Werbeblocker und MSXFAQ

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Notwendiges Übel

Für andere Portale aber ist Werbung oftmals die einzige Einnahmequelle. Wer Printmedien verkauft, muss heute schon eine elektronische Version anbieten und die Webseite dazu ist quasi die Einstiegstür. Guter Journalismus kostet nun mal Geld, weil echte Leute "schreiben". Besucher per Internet sind aber nicht mit Käufern im Zeitschriftenladen gleich zu setzen. Sie hinterlassen erst mal kein Geld, maximal ein paar Datenspuren. Insofern ist die Werbung auf diesen Plattformen die einzige Einnahmequelle, wenn es keinen Mitgliederbereich für eine zahlende Kundschaft gibt.

Das Problem mit den Medien und das Internet im allgemeinen ist, dass viel Inhalt einfach nur Kopiert oder von Agenturen bereit gestellt und für das eigene Angebot zurecht geschnitten wird. Richtige "Artikel" sind eher die Ausnahme und da kann ich verstehen, dass diese nicht auch noch kostenfrei gelesen werden können.

Nun ist der Besucher allerdings ein schreckhaftes Wesen und wenn er eine Information über den einen Weg nicht erreichen kann, versucht er es vielleicht auf einer anderen Seite. Ich bin immer wieder überrascht wie lange Administratoren im Internet "suchen", anstatt einfach eine Firma mit Support anzugehen. Anscheinend ist es für Firmen immer noch billiger, wenn ein Admin oder Azubi stundenlang im Internet nach Blogs, Supportdatenbanken und Foren sucht und sicher auch die ein oder andere Falschinformation aussortieren muss.

Ähnlich wird es auch bei den "nicht technischen" Inhalten sein. Die öffentlich rechtlichen Medien wie heute.de, tageschau.de, zdf.de etc., werden ja durch die Rundfunkgebühr "Zwangsabgabe" bezahlt. Alle anderen Medien ohne Staatsförderung müssen aber schauen, dass die Kosten gedeckt und die Inhaberdividende bezahlt werden kann. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf den Webseiten mit Werbung zu agieren und gewisse Inhalte nur für zahlende Besucher bereit zu stellen. Das Problem hierbei ist, aber, dass es sehr schwer ist aus einem anonymen Besucher auch einen zahlenden Kunden zu machen, was sicher an einer fehlenden standardisierten Micropayment-Plattform liegt aber auch daran, dass viele Besucher beim Wink mit einer Bezahlschranke schnell weiterziehen und hoffen ,dass eine andere Gazette die Information vielleicht nicht gesperrt hat. Und so verbringen dann Millionen von Surfern die Zeit unproduktiv beim Webseiten-Hopping.

Notwehr

Wenn die Besucher aber nicht zum Bezahlen zu bewegen sind, dann muss eben noch mehr Werbung her und noch aufdringlicher beworben werden und Tools zum Auslenden von Werbung müssen erkannt und verhindert werden. Und damit beginnt das Wettrüsten, was aus meiner Sicht aber die Anbieter begonnen haben, Sie haben die Schraube zum "Werbung ansehen" immer stärker angezogen und die Besucher quasi genötigt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zumindest die Anwender, die etwas technisch versiert sind, setzen daher AD-Blocker ein. Ich kann das sogar komplett nachvollziehen, denn:

  • Aufdringliche Werbung nervt
    Eine "ruhige" Werbung am Rand oder Kopf kann ich noch akzeptieren, aber wenn beim Scrollen die Werbung einen Verfolgt, ein Bewegen der Maus über Worte gleich ein Werbepopup erscheinen lässt oder die Webseite durch überlagernde Werbung verstümmelt wird, dann hat das schlicht das gleiche Niveau eines aufdringlichen Bettlers.
  • Werbung und Bandbreite
    Der Anzeige von Werbung geht die Übertragung der Werbung voraus. Solange es einfache Bilder und Texte sind, wäre das zu toleriere. Wer aber einen Textartikel liest und daneben werden schon Videos abgespielt oder Bilder durch JavaScript permanent ausgetauscht, der hat bei mir verspielt.
  • Versteckte Werbung
    Immer mehr Seiten blenden die Werbung derart ein, dass Sie vom eigentlich Inhalt nicht mehr oder kau noch zu unterscheiden ist. Das ist auf Portalen mit vielen Bildern als Links besonders extrem. Langsam sollte es auch der dümmste Leser verstanden haben, dass Abnehmmittel.
  • Werbung wiederholt sich
    Auch verschiedenen Portalen werden ja kleine Video-Schnipsel angeboten. Meist nur wenige Minuten lang. Um diese mit Werbung zu befeuern, wird quasi als Vorspann eine 30 Sek Werbung eingeblendet. Auch hier stört mich natürlich erst einmal die Bandbreite, gerade wenn man Mobil unterwegs ist. Auch ist es schon ein krasses Missverhältnis zwischen Werbung und Kontent. Wenn dann aber mehrmals hintereinander die gleiche Werbung gezeigt wird, dann nervt das einfach nur. Dort werde ich sicher nicht mehr landen.
  • Falsche Werbung und die Macht der der Werbenetzwerke
    Kaum hat man bei der Firma seines Vertrauens diverse Dinge gekauft oder in den Warenkorb gelegt, kann man wunderbar sehen, wie die Werbung sich darauf ausrichtet. Allerdings werden keine Alternativen oder ergänzende Produkte angeboten sondern genau das gleiche Zeug, was man eh schon gekauft hat, Und da sind sich selbst bekannte Firmen wie Conrad, Reichelt, Amazon etc. nicht zu schade dafür. Aber nicht nur, dass die Werbung so keinen Nutzen für mich hat, sie zeigt auch, wie verfolgbar ich als Konsument und Surfer über verschiedene Plattformen bin.

Negativbeispiele

Um die Ausführungen etwas zu verdeutlichen, haben ich im Februar 2016 ein paar aus meiner Sicht extrem negative Beispiele aufgeführt, die letztlich dazu geführt haben, dass ich diese Firmen auf meine eigene Blockliste gesetzt habe.

  • www.msn.de
    Eigentlich eine ganz normale Portalseite, die aber mittlerweile durch Werbung einfach nur zugemüllt ist
    ,
    Der Bereich mit den beiden großen Bildern ist ein Wechselbild mit 15 Bilder, die natürlich alle schon vorgeladen werden, egal ob Sie angeschaut werden. und 3 der Bilder sind kaum als Werbung auszumachen.
  • www.t-online.de
    Angefangen als Portal für die Kunden des Internet-Zugangs der Telekom landen viele immer wieder dort, wenn Sie die Surfhilfe nicht abgeschaltet haben.

    Aber auch hier ist das Missverhältnis zwischen Werbung und Content einfach nur abschrecken.
  • Werbung ohne OptIn
    Mittlerweile scheinen Werbenetzwerke die Mail-Adresse von Besuchern zu "sharen", d.h. wen ich auf der Seite eines Anbieters etwas bestellt habe, und damit nicht mehr anonym bin, dann kann dieser Anbieter ein Werbenetzwerk wie z.B. Criteo einbinden. Wenn ich nun aber auf einer ganz anderen Seite unterwegs bin, um einfach mal zu "schauen", und der ebenfalls das gleiche Werbenetzwerk verwendet, dann kann mich zumindest das Werbenetzwerk "erkennen". Neuerdings scheinen diese Netzwerke die Information über den Besucher weiter zu geben. Schon das ist kritisch, da ich weder eine Vertragsbindung mit dem Werbenetzwerk noch der angesurften Webseite habe. Von einem OptIn allein durch den Besuch der Webseite sind wir noch weit weg. Und dennoch gibt es wohl die ersten, die basierend darauf eine Werbemail senden.
    Browsing your website does not mean I want your spam
    https://medium.com/art-marketing/browsing-your-website-does-not-mean-i-want-your-spam-3821267e902

Übrigens: Schalten Sie doch mal JavaScript in ihrem Browser aus. Mit der Erweiterung NoScript geht das in Firefox z.B. sehr elegant. Wenn dann die Seite unbrauchbar anders aussieht, dann ist sie es wohl auch nicht mehr wert, betrachtet zu werden.

Wobei gerade diese Portalseiten wunderbar zeigen, das dahinter scheinbar gar keine Redakteure mehr arbeiten, sondern Programme die Inhalte von den Nachrichtenagenturen der Welt einfach übernehmen. Dazu sind die Bilder und sogar die Texte ähnlich bis gleich. Also haben diese Portale sowieso keinen Mehrwert mehr.

Meine eigene Einstellung

Ich habe mich damit abgefunden, dass man auf verschiedenen Seiten mit Werbung leben muss, solange man diese besucht. Ich arbeite aktuell auf dem PC ohne Werbeblocker aber ich surfe zum einen im "PrivacyMode", damit die Cookies etc. nicht allzu mächtig werden. Oder ich nutze direkt Firefox mit der NoScript-Erweiterung. So kann ich gut steuern, welche Seiten mich "ärgern" dürfen und welche nicht. Auf den Seiten, auf denen ich aktiv partizipiere, z.B. nach Anmeldung oder als Kunde, nutze ich einen "normalen Browser", um reibungslos zu arbeiten.

So komme ich aktuell auch ohne Adblocker aus. Wenn es eine Webseite dann "übertreibt", dann werde ich diese einfach nicht mehr besuchen. So wichtig ist das Internet nicht und eine Wochenzeitung/Tageszeitung ist ein passabler Ersatz zu einer dauernd aktualisierten Webseite die letztlich aber keinen wichtigen Inhalte liefert.

Es liegt also an den Portalbetreibern, dass Sie ein sinnvolles Maß zwischen Werbung und Inhalt entwickeln und ihr Portal als Eigenwerbung ansehen, damit die Besucher zu Kunden werden. Bei uns als Kunden liegt aber auch die Verantwortung, nicht wegen jedem Informationsschnipsel sich alles gefallen zu lassen. Bleiben Sie einfach weg, damit die Betreiber auch dieses Feedback erhalten und entweder ihr Konzept umstellen oder letztlich vom Markt verschwinden.

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