Skype for Business Server 2019

Auf der Ignite 2017 in Orlando hat Microsoft die ersten öffentlichen Informationen zur Weiterentwicklung von Skype for Business veröffentlicht. Das ist für viele wichtig, da im gleichen Vortrag auch ein "Aus Skype for Business wird Teams" gesagt wurde. Das hat mich dazu bewogen auf Aufreger: Team ersetzt Skype for Business! diesen Spruch aus meiner Sicht zu werten. In der Cloud drehen sich die Uhren etwas anders (nicht immer schneller) und aus meiner Sicht haben wir für viele Jahre oder gar ein Jahrzehnt die Sicherheit, dass wir mit Skype for Business auch On-Prem noch Lösungen bauen und betreiben können.

Folien der Ignite

Wenn man Microsoft glauben darf, dann wird es wohl wieder Ende 2018 oder vielleicht doch erst Anfang 2019 sein, bis die nächste Version von Skype for Business Server veröffentlicht wird. Das bedeutet aber nicht, dass nicht doch noch auch in der Zwischenzeit weitere Updates wie bisher im 3 Monats-Takt kommen. Folgende Folien sind für Skye for Business aufschlussreich:

BRK2035 - Plan your UC refresh correctly - Skype for Business On-Prems vNext
https://myignite.microsoft.com/sessions/53241
https://myignite.microsoft.com/videos/53241

Plan your UC refresh correctly: Skype for Business On-Prems vNext
https://www.youtube.com/watch?v=zIwP4tkN9bQ

Hier Auszüge mit meinen Kommentaren:

  • Roadmap Office 2019 Server
    Hier erscheint erstmals öffentlich der Name "Skype for Business Server 2019"
  • Gründe für eine weitere Version
    Im wesentlichen stellt Microsoft sicher, dass der Mainstream Support wieder weiter 5 Jahre sichergestellt ist. Natürlich bedarf es auch einigen Umbauen, um in Verbindung mit Office 365 mögliche Funktionen zu nutzen, z.B. vielleicht QoE-Reporting-Funktionen in die Cloud zu verlagern, oder eine Hybrid-Unterstützung für Teams zu bieten

    Microsoft hat durch den Betrieb in der Cloud viel gelernt und viele Änderungen und Updates, die nicht in das aktuelle Produkt zurück portiert wurden, werden in Skype for Business Server 2019 enthalten sein.
  • Abgrenzung zu Teams
    Auch wenn es viele andere Sessions auf der Ignite zu Teams gegeben hat, ist auch die Skype for Business "Liebhaber" hier ein klärendes Wort wichtig: Microsoft sieht in Teams den universellen Clients zur Arbeit in Teams und mit Office 365 Daten unterschiedlichster Quellen. Audio, Video, Chat und Präsenz gehören natürlich dort hinein und so ist es nicht verwunderlich, dass die Empfehlung auch immer "Teams Side by Side" lautet und demnächst auch Telefonie damit kommen wird. Es gibt aber schon Szenarien, bei denen auch Skype for Business 2019 sinnvoll ist. Und genau dafür wird es ja auch eine weitere Version von Skype for Business geben.

    Wenn Sie aber keine Telefonie nutzen, dann soll Teams das neue Werkzeug sein.
  • Voraussetzungen
    Hier gibt es keine echten Überraschungen Bis 2018/2019 muss man nicht mehr erwarten, dass ältere Versionen von Windows oder SQL unterstützt werden. Auch die Beschränkung bei der Migration auf Lync 2013 und Skype for Business 2015 ist zu erwarten gewesen.

    Allerdings hat Microsoft hier vergessen, dass wohl auch Windows 10 als" Minimum Client" erforderlich sein wird.
  • QoE Reporting in der Cloud
    Was sich einige Folien vorher schon angedeutet hat, ist hier nun dokumentiert. Die QoE-Reports werden in Office 365 für alle VoIP-Endpunkte konzentriert bereit gestellt. Wieder eine SQL-Datenbank und Komponente weniger. So werden sicher auch kleinere Firmen diese Auswertung nutzen können, die bislang sich die Installation von QoE-Reports erspart haben (SQL-Lizenz, Reporting Services, Server)
  • Voice Dienste in der Cloud
    Diese Funktionen sind schon eher bemerkenswert. Anstatt weiter auf eine "Exchange UM"-Rolle On-Prem zu setzen, soll nun die Cloud die Sprachnachrichten verarbeiten, Vermittlungsfunktionen übernehmen. Selbst die Response Groups sollen dann in der Cloud bedient werden.

    Gerade beim Voice Mail-Thema wird das damit argumentiert, das Firmen ja Exchange Online nutzen und damit lokal gar keinen Exchange Service mehr haben (Abgesehen von Provisioning Server). Daher macht es sinn diese Exchange Dienste in der Cloud ausführen zu lassen, selbst wenn Skype noch On-Prem läuft.
    Wer rein "On-Prem" ist, bleibt bei den Response Groups aber in der Cloud oder selbst mit Hybrid werden die Call Queues diese Funktion besser bereitstellen können.
  • Vision der Reise: Teams
    So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Microsoft über den Hybrid Mode irgendwann alle Anwender in Teams haben möchte. Das ist aber erst mal eine Vision und nicht als Zusicherung zu verstehen.
  • Konkrete Schritte in 2017/2018
    man sieht schon hier, dass Microsoft wohl gerade noch festlegen will, was überhaupt wie umgesetzt wird. Aber ich finde es gut, dass Microsoft über "Customer Surveys" ermittelt, welche Anforderung die Kunden haben. Ich hoffe Sie haben Glück bei der Auswahl der Kunden, die gefragt werden
  • Q&A
    Im Anschluss gibt es eine längere Q&A-Session, zu der es keine Folien aber auf den Videos den Ton gibt. Auch während des Vortrags wurden noch Aussagen gemacht, die nicht "aufgeschrieben" sind.

    • Kein Persistenz Chat
      Diese
    • Kein Standard Server
      Kleine und mittlere Kunden sollten in der Cloud arbeiten. Sie können aber weiterhin lokal Server installieren. Das sind dann aber Enterprise Server
    • Keine Director Rolle
      Der Wegfall der Rolle ist auch aus meiner Sicht überfällig.
    • Teams i a now Client for any Office 365 Data
    • CCE und Cloud (32:30)
      Aktuelle Version des CCE wird auch die nächste Version sein. Aber angeblich könnte es auch eine Koexistenz mit On-Prem geben.
    • CCE und Teams (33:04)
      Geplant mit Teams (und eventuell SFBO) ist es, dass ein direkter SIP-Trunk in die Cloud möglich ist und damit lokal nur eine SABC erforderlich wäre. Das ist aber noch nicht realisiert worden. "Bring your own trunk" könnte ein Name sein aber hier sind noch einige
    • Hosting Pack
      Mit SfB 2019 wird es keine Weiterführung geben. Das ist faktisch das Ende für MultiTenant für 3rd Party Anbieter.
    • Silverlight und Control Panel
      Es wird weiterhin ein Control Panel geben, aber Silverlight wird dabei nicht mehr benötigt.
    • APIs in der Cloud
      Aktuell gibt es keine Informationen aber in der Oktober-Roadmap wird es erste Aussagen dazu geben.
    • APIs On-Prem
      Microsoft versucht Änderungen zu vermeiden, die UCWA, UCMA u.a. brechen würden, damit Partner-Lösungen weiter laufen.
    • SBA mit der Cloud
      Der Sprecher "erwartet" es nicht. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, aber wenn, dann sehr weit in der Zukunft. Ich bleibe bei meinen Aussagen zum Thema SBA ist tot - Überlegungen zu SBA Alternativen. Es gibt ja schon Gateways, die selbst als Registrar für Telefone dienen können. So könnte auch ein "lokaler Notbetrieb" erreicht werden, wenn Sie denn lokale PSTN-Links haben.
    • Regional Meetings
      Im Okt 2017 Roadmap wird es eine neue Modern Meeting Experience gelistet, die auch "Regional Meetings" unterstützen soll. Interessante Option für Cloud Nutzer
    • Licensing (1:05:20)
      Hierzu gibt es noch keine Informationen zu dem frühen Zeitpunkt. Diese Informationen kommen meist ein Quartal vor dem Release. Aber angeblich enthält das Office 365 Lizenz Renewals auch die Lizenz für ein On-Prem Server Upgrade
    • SDN
      Microsoft wird nicht weiter in SDN investieren sondern vertraut auf Partner, die entsprechende "Data Dips" bereit stellen
    • Server Installation
      Man kann einen Pool mit einem Single Enterprise Server bauen. Zwei Enterprise Server wird aber nicht mehr gehen, selbst wenn die Fabric darunter aktualisiert wird.

Für mich bedeutet das, dass ich weiterhin Feedback Richtung Microsoft senden kann. Das können Sie unter der Adresse www.spypepreview.com auch. Es reicht sich anzumelden, selbst wenn Sie keine Preview Bits installieren. Sie können dennoch an den Umfragen teilnehmen und die weitere Entwicklungen beeinflussen.

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