Kleine Geschichte zu Lync und OCS

Die Vorgängerversionen des Office Communications Servers haben im wesentlichen nur Instant Messaging und Präsenzinformationen bereit gestellt. Das hat sich mit dem Office Communications Server umfangreich geändert.

Skype für Business

Im Herbst 2014 hat Microsoft nicht ganz überraschend verkündet, dass der Name geändert wird als Lync wird Skype für Business. Nun ist es ja nicht so, dass es nicht schon ein "Skype für Business"-Angebot gegeben hat. Skye selbst hat ja nicht nur Privatkunden bedient, sondern eben auch Firmen. Aber ich denke dieser Konflikt wird sehr schnell "gelöst" werden.

Lync 2013

Der große Schwerpunkt von Lync 2013 ist die Konferenzfunktion. Erstmals ist es z.B. möglich, das Bild mehrerer Personen in einer Konferenz zu sehen (Multiparty) und nicht mehr nur wie bei Lync 2010 den aktiven Sprecher.

Auch die Einbindung mobiler Geräte hat sich erheblich verbessert. So können auch auf Smartphones und Tablets die Lync-Funktionen teilweise mit Audio und Video genutzt werden

Lync 2010

Lync 2010 hat die Telefonie deutlich weiter entwickelt. Funktionen wie Call Park u.a. sind dazu gekommen. Aber Lync 2010 ist auch die erste 64bit Version mit Verwaltung per PowerShell. Auch wurde der komplette unterbau verändert. Die Konfiguration ist nicht mehr im Active Directory, sondern in lokalen SQL-Datenbanken zu finden, die sich eigenständig replizieren.

Funktionen des OCS 2007 R2

Aber da Software sehr viel einfacher zu erweitern ist, als Hardware, war es nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft mit der nächsten Version weitere Funktionen nachrüstet. Und basierend auf OCS 2007 R2 kann man wirklich heute schon Umgebungen aufbauen, bei der es keine klassischen Telefonanlagen mehr geben muss. OCS 2007 R2 liefert z.B. folgende Funktionen nach:

  • Teamcalls
    Ich kann nun eine Rufverteilung über eine Gruppe definieren, d.h. es gibt eine Grupe mit einer Rufnummer und die Mitglieder der Gruppe erhalten nach verschiedenen Kriterien den Ruf. (z.B. parallel, nacheinander, wer am längsten noch nicht telefoniert hat etc.
  • Single Number Reach
    Genial ist auch die Funktion, dass Sie sich nur noch die Büronummer merken müssen und der OCS-Server mich abhängig von meiner Präsenz findet. Notfalls sogar per Weiterleitung auf mein Telefon zuhause oder das Mobiltelefon. Auch ausgehende Rufe kann ich über den OCS-Server führen und der angerufene Teilnehmer sieht meine Büronummer, selbst wenn ich zuhause oder vom Mobiltelefon anrufe. Neben den Kosten kann die Firma auch die Anrufe z.B. in ein CRM-System übernehmen.
  • Telefonkonferenzen
    Es ist schon erschreckend einfach, wie schnell mal eine einfache Telefonkonferenz eingerichtet ist. Sogar externe Teilnehmer können sich "Einwählen" und nach Angabe einer PIN mitsprechen

Und das sind nur die wichtigen Erweiterungen bei der Telefonie. Ich bin davon überzeugt. dass die bisherige TK-Branche vor einem radikalen Strategiewechsel steht und klassische Telefonanlagen sehr bald nicht mehr in der heutigen Form existieren werden. Und wenn ich bewerten muss, ob Systemhäuser diese Qualifikation zusätzlich erwerben oder bisherige TK-Dienstleister sich in die Themen Windows, Server, Active Directory, Exchange, OCS etc. einarbeiten, dann sehe ich hier klare Vorteile für die IT-Dienstleister.

Funktionen des OCS 2007 R1

Der OCS2007 stellt folgende Funktionen bereit.

  • Präsenzinformation
    Die Information, ob ein Mitarbeiter gerade am Telefon, in einer Besprechung oder abwesend ist, kann sowohl interne Abläufe verbessern. Benutzer können in Outlook, Sharepoint oder im OCS-Client sehen, wie der gewünschte Ansprechpartner aktuell erreichbar ist. Diese Information kann auch mit Daten aus dem Outlook Kalender (Abwesend, Besetzt, frei) oder der Telefonanlage (telefoniert) kommen.
    OCS ist die die Firmenversion der kostenfreien Dienste wie MSN, Yahoo, ICQ etc. Und nutzt z.B. das Active Directory zur Authentifizierung.
  • Chatfunktionen / Instant Messaging
    Hierbei handelt es sich um einen weiteren Kommunikationsweg, um Nachrichten direkt zwischen Partnern auszutauschen ohne den Posteingang zu füllen. Auf mobilen Endgeräten sind diese Wege viel günstiger als Kurzmitteilungen (SMS) und erlauben mehrere Teilnehmer.
    Für Firmen ist hier sowohl die Verschlüsselung als auch eine optionale Archivierung interessant. Auch bei Automatisierungsaufgaben (z.B. Information über einen neuen Workflow-Vorgang oder einen Serverausfall) können so direkt zu den Anwendern gesendet werden, die gerade „online“ sind.
  • Audio/Video Konferenz
    Videotelefonie über Internet ist mit Skype und anderen Programmen im Privatsektor schon recht häufig. Firmen haben in der Vergangenheit hochpreisige Konferenzsysteme genutzt oder Zweierkonferenzen mit Netmeeting o.ä. genutzt. OCS erlaubt die Einrichtung virtueller Konferenzräume für viele Teilnehmer und die Einrichtung entspricht einer Terminvereinbarung in Outlook.
  • Telefonie TAPI
    Wenn der OCS mit der Telefonanlage gekoppelt ist, dann kann der Anwender über den OCS-Client auch Telefonate initiieren und bekommt eingehende Rufe gemeldet. Hier steht OCS in Wettbewerb mit schon vorhandenen TAPI-Lösungen. Wird in Outlook ein Kontakt angerufen, dann leitet der OCS-Client die Daten an den Server, der anhand seiner Routingeinstellungen dann über ein entsprechendes Gateway die Telefonanlage anspricht. Diese „vermittelt“ dann das Gespräch zwischen dem gerufenen Teilnehmer und dem klassischen Telefon des Mitarbeiters. Auch eingehende Rufe können von der Telefonanlage über ein Gateway zusätzlich an OCS gemeldet werden, welche dann über den OCS-Client dem Mitarbeiter signalisiert werden.
    Natürlich könnte die PBX auch selbst Instant Messages senden (z.B. Anzahl der Nachrichten auf dem Anrufbeantworter) oder den Status setzen (On Phone).
  • VoIP Vermittlung / VoiceBox
    Werden nicht nur die Signalisierung, sondern auch Sprachkanäle konfiguriert, dann kann ein eingehendes Telefonat direkt an den OCS-Client oder ein OCS-kompatibles Endgerät beim Benutzer vermittelt werden. Auch ausgehende Anrufe sind dann möglich. Dies kann soweit gehen, dass OCS die klassische Telefonanlage sogar ersetzen kann und nur noch ein Gateway die Verbindung des Netzwerks zum Amtsanschluss herstellt. OCS nutzt SIP zur Signalisierung von Rufen und Verbindungen aber überträgt die Audio/Video-Daten über den RTP-Codec, während die meisten SIP-Systeme G.711 verwenden. Damit wird ein Mediation Gateway erforderlich, welches die Daten transcodiert.
    In Verbindung mit der Exchange 2007 UM-Rolle können Anrufe für nicht erreichbare Teilnehmer an das Postfach umgeleitet werden. Bei passender Kopplung kann der Anwender selbst auch seine Mails abhören.

Aber schon hier war ersichtlich, dass diese Basisfunktionen schon für viel Firmen wichtig aber noch nicht die Funktionen einer Telefonanlage komplett übernehmen können.

Noch ältere Versionen

Es gibt nur wenig Personen, die auch noch all die anderen Produkte und Vorläufer können, als da wären.

MSN müssenger
Windows Live müssenger
Exchange 2000 Real Time Collaboration
Live Communications Server
PlaceWare
Office Communications Server
Live Meeting
Office Live Meeting
Lync Server
Lync Online
Skype
Skype für Consumers
Skype für Business
Skype für Business Online