De-Mail

Diese Beschreibung ist noch im Entstehen. Da ich selbst noch kein De-Mail Konto habe, könnten Aussagen unrichtig sein. Feedback und Infos nehme ich (auch von offiziellen Stellen) gerne an:-)

De-Mail ist aktuell (Stand Jul 11) noch nicht für die Allgemeinheit verfügbar. Zwar ist das Gesetz verabschiedet und die Provider in der "Vorregistrierungsphase", aber es gibt noch keine fertigen Produkte.

DE-Mail LogoSeit ca. 2008 taucht immer mal wieder der Begriff De-Mail auf und was es ist, ist nicht so einfach in Erfahrung zu bringen. Diese Seite versucht Licht in diese Konstruktion zu bringen und die Bedeutung für Firmen und Privatpersonen zu erläutern.

Auf der Seite SMTP und die Sicherheit habe ich sehr ausführlich die Problematik der klassischen Mailsysteme erklärt. Normalerweise gehen SMTP-Mails unverschlüsselt und nicht gesichert über die Leitungen und durch die Mailserver. Jeder kann die Mails abhören, verändern und sogar gleich ganz neu schreiben, ohne das der Empfänger die erkennen kann. Sie kennen das unter dem Begriff "Phishing" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Phishing). Eine solche Kommunikationsstruktur ist natürlich erst einmal nicht geeignet für die Übermittlung von Informationen, welche verschlüsselt, nicht veränderbar und der Absender identifizierbar ist. Auf der Seite S/Mime und PGP finden Sie Informationen, wie die dies schon heute legal tun könnten. Sie benötigen nur ein Zertifikat und ihr Mailsystem kann signiert senden und verschlüsselt empfangen. Besitzt der Absender das Zertifikat des Empfängers, kann er sogar verschlüsseln.

Dieses einfacher aber dezentrale System zwischen Clients funktioniert aber wird leider selten genutzt. Es erscheint komplex, sie benötigen Zertifikate, diese liegen dezentral und die Absicherung der Identität der Personen ist nicht einheitlich geregelt. Also muss was "Richtiges" her, dachten Sie unsere Politiker und haben De-Mail ins Leben gerufen. Die Ziele sind.

Soweit hört sich das alles ganz gut an. Aber wie sieht das technisch aus ? Die Domäne "de-mail.de" hat sich das Bundesinnenministerium schon im Mai 2008 über einen Dienstleister gesichert, wie eine DENIC-Anfrage ergibt. Aber ein MX-Record ist noch funktionierendes System.

Erste Einschätzung

Wenn man etwas länger nachdenkt, dann ist der Ansatz von De-Mail durchaus geeignet, die Mail-Kommunikation gut abzusichern. Natürlich würde ich es vorziehen, einfach meine normale Mailadresse per S/MIME abzusichern und irgendwann meinen Mailserver so einzustellen, dass er zwischen einliefernden Mailservern unterscheiden, die sich authentifiziert haben und solchen, die sich nicht authentifizieren. ( Siehe auch TLS). Und selbst dann gibt es sicher noch Millionen Postfächer bei GMX, WEB.DE und anderen Providern, die keine ausreichend strenge Identitätsprüfung durchgeführt haben. Der Zug ist vermutlich schon lange abgefahren, so dass eine parallele Struktur ein gangbarer Weg ist, zumal anhand Mails an Postfächer der Maildomäne "de-mail.de" immer in der geschlossenen Welt übertragen werden.

In dem geschlossenen System ist es natürlich auch einfacher, ein zentrales LDAP-Verzeichnis mit den Zertifikaten vorzuhalten und damit die Bereitstellung der öffentlichen Schlüssel zu vereinfachen. Die Einstiegshürden sind aber niedrig genug, dass quasi jede Firma mit dem passenden Provider eine Anbindung erreichen kann. Sei es durch ein eigenes Gateway oder Mailsystem, welches selbst über einen eigenen Connector zum De-Mail-Provider sicheres SMTP spricht und die Absenderadressen entsprechend "dreht" oder über einen Provider, der die Adressen und Header De-Mail-konform konvertiert. Und Privatpersonen werden sicher bald genauso einfach ein De-Mail Postfach bestellen können wie heute schon millionen Domains bei den Hostern verwaltet werden. Nur über den Preis hierfür ist noch nichts bekannt.

Hoffentlich sperren alle Provider zukünftig Mails mit einem De-Mail-Absender einer nicht vertrauenswürdigen Quelle, da diese so im Internet nie vorkommen dürfen. Sonst ist das Problem gefälschter Absender immer noch nicht gelöst. Denn welcher Anwender kann schon unterscheiden, aus welchem Postfach er die Mail nun "abgerufen" hat.

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