BPOS - Feedback

Die Informationen auf der Seite stammen alle von Lesern der MSXFAQ.
Ich selbst nutze kein BPOS und kann daher die Infos nur rudimentär prüfen.
Sollten Aussagen nicht mehr zutreffen, bitte ich um einen kurzen Hinweis.

BPOS Client

Wer bei BPOS Dienste nutzt, installiert in der Regel einen Client, der die Anmeldung vereinfacht. Das Service LogOn Client konfiguriert z.B. Outlook um (Autodiscover.xml über Registrierung) und fordert ein Benutzerzertifikat von der BPOS-Cloud an, welches für die weitere Anmeldung genutzt wird

  • BPOS und Terminalserver
    Der BPOS Service SignOn Tool funktioniert nicht auf Terminal Server. Damit funktioniert auch die Anmeldung an BPOS nur bedingt und soll laut BPOS Support auch in der nächsten Version nicht funktionieren.
  • Speicherbedarf
    Der BPOS Client benötigt 67 MB Ram !

BPOS Sync und Kennwort

Wer selbst ein Active Directory betreibt, wird den Connector einsetzen, welcher die lokalen Benutzer mit BPOS abgleicht, z.B. Rufnummern im AD, gruppen etc. Allerdings synchronisiert dieser Connector nicht die Kennwort

  • 32bit only
    Die AD Integration benötigt zum Syncen einen eigenen Server der alle 30 Min die AD abgleicht (Kein 64 Bit möglich !)
  • Ein Benutzer = 2 Konten
    Neben dem Konto in ihrem lokalen Active Directory ist das BPOS-Konto komplett separat. Anwender müssen sich als 2 * anmelden. Einmal in der eigenen AD, einmal bei BPOS
  • Kennwortrichtlinien
    Konten in BPOS müssen alle 90 tage ihr Kennwort ändern, welches zudem "komplex" sein muss. An für sich eine gute Sache, doch wenn ihre lokale Kennwortrichtlinie z.B.: 60 Tage erfordert, werden viele Anwender mit diesem "manuellen Abgleich" überfordert sein.
  • Adresslisten und Kontakte
    Anscheinend exportiert der Sync-Prozess alle Mailadressen aller Domains, wenn die Quelle mehrere Domains enthält. BPOS zeigt dann alle in der GAL an. Eigene Adresslisten sind nicht möglich. Es gibt nur die Globale Adressliste

Outlook und Exchange, Mailrouting

Ein großer Servicebereich ist natürlich Exchange und Outlook. Auch hierzu gibt es unterschiedliche Feedbacks

  • Zugriff auf Fremdkalender ist extrem langsam !
    Das öffnen eines anderen Kalenders dauert bei einer 100 MBit Internetleitung bis zu 2 Minuten da die Informationen nicht gecached werden können. (Hinweis: Man kann in Outlook 2007/2010 auch andere Kalender in die OST-Datei mit synchronisieren)
  • Outlook 2003
    Offiziell wird auch Outlook 2003 supported, jedoch hört man bei diversen Support Calls schon, dass es eigentlich erst ab 2007 gut geht. Sicher gibt es einige Dinge, die in Exchange 2007 nur mit Outlook 2007 einfach gehen, z.B. getrennte interne/extern Abwesenheitsmeldungen. Aber anscheinend gibt es noch andere unterschiede
  • Mailrouting über uSA
    Alle Mails werden auch wenn sie im Datacenter in Dublin liegen immer über die uSA geschickt und empfangen !. Dies kann man anhand den SMTP-Header-Zeilen, in denen auch ein Unix Server mit Sendmail auftaucht, gut sehen. Damit stellt sich natürlich wieder die Frage, warum z.B. Dublin keinen eigenen "Ausgang" hat, oder ob der Versand über die uSA noch andere Gründe hat.
  • Pushmail unterstützt nur Windows Mobile > 6.0
    Angeblich können dann alte Qtek Smartphones oder auch neue Nokia Handys nicht mehr synchronisieren. Ein iPhone scheint aber zu gehen. Leider kann ich nicht wissen, ob die BPOS Firewalls hier useragenten filtern oder sich die alten Clients einfach nicht konform verhalten.
  • Serientermine dürfen nur 180 Tage in die Zukunft gehen.
    Ansonsten kommt eine Fehlermeldung: "Termin liegt zu weit in der Zukunft !"

Backup und Archiv

  • Gelöschte Elemente
    Wie in Exchange üblich, kann ein Anwender Mails, die er aus versehen gelöscht hat, bis zu 14 Tage wieder aus dem Dumpster zurück holen. Das ist Exchange Standard. Längere "Wiederherstellungszeiten" sind wohl nicht möglich, da diese bekanntlich pro Datenbank und nicht pro Benutzer eingestellt werden können
  • Gelöschte Postfächer
    Wenn Sie als Administrator "aus Versehen" ein Postfach löschen, dann liegt es Exchange-typisch noch 30 Tage lang in der Datenbank. Allerdings können Sie nicht selbst einen "Reconnect" anstoßen. Hierzu müssen Sie einen Supportcase starten, damit jemand vom Online Service ihnen das Postfach wieder verbindet.
  • Backup
    Natürlich stellt Microsoft durch Redundanz, Datensicherungen und Replikation sicher, dass ein Ausfall einer Komponente keinen Datenverlust verursacht. Allerdings sollten Sie dies nicht mit ihrem gewohnten Backup vergleichen, bei dem sie mehrere Bänder und Generationen vorhalten. Beim Backup von BPOS stellt eine Wiederherstellung des letzten Stands im Vordergrund. Ein Restore einer alten Mail (>14 Tage) ist nicht möglich. Ich denke es gibt diese Daten nicht auf Band und in der Cloud wird wohl niemand eine Recovery Storage Group wiederherstellen, nur weil ein Anwender eine Mail gelöscht hat.
  • Hosted Archiv
    Als "Abhilfe" zur fehlenden Wiederherstellung können Sie "Hosted Archive" mit bestellen. Ob dies aber dann noch preislich interessant ist, müssen Sie selbst bewerten.

Administration

Wer BPOS nutzt, kann aktuell nur per Browser die Benutzer verwalten. Auch hierzu gibt es diverse Feedbacks.

  • Verwaltung über Web
     Das Verwalten von usern über die Weboberfläche ist extrem aufwendig und langsam. Eine Suche nach einem bestimmten user kann bei 4.000 usern schon mal 2 Minuten dauern ! user müssen erst lokal in der AD angelegt werden und dann über ein langsames Webinterface für Exchange konfiguriert werden.
  • Kein Zugriff auf Logfiles wie SMTP Log, SPAM Log
    Exchange schreibt ja schön in das Message Tracking, wer wann wohin Mails versendet hat. Als Administrator haben Sie keinen zugriff auf diese Dateien. In Exchange 2010 wird der Benutzer ja selbst die Nachrichten nachverfolgen können, aber ohne die Daten werden Auswertungen nicht möglich sein.
  • Support
    Support per Webformular ist nicht optimal und extrem zeitaufwändig. Antworten dauern da schon mal 2 Tage
  • Mailverlust
    Ein Feedback beschreibt, dass nachweislich Mails verloren gegangen sind, die laut SMTP Log an MS erfolgreich übergeben wurden, jedoch weder beim Empfänger ankamen noch der Absender verständigt wurde. Meist waren es kurze Mails ohne Betreff. Das könnte ein Hinweis auf einen übereifrigen Spamfilter sein, der weder ablehnt noch in "Junk-E-Mail ablegt oder auf einen Defekt eines Servers zurückzuführen sein.

Migration

Microsoft unterstützt die Migration nach BPOS mit verschiedenen Werkzeugen. Und weiter ?

  • Migration weg von BPOS
    Ein Tool zum Rückmigrieren gibt es nicht. Hier heißt es händisch PST sichern, Online user löschen, Mailkontakt im lokalen AD löschen Postfach neu anlegen und aus PST zurücksichern

Einige Dritthersteller (z.B. Cemaphore) haben dies aber schon erkannt und bieten eine "Replikation" zwischen Exchange Postfächern an.

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