TK-Kopplung

Wir bei Net at Work haben keine klassische Telefonanlage mehr und nutzen einfach noch Lync mit einem Gateway zu Telekom. Diese Seite soll beschreiben, wie Sie Lync mit einem Gateway und einer bestehenden Telefonanlage verbinden können.

Szenarien

Es gibt dazu drei Szenarien:

Modell Bewertung

Gateway hinter der TK-Anlage

Dies ist sicher die einfachste Anbindung und wird gerade bei Pilot und test-Installationen gerne genutzt.

  • Kein Eingriff in die Amtsanbindung
  • Lync als Nebenstelle
  • Einfach umzusetzen
  • Prädestiniert für Test und Pilotinstallation
  • zusätzliche Baugruppen und Lizenzen in der TK-Anlage
  • Zusätzliche Anpassung beim späterem Ersatz

Gateway vor der TK-Anlage

Diese Option bietet sich an, wenn Lync quasi schon platziert ist und kein Geld mehr in die TK-Technik für weitere ISDN-Ports oder Trunks investiert werden soll.

  • Keine Erweiterung der TK-Anlage
  • Einfache spätere Abschaltung der TK
  • TK-Konfiguration zum Routing von Lync-TN zum "Amt"
  • Größeres Gateway
  • Umfangreiche Gateway-Konfiguration und Tests
  • Kurze Betriebsunterbrechung
  • Nicht einfach um es mal eben für einen Test oder Pilot einzusetzen

Bestehendes VoIP Gateway gemeinsame nutzen

  • Kein weiteres Gateway erforderlich
  • Oft einfache Umstellung pro user (z.B. mit LDAP-Lookup)
  • Kosteneinsparungen
  • Meist keine Anpassung auf dem Amt-Trunk
  • Gateway muss Lync kompatibel sein

Lync als autoritatives System

Lync 2013 kann nun erstmals aktiv in die alte TK-Verbindung eingebunden werden. Lync routed "erkannte Anrufe" zum passenden Ziel was eine Umstellung einfach macht

  • Einfache langsame Migration pro user
  • Komplette Steuerung durch Lync (CSAnalogPhone)
  • Kosteneinsparungen
  • Meist keine Anpassung auf dem Amt-Trunk
  • Gateway muss Lync kompatibel sein
  • Hoher Anspruch an Lync Verfügbarkeit von Anfang an.
  • Aufwändige Tests
  • Nicht einfach um es mal eben für einen Test oder Pilot einzusetzen

Diese Optionen fokussieren sich auf die Verbindung von Lync mit TK-Technik und Amtsanschluss. An welcher Stelle nun noch eine ISDN-Verbindung zum Einsatz kommt oder schon mit SIP-Trunks gearbeitet wird, ist für die weitere Betrachtung nicht interessant.

Welche Variante Sie letztlich einsetzen wollen, hängt primär von der TK-Anlage ab, d.h. welche Investitionen müssen für jedes der drei Modelle vorgenommen werden, um es in Aktion zu bringen. Gerade der Betrieb hinter der TK-Anlage als unteranlage ist für Pilot und Testinstallation natürlich prädestiniert, da es oft minimale Eingriffe erfordert. Allerdings skaliert dieser Ansatz nicht sehr gut und manifestiert die TK-Technik. Oft beginnt ein Projekt aber so und der Wechsel zu Variante 2 erfolgt nach dem Abschluss eines Piloten und der Entscheidung pro Lync als primäre Kommunikationsplattform.

Fragen an die TK-Technik

Die schönste Überlegung zur Anbindung kann scheitern, wenn die "Stecker" nicht passen. Im Bezug auf die TK-Anlage ist daher z.B. zu klären:

Frage Antwort

Welche Schnittstellen bietet die PBX intern an?
Natürlich können Sie Lync auch über Zwei-Draht-Leitungen analog anbinden und per DTMF die Nummern übermitteln. In den meisten Fällen ist eine klassische ISDN-Verbindung mit mehreren S0-Anschlüssen als Trunk oder S2M ratsam. Sehr schnell lernen die Anwender nämlich die Konferenzfunktion mit Dial-In zu schätzen und dann werden schnell die Leitungen knapp

 

Enthält die PBX vielleicht schon ein Media Gateway, welches RTP spricht ?
Einige Anlagen sprechen selbst SIP und RTP und mit ein bisschen Glück können Sie einen direkten SIP-Trunk zu Lync einrichten.

 

Gibt es vom Hersteller/Microsoft eine Musterkonfiguration oder Erfahrungen mit Lync ?
Microsoft pflegt eine Liste von zertifizierten Gateways und TK-Anlagen. Hier sind sie dann recht sicher, dass alle Funktionen möglich sind. Aber auch andere Anlagen lassen sich in der Regel zumindest über ein Gateway (ISDN2IP oder IP2IP) anbinden.

 

Ist die TK-Anlage vielleicht schon ein VoIP-System und kann das Gateway auch von Lync genutzt werden ?
Wenn die TK-Anlage nicht gerade viele Jahre alt ist, dann nutzt sie vielleicht selbst schon SIP. Es gibt sogar Anlagen, die ihrerseits selbst ein Gateway nutzen, welches schon mit Lync zertifiziert ist. Ich wollte schon mal Lync an eine Nortel CS1000 anbinden und habe mir Freude gesehen, dass die Nortel selbst einen Audiocodes Mediant als Amtsanbindung genutzt hat.

 

Aussagen zu Anzahl der Client, Gesprächsaufkommen etc.
Hoffentlich kann ihnen der TK-Administrator ein paar Kennzahlen zur Verwendung sagen. Wenn die TK-Anlage schon eine Voicemail-Funktion hat und die von Exchange übernommen werden soll, dann ist die Anzahl der aktuellen Leitungen oder Gesprächsminuten und Auslastung interessant.
Auch eine Konferenzfunktion der Telefonanlage, die später Lync übernehmen soll, kann erste Kennzahlen über die Nutzung liefern.
Und wenn Sie schon dabei sind, dann sollten Sie auch die allgemeine Anzahl der internen und externen Telefonate und die zeitliche Verteilung in Erfahrung bringen.

 

Gibt es einen CTI-Server, der Lync unterstützt?
Wenn Sie mit Lync, warum auch immer, nicht telefonieren wollen, dann kann immer noch "Remote Call Control" ein Thema sein. Wenn dies ein Thema ist, dann brauchen Sie ebenfalls Informationen über die Anlage, deren Schnittstellen und Lizenzen.

 

Musteranforderung Verbindungstechnik

Stellen Sie sich vor, wir sollen mit ihnen gemeinsam eine Pilot- oder DemoUmgebung aufbauen und natürlich brauchen wir eine Anbindung an die Telefonanlage. Gehen wir mal davon aus, dass weder ein S2M-Anschluss noch ein SIP-Trunk möglich ist. Dann bleiben nur S0-Verbindungen. Eine Anforderungsliste könnte wie folgt aussehen:

Anforderung Erfüllt

1-4 SO-Anschlüsse zum Platz des Gateway 4-adrig
Normaler ISDN-RJ45-Stecker mit Abschlusswiederständen in der letzten Dose Das Gateway ist „Self Powered“, d.h. Speisespannung stört nicht, aber ist auch nicht erforderlich Anschluss erfolgt über normale Patchkabel

 

Protokoll EuroISDN Punkt zu Punkt, 2 B-Kanäle pro Leitung
Alternativ kann auch QSIG verwendet werden. Dies ist z. B. später für optimiertes Routing (ECT) interessant.
Die Anlage muss „Clockmaster“ sein und „NetworkSide“ spielen. Wenn es mehrere ISDN-Leitungen sind, dann werden Sie als „Bündel /Trunk“ betrieben. Die Leitungsbelegung ist egal (Ascending, Descending, RoundRobin). Die TK-Anlage sollte aber natürlich Rufe nur an die Leitungen melden, die auch „online“ sind, für den Fall, dass nicht alle Leitungen angeschlossen sind.

 

Rufnummern (CLIP)
Die TK-Anlage sollte erlauben, dass ausgehend beliebige Rufnummern möglich sind. Nur so können wir die Teilnehmernummer senden aber auch die externe Nummer bei einer Weiterleitung oder "ParallelCall" auf ein Mobiltelefon.

 

Displayname
Die TK-Anlage kann gerne den „Anrufername“ mitliefern. Dann kann Lync den Namen anzeigen. Auch umgekehrt senden wir gerne den Namen mitliefern, wenn Sie dies verarbeiten möchten.

 

Amtsberechtigungen
Ausgehende Rufe über diesem Anschluss sollten keiner Beschränkung unterliegen. Sicher kann man in der TK-Anlage weiterhin die „Premium-Nummern“ blockieren.

 

Sonstige Features
Erweiterte Features wie Rückruf bei besetzt, CallDeflection, CallForwarding etc. sind für einen Pilot meist nicht relevant. Später in einer Koexistenzphase ist das was anderes um z.B. die B-Kanal-Nutzung zu optimieren.

 

Rufnummern:
Hier sind drei Rufnummern relevant. Das Ganze in beide Richtungen undGetrennt nach Intern, Local, National, International Das kann man aber auch durch Testanrufe rausfinden:

  • Nummernformat des Anrufers (Nummern, NPI, TON)
  • Nummernformat des Angerufenen  (Nummern, NPI, TON)
  • Nummernformat der Umleitung (Nummern, NPI, TON)

 

Damit sollte ein Gateway relativ zügig und die Anbindung funktionstüchtig installiert werden können.

Anzahl der Lync Nummern

Wenn Sie vom Telefonnetz einen Teilnehmer bei Lync erreichen wollen, muss der Lync-Teilnehmer natürlich eine Rufnummer haben. für einen Piloten oder Testinstallation können Sie sich aber schnell mal verschätzen, wenn Sie nur mal ein paar Benutzer mit Lync Telefonie ausstatten wollen. Denn neben den normalen Anwendern gibt es durchaus noch einige weitere Dienste, die eine Rufnummer "brauchen".

  • Lync Konferenz Dialin
    In der Regel ist das genau eine Rufnummer, über die aber mehrere gleichzeitige Verbindungen ankommen können. Die TK-Anlage darf also einen zweiten Anruf nicht als „besetzt“ meldet. Das ist aber sowieso nicht der Default bei Anlagenanschlüssen der Fall. Der Konferenzdienst unterstützt mehrere Sprachen unter einer Nummer, so dass die Anwender umschalten können. Sie können mit mehr Nummern aber auch eine Nummer je geforderter Sprache einstellen, so dass schon die Begrüßung und Information in der gewünschten Sprache erfolgt.
  • Lync Responsegroup
    Wenn Sie die Rufverteilung mit Gruppen zeigen wollen, dann braucht jede Gruppe eine Nummer. für einen Piloten reicht minimal eine Nummer, gerne auch mehr zum experimentieren.
  • Exchange UM
    Auf diese eine Nummer leiten Anwender ihr normales Telefon weiter. Der Ruf kommt dann bei Exchange mit "AnrufVon :<Anrufernummer>, AnrufAn: <ExchangeUM>, umgeleitet von: <Anschlussnummer des Teilnehmers (Redirect)>" an und Exchange bekommt den Ruf und wertet die „Umgeleitet von“ als Zielmailbox aus.
  • Exchange AA
    Der Auto Attendant ist ein Sprachmenü, (Kleines IVR-System) und stellt eine Vermittlung dar Hier würde eine Nummer notwendig sein, wenn man diese Funktion überhaupt nutzen will. In den uSA ist es üblich, dass nicht jede Nebenstelle direkt erreichbar ist, sondern Sie mit der 10-stelligen Nummer erst ein Sprachsystem oder die Vermittlung erreichen und sich dann per DTMF zur "Extension" Weitervermitteln lassen.
  • Teilnehmer
    Und dann sollte natürlich jeder Anwender, der mit Lync telefoniert seine „eigene“ Nummer haben.

Und so kommen dann doch noch ganz schnell ein paar Nummern zusammen.

Rufnummernplan

Die elektrische bzw. logische Verbindung ist aber erst der Anfang. Nun müssen Sie sich überlegen, wie Sie die Benutzer erreichbar machen. Ich habe ihnen mal vier Varianten aufgeführt.

Die Bilder sind so zu verstehen, dass hier nur zwei Personen aktiv sind, die ein Tischtelefon und einen Lync-User haben.

Szenario Beschreibung

Eigenständige Testkonten

Dies ist sicher die einfachste Lösung, bei der freie Rufnummern der TK-Anlage direkt auf den Trunk gelegt und damit an Lync abgegeben werden. Diese Konfiguration eignet sich besonders für kleine Testinstallationen, bei denen in der TK-Anlage möglichst wenig umgestellt werden soll. Die Pilotbenutzer haben dann neben der TK-Rufnummer eine zweite Rufnummer.

  • Keine Rufnummerngasse in der TK erforderlich
  • Nummern nicht als Block zusammenhängend
  • Weiterleitung TK auf Lync möglich (123->678)
  • Lync interne Anrufen über die GAL landen auf dem noch primären Telefon
  • Rufs von Lync nach Extern erscheinen mit der Lync Nummer
  • Rückruf landen dann auch bei Lync

Trunk-Ausscheidungsziffer

Wenn Sie aber von der TK-Anlage einen kompletten Trunk mit eigener Ausscheidungsziffer bzw. Rufnummerngasse bekommen, dann können Sie die Teilnehmer in Lync analog zu dem TK-Telefon mit einer Nummer versehen. Wenn Sie dann auch umgekehrt noch dafür sorgen, dass

  • Nummern als Block zusammenhängend
  • Einfache Weiterleitung TK auf Lync möglich (123->7123)
  • Lync interne Anrufen über die GAL landen weiter auf dem noch primären Telefon
  • Anwender kann
  • Rufnummerngasse in der TK erforderlich
  • Teilnehmer am TK-Telefone sehen Lync Anrufer anhand der "Vorwahl"
  • Rückrufe landen immer am Endpunkt, der auch den Call gestartet hat.

Diese Lösung ist einfach umzusetzen und erfordert keine aufwändigen Rewrite-Regeln für Rufnummern. Zudem ist immer klar zu erkennen, woher der Ruf kommt. für Tests ist dies sinnvoll. Allerdings ist dies nicht brauchbar, wenn ein Benutzerkreis primär mit Lync arbeiten soll

Trunk mit Rufnummernrewriting

Diese Lösung verbessert die vorherige Lösung mit der Rufnummerngasse. Die Ausscheidungsziffer bleibt erhalten, aber wird auf dem Weg zum jeweils anderen System durch eine Rewrite-Regel ersetzt. Damit dient sie nur noch dazu, einen Call absichtlich in das jeweils andere Vermittlungssystem zu übertragen. Wählt der Anwender wie bisher die Rufnummer des Ziels, dann bleibt er jeweils in dem gleichen System.

  • Anrufe über die GAL in Lync bleiben in Lync
    Situation als sehr nahe am Endsystem
  • Einfache Koexistenz mit Exchange
  • Anrufe an die normale Nummer bleiben im gleichen System
    Für Anwender vielleicht verwirrend.
  • Weiterleitung zum anderen Teilnehmer möglich
  • Normalisierung von Quell- und Zielnummer erforderlich
  • Ausscheidungsziffer erforderlich für Wechsel in s andere System

Rerouting der Nummer

Diese Konstellation gibt dann die Konfiguration wieder, wenn der Anwender wirklich kein TK-Telefon mehr nutzt. Dann ist die Nummer frei und kann auf den Trunk konfiguriert werden.

  • Anrufe an die Ziele landen am einzigen richtigen Ziel
  • Konfiguration sehr nahe der späteren Umgebung
  • Späterer Abbau der TK-Anlage sehr einfach.
  • Einfache Koexistenz mit Exchange
  • Kein Fallback auf TK-Telefon
    d.h. weniger für einen Pilot oder Test geeignet
  • TK-Anlage muss jede Nummer eines Lync-Teilnehmers zum Trunk senden

Das sind die vier Varianten, mit denen ich am meisten bei Anbindungen zu tun habe. Das heißt aber nicht, dass es nicht noch andere Möglichkeiten gibt. So habe ich durchaus schon Sonderfälle gesehen, dass die TK-Teilnehmer alle eine eigene Gruppe hatte, um das Tisch-Telefon und das DECT-Telefon gleichzeitig klingeln zu lassen. Da konnte ich dann die Lync-Nebenstelle mit ihrer Nummer einfach als dritten Teilnehmer addieren.

Rufnummern und Formate

Im vorigen Kapitel habe ich ein paar Optionen angezeigt, über welche Rufnummern Verbindungen zwischen TK-Anlage und Lync hergestellt werden können. Aber auch wenn ich im obigen Bild nur kurze Nummern verwendet habe, so müssen Sie sich natürlich Gedanken darüber machen, wie Rufnummern zwischen zwei Vermittlungsstellen ausgetauscht werden. Wer hier zu kurz denkt, dem fehlen hinterher einige Möglichkeiten. Hier ein paar Beispiele:

Die ersten vier Balken sind noch einfach zu verstehen. Ein Lync-Teilnehmer  kann von einer Nebenstelle der bisherigen TK-Anlage oder aus dem externen Ortsnetz, Land oder der Welt angerufen werden. Die Zielnummer kommt von der TK-Anlage in der Regel als "Durchwahl" an und wird vom Gateway oder dem Lync Dialplan in E164 gewandelt. Interessant ist aber in allen vier Fällen die "Rufende Nummer" Oft ändert sich das Format abhängig von dem Standort des Anrufers. Ein Anruf von einer TK-Nebenstelle kommt gerne als Kurze "Subscriber"-Nummer und Anrufe aus dem Ortnetz haben nicht immer das Ortznetz davor sondern nur eine "0" zur Anzeige der Amtsholung und dann die Rufnummer. 

Aber auch ausgehend muss die Rufnummer betrachtet werden. Hier ist es aber weniger die gerufene Nummer, die in Deutschland durchaus mit einer angepassten Anzahl an "Nullen" aufgebaut werden kann. Aber die rufender Nummer muss korrekt an die TK-Anlage übergeben werden, damit der angerufene Teilnehmer die richtige Nebenstelle sieht. Intern kommt auch hier gerne einfach nur die kurze Nebenstelle (Subscriber) zum tragen.

Zwei Sonderfälle gibt es aber auch hier, bei der die rufende Nummer aber anders übergeben werden muss

  • Parallelanruf
    Ein externer Teilnehmer ruft Sie auf Lync an und sie haben eingestellt, dass parallel auch ihr Mobiltelefon klingelt. Sie wollen dort sicher auch die Rufnummer des echten Anrufers und nicht die ihrer eigenen Nebenstelle sehen. Dann müssen Sie es ermöglichen, dass Lync quasi jede beliebige Rufnummer an die Vermittlungsstelle senden kann.
  • Least Cost Routing
    Gleiches gilt, wenn Sie Niederlassungen in anderen Ländern haben und Anrufe in dieses fremde Land nicht lokal in das Telefonnetz gehen sondern erst über ihre eigenen WAN-Leitungen an einem Gateway in einem anderen (günstigeren) Land in Telefonnetz gehen. Dann muss der Carrier sogar eine rufende Nummer aus einem anderen Land akzeptieren.

Spätestens dann kommen Funktionen wie CLIP - Rufende Nummer zum Einsatz. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es speziell bei ISDN-Verbindungen noch die zusätzlichen Parameter NPI und TON. (Siehe auch Rufnummern)

SIP-Trunks ?

Auch wenn auf den ganzen Bildern oft ISDN, S0, S2M etc. zum Einsatz kommt, so kann jede Verbindung natürlich auch einfach ein SIP-Trunk sein. Auch dann sind "Rufnummer" immer noch üblich, da eine klassische TK-Anlage auch beim Einsatz von SIP und VoIP immer noch mit Rufnummern, also "+495251304613@netatwork.de" und nicht mit SIP-Adressen in der Form Vorname.Nachname@sipdomain.tld arbeitet. Und selbst beim Rufnummernformat müssen Sie noch acht geben, ob da wirklich E.164-Nummern verwendet werden und auch das "Plus" mit kommt. Nicht umsonst hat Lync auf der Trunk Konfiguration extra einen Schalter um ausgehend das "Plus" zu entfernen.

RemovePlusFromUri
Wenn Sie diesen Parameter auf "True" festlegen, entfernt der Vermittlungsserver vorangestellte Pluszeichen (+) aus den URIs (Unified Resources Identifier), bevor sie an den Dienstanbieter gesendet werden. Standard: False

Damit hatte wohl speziell der Cisco Call Manager früher Probleme.

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