Mobile Devices - mit SyncML

Übersicht über andere Push Systeme siehe Pushdienste

Im immer mehr verbreiteter Standard ist SyncML, welcher von der Open Mobile Alliance (OMA, nicht zu verwechseln mit Outlook Mobil Access). Dieser Standard regelt den Austausch (Synchronisation) von Daten verschiedener Endgeräte. Alle Hersteller, die diesen Standard unterstützten sollten daher interoperabel sein. Entsprechend sind auch die Hersteller von Mobiltelefonen nicht ganz untätig. Meist wird dabei aber nur der Aspekt betrachtet, wie zwei Mobilgeräte miteinander kommunizieren oder ein Mobilgerät mit einem Client Daten austauscht. Ist der Anwender jedoch unterwegs, kann der mobile Client in der Regel keine direkte Verbindung zum Desktop PC im Büro aufnehmen.

Hier springt nun ein Server ein, welcher die Verbindung zwischen dem eigentlichen Datenserver (z.B. Exchange) und dem Mobilteil herstellt und vermittelt. SyncML erlaubt auch den Abgleich über TCP/IP über WAP und HTTP. Die Übertragung selbst kann über GSM, GRPS und UMTS erfolgen.

Laut Datenblatt bietet der SyncML-Standard die Möglichkeit, Kalender und Kontakte zu synchronisieren. Die im Laufe des Jahres 2004 definierte Version SyncML 1.2 erlaubt auch eine Replikation von Nachrichten.

Produktvarianten

Für die Handyanwender gibt es zwei denkbare LösungsMöglichkeiten:

  • Hosted
    Ein Mobilfunkprovider könnte ihnen mit dem Mobilfunkvertrag auch gleich ein Postfach und Kalender bereit stellen. Über SyncML wären all ihre Daten zentral zu speichern und könnten auch problemlos auf ein neuen Mobiltelefon übernommen werden.
  • Provider
    Der Mobilfunkprovider kann ähnlich wie die Postfachanbieter im Internet (GMX, Web.DE etc.) einen SyncML Server mit Zusatzleistungen anbieten. Dies ist sicher die ideale Variante für Einzelpersonen und Selbständige
  • Corporate
    Firmen hingegen haben schon einen Mailserver und benötigen die Replikation mit diesem System. In diesem Fall wird ein SyncML Server für das jeweilige Mailsystem innerhalb der Firma installiert

Die ist im wesentlichen das Prinzip wie beim Blackberry Client.

Da SyncML zuerst dafür entwickelt wurde, ein mobiles System mit einen Arbeitsplatzrechner oder anderen mobilen Systemen zu synchronisieren, muss für den Einsatz unterwegs an einen Exchange Server in der Firma ein Vermittlungssystem genutzt werden. Aktuell ist nicht erkennbar, ob z.B. Exchange zukünftig auch SyncML unterstützen wird, so wie Exchange 2003 heute schon Exchange ActiveSync unterstützt.

Praktische Erfahrungen

Die ersten Produkte zu serverseitigem SyncML sind seit Oktober 2004 verfügbar und ich selbst habe noch keine Erfahrungen damit machen können. SyncML wird sicher als alternativer Weg zwischen Blackberry / RIM und Outlook Mobile Access einen Platz finden.

Ich habe mir exemplarisch die Einstellungen eines Nokia 6220 und ein Siemens SX1 angeschaut. Beide erlauben nur die Synchronisation von Adressen (Kontakte) und Terminen (Kalender). Die Replikation von Nachrichten ist in diesen Modellen noch nicht ersichtlich. Bis dahin bleibt nur die Option, Nachrichten mit entsprechend ausgestatteten Mobiltelefonen per POP3, IMAP4 anzurufen oder mit OMA über WAP oder OWA auf sehr kleinen Displays zu lesen.

Über SynchML ist auch ein Backup der Daten im Handy möglich, wobei viele Anwender dies eher über ein Kabel, einen SIM-Karten-Leser oder Bluetooth machen wird. Eine Synchronisation von unterwegs macht ja Sinn, wenn die Kalender oder Kontakte auf dem Heimatserver auch von anderen Leuten geändert werden (z.B. Sekretariat etc.). Daher ist eine serverbasierte Synchronisation für Führungskräfte sicher interessant.

SyncML von Syncronica

Dieser Teil beschreibt ein kommerzielles Produkt !

Ein Anbieter eines SyncML-Servers ist die Firma Synchronica. Deren Server basiert auf Java und kann auf jedem Windows Server (aber natürlich auch anderen Java Plattformen) genutzt wird. Der Server erwartet vom SyncML-Client eine Verbindung auf Port 443 (https) bzw. Port 80 (http) und greift seinerseits auf OWA als Client zu. Auf dem Exchange Server ist daher nichts weiter zu konfigurieren als ein funktionierender Outlook Web Access.

Zusätzlich zum SyncML-Server gibt es auch einen Mobile Manager, mit dem die Funktion mobiler PDAs gesteuert werden kann. Eine Zusatzsoftware auf dem PDA "lauscht" dazu auf eingehende SMS-Meldungen um z.B.: KonfigurationsÄnderungen durchzuführen oder im Notfall auch das Gerät zu löschen. Diese Funktion ist jedoch kein echter Schutz, da die Software von einem Dieb natürlich deinstalliert werden könnte, so dieser das Gerät überhaupt entsperren kann.

Beim Besuch auf der CeBit 06 habe ich weitere Details und Fakten erfahren bzw. Fragen aufgeworfen.

  • SyncML Client für PDAs
    Windows Mobile spricht selbst kein SyncML sondern ActiveSync. Mittlerweile gibt es aber einen Client, der per SyncML die Daten repliziert und im PDA abspeichert. Damit sind nun auch PocketPCs mögliche Clients.
  • PushFunktion per SMS
    Der SyncML-Server unterstützt mittlerweile auch eine "Push-Funktion". Leider ist genau diese Funktion im SyncML-Protokoll nicht spezifiziert, so dass die Funktion etwas "Besonderes" ist. Die Lösung sendet eine so genannte "Command-SMS", die vom Endgerät verstanden wird und dann eine Pull-Aktion auslöst. Dies ist mit Exchange 2003 vor SP2 vergleichbar. Leider sind die Kosten in Deutschland immer noch zu hoch um dies als "Lösung" zu sehen. In anderen Ländern kosten diese SMS-Meldungen sehr viel weniger (österreich angeblich 1 Cent, uSA angeblich kostenfrei).

Was ich noch nicht klären konnte war:

  • Remote Wipe und SD-Karten
    Wenn eine Software auch ein Löschen des Endgeräts aus der Ferne anbietet, dann stellt sich die Frage, ob dabei nur der Gerätespeicher oder auch die eventuell eingesteckte Speicherkarte gelöscht wird.  Dies ist ein durchaus wichtiges Argument, da aufgrund des beschränkten eingebauten Speichers immer mehr Daten auf SD-Karten landen.
  • Funktion mit "Form Based Authentication"
    Immer mehr Firmen mit Exchange 2003 nutzen die Formularbasierte Anmeldung in OWA. Das bedeutet, dass eine Software dies natürlich berücksichtigen muss.

Interessant ist auch die Option, SyncML einfach mal zu testen. Unter https://www.synchronica.com/syncml-demos/demos.html können Sie sich einfach eintragen und können bis zu 60 Tage ihre Mails "abgleichen". Voraussetzung ist dabei einfach nur, dass ihr Exchange Postfach vom Internet aus per OWA erreichbar ist. Das Kennwort wird dabei nicht bei Synchronica gespeichert, aber natürlich an das SyncML Gateway übermittelt. Wenn Sie daher vorsichtig sein wollen,  dann sollten Sie einfach einen Testaccount statt ihres produktiven Accounts verwenden.

Nach der erfolgreichen Anmeldung sehen Sie z.B.: folgende Tabelle, die die Konfiguration ihres mobilen Endgeräts beschreibt.

Für einige Endgeräte gibt es noch eine Schritt für Schritt-Anleitung. Leider habe ich noch keinen Link gefunden, um die PocketpC Variante herunter zu laden. Trotzdem ist das ein sehr interessanter Ansatz, den ich bei Gelegenheit bzw. Nachfrage durch Kunden genauer betrachten werde.

SyncML mit Handy

In Ermangelung eines aktuellen SyncML tauglichen Mobiltelefons und der Installation eines passenden SyncML-Servers kann ich hierzu leider noch keine Bilder und Beschreibungen liefern.

Sonstiges

Heute reicht es nicht mehr, wenn einfach nur Kontakte, Termine und Mails auf ein mobiles Endgerät überspielt werden. Ein wenige "Management" sollte ebenfalls sein. SyncML bietet auch hier Möglichkeiten die Geräte zu managen.

Weitere Links