Vista

Mit der Einführung von Windows Vista wurde zeitgleich auch Exchange 2007, OWA2007 und Outlook 2007 freigegeben. Natürlich läuft auf Vista auch noch Outlook 2003 und selbst Outlook 2007 kann weiterhin auf Windows XP installiert werden. Also scheint es keinen Grund zu geben, Vista eine eigene Seite zu verpassen. Allerdings gibt es schon einige Dinge, die im täglichen Support auftauchen, die die Nutzung von Vista erschweren.

Diese Seite ist sicher keine "Referenz" für Vista-Fragen aber ich sammle hier die ein oder anderen Probleme, die mich beim Einsatz von Vista immer wieder gestört haben und wie ich sie behoben habe.

Vista SP2 (Anfang Mai 2009)

Auch für mich ziemlich unbemerkt hat Microsoft das Vista SP2 released. Im Hinblick auf Outlook und Exchange gibt es keine großen Neuerungen. Es sind also die allgemeinen Verbesserungen, die eine Installation ratsam erscheinen lassen, z.B.

Ehe sie nun schnell an die Installation gehen, sollten Sie zumindest die Teamblogs und die Release Notes lesen. Es kann durchaus sein, dass ein Notebook längere Zeit (>1h) daran arbeitet und mehrfach neu startet.

Ich habe bei mir das Vista SP2 am 22. Mai installiert und bislang keine Probleme festgestellt. Ob es nun wirklich signifikant schneller wäre, kann ich so erst mal nicht beurteilen, da ich als Multitasker einen Kopierjob nicht warte sondern mit einem Programm oder einem zweiten Explorer einfach weiter arbeite. Die normale Arbeit mit Office oder VMWare erscheint mir daher nicht schneller.

400 MB gewinnen
Ich habe dann wenige Tage später mit "COMPCLN.EXE" die durch Sicherheitskopien und "Undo"-Dateien belegten Bereiche wieder frei gegeben ( + 1 ,2 GB!).

Vista SP1

Ich habe mittlerweile Vista SP1 auf meinem deutschen Client mit Outlook 22007 SP1 installiert und bislang keine Einschränkungen festgestellt.

Wenn Sie die "Deinstallationsdateien" von der Festplatte entfernen wollen, weil Sie das SP1 nicht mehr deinstallieren möchten, dann hilft folgende Kommandozeile:

c:\windows\system32\vsp1cln.exe

Nach einer Rückfrage werden dann alle alten Dateien entfernt.

Exchange 2003 System Manager auf Vista

Auch wenn ich selbst eigentlich immer lieber auf dem Server administrieren, weil ich damit zum einen die aktuellen (gleichen) Versionen nutze und an meinen PC eben nicht mit einem privilegierten Konto angemeldet sein muss, gibt es Administratoren, die die Exchange Verwaltungstools gerne auf ihrem Vista-Arbeitsplatz hätten. Die Installation auf Windows XP ist schon mit den Bordmitteln möglich. Für Vista hat Microsoft eine eigene Version zum Download bereit gestellt:

Exchange System Manager for Windows Vista
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=3403d74e-8942-421b-8738-b3664559e46f&displaylang=en

OWA auf Vista

Natürlich können Sie von Vista aus mit dem Internet Explorer einen OWA-Zugriff auf Exchange durchführen. Allerdings verhindert eine Sicherheitseinstellung bei Vista, dass eine Antwort auf Nachrichten mit OWA2000/2003 nicht möglich ist. Vista weigert sich einfach das DHTML-Control zu starten. Dazu gibt es ein Update für den Exchange Server, so dass OWA nicht mehr dieses Control verwendet.

Vista und "Netzwerke"

Vista ist eigentlich auch nur ein Windows, aber enthält eine sehr viel umfangreichere Firewall, IPV6 und TCP/IP-Tuning-Funktionen. Genau diese können aber auch einem das Leben erschweren. So habe ich mehrere Vista Systeme gesehen, die beim zugriff auf Windows 2003 x64-Server eine sehr schlechte Netzwerkperformance erreicht haben. Der Zugriff auf Windows 2003 x32-Systeme ist hingegen schnell. Letztlich hat hier geholfen, auf Vista ein Auto Tuning" zu deaktivieren.

netsh interface tcp set global autotuning=disabled

Oder um alles abzuschalten

Netsh int tcp set global rss=disabled chimney=disabled autotuninglevel=highlyrestricted congestionprovider=none netdma=disabled dca=disabled ecncapability=disabled timestamps=enabled

Im Internet finden Sie noch weitere Hinweise auf diese Einstellung.

Allerdings hat auch Windows 2003 einige Funktionen, die zu Problemen führen können So erlauben einige Netzwerkkarten und deren Treiber, dass nicht nur die IP-Checksummen per "offloading" auf die Netzwerkkarte delegiert werden, sondern mittlerweile sogar die Verwaltung von TCP/IP an die Netzwerkkarte abgeben. Das kann bei unkorrekter Implementierung durch den Netzwerkkartentreiber zu Problemen führen.

Diese "Offloading" ist bei Windows 2003 SP2 per Default aktiv (bei SP1 ist es nicht aktiv). Dies kann hier auf mit rein spielen.

Vista Audio und Gigabit

Manchmal ist ein Treffen mit anderen MVPs für die ein oder andere Überraschung gut. Mit Verwunderung musste ich hören, dass das Kopien einer großen Datei (z.B. einer 20 GB VHD-Datei von Virtual Server) viel länger dauert, wenn man einen OCS-Client gestartet hat. Vista SP0 hat tatsächlich ein fest vorgegebenes Limit, dass bei einer aktiven Multimedia Wiedergabe alle "nicht Multimedia Pakete" auf 10 Pakete pro Millisekunden gedrosselt werden. Durch diese Drossel wird sichergestellt, dass auch eingehend weniger Pakete ankommen und damit insgesamt weniger Interrupts ausgelöst werden. So stellt Windows Vista sicher, dass für die Wiedergabe genug CPU-Leistung zur Verfügung steht.

Nun sind PCs aber schneller und haben mittlerweile auch mehrere Cores, so dass viele Interrupts nicht mehr unbedingt zu Aussetzern bei der Ton und Bildwiedergabe führen. Die Lösung ist aber genauso einfach aber auch ungewohnt. Mit Vista SP1 gibt es einen Registrierungsschlüssel, welcher diese Drossel anhebt:

Windows Registry Editor Version 5.00

[HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Multimedia\SystemProfile]
"NetworkThrottlingIndex"=dword:FFFFFFFF

Gültige Werte sind von 1dez bis 70dez. Der Default ist 10dez. Komplett abschalten kann man die Drossel mit FFFFFFFFh. Nach der Änderung ist ein Neustart des Betriebssystems erforderlich.

REG-Datei zum Import
vistasp1-networkthrottlingindexdisable.reg.txt

ADM-Vorlage zur Verteilung per Gruppenrichtlinie
vistasp1-networkthrottlingindexdisable.adm

In der TechNet finden Sie auch eine passende Beschreibung.

Für mich ist das natürlich besonders interessant, da ich einen OCS-Client (Instant Messenger) aktiv habe, welcher ebenfalls "Windows Audio" nutzt und das Kopieren großer Datenmengen (ISO-Dateien, virtuelle Maschinen) nun wieder gewohnt schnell abläuft.

Vista und Explorer

Lange Zeit war ich von Vista, bzw. dem Explorer genervt, der immer wieder pro Ordner versucht hat, den Inhalt zu erkennen und eine "passende" Ansicht eingestellt hat, selbst wenn man oben auf "alle Elemente" gegangen ist und auf Unterordner vererbt hat. Irgendwann hat Marc Heitbrink (auch ein MVP) eine REG-Datei gepostet, die all die Probleme fixt. Die will ich nicht vorenthalten:

vistabag.reg.txt

Oder als Textversion:

Windows Registry Editor Version 5.00

[-HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\Shell\BagMRU]

[-HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\Shell\Bags]

[-HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Wow6432Node\LocalSettings\Software\Microsoft\Windows\Shell\BagMRU]

[-HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Wow6432Node\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\Shell\Bags]

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\Shell\Bags\AllFolders\Shell]
"Folder Type"="NotSpecified"

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Local Settings\Software\Microsoft\Windows\Shell]
"BagMRU Size"=dword:00002710

Damit werden bestimmte Einträge gelöscht und über "AllFolder" ein Wert vorgegeben, damit die automatische Erkennung nichtmehr greift. Seit dem habe ich wieder Ruhe. Das ganze soll auch unter Windows 7 funktionieren.

Vista von USB-Stick booten

Mit Windows 7 wird es schon groß angekündigt aber auch Vista kann man schon heute von einem USD-Stick booten. Das ist hilfreich, wenn man einen Netbook o.ä. betanken will, welcher gar kein DVD-Laufwerk mehr hat. Es ist ganz einfach. Hier die Schritte

Schritt Beschreibung

Vista DISKPART starten

Wenn Sie schon einen PC mit Vista haben, dann können Sie den USB-Stick dort anschließen und direkt loslegen. Wenn sie noch kein Vista haben, dann können Sie die in einem anderen Computer die Vista DVD in die "Computerreparaturoptionen" booten und dort mit DISKPART arbeiten.

LIST DISK
SELECT DISK <nummer>
DETAIL DISK (erneut prüfen

Diese drei Schritte zeigen einmal die vorhandenen erkannten Laufwerke, unter denen sich auch der USB-Stick befinden sollte. Diese wird dann ausgewählt und über die Detailausgabe sollten sie soch noch mal vergewissern, dass es der richtige Stick ist.

CLEAN
CREATE PARTITION PRIMARY SELECT PARTITION 1 ACTIVE

Diese drei Befehle löschen nun den Stick "komplett", legen eine Partition an und setzen diese aktiv. Bei all diesen Aktionen gibt es keine "Wollen sie wirklich"-Nachfrage.
FORMAT FS=FAT32 QUICK Nun wird die neue Partition als FAT32-Partition formatiert
ASSIGN Nun müssen Sie der Partition noch einen Laufwerksbuchstaben zuweisen
DETAIL DISK Nutzen sie die Change noch einmal die Partition zu prüfen.
EXIT Mit dem Befehl "EXIT" verlassen Sie Diskpart wieder zur CMD-Box.
ROBOCOPY <LaufwerkderDVD> <USBStick> Kopieren Sie nun die komplette DVD auf den USB-Stick. ROBOCOPY kann dies sehr einfach bewerkstelligen. Wenn Sie auf einem VISTA arbeiten, können Sie dies auch per Explorer machen.

Damit ist Stick fertig für den Einsatz bei einem anderen PC. Normalerweise bootet ein PC aber nicht von einem Wechselmedium. Je nach BIOS müssen Sie daher die Bootreihenfolge umstellen oder am Anfang das "Bootmenü" starten. Achten Sie auf entsprechende Meldungen des BIOS, mit welcher Funktionstaste Sie dies erreichen.

Weitere Links

Links zu umfangreicheren Systeme, die mehr als "nur Sprache" bieten, finden Sie bei "Unified Messaging"

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