Migrationsbegleitung

Vermutlich ist dies hier nicht die erste Seite auf der MSXFAQ, die sie durchlesen. Aber ich kann noch so viel Informationen veröffentlichen, ich werde sicher nie genau die Aufbereitung erreichen, die sie genau suchen. Dazu sind Firmen und Projekte einfach individuell. Das Problem habe zum Glück nicht nur ich, sondern auch Microsoft und andere Firmen veröffentlichen zwar Handbücher, KB-Artikel, Blogs und mittlerweile sogar Videos aber dennoch ersetzt nichts das persönliche direkte Gespräch, bei dem auf ihre Fragen und Problemstellungen individuell eingegangen wird.

Die meisten Migrationsprojekte werden in einer Art „Arbeitsteilung“ durchgeführt. Um externe Kosten zu sparen aber auch um Erfahrungen zu sammeln und das System besser können zu lernen, werden viele Tätigkeiten von eigenem Personal durchgeführt. Bei Planung, an kritischen Schlüsselstellen oder bei Problemen wird aber gerne auf externe Hilfe zurück gegriffen, damit keine schwerwiegenden Fehler passieren.

Gerade der klassische Mittelstand hat bei Migrationen aber oft das Problem, dass Sie kein großes Budget haben, um alle Tätigkeiten von einem Dienstleister durchführen zu lassen. Zudem gibt es ja eigenes IT-Personal, welches den täglichen Betrieb macht und eigentlich am besten die Anforderungen des Arbeitgebers kennt. Wenn es ganz knifflig wird, dann werden Sie als Endkunde bereits von einem "Haus und Hof"-Dienstleister unterstützt, welcher Personalspitzen und das ein oder andere Spezialgebiet abdeckt. Allerdings tut sich so ein allgemeiner Dienstleister doch schwer, wenn es um etwas ausgefallenere Themen oder komplexere Aufgabenstellungen geht, die er nicht mit eigenem Personal abdecken kann. In den 90ern war man noch ein Spezialist, wenn man AT-Befehle für Modems auswendig und PPP-Verbindungen zum Internet einrichten konnte. mit dem neuen Jahrtausend waren dann natürlich Active Directory, DNS und Exchange 2000 gefragt und die Schulungsbranche boomte. Zehn Jahre später sind Themen wie 802.1x, Zertifizierungsstellen, Lync Server und VoIP ein paar Beispielthemen, die noch nicht zum "Allgemeinwissen" zählen.

Wenn Sie als Endkunde vor einer Migration stehen oder als Dienstleister bei ihrem Kunden etwas umsetzen müssen,. wo sie nicht sicher sind, dann können Sie sich entsprechende Spezialisten für das Thema natürlich heran holen. Anhand eines fiktiven Migrationsprojekts von einer älteren Exchange Version auf die aktuelle Version möchte ich ein eine exemplarische Aufteilung der Tätigkeiten darlegen.

Achtung:
Alle Angaben zu Dauer und Arbeitsteilung sind nur Beispiele und müssen projektbezogen betrachtet werden. Auch dürfen Sie diese Liste nicht als Fahrplan missverstehen. Hinter jedem Punkt stehen viele Jahre Erfahrung und weitere Checklisten, die ich hier natürlich nicht im Detail veröffentlich kann. Schließlich sind diese auch im hohem Maße von dem individuellen Verlauf des Projekts und dem Zustand der Umgebung abhängig.

Auch ist die Auflistung der Tätigkeiten nur ein grobe Anhaltpunkt. Sprechen Sie uns einfach an für eine abgestimmte Vorgehensweise

Phase Dauer
Teilnehmer
Themen

Startup

2-5 Tage
2-n Kunden IT
2-5 Net at Work

Dieser allgemeine Workshop dient auch dem gegenseitigen Kennenlernen, Wissensvermittlung aber deckt vor allem folgende Themen an

  • Vorgespräch
  • Informationen über Exchange, Änderungen , Neuigkeiten, Ausblicke
  • Ist-Aufnahme der Umgebung
    • Netzwerk und Standorte
    • Server
    • Connecoren
    • 3rd Party Produkte (Backup, Antivirus, Monitoring, Spamfilter, Archiv, Fax etc.)
    • ClientVersionen (Outlook, Mobilclients etc.)
  • Ermitteln der aktuellen Betriebsdaten wie
    • Anzahl der Mailboxen
    • Bestandsdaten: Aktuelle Datenbankgrö0e/Mailboxgröße/PublicFolder
    • Bewegungsdaten: Mails/Tag und Größe
  • Definition der Anforderungen
    • Anforderungen an Funktionalität
    • Anforderungen an Verfügbarkeit
    • Forecast für die nächsten 2-3 Jahre und Erwartungen
  • Entwurf der Zielumgebung
    • Serverstandorte
    • Server Sizing
    • Lizenzbedarf
    • Migrationsweg
  • Feinkonzepte, Projektplanung
    • Migrationsplanung
    • Update von 3rd Party
    • Projektplanung mit Aufgabenverteilung
    • Start der Dokumentation

Pause

einige Wochen

Nach dieser Phase sollte durch den Kunden die erforderliche Hardware und Software beschafft und eventuelle Fragen geklärt werden. Eventuell sind hier Rücksprachen per Telefon/Fernwartung erforderlich. Eventuell sind aber zusätzliche Tätigkeiten (z.B. Update Domaincontroller, Administrationskonzept, Update Backup o.ä.) erforderlich, die gesondert zu berücksichtigen sind.

  • Hardware Angebote einholen und bestellen
  • Software Lizenzen bestellen
  • Abhängigkeiten klären

Infrastruktur

Dauer: Einige Wochen
1-n Kunden IT

Als Kunde können Sie Zeit und externe Kosten sparen, indem Sie z.B. z.B. die Server schon einbauen, anschließen und mit Windows vorinstallieren.

  • Hardware Ausschreibung, Bestellung, Einbau
  • Windows Basis Installation
  • Vorbereitungen für Exchange (z.B. DC Updates etc.)

Die eigentliche Installation von Exchange, Lync oder anderen Services bringt aber nicht mehr viel Zeitvorteile und Sie nehmen sich damit die Möglichkeit, bei der Installation "geführt" zu werden und Hintergrundinformationen zu erhalten.

Setup

Dauer: Meist 2-5 Tage

1-n Kunden IT
1-2 Net at Work

Nachdem Hardware und Software vorbereitet und offene Fragen geklärt sind, begleiten wir Sie über einige Tage bei der Erstinstallation der neuen Struktur und den ersten Einrichtungen und Migrationen.

  • Überprüfen und Korrekturen von Voraussetzungen
    z.B. DC-Version, Domain-Mode, OU-Vererbung, AdminSDHolder, RUS-Einstellungen, Aktivierung von Logging für spätere "Idle"-Erkennung etc.
  • Exchange Forestprep/Domainprep und Installation
  • Konfiguration von Exchange
    Zertifikate, ActiveSync, Datenbanken, OWA, Connectoren, Protokollierung etc.
  • Backup, Antivirus, Monitoring
  • Outlook Gruppenrichtlinien
  • Migration Adresslisten, OAB
  • Testkonten und Funktionstests
  • Administratoren-Einweisung in Betrieb und Konfiguration
  • Migrationsstart
    Start der PF Replikation
    Verschieben von Testpostfächerm
    Anpassen von Connectoren

Für die Installation arbeiten wir mit einer Checkliste. Am Ende dieser Phase ist die neue Umgebung installiert und produktionsfähig.

Migration

Dauer: je nach Postfachanzahl und Umgebung.

n Tage Kunde
Remote: Net at Work

Diese Phase wird in den meisten Fällen vom Kunden selbst durchgeführt und beinhaltet die schrittweise Migration der Postfächer auf das neue System. Parallel dazu sind natürlich die Client eventuell zu aktualisieren und Mitarbeiter zu schulen. In dieser Zeit steht natürlich der Support per Telefon oder Fernwartung zur Verfügung. Bei Bedarf unterstützen wir auch vor Ort.

  • Migration der Postfächer
  • Replikation Public Folder
  • Am Ende warten bis möglichst viele Profile umgestellt sind

Nacharbeiten

Dauer: meist 2-3 Tage

1-n Kunden IT
1-2 Net at Work

Zum Abschluss werden natürlich die alten Systeme geordnet abgebaut.

  • Prüfen der Migration
    Wurden alle Informationen bereits übertragen bzw. Umgestellt
  • Prüfen des Mailroutings
  • Prüfen auf "vergessene" Systeme
  • Abbau der alten Systeme
  • Abschlussbesprechung

Diese Auflistung und Aufwände kann nur ein allgemeiner Ansatz sein, aber spiegelt in etwa unserer Erfahrung der Projekte mit Exchange 2007 und Exchange 2010 bei verschiedenen Kunden wieder. Sicher hängt es von der Komplexität, von Spezialanwendungen und der Bereitschaft selbst aktiv zu werden ab, wie viele Tage letztlich ein Dienstleister erbringt und welchen Aufwand eigenes Personal beisteuert. Diese Auflistung beschränkt sich auf den Backend Bereich und spart z.B. oft damit verbundene Updates auf Clients und entsprechende Benutzerschulungen aus.

Unterstützung durch Net at Work:
Wir können Sie aktiv unterstützen. Rufen Sie einfach unter 0800-NETATWORK (0800-638 28 96) an.

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