Exchange 2007 SP2

Am 24. August 2009 hat Microsoft kurz nach Release des Exchange 2010 RC1 auch das für den parallelbetrieb notwendige SP2 für Exchange 20037 veröffentlicht. Erst nach der Installation von Exchange 2007 SP2 auf allen Exchange 2007 Servern der Organisation dürfen Sie den ersten Exchange 2010 Server in die Organisation installieren.

Achtung Cluster
Die Installation stoppt den Clusterdienst ohne weitere Rückfrage! Während der Installation sind die Dienste "deaktiviert" und nach dem Erfolg wieder aktiviert aber nicht gestartet. Sie können die Dienste manuell starten oder durch einen Server-Reboot starten lassen.

Was ist drin ?

Mittlerweile bloggt aber schon das Exchange Team über die neuen Funktionen, so dass es kein Geheimnis mehr ist, dass neben der Kompatibilität mit Exchange 2007 dieses Servicepack auch einige neue Funktionen mitliefert, die gerne genommen werden

Dazu zählen z.B.

  • Datensicherung
    Lange erwartet und im Small Business Server 2008 schon eingebaut liefert Microsoft endlich eine Möglichkeit mit, mit dem Windows 2008 Backup auch Exchange Datenbanken zu sichern. Auf Windows 2003 war das Backup über NTBACKUP schon von Anfang an möglich. (Details of Exchange 2007 SP2 in-box backup when running on Windows Server 2008 http://blogs.technet.com/b/exchange/archive/2009/05/13/451311.aspx)
  • Auditing
    Diese Lücke schließt Microsoft nun auch nach so langer Zeit. Bislang war es nicht einfach möglich, Änderungen an der Exchange Konfiguration zu überwachen. Diese Funktion wurde mit SP2 nun endlich nachgerüstet.
  • GUI für das Diagnoselogging
    Wer bislang sich auf PowerShell-Ebene mit "Set -EventlogLevel" herumschlagen musste und das kleine Addon ExDiagLog nicht kannte, der kann mit Exchange 2007 SP2 nun auch per GUI die Einstellungen tätigen.
  • PowerShell-Erweiterungen für Public Folder Quota Management
    Leider wurde die Verwaltung von Quotas noch nicht in die GUI übernommen, so dass gerade kleinere Firmen sich noch schwer mit der Verwaltung per PowerShell tun, auch wenn die Optionen umfangreicher geworden sind.

Natürlich gibt es noch weitere Verbesserungen, auf die ich aber hier im einzelnen noch nicht eingehen will. Aber auch die "Bugliste" ist sicher nicht zu unterschätzen, auch wenn Microsoft mit den "Rollup"-Fixes auf einem guten Weg ist, erkannte Probleme einer allgemeinen öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Download und Auspacken

Auch wenn Sie das ServicePack noch nicht herunterladen können, so läuft alles auf eine "Vollversion" hinaus, d.h. das Servicepack 2 für Exchange 2007 ist eine komplette Exchange 2007 Installation welche sowohl einen bestehenden Server aktualisieren als auch gleich zur Neuinstallation genutzt werden kann. Entsprechend entfällt eine "Slipstream"-Option.

Download:
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=en&FamilyID=4c4bd2a3-5e50-42b0-8bbb-2cc9afe3216a
800- 900 MB Englisch, Deutsch und andere Sprachen ca. 1,2 GB

Das herunter geladene Servicepack entpackt sich in das angegebene Verzeichnis und es ist sehr schnell zu erkennen, dass es wieder eine "Vollversion" ist. Sie könnten zukünftige Exchange 2007 Server also gleich mit SP2 installieren.

Unified Messaging Language Packs (16 Stück: Deutsch: 255 MB)
64bit http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=9EB9725A-AFFC-4051-99C7-1936E8C21031&displaylang=en
32bit: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=en&FamilyID=735518c5-acb1-4f9d-a973-80695dd0913e#tm

Die Sprachpakete für UM werden über SETUP.COM installiert.

Erfahrungsbericht Installation SP2

Natürlich habe ich auch schon Exchange 2007 SP2 auf meinen Servern installiert.

Was mit bei der Installation aufgefallen ist:

  • Auspacken
    Auch wen das Servicepack wie ein Update aussieht, so ist es eine Vollinstallation. Sie können also neue Server direkt mit SP2 installieren.
  • Reihenfolge
    Es ist durchaus wichtig, bei der Existenz mehrerer Server diese in der richtigen Reihenfolge zu aktualisieren. So kann ein CAS-Servermit SP0 nicht auf einem Mailboxserver mit SP2 zugreifen. Halten Sie daher folgende Reihenfolge ein:
    1. Client Access
    2. Hub Transport
    3. Mailbox
    4. Unified Messaging
  • Voraussetzungen
    Vor der Installation des Service Pack müssen einige Mindestvoraussetzungen erfüllt sein:
  • Forefront Update erforderlich
    Microsoft fördert ja auch seine eigene Antivirus-Lösung "Forefront". Allerdings sollten Sie hier die Abhängigkeit der Versionen können. Auch hier ist erst ein Update oder die Deinstallation von Forefront erforderlich, ehe Sie Exchange 2007 SP2 installieren dürfen. Details finden Sie in den Exchange 2007 SP2 Release Notes
  • Zusätzliche Dienste stoppen
    Leider erkennt das Setup nicht die Abhängigkeit von SNMP-Dienst, welcher per Default auch nicht installiert ist. Wenn sie aber ihren Exchange Server überwachen, haben viele Administratoren SNMP mittlerweile installiert.
    Dergleichen sind auch andere Dienste zu prüfen. Nicht immer erkennt der Check alle Dienste, die das Update stören, z.B. hier ist es ScanMail (Virenscanner)

    Auch sollten Sie sicherstellen, dass keine Überwachungsprogramme den "Ausfall" selbständig durch einen Neustart der Dienste oder schlimmstenfalls des Servers während der Installation verursachen. Auch sollte in der zeit natürlich nicht gerade eine Datensicherung laufen.
  • Achtung UM-Language Packs
    Die Sprachpakete müssen vorher deinstalliert und danach über setup.com aus dem SP2-Verzeichnis wieder installiert werden.
Setup.com /RemoveUmLanguagePack:de-de
  • LDAP-Objekte durch Drittprodukte
    Ein Konflikt ist z.B. mit dem Ferrari Connector bekannt, welcher in einem LDAP-Objekt seine Konfiguration hinterlegt. Das Exchange Setup ändert Berechtigungen und läuft bei diesem Objekt dann auf einen Fehler. Aber auch hier gibt es schon Abhilfe.

    (Siehe auch Installationsproblem mit OfficeMaster (OBJECT_CLASS_VIOLATION
    http://forum.ferrari-electronic.de/showthread.php?s=c58718c08c607a243db520a7210939d5&p=735#post735). Das Problem kann aber durchaus auch andere Produkte betreffen wobei der Fehler eher beim Microsoft Setupskript zu suchen wäre.
  • AD-Änderungen und Schema Erweiterung
    Das Servicepack führt, sofern nicht vorher schon durch den Administrator ausgeführt, die Befehle "PrepareAD" und PrepareDomain" aus, um Änderungen des Schemas und der Berechtigungen (z.B. für die öffentlichen Ordner Verwaltung) aus. Exchange 2007 SP2 installiert das Schema bis zur Version Exchange 2010 gleich mit! Firmen mit verteilter Administration müssen daher von Hand dies vorher machen. Dies ersetzt aber nicht die Vorbereitungsschritte bei einer späteren Exchange 2010 Installation.
  • Deinstallation und Installation
    Zuerst werden alle Dienste gestoppt, was bei mir schon knapp 5 Minuten benötigt hat. Und dann kopiert das Service Pack nicht einfach neuere Dateien über die bestehende Installation, sondern deinstalliert zuerst einige MSI-Pakete um diese dann wieder zu installieren.

So kann das Protokoll einer erfolgreichen Installation aussehen:

  • Service Pack ist fertig
    Das SP2 hat deutlich länger als das SP1 gedauert, wobei in meiner Umgebung schon allein 20 Minuten für das erforderliche Schemaupdate vergangen sind. Nach ca. zwei  Stunden war dann auch auf meinem Server das Exchange 2007 SP2 installiert und sogar komplett fehlerfrei. Auch die Exchange Dienste waren wieder  gestartet. Ein Neustart des Servers hat das Servicepack zumindest nicht angefordert.
  • Unified Messaging Language Pack
    Natürlich durfte ich dann wieder dass UM Sprachpaket installieren. Ich konnte aber bislang kein SP2 für die UM Language Packs finden. Ich gehe daher mal davon aus, dass durch das Service Pack hier keine Korrekturen vorgenommen wurden
setup.com /addUmLanguagePack:de-de /s:d:\install\um
  • Zusatzdienste
    Von Hand musste ich aber die vorab gestoppten Dienste des Virenscanners und der Backupsoftware wieder starten.

Den Erfolg kann man z.B. im Eventlog oder auch an der Versionsnummer in der Exchange Management Console sehen:

Exchange 2007 SP2 und Cluster

Die Installation auf einem Exchange 2007 SP2 Cluster ist in der Online Hilfe umfassend beschrieben (Siehe How to upgrade a Clustered Mailbox Server in a CCR Environment to Exchange 2007 SP1 or SP2 http://technet.microsoft.com/en-us/library/bb676320.aspx), so dass ich hier nur eine Kurzfassung abgeben möchte.

 

  • NodeB (passiver Knoten): Vorbereiten Knoten
    • Firewall starten (Damit das Setup die Ausnahmen eintragen kann)
    • Monitoring stoppen (MOM etc.)
    • Eventuell vorhandene Clusterressourcen auf andere Knoten verschieben
  • NodeB (passiver Knoten):
    •  "Setup /m:upgrade"
    • Neustart
  • NodeB (passiver Knoten): Nacharbeiten
    • Monitoring reaktivieren
    • Firewall wieder stoppen
  • Kritischer Pfad mit Downtime
    • Exchange Cluster Stoppen
    • Exchange Cluster auf NodeB verschieben
    • "Setup /upgradecms" ausführen
    • Cluster läuft nun auf SP2 auf NoteB

Stop-ClusteredMailboxServer CLUSTERNAME -StopReason "SP2 Installation"
Move-ClusteredMailboxServer CLUSTERNAME -TargetMachine NODEB -MoveComment "SP2 Setup"

Setup /upgradecms

  • NodeA (passiver Knoten): Vorbereiten Knoten
    • Firewall starten (Damit das Setup die Ausnahmen eintragen kann)
    • Monitoring stoppen (MOM etc.)
    • Eventuell vorhandene Clusterressourcen verschieben
  • NodeA (passiver Knoten):
    •  "Setup /m:upgrade"
    • Neustart
  • NodeA (passiver Knoten): Nacharbeiten
    • Monitoring reaktivieren
    • Firewall wieder stoppen

Mit einer geringen Downtime sollte Exchange 2007 nun auch auf dem CCR Cluster mit SP2 laufen.

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