.

Wenn die Boards nicht schon einen USB-Anschluss haben, dann benötigen Sie in der Regel einen USB/RS232-Adapter, die es zwischen 2-10€, je nach Quelle gibt. Achten Sie drauf, dass sie eine 3,3V Version verwenden. der ESP8266 ist nicht 5V tolerant.

ESP8266 AT-Firmware

Von Hause aus kommt der ESP8266 normalweise mit einer Firmware, die auf den seriellen Ports per AT-Befehle ansteuerbar ist um Verbindungen per WiFi aufzubauen. Auch diese Firmware gibt es immer mal wieder in aktueller Form. Wie jede Software gibt es auch hier Bugs zu beheben und Funktionen zu erweitern. für einen Flash-Downloader lässt sich das jeweilige BIN-File auf den ESP8266 herunter laden. Ich habe das mit meinen ESP8266 auch gemacht, um die aktuelle Version zu haben. Hier ein Screencapture der Windows-Software:


Hinweis: das Bild wurde "gestrafft".

Der Flasher kann am Ende den ESP8266 nicht mehr aus dem FlashMode zurückholen, so dass die Meldung am Ende in Ordnung geht. Wer die RESET-Leitung angeschlossen hat, kann sie nutzen oder einfach einmal durch eine Stromunterbrechung einen Reset erzeugen.

Die AT-Kommandos sind z.B.: hier dokumentiert:

Sie finden im Internet durchaus noch andere Anleitungen, da es mit NodeMCU eine sehr interessante alternative Firmware gibt, die statt der originalen Firmware eingesetzt werden kann. Natürlich können Sie auch komplett ihre eigene Firmware schreiben.

ESP8266 und Arduino IDE

Interessant wird der ESP8266 aber nicht nur allein durch seine Betriebsart als autarkes System sondern durch eine einfache und ansprechende Entwicklungsumgebung. Seit vielen Jahren ist die Arduino-IDE quasi ein Standard für kleine hardwarenahe Projekte. Mit der IDE 1.6.4 ist es nun sogar einfach möglich, Arduino-fremde Boards einfach zu integrieren. Die Arduino-IDE ist dann weiterhin die "Entwicklungsplattform", während im Hintergrund dann ein anderer Compiler den Code übersetzt und auf das entsprechende Board herunter lädt.

Es gibt natürlich noch andere Entwicklungsumgebungen.

Das ist natürlich eine Steilvorlage, um auf Basis des ESP8266 ohne zusätzlichen Mikroprozessor eigene Projekte zu starten.

PlatformIO - alternative IDE für Arduino und Co

Aktuell nutze ich die Arduino IDE oder alternativ Notepad++ und NodeMCU. Aber auch mit Platformio steht eine alternative IDE für all diese Kleincomputer zur Verfügung

NodeMCU und LUA

Nicht Jeder kann mit Lötkolben, Widerständen etc. einfach umgehen und das Potential des ESP8266 haben durchaus andere findige Leute dazu gebracht, Erweiterungen und eigene Boards mit dem ESP8266 als Basis auf den Markt zu bringen. Ein sehr interessantes Projekt ist dabei NodeMCU. Es enthält nicht nur den ESP8266, sondern zugleich auch einen USB/Seriell-Wandler, zwei Taster und natürlich viele IO-Anschlüsse. Es ist also eine ideale Basis für eigene IoT-Projekte.

Entsprechende Hardware gibt es für weniger als 10€ bei den üblichen Quellen zu kaufen. NodeMCU nutzt eine eigene Firmware, in der mit der Skriptsprach LUA dann eigene Lösungen entwickelt werden können. Die Firmware enthält einen LUA-Interpreter, der Befehle über eine serielle Verbindung annimmt und so auch programmiert wird.

Der große Vorteil von LUA ist, dass es eine sehr einfache Skript-Sprache ist. Mit so wenigen Zeilen können Sie sich per WiFi an einen AccessPoint verbinden und ein HALLO per UDP versenden.

wifi.setmode(wifi.STATION)
wifi.sta.config("SSID","password")
ip = wifi.sta.getip()
print(ip)
udpclient=net.createConnection(net.UDP)
udpclient:on("receive",function(udpclient,c) print(c) end)
udpclient:connect(5683,"192.168.178.10")
udpclient:send("Hallo")

Wenn Sie nun neugierig geworden sind, dann schauen Sie doch mal auf der Seite NodeMCU

WiFi Modul ESP8266

Auf Basis des ESP8266 sind mittlerweile Module für unter 5€ erhältlich, der per WiFi als Client oder AP arbeiten können und auf der anderen Seite über 4 Leitungen (3,3V, GND, RxD, TxD) an beliebige Systeme angebunden werden können. Über AT-Befehle wird das Modul konfiguriert und nimmt eigenständig dann IP-Verbindungen an, die es per seriellen Protokoll weiter gibt. Hohe Durchsatzraten sind damit sicher nicht zu realisieren aber als kleines Meldesystem ist das vollkommen ausreichend.

Interessant hierbei ist, dass der ESP8266 sogar selbst programmiert werden kann. Wer hier etwas pfiffig ist kann allein mit dem Modul schon ganz einfache Ein/Ausgaben über die vorhandenen GPIO-Pins ganz ohne zusätzliche Mikroprozessoren abwickeln.

ESP8266 Module

Basierend auf dem Basis-Modul oder Chip haben natürlich ganz viele Firmen eigene Boards entwickelt, auf der ein ESP8266 schon verbaut ist. Die Liste hier ist sicher nicht vollständig. Insbesondere in Verbindung mit NodeMCU gibt es weitere Module für kleine Schaltaufgaben

5$ Arduino WiFi Module!? ESP8266 mini Tutorial/Review
https://www.youtube.com/watch?v=9QZkCQSHnko

Cheap and Easy WiFi (IoT) Tutorial Part 1 - ESP8266 Setup/Intro
https://www.youtube.com/watch?v=qU76yWHeQuw

ESP8266 Hack #1: Web Enabled LED - WiFi Internet-of-Things IoT
https://www.youtube.com/watch?v=VvIoBFLj2Xo

BitBastelei #132 - WLAN-Thermometer mit ESP8266 & DHT22
https://www.youtube.com/watch?v=MH-nlpQwDN8

ESP8266 Arduino IDE HowTo
https://www.youtube.com/watch?v=-aZU8YqHlHw

ESP8266 und SSL

Würden Sie einen Dienst ohne Kennworte betreiben oder Daten unterschlüsselt übertragen?. Sicherlich sehr ungern und über TCP gibt es ja TLS. Leider ist das aber bei so einem kleinen SoC nicht ganz einfach. So ist z.B. schon die Liste der Stammzertifikate für den Speicher zu groß, so dass man sich auf wenige Zertifikate oder sogar ein "SelfSigned" beschränken müsste. Von CRL-Abfragen o.ä. Anscheinend tut sich da aber noch was

ESP8266 und ...

IO-Ports auf der einen Seite,

  • ... Skype/Exchange
    Auch wenn der ESP8266 doch mehr  Speicher hat, als ein kleiner Arduino so wird es wohl doch nicht so einfach einen kompletten EWS-Stack oder UCWA-Stack darauf unter zu bringen. Aber das muss man auch gar nicht, wenn man sich eines Proxy bedient. Anstatt in so einen kleinen SoC möglichst viel Code zu quetschen, plädiere ich für einen stark vereinfachten Code auf dem SoC, der quasi nur die notwendigsten Daten sendet und abruft. Auf dem Weg zu Exchange oder Skype für Business ist dann eine Middleware erforderlich, die z.B. als WebService die Verbindung zu den großen Systemen aufrecht erhält, die Authentifizierung durchführt und damit dem ESP8266 einen sparsamen Betrieb erlaubt.
  • ... und PRTG
    Es gibt schon sehr viele Projekte, die Daten aus Temperatursensoren auslesen, Signalstände auswerten oder Ausgaben erzeugen und per HTTP erreichbar sind. Auch ohne SSL etc. ist dies ein breites Feld. PRTG - HTTPPush-Sensoren sind eine sehr gute und einfache Basis, um Daten von solch kleinen Systemen an Monitoring-Systeme zu senden.
  • ... M-Bus
    Der "M-Bus" ist quasi ein Standard für Hausgeräte. Sowohl meine Wärmepumpe, mein Lüftungsgerät und sogar ein Entkalkungsgerät hat so einen Bus. Mein eigenes Pluggit-Lüftungsgerät HAT Ethernet aber es sollte ein Einfaches sein, auch andere Geräte "ins Internet" zu bekommen. Ich denke da an Wasserenthärtungsanlage, Stromquellen u.v.m

Ideen gibt es viele aber 24h sind oft viel zu kurz. Ich verweise aber gerne auf andere Projekte oder vielleicht möchten Sie ja tätig werden ?

Ehe Sie aber nun sich eine Arduino-IDE suchen und ihre eigene Firmware für den ESP8266 kompilieren, sollten Sie unbedingt einen Blick auf NodeMCU werfen.

Meine weiteren Projekte und Gehversuche werde ich vermutlich mit der NodeMCU machen.

ESP8266 Projekte

Wer dennoch direkt auf dem ESP8266 mit eigener Firmware arbeiten will, findet auch eine Menge Projekte.

Andere ähnliche Module

Der ESP8266 ist nicht der einzige Chip mit WiFi und ein paar GPIO-Ports.

Weitere Links