Exchange 2010 UM mit Rückruf

Exchange 2007/2010 UM erlaubt die Aufzeichnung von Sprachnachrichten. Allerdings hat nicht jeder Mitarbeiter auch einen PC mit Soundkarte oder unterwegs per PDA oder OWA ist es nicht einfach, eine Sprachnachricht abzuhören. Daher erlaubt sowohl Outlook Web Access als auch Outlook 2007/2010 das Abspielen von Sprachnachrichten per Telefon. Dazu muss natürlich der Exchange Server auch wissen, wie er Sie als Anwender erreichen kann. Die Rufnummer können Sie in OWA und Outlook einfach eingeben:

Hier in Outlook Web App (Exchange 2010)

Und hier das passende Menü in Outlook 2010

Exchange versucht dann Sie über das Telefon zu erreichen und spielt ihnen die Sprachnachricht ab.

UM Dial Plan

Damit das aber funktioniert und auch kontrolliert werden kann, müssen Sie als Administrator schon noch ein paar Einstellungen vornehmen. Ich habe es mir hier erst einmal ganz einfach gemacht, und erlaube es allen Anwendern eine beliebige Rufnummer anzurufen. Zudem müssen die Anwender wissen, wie sie die Nummer eingeben müssen.

Bei Net at Work ist das Schema einfach so, dass die Anwender einfach so tun, als würden Sie aus dem Büro aus nach Außen telefonieren, d.h. zuerst einen "0" für die Amtsholung und dann die Restnummer.

Exchange erlaubt aber ähnlich zu OCS eine Normalisierung der Rufnummern, auch wenn das Format hier keine RegEx sind, sondern ein "x" für eine Ziffer und ein "*" für eine beliebige Anzahl Ziffern zählt. Exchange unterstützt auch SIP-URLs, z.B. die OCS-Adresse aber kein "+". Eine Eingabe einer Nummer im E.164-Format konnte ich noch nicht erreichen.

Zuerst muss man also im Wählplan (Dialplan) erst einmal zwei Einstellungen pflegen. Zuerst müssen in der "Dialing Rule Group" die Übersetzungsregeln eingetragen werden. Sie können es sich sehr einfach machen, indem die Regeln einfach eine 1:1-Umsetzung angehen.

Anhand einer einfachen Regel versucht Exchange zu ermitteln, ob es sich um einen Lokalen/Nationalen oder Internationalen Anruf handelt.

Bedingung Ergebnis
Rufnummer länger wie die Anzahl der Zimmern im Wählplan und beginnt mit dem "International Prefix" im Wählplan International
Rufnummer länger wie die Anzahl der Zimmern im Wählplan und beginnt nicht mit dem "International Prefix" im Wählplan National
Rufnummer so lange wie die Anzahl der Zimmern im Wählplan Erweiterung

Die zweite relevante Karteikarte steuert, welche der Regeln in diesem Wählplan "erlaubt" sind.

UM Policy

Die zweite Einstellung ist in der "UM Policy" zu finden. Eine der UM-Richtlinien wird jedem Benutzer zugewiesen. Hierüber können Sie dann steuern, welche Übersetzungsregel und damit auch welche Einschränkungen angewendet werden. Wenn Sie hier aber vergessen die zutreffenden Richtlinien einzutragen, dann kann der Benutzer lange eine Rufnummer eingeben.

uN Gateway

Die letzte relevante Einstellung auf Exchange Seite ist natürlich die Konfiguration zur Verbindung Telefoniewelt.

In Exchange werden dabei UM-Gateways konfiguriert, welche von Exchange aber nur dann genutzt werden, wenn dort auch "ausgehende Rufe" erlaubt sind. Wenn Sie mehrere ausgehende Gateways definieren, dann nutzt Exchange diese im Load Balancing. Schlägt allerdings ein ausgehender Ruf fehl, dann wird Exchange es nicht mehr über ein anderes Gateway versuchen. Eine "Hochverfügbarkeit" ist damit so also nicht zu erreichen. Nutzen Sie aber ausgehend z.B. eine OCS-Serverfarm mit SIP-Loadbalancer, dann ist dies ohne Hilfe von Exchange wieder möglich.

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