Aufnahmetechnik

Wenn Sie selbst einmal Bildschirmvideos aufnehmen für Schulungen, Weiterbildungen, als Dokumentation, für Supportzwecke oder andere Einsatzbereiche aufnehmen möchten, dann stellt sich immer die Frage nach der passenden Software. Der Markt ist voll von entsprechenden Produkten, die teils kostenfrei, teils kommerziell sind.

Ich persönlich nutze Techsmith Camtasia Studio (Camtasia).
Es macht mir die Arbeit besonders einfach, da Aufnahme, Schnitt, Nachproduktion und Ausgabeproduktion in einer Software vereint sind.

Einen Favoriten gibt es nicht wirklich, da alle Produkte einen ähnlichen umfang haben. Besonders herausheben möchte ich WINK und Camstudio, welche beide kostenfrei sind und ordentliche Ergebnisse liefern. Auch die "Open Broadcaster Software" ist ein Blick wert.

Die Programme sind allerdings nicht dafür geeignet, Videos etc. auf dem Bildschirm aufzuzeichnen, welche direkt durch die Grafikkarte (DirectX) ausgegeben werden. für Bildschirme ist dies aber komplett ausreichend.

Tricks zur Aufnahme

Es gibt mehrere Dinge, die man bei der Aufnahme beachten muss:

  • Bildformat
    Wenn man ein Video aus mehreren Aufzeichnungen oder in Verbindung mit einer Powerpoint Folie oder statischen Bildern kombinieren will, sollte man höllisch aufpassen, dass die Auflösung identisch ist. Ein 1024x768 großes Bild aus Powerpoint und ein 800x600 Video einer kleinen Terminalsitzung führt am Ende entweder zu einen klein skalierten verzerrtem Bild, einem groß gezogenen pixeligen Video oder einen schwarzen Trauerrand um das Video.
    Zudem muss man überhaupt abwägen, wie groß ein Video sein soll. Die typischen kleinen Youtube-Videos eignen sich nicht wirklich für die Demonstration von Zusammenhängen. Auf der anderen Seite sollte man auch keine 1680x1050 Breitbildaufnahme verteilen, die viel zu groß wird. Ich versuche mich im Bereich zwischen 800x600 und 1024x768 zu tummeln.
  • Audio: Text und Mikrofon
    Sie können Sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend das freie Sprechen und gleichzeitige Demonstrieren sein kann. Man möchte ja keine Sprachfehler und keine Tippfehler vorlegen, die man mühsam wieder schneiden muss. Auch Sprechen, Geschwindigkeit, Stimmlage und natürlich die Verständlichkeit der Sprache sind wichtig. Ich gebe zu, dass ich das nie gelernt habe. Sehen Sie mir daher den ein oder anderen Versprecher nach.
    Auch bei der Wahl des Mikrofons muss man etwas experimentieren. Das im Notebook eingebaute Mikrofon taugt schon mal gar nicht, da es alle Nebengeräusche des PCs (Tastaturklappern, Lüfter, Festplatte) mitnimmt und der Pegel von der Sprechrichtung stark schwankt. Ein klassisches Headset mit Audio-Klinke hat bei mir aber auch gerauscht. Ob es die Abschirmung im Notebook war, kann ich nicht sagen. Letztlich habe ich ein USB-Headset verwendet, dessen Mikrofon einen Schaumstoffmantel als Windschutz hat und sehr nahe am Mund sein musste. Als Nebeneffekt sind auch alle Störgeräusche fast nicht mehr zu hören. HiFi-Klang ist damit aber auch nicht zu erzielen.
  • PopUps
    Natürlich zeichne ich auf meinem normalen PC die Bilder und den Ton auf. Da ist es mehr als stören, wenn ein "Neue Mail" PopUp oder "Low Battery" die ganze Aufzeichnung stört. Am besten stellt man all die Helfer im Hintergrund möglichst ab. Dazu zählt natürlich auch das Telefon und der Hotelwecker
  • Text
    Ich bin kein Freund von "perfekten durchorganisierten Auftritten", zumal die Vorbereitung auch viel Zeit kostet. Meist entsteht ein Video aus der Not (z.B.: einer Newsgroup-Frage) spontan und ist improvisiert.
  • Format und Codec
    Die wichtigste Frage zuletzt: Welches Zielformat ist denn am universellsten geeignet, hat kleine Dateien und ist "Streamingfähig" ?. Ich erwarte nicht, dass die Videos je auf eine DVD in HDTV gebannt werden, sondern immer nur online (oder offline) auf einem PC angeschaut werden und daher eine niedrige Auflösung (z.B. 800x600) ausreicht. Bei der Wahl des Codes ist jedoch eine breite Auswahl vorhanden. von "Microsoft Video 1.0" über verschiedene MPEG4, DIVX, XVID und anderen Codecs, die zum Teil Firmenspezifisch sind (z.B. TechSmith) bis zu Flash und Silverlight reicht die Bandbreite. Dabei ist ein Codes für Spielfilme nicht immer optimal für Bildschirmvideos, da Kanten oft unscharf sind. Bildschirmvideos sind oft statisch und wenn sich ein neues Fenster aber erst nach mehreren Halbbildern auch aufgebaut hat, dann hat man wohl den falschen Codec erwischt. Der Codec sollte natürlich auch auf möglichst vielen Plattformen laufen.

So entstehen die Videos

Ich nutzen meinen normalen Arbeitsnotebook, auf dem ich einen bestimmten Bereich in Camtasia Studio zur Aufnahme markiere. In diesem Bereich lasse ich dann entweder das Fenster der VMWare/Virtual-PC Maschine bzw. das entsprechende Terminalserver-Fenster stehen. Zusätzliche Bilder zur Erläuterung speichere ich als GIF/JPG-Bild und lege Sie in einem Verzeichnis an, so dass ich auf diese schnell mit dem Imageviewer von Windows zugreifen kann.

Zum Anzeigen eines Bildes wird die Aufzeichnung kurz angehalten, das Bild über das Demofenster gelegt, und die Aufzeichnung fortgesetzt.

Am Ende wird die Aufzeichnung um den Header und Trailer ergänzt und abgespeichert. Damit sie es dann einfacher haben, wird das Video in einer HTML-Seite passend eingebunden.

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