Wirtschaftlichkeit von Skype for Business

Skype for Business hat sehr schöne Funktionen, von IT-Administratoren auch gerne als "Features" bezeichnet. Maßgeblich für eine Projekteinführung sind aber letztlich Betriebswirte oder Geschäftsführer und die brauchen belastbare Zahlen zu Kosten und Nutzen. Diese Seite kann keine Skype for Business Wirtschaftlichkeitsberechnung sein, aber Anhaltspunkte zu dem Inhalt geben.

Wie bei jedem anderen Produkt muss auch die Einführung von Skype for Business entsprechenden wirtschaftlichen Prüfungen stand halten. Dies gilt für die Wirtschaftlichkeit neuer bislang nicht vorhandener Funktionen wie Präsenzanzeige und Instant Messaging  als auch beim Ersatz bestehender Lösungen z.B. für Konferenzen oder als Telefonersatz. Relativ einfach können für Skype for Business die Kosten bestehend aus Hardware, Netzwerk, Softwarelizenzen, Arbeitsleistung und der Aufwand für die Anwender (Endgeräte, Schulung, Softwareverteilung) ermittelt werden. Die Kosteneinsparungen durch Produktivitätsgewinne sind schwerer zu ermitteln und der direkte Vergleich mit vorhandenen Lösungen erfordert eine Aufnahme dieser Kosten.

Funktionalität

Die von Skype for Business bereit gestellten Funktionen gliedern sich in drei Blöcke, die sich auch später in der Lizenzierung unterscheiden und per Konfiguration auch gesteuert werden können. für jede dieser Funktionen sind später die Kosten und Nutzen zu bestimmen. Manchmal ist auch noch eine Unterscheidung nach Personengruppen erforderlich, z.B. wenn nur Teilfunktionen umgesetzt werden sollten. Es gibt durchaus Installationen, bei denen absichtlich nur Teilfunktionen umgesetzt wurden.

  • Präsenz und Instant Messaging
    Die meisten Firmen nutzen heute noch keine interne „Präsenzfunktionen“ am PC oder eine wenig integrierte Lösung. Diverse Telefonplattformen liefern z.B. einen „Besetzt-Status“ über ein Beleglampenfeld, was aber in keiner Weise mit dem hohen Integrationsgrad von Skype for Business in Windows und Office zu vergleichen ist. Neben den Lync Servern und dem Client ist für diese Bereitstellung nur die Lync Standard CAL erforderlich, die z.B. in der Core-Cal-Suite schon enthalten ist und viele Firmen schon besitzen. Ein direkter Kostenvergleich zu einer bestehenden Lösung ist daher selten durchzuführen und die Analyse beschränkt sich auf die „Gewinne“ durch diese neue Funktion. Diese liegen z.B. in der Reduzierung von Mails durch IMs, die effektivere gerichtete Ansprache von verfügbaren Personen und das reduzierte Störpotential, da z.B. „Nicht stören“ sichtbar ist. Die Bereitstellung dieser Funktion ist relativ „einfach“ und damit kostengünstig und schnell möglich.
  • Konferenz/Meeting
    Wenn es um Konferenzen geht, gibt es in vielen Firmen schon bestehende Systeme. Eine solche Vorinstallation hat den Vorteil, dass es vielleicht schon Daten zur Nutzung (Intensität) als auch zu den Kosten gibt. Dies gilt zum einen für reinrassige Konferenzsysteme (Polycom, LifeSize, Tandberg etc.), die in Skype for Business integriert oder durch Lync ersetzt werden können. Ebenso gibt es webbasierte Konferenzlösungen (Livemeeting, TeamViewer, GotoMeeting, WebEx), deren Funktion Skype for Business übernehmen kann.
    Hier ist insbesondere die Kostenanalyse interessant. Zwar wurden die System schon „beschafft“ und abhängig von der Version und Restlaufzeit ist hier zu prüfen, ob diese in Skype for Business integriert werden können. Gehostete Lösungen sind bezüglich der Kosten einfacher zu ermitteln, da hier pro Minute und Benutzer berechnet wird. Nachteilig hierbei ist meist, dass auch komplett interne Meetings über die Firewall zum Provider gesendet werden und damit höhere Laufzeiten, Leitungsbelastungen und Schwankungen einhergehen die eine lokale Skype for Business Installation umgeht.
    Gibt es hingegen keine bestehenden Systeme, wird es schwerer die erwartete Nutzung und die Kostenvorteile abzuschätzen. Dies muss aber dennoch erfolgen um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung anstellen zu können. Die Bestimmung der Nutzungsintensität und der Teilnehmer ist in beiden Fällen wichtig um die später erforderliche Bandbreite zu ermitteln.
  • Telefonie
    Skype for Business steht für „Kommunikation“ und Audio/Sprache und damit Telefonie ist nur eine Komponente einer modernen Kommunikationsplattform. Skype for Business kann heute eine bestehende Telefonanlage komplett ersetzen. Es gibt sogar „Tischtelefone“, wenn Anwender nur die Telefonfunktion ohne PC nutzen wollen. In der Regel ist aber gerade die Integration in die PC-Umgebung mit Outlook, Exchange, SharePoint, Webbrowser etc. gefordert. Ansatzweise versuchen auch klassische Telefonanlagen diese Integration (Stichwort CSTA, CTI) für die Funktion „Telefon“ zu erreichen. Skype for Business stellt auch schon Audio-Konferenz-Funktionen bereit und die Sprachmailbox kann durch Exchange Unified Messaging bereit gestellt werden.
    Da alle Firmen heute schon die Funktion „Telefonie“ bereit stellen, sollten dafür die aktuellen Betriebsdaten erfasst werden. Größere TK-Anlagen werden selten „gekauft“ sondern meist als Leasing oder Miete mit entsprechenden Wartungsverträgen beschafft. Enthalten sind oft auch die Endgeräte und deren Management. So lassen sich Kosten oft auf Endgeräte und Person pro Jahr umrechnen, was eine gute Vergleichbarkeit ermöglicht.
    Kosten für Telefongespräche selbst können bei der Betrachtung nur dann ignoriert werden, wenn Skype for Business die gleichen Übergänge nutzen wird. Sofern mit Skype for Business aber die Funktion „LeastCostRouting“ über eigene dezentrale Gateways genutzt wird oder Anwender mit dem Skype for Business Client unterwegs über günstige Datennetze arbeiten und so Mobilgespräche eingespart werden, muss auch dieser Kostenaspekt berücksichtigt werden.
    Telefonie endet aber nicht beim Menschen. Auch verschiedene Systeme wie Alarmgeber, Aufzüge, Portomaschinen, Faxserver müssen natürlich auch mit Skype for Business eingebunden werden. CRM und Callcenter-Systeme sind ebenso im Fokus einer modernen Kommunikationstechnik. Wie bei den meisten TK-Anlagen, und auch bei Skype for Business, gibt es hier mehrere Anbieter, die sich unterschiedlich integrieren.

Dies ist nur eine Teilmenge der Funktionen einer modernen Kommunikationslösung. Die individuellen Anforderungen sind frühzeitig zu erfassen und deren Umsetzung zu dokumentieren.

Hardware

Um Skype for Business einzusetzen, sind verschiedene Server und Netzwerkverbindungen erforderlich, die im Folgenden beschrieben werden. Die Beschreibung bezieht sich auf den Betrieb „On-Premise“.

  • Netzwerkbandbreite
    Die Basisfunktion mit Instant Messaging und Presence mit 2-8 kBit/s pro Benutzer kann aus Netzwerksicht oft vernachlässigt werden aber sobald Audio, Video und andere Dienste genutzt werden, ist eine Analyse des Netzwerks und gegebenenfalls Anpassungen (QoS, Bandbreiten) erforderlich. Diese Tätigkeiten sind aber nicht nur für Skype for Business durchzuführen, sondern für jede VoIP-basierte Lösung. In vielen Firmen werden sogar schon VoIP (Skype ?) und gehostete Konferenzen (WebEx etc.) eingesetzt ohne diese Vorarbeiten durchgeführt zu haben. Meist funktioniert es trotzdem „irgendwie“ aber sobald die Nutzung zunimmt oder sogar die Telefonanlage ersetzen soll, muss die Basis stabilisiert sein.
  • Skype for Business Backend
    Für die Bereitstellung von Skype for Business intern sind verschiedene Server bereitzustellen. für das Sizing sind die Anzahl der Benutzer und insbesondere die Nutzung der Konferenzen relevant. Abhängig von den Anforderungen an die Verfügbarkeit werden mehrere Server als Pool installiert. Ein einzelner Standard Server kann laut Microsoft bis zu 5000 Benutzer bedienen. Diese Zahl ist aber eine theoretische Obergrenze denn insbesondere Konferenzen belasten den Server, so dass die reale Dimensionierung anhand der vorab erhobener Nutzungsprofile erfolgen muss.
    Beim Einsatz eines Pools oder Nutzung der Monitoring Services sind SQL-Datenbanken im Backend für die Nutzung von Skype for Business bereit zu stellen
    Für die Nutzung von PowerPoint Präsentationen in Konferenzen sind zudem „Office Web Components“ Server bereitzustellen, die aber eventuell mit Sharepoint 2013 und Exchange 2013 gemeinsam genutzt werden können. All diese Server können auch virtuell betrieben werden, aber auch das erfordert entsprechende Hardware.
    Und auch ein Betrieb in Office 365 als Skype for Business Online ist durchaus eine ernst zu nehmende Option
  • Loadbalancer
    Skype for Business nutzt intensiv DNS-Round Robin aber für die Zugriffe auf die Skype for Business Webseite (Adressbücher, Meetinginhalte etc.) ist beim Einsatz einer Farm mit mehreren Servern ein Loadbalancer erforderlich, der die Anfragen auf die verfügbaren Server verteilt. Dies ist in der Regel eine Hardware, die ähnlich einem Netzwerk-Router zu sehen ist. Beim Einsatz eines Single Servers ist keine Lastverteilung erforderlich.
    Mit einer Nutzung on Office 365 entfällt natürlich diese Komponente. Dafür müssen Sie ggfls. ihren Internet Proxy und Zugang umbauen
  • Firewall/Reverse Proxy
    Wenn die Skype for Business Dienst auch aus dem Internet erreichbar sein sollen, dann sind entsprechende Ressourcen für die Veröffentlichung der Dienste vorzusehen. Die erforderlichen Skype for Business Edge Server erfordern keine eigenständige Skype for Business Server Lizenz aber Hardware, Windows und Zertifikate sind einzuplanen. Zudem müssen Anpassungen an der in der Regel vorhandenen Firewall erfolgen.
    Mit Office 365 müssen Sie keine Dienste veröffentlichen aber den Zugriff auf die Cloud berücksichtigen
  • Gateway/SBC
    Für die Anbindung an die klassische Telefonie per S0, S2M oder auch per SIP-Trunk ist in den meisten Fällen ein entsprechendes Gateway erforderlich, um die Protokolle umzusetzen. Bei einer Anbindung per ISDN unter einer TK-Anlage sind auch dort entsprechende Baugruppen vorzusehen. Anders stellt sich die Situation da, wenn die Anbindung per SIP-Trunk erfolgt oder das Gateway zwischen Amt und TK-Anlage geschaltet wird. Kosten für den Kauf, Installation und Betrieb des Gateways sind entsprechend vorzusehen
  • Headset, Kamera, Telefone (Für Audio/Video/Konferenz/Telefon)
    Sobald die Anwender mit Skype for Business mehr als „nur“ Presence und Mitteilungen nutzen, sind entsprechende Kosten für Geräte am Arbeitsplatz vorzusehen.

Software

Für den Einsatz von Skype for Business sind verschiedene Komponenten zu lizenzieren. Die Lizenzen für das Betriebssystem „Windows Server“ und die entsprechenden Windows CALs werden als gegeben voraus gesetzt.

  • Windows Basislizenz und CAL
    Alle Skype for Business Services nutzen Windows Server. Entsprechend sind die zu installierenden Server mit dem Betriebssystem auszustatten und zu lizenzieren. Weiterhin sind für die Clients entsprechende Windows Server CALs zu lizenzieren. Diese Voraussetzung gilt aber für alle Server und Dienste auf Windows und zumindest die Frage der Windows Server CALs ist nicht weiter für das Skype for Business Projekt relevant. Sollten die Server selbst virtuell betrieben werden, ist oft auch die Windows Server Lizenz über das Datacenter-Programm abgedeckt.
  • Skype for Business Frontend Server
    Jeder Skype for Business Frontend Server benötigt eine Skype for Business Server Lizenz. Alle weiteren Server im Umfeld von Skype for Business, z.B. Director Server oder Edge Server sind nicht weiter zu lizenzieren. Auch wenn die Server als „Standard Server“ oder „Enterprise Server“ installiert wird, ist die Lizenzrechtlich bei Skype for Business immer die gleiche Lizenz nur mit einer unterschiedlichen Konfiguration
  • Skype for Business Client
    Die Software auf den verschiedenen Arbeitsplätzen (Windows, Mac, Mobile) sind ebenfalls zu lizenzieren. Skype for Business Server unterstützt sowohl den Lync 2013 Communicator also auch den Skype for Business Client. Sogar Lync 2010 Clients werden selbst 2017 noch unterstützt. Diese Software kann einzeln (pro Arbeitsplatz) gekauft werden. Sie ist auch Bestandteil von verschiedenen Office Paketen. Zusätzlich gibt es einen Skype for Business "Basic Client“, der beschränkt aber kostenfrei ist. Aktuell sind auch alle mobilen Clients (Windows Phone, IOS, Android) kostenfrei nutzbar.
  • Skype for Business CAL
    Neben der Software auf dem Server und dem Client ist eine „Client Zugriffs Lizenz“ zu erwerben, die bei Skype for Business aus einer „Skype for Business Standard CAL“ besteht, die pro Benutzer oder pro Device erforderlich ist. Zusatzfunktionen wie Konferenzen benötigen die „Enterprise CAL“ zusätzlich für diesen Anwender. Die „Plus CAL“ erlaubt dem Anwender die Nutzung von Skype for Business zur Telefonie.
  • OWC Server
    Skype for Business nutzt zur Konvertierung von PPTX-Dateien in HTML5 zur Anzeige auf bei den verschiedenen Meeting-Teilnehmern die Office Web Components. Diese Software kann kostenfrei bei Microsoft heruntergeladen und auf einem Single Server in der Betriebsart „Read Only“ genutzt werden. Es ist allein der Windows Server 2008R2 oder höher zu lizenzieren. Erst wenn andere Dienste wie Exchange 2013 oder SharePoint 2013 den gleichen Service schreibend nutzen oder zur Hochverfügbarkeit eine OWC-Farm aufgebaut werden soll, muss diese Funktion z.B. über Office 2013 Pakete lizenziert werden.
  • SQL Server und CAL
    Skype for Business nutze auf allen Servern lokale SQL-Express-Instanzen. Nur wenn eine Skype for Business Farm aus mehreren Enterprise Servern besteht oder Monitoring-Daten abzulegen sind, müssen die Datenbanken auf SQL2008R2-Standard Servers (oder höher) bereitgestellt werden. Diese Server und die dazugehörigen CALs sind dann entsprechend zu lizenzieren.
  • Exchange Server und Exchange Enterprise CAL
    Soll der Exchange Server als „Voicemail“ benutzt werden, dann ist für jeden Anwender eine Enterprise CAL erforderlich. Eventuell sind weitere Exchange Server für die Bereitstellung der UM-Rolle erforderlich.

Die für eine Skype for Business Einführung real entstehenden Kosten sind abhängig von den schon vorhandenen Lizenzen. In den meisten Fällen sind Windows Server Lizenzen und Windows Server CALs nicht zu berücksichtigen. Auch Exchange Server sind meist „genug“ vorhanden, dass diese bereits lizenziert sind und nur die Exchange Enterprise CAL zu berücksichtigen ist. In vielen Fällen wird es eine Mischkalkulation geben, so dass die jeweiligen Lizenzen zu einem gewissen Anteil eingerechnet werden.

Arbeitsleistung

Ein weiterer Kostenblock ist die menschliche Arbeit in dem Projekt. Diese enthält einmalige Aufwände für Planung, Evaluierung, Installation als auch regelmäßige Aufwände für Konfiguration Provisioning, Überwachung, Fehlersuche und Beseitigung. Ziel ist eine möglichst realistische Aufwandschätzung für das Skype for Business-Projekt:

  • Analyse und Bewertung
  • Planung, Design und Sizing
  • Deployment und Betriebsdokumentation
  • Administration und Betrieb
  • Provisioning
    Ein großer Vorteil einer integrierten Lösung wie Skype for Business ist die Verwaltung der Konten. Durch die enge Verzahnung mit dem Active Directory
  • Schulung der Mitarbeiter
    Dieser Posten muss sowohl die Kosten für den Trainer und dessen Vorbereitung, die Schulungsräume als auch die Kosten durch Arbeitsausfalle der Mitarbeiter enthalten.

Die verschiedenen Tätigkeiten werden nicht sequentiell erbracht sondern abgestimmt auf die Phasen (z.B. Showroom, Pilot, Produktion) der Umsetzung.

Kostenrechnung

Ausgehend von den verschiedenen Komponenten können die einmaligen und laufenden Kosten einer Skype for Business Umgebung geschätzt werden. Schwieriger wird es hingegen den Nutzen zu erfassen:

  • Telefonie
    Es ist unbestritten erforderlich, dass Menschen als Teil ihrer Arbeit kommunizieren und damit auch Telefonieren.  Hier ist ein direkter Vergleich mit den Kosten der bisherigen oder eine konkurrierenden Telefonie-Lösung möglich. Dazu müssen natürlich die Kosten dieser alternativen Lösung erst ermittelt werden, damit Sie mit Skype for Business verglichen werden können.
  • Konferenz
    Schwieriger wird die Ermittlung der Gewinne durch die Bereitstellung von Skype for Business als Konferenzplattform. Viele Firmen haben schon heute einzelne Konferenzsysteme, die nur von wenigen Personen gelegentlich genutzt werden. Diese Geräte sind in der Anschaffung meist sehr teuer und ISDN-Konferenzen sind relativ teuer.
    Die meisten Mitarbeiter nutzen oft nur Audiokonferenzen, die über das Telefon geführt wird. Welchen Mehrwert eine verfügbare und jederzeit nutzbare Konferenzlösung bietet, ist sehr Fallabhängig. Zudem kann in Skype for Business sehr genau gesteuert werden, wer Konferenzen leiten darf und die dazu erforderliche Skype for Business Enterprise CAL benötigt.
    Auf der anderen Seite gibt es oft auch schon gehostete Konferenzlösungen (LiveMeeting, WebEx, TeamViewer o.ä.) die heute extern genutzt werden. Hier ist es relativ einfach die Kosten für diese Lösung zu ermitteln, die sich aus den Lizenzkosten aber auch der erforderlichen Bandbreite über das Internet und die meist aufwändige Verwaltung der berechtigten Benutzer zusammensetzt.
  • Instant Messaging und Presence
    Die Bereitstellung dieser Funktionen allein ist kostentechnisch sehr günstig möglich. Welche Einsparungseffekte damit möglich sind, ist fallabhängig und kann oft nur geschätzt werden. Sicher kann eine IM eine E-Mail ersetzen und damit die Kosten und Speicherbedarf bei Exchange/Outlook reduzieren. Ebenso kann eine IM-Konversation sehr viel effektiver und schneller erfolgen. Letztlich reduziert eine effektive Nutzung der Präsenz die Störwirkung durch Besuche und Telefonate.

Es gibt verschiedene Untersuchungen die Hinweise auf die möglichen Einsparungspotentiale liefern aber immer im Einzelfall zu prüfen sind. Es fällt schwer für einen durchschnittlichen Arbeitsplatz die „eingesparten Minuten“ zu ermitteln, wenn ein Anwender Skype for Business nutzt und z.B. die manuelle Eingabe der Rufnummer spart oder eine Integration mit CRM bei Anrufen die Servicequalität verbessern. Manchmal sind es ganz neue Funktionen (z.B. LeastCostRouting), die den Einsatz sehr schnell rentabel machen können. Hierzu können aber keine allgemeingültige Aussagen gemacht werden.

Die erste Aufgabe ist daher die Ermittlung der aktuell genutzten Hilfsmittel und Wege zu kommunizieren und für diese Wege die aktuellen Kosten seriös zu ermitteln. Ebenso sind die Kosten für Skype for Business aufzustellen. Zuletzt muss es eine Abschätzung geben, welche Funktionen von Skype for Business gegenüber der bisherigen Lösung besser oder schlechte sind und wie sich dies z.B. in den Betriebskosten oder den Arbeitszeitkosten der Mitarbeiter auswirkt. Erst dann kann am Ende gegenüber gestellt werden, welche Lösung zukünftig die Kommunikation im unternehmen abbildet.

Kostenaufstellung

Letztlich münden diese Vorabanalysen und Erhebungen in einer Aufstellung der Kosten für die Lösung mit Skype for Business als auch den Fortbestand bzw. Weiterentwicklung einer bestehenden Plattform oder der Vergleich zu einer Wettbewerbslösung. Der bisherige Text ist noch keine Basis für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sondern eine Erklärung. Die eigentliche Hauptarbeit könnte wie folgt aussehen, aber muss natürlich ebenfalls auf die individuelle Kundenanforderungen angepasst werden: 

  • Aufnahme der Anforderungen mit Einschätzung
    Wer Kosten gegenüberstellen will, muss vergleichen. Ich habe oben schon ansatzweise die Funktionen von Skype for Business (IM/Presence, Konferenz, Telefonie) beschrieben. Dies ist aber sehr unspezifisch. Sie sollten daher eine List von Punkten erstellen. Zu jedem Punkt ist eine Gewichtung und Relevant zu definieren, d.h. ob dieser zwingend, wünschenswert, weniger wichtig oder irrelevant ist. Diese Liste ist für den nächsten Schritt wichtig.
  • Festlegen der Produktauswahl.
    Mit der Liste gehen Sie nämlich nun los und prüfen, welche Lösungen überhaupt in Frage kommen. Es gibt zu Skype for Business durchaus Mitbewerber und jedes Produkt hat individuelle Vorteile und Einschränkungen. Manchmal ist es eine spezielle CRM oder Callcenter-Lösung die nur mit bestimmten Vermittlungsstellen funktioniert. Ein anderes Mal sind es z.B. Anbindungen an Konferenzsysteme oder Kosten für die Integration vieler Einzellösungen. Hier drei Beispiele:
    • Variante 1: Skype for Business(IM/Presence, Telefon, Konferenz)
      Lync kann in vielerlei Hinsicht ein Großteil aller Kommunikationsanforderungen abdecken.
    • Option2: Cisco (Tell)+ WebEx(Konf) + Jabber (IM/Presence)
      Durchaus ein Mitbewerber, der fast in allen Angebotssituationen mit zu berücksichtigen ist.
    • Option3: Klassische TK-Anlage weiter betreiben, ggfls. auf SIP umstellen zzgl Konferenzlösung +3rd Party IM/Presence
      In der Regel soll/darf Skype for Business nur für IM/Presence nicht zum Einsatz kommen. Es besteht aus sicher der "nicht Skype for Business Befürworter" das Risiko, dass Meetings dann auch von Skype for Business bereit gestellt werden und dann ist auch Audio/Video gefordert. Dann fehlt nicht mehr Viel und es wird wieder Option 1.
  • Gegenüberstellung der Anforderungen
    Finden der „Antworten“ auf die Anforderung nach Produkt und Bewertung bezüglich Erfüllungsgrad, Kosten und Nutzen
  • Erste Projektierung mit Kosten
    Wie könnte die ZielUmgebung z.B. auf Basis der Lösung aussehen, wie wird diese eingeführt/migriert
    Beschreiben der Kosten (Server, Lizenz, Betrieb etc.)
  • Abschlussbewertung
    Zusammenrechnen der Kosten und Erstellen einer Entscheidungsvorlage.

Kosten?

Ich kann hier pauschal keinen "Preis" nennen. Dazu ist jedes Projekt und jede Umgebung individuell. Ich ziehe da immer wieder mal einen Vergleich zum "Autokauf" oder zum "Hausbau". Auf die Frage "Was kostet ein Auto", können Sie keine Preisauskunft erwarten. Sie müssen schon etwas in Vorleistung gehen und ihre Wünsche und Anforderungen definiert. Auch beim Hausbau haben Architekten vielleicht Schätzwerte für "Kubikmeter umbauten Raum in der Qualitätsstufe X kosten y Euro". Aber auch hier wird man sich zumindest zu einem Vorgespräch zusammensetzen, sich kennenlernen und letztlich ausloten, ob Sie als Interessant schon "reif für Skype for Business" sind, den Umfang und die Komplexität des Projekt abschätzen und dann eine Preisindikation abgeben.

Teilweise ist es sogar vorher noch erforderlich, die Anforderungen überhaupt erst einmal herauszuarbeiten und die Umgebung zu betrachten. Ein Umbau und eine Erweiterung von WAN-Bandbreiten und Netzwerkstrukturen kann sehr schnell ins Geld geben. Wobei dies schon für VoIP und das weitere Wachstum sowieso erforderlich sein dürfte. Nun gibt es aber handfeste Grundlagen und Vorgaben, so dass man sich mit Skype for Business nicht mehr "durchmogeln" kann.

Sprechen Sie meine Kollegen oder mich doch einfach hierzu an.
Net at Work und MSXFAQ

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