WLAN Kabel

Es hört sich an wie ein schlechter Witz oder eine Spaßauktion, die es am Anfang der WiFi-Technik durchaus gegeben haben mag. Natürlich braucht niemand ein um per WiFi eine Netzwerkverbindung aufzubauen. Die einzigen Kabel in so einem Umfeld sind neben Stromkabel und Netzwerkkabel zum AccessPoint nur noch das Stück vom Sender bis zur Antenne. Aber dennoch gibt es "WLAN-Kabel", auch wenn diese etwas anders ausfallen, als Sie das vielleicht kennen. Viel Spaß beim Lesen. Und der Artikel wurde absichtlich nicht am 1. April veröffentlicht.

Einzel AP

Für den privaten Bereich wird dies meist der DSL-Router sein, der mit 1-3 Antennen eine durchschnittliche Wohnung abdecken kann. Ein einzelner Access Point hat idealisiert eine Rundausstrahlung bzw. eine der Antennenausrichtung folgende Linse. Er deckt eine normale Wohnung oder Einfamilienhaus entsprechend ab. 

Allerdings kann es in einem Einfamilienhaus mit Betondecken schon knifflig werden, überall ausreichend guten Empfang zu haben, so dass der ambitionierte Familienvater wohl oder übel mit WLAN-Verstärkern/Repeatern arbeiten muss oder weitere Access Points über ein LAN-Kabel oder PowerLan im Haus aufstellt. Wohl dem, der genug Kabel verlegt hat.

Mehrere APs

Der Betrieb mehrerer APs ist auch in Firmengebäuden der präferierte Weg. Allerdings lohnt sich das natürlich auch, wenn an jedem AP mehrere Endpunkte aktiv sind:

In solche einem Umfeld sind natürlich unterschiedliche Frequenzbänder ratsam und auch mehrere Stockwerke müssen berücksichtigt werden.

Lange enge Tunnel

Es gibt aber auch Einsatzbereiche, in denen sehr lange Flure mit drahtlosen Verbindungen abgedeckt werden müssen. Jede Ausbreitung einer Funkwelle ist idealisiert kugelförmig und die Signalstärke nimmt mit dem Abstand überproportional ab. Ohne Hindernisse ist die Formel zur Berechnung der Kugeloberfläche ( 4 * Pi * Radius²). Man braucht also sehr viele Access Points, wenn man "lange Flure" abdecken will. Denken Sie dabei bitte nicht nur an "Internet over WiFi", Auch Telefonfunk (DECT) oder Betriebsfunk haben die gleichen Randbedingungen. Und dann denken Sie mal an die Aufgabe folgende Orts zu versorgen:

  • Bergwerk
    Gerade in NRW (Ruhrpott) gibt es viele Mienen mit sehr langen Gängen. Sicher gibt es "Grubentelefone" aber auch hier ist z.B. Telefonie gefordert
  • U-Bahn Tunnel, ICE-Tunnel / Autotunnel
    Wie schafft es wohl die Bahn in ihren engen Tunneln die Erreichbarkeit für Mobilfunk und mittlerweile sogar Internet aufrecht zu erhalten
  • Hochregallager
    Ein solches Lager zeichnet sich durch viel viel Metall aus, welches für jegliche Funkwellen eine Erschwerung darstellt. Nun fahren dort aber sehr wohl autonome Fahrzeuge oder auch Lade-Stabler mit einem ThinClient durch die Gegend. Einige sogar so schnell, dass ein "Handover" von einer Basis zur anderen nicht mehr zuverlässig funktioniert.

Das sind alles Szenarien, bei denen sehr viele Access-Points montiert und mit Energie und Signalzuleitung versorgt werden müssen. Und selbst dann ist es immer noch eine Herausforderung bei sehr schnell sich bewegenden Objekten die Verbindung aufrecht zu erhalten.

"Undichte" Kabel

Die Lösung ist auf den ersten Blick faszinierend: Stellen Sie sich vor, sie würden einen Access-Point aufbauen aber daran viele kleine Antennen montieren, die einen Bruchteil der Energie abstrahlen und empfangen. Es gibt kein Funkzellenwechsel und die Reichweite jedes kleinen Knotens muss nicht sehr hoch sein. Anstatt aber nun eben so einen Knoten mit vielen Koaxial-Kabeln aufzubauen gibt es Firmen, die absichtlich "löchrige" Kabel herstellen.


Quelle: http://www.eupen.com/weimages/download_catalog/Radiating2013-5_A_WEB.pdf Seite 36

Diese Kabel gibt es natürlich je nach Frequenzband, da die Öffnungen als auch der Durchmesser auf die jeweilige Wellenlänge abgestimmt sein muss. Eigentlich eine ganz pfiffige Idee für einen klar umrissenen Einsatzbereich.

Diese Lösung ohne Handover ist natürlich auch interessant, wenn VoIP oder andere "Realtime-Pakete" über WLAN übertragen werden und es eben zu keiner Unterbrechung kommt.

Wenn man es genau nimmt, ist das dann doch eine Art "WLAN"-Kabel.

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