OCS Administrative Konzepte

Die Installation von Exchange UM und OCS-Servers in eine Umgebung bringt
zwei bislang oft getrennte Personenkreise zusammen, die jede für sich bestimmte Fähigkeiten vorweist:

Team Windows/Exchange Administratoren Telefoniebetreuung
Fähigkeiten

  • PC-Server und Hardware
  • Windows Betriebssysteme
  • Active Directory
  • Verwaltung von Benutzern, Gruppen, Verteilern
  • Verwaltung von Postfächern und Mailadresse
  • Adresslisten (GAL)
  • TCP/IP Netzwerke, DNS Auflösung, IP-Routing

  • Physikalische Anschlusstechniken
    (S0, S2M, uP0, Patchpanel)
  • Nebenstellen, Rufnummernpläne und Call-Routing
  • Komforttelefone und Mehrwertfunktionen
  • Verwaltung von Anschlussteilnehmern
  • Telefonbuch und TK-Verzeichnisse
  • ATM und Paketvermittelte Netze
  • Audio-Erfahrung

Bis zum Live Communication Server 2005 waren Audioübertragungen nicht wirklich in Verwendung, wenn man von Netmeeting und dem Windows Internet Locator Service absieht. Aber auch ohne OCS 2007 gibt es schon länger einfache Berührungspunkte zwischen beiden Welten z.B. wenn Telefone per USB-Anschluss an den PC gekoppelt werden (TAPI) oder sogar Programme zur direkten Kommunikation des Client mit der Telefonanlage bzw. einem Call Gateway eingesetzt werden.

Auch bei der Datenkommunikation z.B. per RAS-Server und Dial-Up/DialBackup-Verbindungen von Routern sind beide Teams kooperativ verbunden.

VoIP und OCS mischen die Verhältnisse etwas durcheinander, da OCS nicht nur ein "Instant Messaging System mit Audio/Video" Funktion ist, sondern auch den Anspruch hat, als zukünftige Telefonanlage arbeiten zu können. Auch wenn OCS 2007 heute noch nicht so weit ist, die heute in Firmen üblichen Komforttelefone zu ersetzen, so ist die Richtung von Microsoft vorgezeichnet.

Für die Betreuer der Telefonanlagen zeichnen sich gravierende Änderungen im Berufsbild ab. So ist auch verständlich, dass bei einer Evaluierung oder gar Einführung von OCS in einer Firma oft ein Wettstreit um die Zuständigkeiten stattfindet, der nach meiner Ansicht schon entschieden ist:

OCS ist eine Software, die auf Windows Servern installiert wird und deren Verwaltung komplett im Active Directory erfolgt. Alle Teilnehmer, Rufnummern und die Konfiguration der Verbindungen zu Gateways sind im Active Directory hinterlegt und werden dort verwaltet. Natürlich können Berechtigungen zur Pflege sowohl über ACLs an andere Personen und Gruppen delegiert werden oder über Provisioning Anwendungen bereit gestellt werden. Auch die Konfiguration und letztlich elektrische Anbindung der OCS-Infrastruktur an die klassische Telefonnetze (Sofern nicht schon aller per VoIP erfolgt) ist meist Aufgabe der Telefongruppe, welche auch Rufnummernblöcke, Trunks etc. definiert.

Es wird darauf hinauslaufen, dass die Welten zusammen wachsen und damit auch die Teams immer enger zusammen arbeiten müssen oder sogar vereint werden, da es letztlich egal ist, ob Daten oder Sprache über paketvermittelte ATM oder Ethernet-Strukturen übertragen werden. Bislang werden viele VoIP-Telefonstrukturen getrennt von den IT-Struktur aufgebaut, um eben die unabhängigkeit zu haben. Mit OCS ist diese Trennung nicht lange durchzuhalten.

Welches Team nun für welche Aufgabe letztlich zuständig ist, muss im Individualfall entschieden werden. Es ist aber wahrscheinlich, das aufgrund der engen Verzahnung von OCS in Active Directory und Exchange ein großer Teil hier angesiedelt sein wird und die TK-Gruppe die OCS-Anbindung an die Amtsleitungen, Gateways und das Management der Endgeräte (OCS-Telefone) übernimmt bzw. ein Teil der Mitarbeiter in die Exchange/AD-Gruppe umgruppiert wird.

Ihre Meinung
Bislang ist es in Projekten so, dass eben das Exchange oder Active Directory Team auch OCS federführend betreibt und meist nur ergänzend zur bestehenden TK-Anlage eingesetzt wird. Was sind ihre Erfahrungen und Einschätzungen ?