Exchange Sizing - Die Grundlagen

Was müssen wir beim dimensionieren denn überhaupt alles berücksichtigen ?

Die Datenbereiche

Also hier die genaueren Informationen für die Eigenplanung. Exchange hat im wesentlichen diese zu unterscheidende Lasten:

  1. Betriebssystem
    Das eigentliche NT-System, welche überwiegend beim Start gelesen werden und danach bei ausrechendem Speicher kaum mehr Festplattenlast verursachen. Meist sind 4-8 GB heute ausreichend. Das Überschreiten der 8 GB Grenze kann bei einigen Systemen beim Booten problematisch sein, so dass ich selbst gerne darunter bleibe. Allerdings sollte sichergestellt werden, dass keine "ungeplanten" Daten diesen Bereich auffüllen, z.B.: Logfiles etc.
  2. Pagefile
    Je nach Speicherausbau verursacht das Paging mehr oder weniger Last mit hoher Priorität (d.h. alles andere muss warten). Ziel ist ausreichender Speicherausbau, dass Paging nicht der Performanceengpass wird. Zudem kann Windows je Partition nur ein Swapfile mit maximal 4 GB anlegen, so dass größere Pagefilebereiche nur über weitere Partitionen realisiert werden können. Wenn NT auslagern muss UND die Platte mit dem Pagefile langsam ist, dann ist das Gesamtsystem lahm. Es lohnt sich aber die Größe des Pagefiles festzulegen um Fragmentierung zu reduzieren.
  3. Programme
    Auf dem Server kommen Programme zum Einsatz, z.B. die Binaries für Exchange, Virenscanner oder die Agenten für die Datensicherung. Diese Daten sind meist gering im Vergleich zur Datenbank und werden überwiegend beim Start gelesen.
  4. Exchange Datenbank 
    Die Datenbank ist nicht zeitkritisch, da Exchange vieles im Cache hält, schließlich hat Exchange ja seine Protokolldateien. Aber Plattenplatz ist hier erst mal wichtig. (16 Gigabyte Limit bzw. 75 GB bei Standard, sonst mehr).
  5. Exchange Logfiles
    Die Transaktionsdateien von Exchange sind essentiell für die Performance, da diese synchron sequentiell geschrieben werden. Ideal ist eine eigene schnelle fehlertolerante Festplatte mit ausreichen Platz. Wenn ihre Backup einige tage nicht funktioniert, dann kann hier der Platz schnell eng werden. Ohne Umlaufprotokollierung (Datenbankgrundlagen) kommen hier schnell auch Gigabytes pro Tag zusammen.
  6. Windows AD Files
    Mit Exchange 2000 kommt das Active Directory dazu. Dazu muss man wissen, dass Windows 2000 auf der Festplatte, auf der das AD liegt, den Schreibcache abschaltet und auch hier Protokolldateien nutzt.

Wenn der Server aber nicht alleine dediziert für Exchange vorgesehen ist, sondern auch etwas DNS, WINS, Datei und Druckdienste oder als SBS-Server auch SQL fahren soll, dann sind weitere "Lasten" zu beachten.

Speichergruppen und Datenbanken

Wenn Sie einen Exchange 2000/2003 Enterprise Server installieren, dann können Sie nicht nur eine Datenbank für Postfach, eine Datenbank für öffentliche Ordner und einen Satz Protokolldateien verteilen, sondern mehrere Speichergruppen und Datenbanken nutzen.

Aber bei der Planung eines Exchange Clusters steht nicht nur die erwünschte Nettokapazität der Datenbank im Vordergrund, sondern auch die sinnvolle Aufteilung der Daten in Speichergruppen, Datenbanken und deren Ablage auf verschiedene Festplatten und die Gruppierung dieser Festplatten in Clustergruppen. Dabei gilt bzw. ist zu beachten:

Damit stellt sich die Frage, wie die zu erwartenden Datenmenge sinnvoll verteilt werden können um im Hinblick auf handhabbare Datenbankgrößen, Performance und Verfügbarkeit das Maximum zu erreichen.

Design-Regeln und Hinweise zur Partitionierung

Nun geht es an die Verteilung dieser Daten. Natürlich wären sechs eigene RAID-System ideal aber kaum zu bezahlen. Daher gilt es zu überlegen, was wie geschickt kombiniert werden kann. Leider gibt es da keine immer gültigen Wege, sondern Exchange Sizing ist eben Beratungsaufwändig. Einige Ideen:

Insofern sollten sie bei einem kleinen Server mit einer Festplatte oder einen RAID, das aussieht wie eine Festplatte z.B.: mit zwei Partitionen arbeiten. Eine Für Betriebssystem und Exchange Programme und die Zweite für die Nutzdaten von Exchange, Dateiserver etc. Damit ist zumindest sichergestellt, dass bei einem Defekt des Betriebssystems oder dieses Dateisystems nur diese Partition zurückgesichert werden muss und ein unbemerktes "Vollaufen" des Servers nicht gleich das ganze System außer kraft setzt. Eventuell reservieren Sie sich sogar noch etwas Platz in einer eigenen Partition für ein Imagebackup dieses Betriebssystems.

Ist der Server größer, so können Sie dann die Exchange Datenbanken und Transaktionsprotokolle angemessen verteilen.

Mit Exchange 2007 empfiehlt Microsoft übrigens die Formatierung der Festplatten mit NTFS und 64k Blocksize.
Diskpar

Design-Regeln für CPU und Speicher (Exchange 2000/2003)

Daniel Melanchthon hat vor einiger Zeit in einer Newsgroup mal ein paar Erfahrungswerte zum Besten gegeben und dabei auch die Bedeutung von MAPI bzw. IMAP4 aufgestellt. Besonders interessant ist hierbei die Reduzierung der Last durch den Outlook 2003 Cached Mode.

Scale Up & Scale Out: Postfachserver (MAPI)

Scale Up & Scale Out: IMAP4-Server

Netzwerk ?

Klar dass ein Exchange Server ohne Netzwerk nicht funktionieren kann. Schließlich müssen sowohl die Anwender an die Datenbank kommen, als auch der Austausch von Nachrichten mit anderen Systemen möglich sein. Aber auch die Kommunikation zu den Domaincontrollern und vielleicht eine Datensicherung über das Netzwerk sind Aspekte die sowohl den Tagesbetrieb als auch die notwendige Spitzenleistung vorgeben. Heute Server können aber selbst im reinen IP-Betrieb kaum eine Gigabit-Karte auslasten. Selbst die Leistung einer 100 Megabit Karte ist für den normalen Betrieb durchaus seriös nutzbar. Interessant sind hier die Aspekte, mehrere Karten als Team zu schalten um neben mehr Bandbreite auch eine Redundanz bei Ausfällen zu haben.

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