Exchange 2016 Update Checkliste

Die Checkliste kann mit wenigen Anpassungen auch mit Exchange 2013 genutzt werden.

Für die Installation ein Exchange Updates ist eine Checkliste sinnvoll, um das Update möglichst reibungslos und ohne Ausfälle durchführen zu können. Gerade in Umgebungen mit Loadbalancer und DAGs ist Verfügbarkeit ein wichtiges Ziel. Mit einem strukturierten Vorgehen sollten die meisten Anwender nicht einmal bemerken, wenn die Server nacheinander aktualisiert werden. Voraussetzung ist natürlich, dass Loadbalancer so konfiguriert sind, dass Sie eine geplanten Wartung erkennen und den Server nicht weiter benutzen und dass die Präferenzen und Verteilung Datenbanken so konfiguriert ist, dass diese sinnvoll auf andere Server umgewechselt werden können.

Vorarbeiten

Klingt trivial aber laden sie vorher alle erforderlichen Dateien herunter, ggfls. sollten diese entpackt oder als ISO-Datei in VMs eingebunden werden. Lesen Sie das README und die Systemvoraussetzungen durch und prüfen Sie Drittprodukte auf Kompatibilität. Insbesondere systemnahe Dienste (Backup, Antivirus) als auch produktspezifische Programme (Archiv, Blackberry, MDM, Compliance, Disclaimer)

  • Prüfen Sie, dass die letzten Datensicherungen (Exchange, AD) ohne Fehler gelaufen sind.
  • Planen Sie die Reihenfolge gemäß „Outside IN“, d.h. zuerst die Frontend Server mit Internet.
  • Stellen Sie einen Change ein und informieren Sie Kollegen und Helpdesk über die geplante Wartung

Checkliste

Die Liste ist so aufgebaut, dass die die Spalten von oben nach unten durchgehen und dies für jeden Server wiederholen. Vergessen Sie nicht, dass Exchange nach dem Schema "OutsidIn" aktualisiert wird, d.h.

  • Zuerst Mailboxserver in ADSite mit externem Zugriff
  • Dann Mailboxservers in anderen internen Standorten
  • Zuletzt die Edge-Server

Sie sollten die Tabelle also  einmal kopieren und am Ende die Spalten um ihre Server erweitern.

Aktivität

Global

MB1

MB 2

EDGE

Assemblies aktualisieren

Update KB3097966 kann Installation deutlich verlangsamen. Lösung: Vorab die Assemblies mit folgendem Befehl in einer CMD-Shell aktualisieren:

"%windir%\Microsoft.NET\Framework64\v4.0.30319\ngen.exe update"
echo %errorlevel%

Ausgabe sollte „0“ sein. Fehlermeldungen bei NGEN selbst sind unkritisch.

 

Schema und Org-Updates

Das erste Setup erweitert ggfls. das Schema. Dies ist auf einem Computer in der Root-Domain mit Enterprise-Admin-Rechten auszuführen. Dies muss kein Exchange Server sein.

setup.exe /PrepareSchema /IAcceptExchangeServerLicenseTerms
setup.exe /PrepareAD /IAcceptExchangeServerLicenseTerms
setup.exe /PrepareDomain /IAcceptExchangeServerLicenseTerms

 

 

 

PowerShell Execution Policy

PowerShell Execution Policy setzen. (Default ist „RemoteSigned“)

set-ExecutionPolicy -ExecutionPolicy Unrestricted

 

Zusatzprogramme pausieren

Diverse Tools können Dateien sperren und das Update stören. Sie können aber auch Fehler verursachen, wenn die Services noch nicht komplett wieder bereitgestellt sind. Dies gilt auch für Dienste, die auf anderen Servern remote auf Exchange zugreifen und keinen Failover unterstützen.

  • FileAV pausieren
  • Monitoring pausieren
  • Backup pausieren

 

Server in Maintenance setzen

Auf einem DAG-Member gibt es von Microsoft ein passenden Skript.

StartDagServerMaintenance.ps1 –server servername

Auf anderen Server können Sie die stattdessen die Komponenten einzeln deaktivieren

set-ServerComponentState $env:COMPUTERNAME `
   -Component HubTransport `
   -State Draining `
   -Requester Maintenance
Redirect-Message -Server $env:COMPUTERNAME `
   -Target ex02.msxfaq.com
Suspend-ClusterNode $env:COMPUTERNAME
Set-MailboxServer $env:COMPUTERNAME `
   -DatabaseCopyActivationDisabledAndMoveNow $True
Set-MailboxServer $env:COMPUTERNAME `
   -DatabaseCopyAutoActivationPolicy Blocked
Set-ServerComponentState $env:COMPUTERNAME `
   -Component ServerWideOffline `
   -State Inactive `
   -Requester Maintenance

Prüfen Sie, dass ihr Loadbalancer den geänderten Status auch über seinen HealthCheck erkennt und den Server ebenfalls nicht weiter bedient.

 

Erforderliche und ratsame Windows Updates

Bitte kontrollieren sie dazu die aktuelle Readme zum Update und die Exchange Blogs

  • Windows 2016 Update KB3206632 installieren ggfls. Neustart
  • .Net 4.6.2 sollte erst NACH EX2016 CU4 und Ex2013 CU15 installiert werden

 

Exchange Setup

Das Exchange Setup sollte aus einer Admin-CMD gestartet werden.

  • Entfernen der alten UM Language Packs mit dem Setup es alten Updates
setup.exe /RemoveUMLanguagePack:de-DE 
  • Aktualisierung von Exchange
Setup.exe /m:Upgrade /IAcceptExchangeServerLicenseTerms
  • Addieren der neuen UM Language Packs
setup.exe /AddUMLanguagePack:de-DE
  • Optional kann das Features „Desktop Experience“ entfernt werden. CU4 benötigt es nicht mehr.
  • Neustart Server

 

.NET 4.6.2 nach CU4

Beim Exchange 2016 CU4 können Sie nach der Installation das NET 4.6.2 installieren. Es wird für Exchange 2016 CU5 als Voraussetzung erwartet:

 

Nacharbeiten pro Server

  • Manuelle Anpassungen nachziehen (Speziell OWA Customizing)
  • FileAV reaktivieren
  • Monitoring reaktivieren
  • Backup reaktivieren

 

Maintenance Mode beenden

Auf einem DAG-Knoten geht dies mit

.\StopDagServerMaintenance.ps1

Auf anderen Servern können Sie die Dienst wie folgt wieder online nehmen:

Set-ServerComponentState $env:COMPUTERNAME `
   -Component ServerWideOffline `
   -State Active `
   -Requester Maintenance
Resume-ClusterNode $env:COMPUTERNAME
Set-MailboxServer $env:COMPUTERNAME `
   -DatabaseCopyActivationDisabledAndMoveNow $False
Set-MailboxServer $env:COMPUTERNAME `
   -DatabaseCopyAutoActivationPolicy Unrestricted
Set-ServerComponentState `
   $env:COMPUTERNAME `
   -Component HubTransport `
   -State Active `
   -Requester Maintenance
Get-ServerComponentState $env:COMPUTERNAME `
   | Format-Table Component,State -Autosize

 

Nacharbeiten

Nachdem alle Server aktualisiert sind, gibt es noch ein paar Dinge zu tun:

  • Datenbanken „verteilen“
    Gerade in einer DAG ist der letzte Server nun noch gar nicht mehr mit aktiven Datenbanken beschäftigt. Eine "Redistribution" der Datenbanken gemäß der Preferenzen ist ratsam. Dazu gibt es auf ihrem Exchange Server im Scripts-Verzeichnis eigenes ein Powershell Commandlet.
cd %exscripts
.\RedistributeActiveDatabases.ps1
  • Backup
    Kontrollieren Sie, dass ihr Backup weiter läuft. Vielleicht wurden Jobs während der Wartung angehalten oder sogar abgebrochen und sollten nun wiederholt werden
  • Management Systeme aktualisieren
    Manchmal bringen Updates neue Funktionen mit die in das Monitoring aufgenommen werden sollten.
  • Dokumentation
    Haben Sie beim Update und dem damit verbundenen Wartungsfenster vielleicht noch einige Einstellungen optimiert?. Vergessen Sie nicht ihre Betriebsdokumentation entsprechend zu aktualisieren.
  • Abschlussmeldung an Helpdesk
    Zuletzt sollten Sie auch ihren Helpdesk und das Operating informieren, dass die Wartung hoffentlich erfolgreich abgeschlossen wurde und ab nun neue Fehler wieder genauer betrachtet werden müssen.

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