Unix Clients mit Exchange

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Der wachsende Erfolg von Unix in Form von Linux (Suse, RedHat etc.) hat auch Auswirkungen auf Exchange. Zwar ist noch nicht abzusehen, ob Exchange Server irgendwann auf Unix portiert wird (vielleicht als .NET Anwendung :-)), aber Unix Clients sind für einen Exchange Server nichts neues.

Sie sollten sich auch den Artikel zu den Clients zu Exchange durchlesen, um die verschiedenen Protokolle, Möglichkeiten und Einschränkungen zu können. Bitte beachten Sie auch den Abschnitt zur "Netzwerkkommunikation" der Clients, damit sie wissen, was "dahinter" passiert.

Für Linux gilt, dass der Outlook unter Windows natürlich nicht direkt um Einsatz kommen kann. Nun zu den Möglichkeiten für Unix und Macintosh:

  • Zugriff auf Exchange per POP3/IMAP4/NNTP
    Für alle Systeme gibt es heute Mailprogramme, die mit dem Protokoll POP3 oder IMAP4 ihre Nachrichten von einem Mailserver abholen und per SMTP an diesen Server abliefern können. Der Zugriff auf öffentliche Ordner ist dabei quasi wie auf eine Newsgroup per NNTP möglich. Microsoft hat kein POP3 Programm für Unix, aber das ist sowieso nicht gewünscht. Es gibt massenhaft Alternativprogramme auf Unix, die bewährt und geeignet sind.
  • Exchange Client für Unix
    Diverse andere Firmen haben ebenso entwickelt, die mehr oder weniger mit Exchange kommunizieren. Es ist mir noch nichts bekannt, in welchem Maße Microsoft für Unix-Clients zukünftig Software anbietet.
    Bynari Insight http://www.bynari.net/Products/TradeXCH/body_tradexch.html
    KOrganizer http://korganizer.kde.org
    Evolution: (Ehemals Ximian, nun Novell)
    Der Unix Mailclient kann seit Mai 2004 auch direkt mit Exchange kommunizieren. Novell hat einen entsprechenden Connector freigegeben.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/47307 und http://www.novell.com/products/connector
  • Outlook Web Access
    Dieser Weg erlaubt den Zugriff auf Exchange mit jedem aktuellen Browser und damit auch für Macintosh und Unix-Systeme
  • Terminal Server
    Warum nicht einfach ein Outlook fernsteuern statt sich mit halben Lösungen auf dem System zu ärgern.
  • Outlook über Virtual PC
    Eine etwas unkonventionelle aber dank schneller Hardware brauchbare Lösung kann auch der Einsatz eines virtuellen PCs sein, z.B.: mit VMware oder Microsoft Virtual Server. Damit wird es möglich, auf dem Hostsystem ein weiteres System parallel zu emulieren und damit z.B. in einem Fenster ein komplettes WindowsXP mit Outlook zu starten.

Doch ehe das Programm zum Einsatz kommen kann, muss erst mal die Kommunikation zwischen Client und Exchange Server sichergestellt werden

Unix: TCP/IP

Das optimale Protokoll ist TCP/IP, welches auch meist eingesetzt wird. Outlook für Mac kann auch über Appletalk mit dem Server sprechen, wenn auch der Server Appletalk spricht. 

  • Installation TCP/IP
    Unter Unix wird der TCP/IP Stack in der Regel schon installiert und funktionsfähig sein.
  • Namensauflösung
    Trotzdem ist auch hier die Namensauflösung ein Thema und sollte geprüft werden. Unix kennt kein WINS, aber ohne DNS (besser keine HOSTS-Datei) wird auch hier die der Betrieb sehr schwer.
  • Der Mailclient muss installiert und konfiguriert werden
    Zuerst gilt es einen passenden Mailclient auszuwählen. Hier hat man bei Unix die Qual der Wahl. Mein Netscape müssenger unter Linux funktioniert. Auch andere Programme unter KDE bzw. Gnome habe ich zum laufen bekommen.

Exchange ist sehr kommunikativ, so dass sehr viele Programme zur Auswahl stehen.

Outlook Web Access

Mit Exchange 5.5. könnten Sie auch mit einem einfachen Webbrowser einen Zugriff auf ihr Postfach erhalten. Dies ist natürlich bei weitem nicht so flexibel wie ein richtiges Outlook, weswegen ich diese Option nur als Notlösung bezeichnen möchte. Oftmals sind die Funktionen aber schon ausreichend, wenn das System nicht der primäre Arbeitsplatz ist und nur ab und an an diesem Arbeitsplatz gearbeitet wird oder nur Daten ausgetauscht werden müssen.

Beschränkungen mit Unix

Outlook Webzugriff funktioniert mit jedem Browser, der einen Mindeststandard unterstützt. Je nach Version sind weitere Funktionen möglich. Daher bietet es sich an, auch unter Unix einfach die Funktionalität zu testen.

OWA mit Exchange 2000

Der Zugriff auf die Nachrichten mittels Browser wurde mit Exchange 2000 fundamental verändert. Die Nutzbarkeit wurde stark gesteigert. Auch hier ist ein Browser der aktuellen Generation hilfreich, um alle Funktionen zu unterstützen. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, die Möglichkeiten von Exchange über einen Browser auf Unix oder Macintosh Systemen zu evaluieren. Eventuell ist die Funktion schon ausreichend.

Outlook auf Terminalserver mit Metaframe

Eine weitere Möglichkeit der Anbindung sei hier noch erwähnt: Sie können durch ein Einsatz eines Windows Terminal Servers und der Zusatzsoftware "Metaframe" von Citrix für nahe zu jeden Client einen Zugriff auf Windowsanwendungen gestatten. Die Funktion Terminalserver erlaubt es den Clients quasi eine Windowssitzung fernzusteuern. Im Gegensatz zu Fernsteuerungsprogrammen a la PCAnywhere, PCDuo und anderen ist hier aber ein echter Mehrbenutzerbetrieb möglich. Windows NT ist schon immer Multiuser und Multitaskingfähig gewesen, nur kann ein Windowssystem in der Regel nur eine Konsole (Tastatur, Maus, Bildschirm) bedienen. Erst Zusatzprodukte wie WinFrame oder Metaframe erlauben die Erweiterung eines Windows NT Servers um diese Funktionen auch für "nicht Windows" Clients".

Für einen Anwender alleine dürfte diese Lösung sicher nicht sinnvoll sein, aber mehrere Anwender können so native auf Windowsprogramme zurückgreifen. Sogar der Austausch von Daten zwischen dem Server und dem lokalen System über Laufwerke oder Drucker ist möglich. So haben Sie auf einem "nicht Windows Client" die volle Funktion von Outlook. Interessant ist diese Funktion auch in Verbindung mit dem Internet, wenn damit aus jedem Internet Cafe ein Zugriff auf das heimische Outlook möglich wird.

Outlook mit Cross Over

Ich selbst konnte es noch nicht testen aber mit dem Produkt "CrossOver" von Codeweavers ist es möglich, Windows-Programme auch unter Unix zu nutzen. Diese Lösung scheint eine ausreichend gute Leistung zur Bereitstellung von Windows APIs zu liefern, so dass Outlook native auf Unix laufen kann.

Bei CrossOver handelt es sich nicht im Open Source, sondern um eine modifizierte und erweiterte Software, die im Kern aber wohl auf dem WINE-System basiert. Einige der Entwickler von WINE stehen wohl auf der Gehaltsliste von Codeweavers und so kommen diverse Entwicklungen auch WINE wieder zugute. Codeweaver bietet neben der Software auch den entsprechenden Support an.

Ein Versuch ist es vielleicht wert, auch wenn die Software 37-64 uS$ je Arbeitsplatz kostet, so spart man sich zumindest die Windows Lizenz.

Von Lesern der MSXFAQ gibt es positive Meldungen auf ubuntu 10.04 LTE mit Office 2007 und anderen ubuntu-Versionen. Es gibt allerdinge Einschränkungen, z.B. beim Einsatz von OLE. Wine ist eben doch kein komplettes Windows.

Outlook für Unix = Evolution ?

Ich habe es weiter oben schon aufgeführt, aber aufgrund der angeblich recht guten Umsetzung möchte ich "Evolution" von Ximian gesondert aufführen. Diese kommerzielle Software erlaubt eigentlich eine angeblich ähnlich gute Zusammenarbeit von Anwendern in einem Unix/Linux Umfeld mit einem Unix-Server, aber mit einem passenden Connector wird auch Exchange 2000 integriert.

Das besondere ist, dass der Connector gegen Exchange 2000 die WebDAV Schnittstelle zum Datenaustausch nutzt. Damit ist natürlich auch klar, dass Exchange 5.5 nicht als Server genutzt werden kann. für den Einsatz braucht man "Evolution", welches public ist und den Exchange Connector, der die WebDav Unterstützung mit bringt. Aber damit dürfte eine sehr einfache Integration von Unix-Clients mit Exchange 2000 möglich sein.

Natürlich sind Regeln, Ansichten, Agenten etc. nicht so nahtlos umsetzbar.

http://gnome.org/projects/evolution/features.shtml
Evolution includes support für Exchange 2000/2003 and GroupWise. You can configure Evolution to act as an Exchange client ...

Mittlerweile hat Novell sowohl Ximian als auch SUSE eingekauft, so dass Sie aktuell die Software z.B.: innerhalb des SUSE-Pakets erhalten können. Aber auch ubuntu 6.10 hat auf der Desktop-CD einfach Evolution "mit drin". daher habe ich hier einfach mal ein paar Screen Captures erstellt.

Sonstiges Dinge

Mein primärer Arbeitsplatz ist nun mal ein Windows System und die meisten Server sind auch Windows. Aber letztlich ist es egal, denn die meisten Konzepte sind irgendwie ähnlich und natürlich nutzt mein Hoster einen Apache auf Unix für die MSXFAQ und viele Kunden einen Squid und andere Module. Hier sammle ich den ein oder anderen Hinweis, den ich nicht vergessen will.

  • Ubuntu: Deinstallation von "indicator-appmenu" entfernt das globale Menü
  • Ubuntu: sudo apt-get install onboard
    Installiert OnScreen Tastatur für Touch

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