Ontrack PowerControls 1.1

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ACHTUNG: Aktuellere Version verfügbar.

Webseite des Herstellers: http://www.krollontrack.de/produkte/ontrack-powercontrols/
Einkaufen über Ontrack Shopsystem. ACHTUNG: Erfragen Sie auch einen Projektpreis und nutzen Sie eine ausführliche Beratung zur Lizenzierung über NetatWork.

Dank der freundlichen Überlassung von KrollOntrack.de konnte ich das Programm PowerControls 1.0 und 1.1 schon vor dem offiziellen Produktankündigung testen. Bitte lesen Sie sich meine Beschreibung zu diesem recht einzigartigen Produkt durch. Es gibt von Ontrack eine Testversion http://www.krollontrack.de/software/kostenlose-trial-downloads), mit der Sie die Funktion anschauen können. Allerdings ist der Export beschränkt. Sie sehen dass aber, was sie noch retten könnten.

Kosten und Kaufen

Wenn sie PowerControls kaufen wollen, dann können Sie das über das Ontrack Shopsystem tun. Indirekt unterstützen Sie dann auch mich beim Betrieb dieser Webseite. Power Controls 1.1 gibt es in folgenden Varianten

  • Standard Edition bis 100 Mailboxen (ca. 1000 €)
  • Business bis 250 Mailboxen (1500€)
  • Enterprise nach Anzahl der Mailboxen.
    Die Preise variieren je nach Anzahl der Mailboxen bis auf wenige Euro/pro Mailbox.

Das bisherige Feedback von Kunden zeigt, das der Preis angemessen ist. Je je schon seinem Chef erklären musste, dass ein Nachricht nicht mehr zu retten ist oder wer sich einfach ein Single Mailbox Backup sparen will, kommt um PowerControls nicht herum.

Einsatzbereich

PowerControls kann ohne den Einsatz von Exchange vorhandene EDB/STM-Dateien eines Exchange 5.5 oder Exchange 2000 Servers öffnen und die Inhalte in einen laufenden Exchange Server oder PST-Dateien kopieren. Es ist daher ein geniales Werkzeug um best möglichst Daten zu retten, wenn die Datenbank eines Servers definitiv nicht mehr mit Exchange gestartet werden kann und keine Datensicherung besteht. Weiterhin kann der geplante Einsatz von Online/Offline Backup den Einsatz der langwierigen "Mailbox Backups" überflüssig machen, da auch aus einem Backupband einzelne Mails restauriert werden. Also alle Voraussetzungen, die einen Test "interessant" machen.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen machen mich schon neugierig:

  • Kein Exchange Server erforderlich
  • Windows Workstations (nt4, 2000, XP) reicht aus
  • Das SETUP.EXE ist grade mal 5 MB groß und im Verzeichnis C:\Programme\Ontrack\PowerControls landen gerade mal sechs Programmdateien. Alle andere sind Hilfe, URLs und Textdateien.

Es scheint so, als ob die Entwickler einen Weg gefunden haben, vorbei an der ESE.DLL direkt die Datenbank zu lesen. Vorbei an allen Rechten etc. Also ran an den Test:

Zum einen ist es erstaunlich aber auch faszinierend, dass ich auf meinem Notebook mit Windows XP Workstation, aber auch auf Windows NT4 Workstation und anderen ohne Installation einer Exchange Komponente eine EDB-Datei öffnen kann.

PowerControls selbst installierst sich von einer CD, wobei der umfang so gering ist, dass es sogar auf einige Disketten passend würde. Am Ende landen gerade mal 1,7 MByte auf dem PC:

Die haben es aber in sich, auch wenn die Oberfläche sehr einfach aber funktional ist. Über das Menü oder einen Assistenten wird die EDB-Datei geöffnet und als Ziel entweder eine PST-Datei oder ein Exchange Server Postfach angegeben.

Im zweigeteilten Fenster ist oben der Inhalt der Datenbank zu sehen und im unteren Teil das Ziel. Nachrichten können einfach mit der Suchmaske gesucht werden:

Die Verschiebeaktion erfolgt durch Ziehen mit der Maus  (Drag and Drop). Hierbei ist nur zu beachten, dass das Zielsystem entsprechend Platz hat. (PST-Dateien können maximal 2 GB groß werden)

Der Status der Aktion wird entsprechend protokolliert.

Das Testfeld

Ich habe einen Exchange 2000 Server mit 4 Datenbanken.:

  • Zwei "Mailboxspeicher"
  • Einen öffentliche Ordner Speicher
  • Eine Datenbank für Anwendungen
    (weitere öffentliche Ordner aber nicht mit Outlook zu sehen)

Die Anwendung

Die Dokumentation bestätigt meine Annahme, dass das Tool nur Informationen aus konsistenten EDB-Dateien restaurieren kann. Wird also ein Backup von Exchange "online" gemacht, dann muss ich erst die eigentliche Datenbank mittels eines temporären Exchange Servers restaurieren und in einen konsistenten Status bringen.

Powertools mit "OFFLINE Backup"

Das ist OK, wenn jemand die EDB-Dateien "offline" sichert, d.h. den Server herunter fährt, die Dateien wegkopiert und wieder startet und diese Dateien für PowerControls zur Verfügung stehen. Dann erspart mit Power Controls die Installation eines temporären Exchange Servers mit allem drum und dran. Hier stimmt dann auch die Werbeaussage, dass man kein "Single Mailbox Backup" mehr benötigt, da man problemlos an alle Elemente einer Exchange Datenbank herankommt. Das spart Zeit und ist ein echter Nutzen, wo sich das Programm auch bezahlt machen kann.

Aber leider ist das nicht der Regelfall, außer in vielleicht einigen kleinen Firmen, die ab und an ihre Datenbank kopieren. Auf beim Backup auf ein Band muss man das erst wieder temporär irgendwo hinkopieren (PLATZ !!) um mit PowerControls ran zu können.

Powertools mit "ONLINE Backup" und Tapebackup

Bei einem Onlinebackup ist die Wiederherstellung einer Datenbank oder Teile daraus komplett anders durchzuführen. Hier muss ein temporärer Exchange Server installiert werden, um die Datenbanken vom Online Backup restaurieren zu können. Dies ist je nach Umfeld sehr aufwendig, wobei PowerControls hier direkt nicht helfen kann. Erst nach dem Exchange die Datenbank restauriert hat und die PATCH-Dateien und Transaktionslogs eingebunden hat, ist die Datenbank nutzbar. Erst dann könnten ich den Server stoppen und mit PowerControls auf die Datenbanken losgehen. Aber wenn der Server schon funktioniert, dann kann ich das gleiche auch mit EXMERGE oder anderen Tools machen. Es schein, als ob PowerControls ist kein großer Vorteil wäre.

Einen Vorteil hat PowerControls hier aber trotzdem: Es gibt Sonderfälle, dass ich als Administrator z.B. keine Rechte auf öffentliche Ordner oder Postfächer habe. Im Recoverysystem kann ich mir diese natürlich geben (teils mühsam) um dann an die Informationen zu kommen. Hier kann PowerControls unter umgehung aller Rechte auf die Informationen zugreifen.

Aber eine Funktion von Power Controls kann hier auch Zeit sparen. Power Controls kann nämlich direkt von einem Band die Online Sicherung herunter lesen. Damit kann es nicht mehr notwendig werden, einen Recovery Server mit Exchange zu installieren. Allerdings funktioniert dieser direkte Zugriff nur mit NTBACKUP und kompatiblen (Veritas) Bandformaten. Ab wann ArcServe Bänder unterstützt werden, ist in der Version 1.1 noch nicht erkennbar.

Aber so zeigt Power Controls die verschiedenen Bandsätze auf einem Band an:

Bei der Auswahl sollte man natürlich nur die entsprechenden Informationsspeicher auswählen. Eine Rücksicherung von SRS oder Verzeichnisdienst ist nicht gerade sinnvoll.

Wenn Sie aber nun wissen, wie Exchange sichert (Siehe Backup und Restore), dann wissen sie auch, dass die so zurück geschriebene Datenbank garantiert nicht konsistent ist. Weder die Patchdatei noch die Protokolldateien werden bei diesem Vorgehen eingespielt. Insofern sind die wieder hergestellten Datenbanken ebenso korrupt. Aber in der Regel betrifft dies nur Bereiche, welche während der Datensicherung verändert wurden. Nachrichten, die schon einige Stunden in der Datenbank stehen, können mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Power Controls gelesen und exportiert werden. Insofern ist auch dieser Einsatz Erfolg versprechend, wenn das Bandformat unterstützt wird.

Anmerkungen zum praktischen Einsatz

Ich hab nun leider nicht versuchen können, wie PowerControls reagiert, wenn die Datenbank "nicht" konsistent" ist. Ich habe leider keine und jeder Test in der Weise wäre nicht repräsentativ. Wenn Powertool quasi auch von einer defekten Datenbank versuchen kann das maximale zu retten, dann wäre es wirklich ein "Recoverytool" für Server, die sich nicht mehr beleben lassen.
Ein Tipp: viele kleine Firmen brauchen gar nicht PowerControls Regelfall. Wie wäre mal PowerControls als "Recoverywerkzeug" für Systemhäuser. Da wird aber speziell vieles per Fernwartung machen (auch bei Neukunden) und PowerControls sich dank 5 MB Größe auch zum Transfer auf einen toten Server anbietet, solle es Hilfsmittel geben, eine Weitergabe zu verhindern, z.B. indem es eine PowerControls Version für Systemhäuser gibt, welches z.B. mit Kennwort nur zu starten (nicht zu installieren !) ist, damit nur der Mitarbeiter des Systemhauses das Programm starten kann.

Wenn ich PowerControls gezielt "austrickse", z.B. indem ich eine Exchange 2000 EDB-Datei unterschiebe und die zwingend dazu gehörende STM-Datei fehlt, kommt keine Fehlermeldung. Beim Export fehlen einfach nur Teile der Nachricht. Auch das Exportieren von Nachrichten mit Anlagen scheint noch nicht sauber zu funktionieren (EX2000 Datenbank). Ich denke das Tool "vergisst" etwas aus der STM-Datei, in der einige der Anlage liegen. "Normale" Nachrichten, welche in der EDB-Datei liegen kommen problemlos mit, so z.B. die Outlook "Willkommensmail", welche faktische eine HTML-Mail mit Bildern ist. Ein Export von Nachrichten aus vier verschiedenen Datenbanken (alle konsistent) ist mir geglückt aber nicht immer perfekt. Anlagen fehlten teilweise.

Zugegeben, das GUI ist sehr einfach gestrickt aber für den Einsatzfall zuerst mal ausreichend. Schließlich wird das Programm nicht täglich genutzt und der Administrator kann gut auf Schickimicki verzichten. Die Suchfunktion ist auch sehr gut, da sie bei unbekannten Nachrichten gut hilft. Aber ich wünsche mir noch einen Spalte mit der Größe der Elemente.

Das EasyUpdate über Internet funktioniert soweit, dass er mir sagt, dass ich aktuell wäre und die Aktivität im Programmverzeichnis und meines Proxies zeigen an, dass auch etwas passiert. Zumindest bin ich dann um eine 22MByte große Datei "generalpd5.rtf" reicher, die aber nicht lesbar ist. Ob die Funktion auch mit einem Unix Proxy samt Authentifizierung funktioniert, kann ich nicht testen.  Schade dass man auch keinen %-Balken oder Kbyte-Angaben bei der Aktivität sieht.

Aber der Ansatz von PowerControls ist irgendwie schon genial. Auf jeden Fall ist dies das erste Programm, das direkt eine EDB-Datei öffnen kann und schon das ist beachtlich und ich kann Ontrack nur wünschen, dass das Programm perfekter wird. Robust ist es, da es keine Schutzverletzungen oder sonstiges verursacht hat.

Kundengruppe:

  • Administratoren, die ein "Offline Backup" machen und sich das Backup einzelner Mailboxen sparen wollen undden Platz haben, zu eine Kopie der EDB-Dateien zur Bearbeitung vorzuhalten oder einen Recoveryserver besitzen.
  • Vielleicht geeignet für Administratoren mit einem "zerschossenen" Exchange Server, auf dem die Datenbanken nicht mehr zu starten sind und die nun versuchen, das maximale wieder auszulesen. Aber hierzu fehlen mir die Erfahrungen, wie tolerant PowerControls mit inkonsistenten Datenbanken ist.

Korrupte Datenbanken

Von anderen Anwendern habe ich ebenfalls sehr positive Feedbacks bekommen. So konnten teilweise auch nicht mehr mountbare korrupte Datenbanken mit PowerControls geöffnet und sehr viele Daten doch noch übertragen werden und das auch noch mit akzeptabler Geschwindigkeit.

Wobei gerade bei solchen Fällen, wo die Daten mangels aktueller Datensicherung und Recoveryoptionen aus einer korrupten Datenbank ausgelesen werden müssen, ist der Preis für PowerControls auf jeden Fall gerechtfertig.

Zusammenfassung

Das Programm scheint zu funktionieren und hat sich im Test als stabil und sehr einfach zu nutzen herausgestellt. Es öffnet Exchange 2000 EDB-Dateien aber hat noch mit Anlagen Probleme. (zumindest bei mir). Versuche ich mit anderen Datenbanken nachzustellen.

Auf jeden Fall ist es eine Bereicherung im Werkzeugkasten eines Exchange Administrators, welches vielleicht mal eingesetzt werden muss. Das Produkt ist so interessant, dass ich die Fehler der Version 1.0 gerne verzeihe und die zukünftigen Versionen auf jeden Fall ausprobieren werde. Die Ansätze sind sehr gut und wenn in Zukunft PowerControls auch noch Online Sicherungen im Microsoft Tape Format etc. lesen kann, dann wird das ein notwendiges Hilfsmittel für Desasterfälle und auch als Ersatz für das nervige "Single Mailbox Backup".

Bestellen können Sie direkt bei Ontrack im Shop samt Download des Programms, wenn Sie einen Notfall haben.