Pakete und Lizenzierung von Exchange

Das Thema Lizenzierung unterliegt starken Schwankungen, so dass die hier gemachten Aussagen nicht immer aktuell sein. Bitte besprechenden Sie die genaue Lizenzierungsmodelle mit einem qualifizierten Fachhändler.

OnPremise Licensing für Exchange Server 2010
http://www.microsoft.com/exchange/2010/en/us/Licensing.aspx
http://www.microsoft.com/exchange/en-us/licensing-exchange-server-email.aspx

5-Minuten Videos zu Themen rund um Lizenzierung
http://www.microsoft.com/germany/licensing/about-licensing/how-volume-licensing-works.aspx

Referenz für jede Lizenzfrage bei Volumenlizenzverträgen ist das PUR (Product usage Rights)
http://www.microsoft.com/germany/lizenzen/ueberblick/pur/default.mspx

Diese Seite soll ihnen einen Einblick in die verschiedenen Pakete von Exchange und deren Lizenzierung geben. Die Informationen wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, aber haben keinen verbindlichen Charakter.

Server Lizenzen und CALs

Unabhängig von den eingesetzten Versionen von Exchange und Windows Server benötigen Sie immer die passenden Komponenten. Dies sind bei Microsoft immer eine Kombination von:

  • Serverlizenz Betriebssystem
    Ihr Exchange Server läuft nicht ohne Windows NT4 Server oder Windows 2000/2003 Server. für diese Plattform benötigen Sie eine Serverlizenz
  • Serverlizenz Anwendungsserver
    Die Exchange Server Lizenz ist pro Server einmal notwendig. Ein 2-Knoten-Cluster benötigt also auch zwei Lizenzen, selbst wenn nur ein Knoten aktiv ist.
  • Betriebssystemlizenz des Clients
    z.B. Windows 98, Windows NT4 Workstation, Windows 2000 Professional, Windows XP
  • Zugriffslizenzen (CAL) für Exchange
    Jeder PC, welcher auf Exchange zugreift, benötigt eine Lizenz. Dies ist bei Exchange nur ein Stück Papier und ein Eintrag im Lizenzmanager. Dabei ist es egal, ob dieser PC Outlook oder "nur" POP3 nutzt, d.h. auch ein Unix-Client benötigt eine CAL.
    CALs gibt es auch für SQL-Server, SMS-Server etc.
    Wenn ihr Exchange als "Drehscheibe" für Mails dient und z.B. ein Notes Server per Connector angeschlossen ist, dann ist auch für die Notes Anwender eine Exchange CAL erforderlich, da auch hier der Exchange ja eine "Leistung" erbringt, nämlich die Weiterleitung der Mails abhängig vom Eintrag im Active Directory. Dies können Sie nur umgehen, indem Sie vorab schon die Mails nach Empfängern aufteilen, z.B. mit einem anderen Mailserver.
  • Windows Zugriffslizenzen (CAL)
    Zusätzlich könnte ihr PC noch die Dienste von Windows Server nutzen (z. B: Druckdienste, Domaindienste). Dann ist hierzu auch eine Windows NT CAL notwendig. Mit Exchange 5.5 war es möglich, ohne die CAL sauber lizenziert zu arbeiten. Mit Exchange 2000 ist dies nicht mehr legitim !
  • Lizenz für die Client Anwendung
    Von Fall zu Fall kann es sein, dass Sie noch eine Lizenz für Outlook oder ein Programm ihrer Wahl benötigen. Eine Outlook Lizenz ist z.B.: in der Exchange 2003 CAL enthalten. In einer Exchange 2007 CAL oder Exchange 2010 CAL ist kein Outlook mehr enthalten. (Ausnahmen bei Software Assurance)

Beim Einsatz mit virtuellen Servern (VMWare, Hyper-V, Xen etc.) gelten eventuell abweichende Vorgaben für die Serverlizenzen.

Bis auf wenige Sonderversionen (z.B.: Small Business oder MSDN) erfolgt bei den Produkten von Microsoft keine "harte" Lizenzkontrolle. Dies bedeutet aber nicht, dass sie unbekümmert dies ausnutzen dürfen.

Wenn Sie CALs als "pro Workstation" einsetzen, dann gelten diese "pro PC", d.h. eine Windows 200 CAL auf einem PC erlaubt es diesem PC, auf alle lizenzierten Windows 2000 Server der Welt zuzugreifen. Es ist keine Lizenz "pro Server" oder "pro Verbindung". Die Lizenzierung pro "Verbindung" ist mit Exchange 2000 nicht mehr möglich !

Achtung. Es gibt mittlerweile die Unterscheidung nach "Device-CAL" und "User-.CAL", d.h. ob die Lizenz an einen Benutzer gebunden ist, der damit auf verschiedenen Endgeräten auch gleichzeitig arbeiten darf und einer Lizenz die an das Gerät gebunden ist, egal wer daran arbeiten. Je nach Einsatzfall, z.B. Geschäftsführer mit PC unterm Tisch, Notebook in der Tasche und PDA oder PC, der von drei Teilzeitkräften gemeinsam genutzt wird, können Sie hier Kosten optimieren.

Natürlich gibt es hier immer Feinheiten, z.B.: gibt es Exchange 2000 Standard oder Enterprise und ebenso Windows 2000 Server, Advanced und Datacenter. Wer z.B. "Clustern" möchte, braucht von mindestens die Windows 2000 Advanced und Exchange 2000 Enterprise Version. Aber auch ein Exchange 2000 Enterprise kann auf einem Windows 2000 Server sinnvoll sein (z.B. weg X.400 oder 16 GB Limit). Auch bei den CALs gibt es Sonderformen speziell wenn Terminal Dienste oder Internet Umgebungen (ASP) mit ins Spiel kommen. Zukünftig dürften auch immer Produkte nach der Anzahl der Prozessoren lizenziert werden. Und es gibt mehrere Lizenzmodelle, wie sie an die notwendige Anzahl der Lizenzen kommen. Während es früher noch Updates, Cross-Updates von anderen Produkten und Mengenstaffeln gab, so wird ab Mitte 2002 ein komplett neues Lizenzverfahren mit "Miete" und der Verlust von Updateversionen gültig werden.

Detaillierte Aussagen können ihnen die geschulten Vertriebsleute von Net at Work geben, oder jeder andere qualifizierte Fachhändler. Ansonsten verweise ich auf www.Microsoft.com/exchange und dort unter Lizenzierung. Die deutschen Seiten finden Sie bei www.Microsoft.com/germany.

Exchange 2010/2013

Exchange 2010 wird vergleichbar zu Exchange 2007 lizenziert. Allerdings fallen SCR, CCR, LCR weg und. Die Clusterlösung mit bis zu 5 Datenbanken kann sogar ein Standard Server bedienen. Von 6 bis 100 Datenbanken muss es dann ein Exchange Enterprise Server sein.

Outlook separat erwerben. Eine kleine Ausnahme gab es für Kunden mit Exchange 2003 und gültiger Software Assurance.

Exchange 2010 Server Cal

Standardserver (Server-CAL)

  • Windows 2008 64bit erforderlich
  • Active Directory erforderlich
  • Exchange Native Mode erforderlich
  • 5 Datenbanken, auch als DAG mit Windows Enterprise Cluster
  • 16 TB pro Datenbank
  • Rollen: Mailbox, Client Access, HubTransport aber auch UM

Enterprise Server zusätzliche Funktionen

  • 100 Datenbanken
  • DAG mit mehr als 5 Datenbanken mit Windows Enterprise Cluster
Exchange 2010 Client CALs

Funktionen die die Standard CAL abdeckt:

Funktionen der zusätzlich zu Standard CAL zu erwerbende Enterprise CAL, für die Benutzer, die diese erweiterten Funktionen einsetzen:

  • Unified Messaging (Sprachmailbox, Posteingang per Telefon nutzen)
  • Managed E-Mail Folder und Personal Archive
  • Erweiterte ActiveSync Richtlinien (z.B. Sperren von WiFi, Anwendungen etc.)
  • Per-User/Per-Distribution List Journaling
  • Forefront Antivirus (Nur Volume License)
  • Exchange Hosted Filtering (Nur Volume License)

Beachten Sie: Die Enterprise CAL ist eine "Zusatzlizenz" zur Standard-CAL. Die Exchange 2007 CAL enthält keine Outlook Lizenz mehr. Details siehe auch Outlook 2007.

Diese Lizenzgestaltung führt natürlich dazu, dass Sie z.B. auf einem Server die UM-Rolle installiert haben, weil ein Teil der Anwender eine Enterprise CAL hat. Kniffliger wird es bezüglich AntiSpam und Antivirus, da hier die Enterprise CALs als Volumenlizenzkey einen Einsatz von Forefront erlauben aber auf dem Server erst einmal nicht zwischen Standard und Enterprise Postfächern unterschieden wird. Hier werden Sie also wohl oder übel diese Kunden auf verschiedene Server trennen müssen oder von vorneherein alles als Enterprise CAL planen.

In Exchange 2010 ist selbst ein "Code" enthalten, um die Lizenzen anzuzeigen. Allerdings werden die Zahlen nicht automatisch aktualisiert, sondern als Administrator müssen Sie den Prozess anstoßen.

Und dann ist das im Produkt enthaltene Skript auch noch fehlerhaft, weswegen Microsoft mittlerweile zwei Skripte für Exchange 2010 veröffentlicht hat:

Report Exchange Server 2010 Client Access Licenses (CALs)
RTM Version: https://gallery.technet.microsoft.com/acdcb192-f226-4517-b3f9-005dce6f4fc3
SP1 und neuer: https://gallery.technet.microsoft.com/68321b75-ab3d-4e04-9fe1-6a42de23b67f

Diese Skripte sollen ein besseres Ergebnis liefern. Da sie aber alle Postfächer ablaufen und deren Features prüfen, dauert es in größeren Umgebungen durchaus etwas länger.

Exchange 2007

Dieser Abschnitt dient als Archiv. Aktuell können Sie keine älteren Lizenzen mehr kaufen. In bestimmten Fällen haben sie ein "Downgrade"-Recht, d.h. Sie kaufen zwar die aktuelle Version aber nutzen die vorherige Version.

Die größte Änderung bei Exchange 2007 Lizenzen war der Wegfall der Outlook Lizenz als Bestandteil der Exchange CAL. Sie müssen also Outlook separat erwerben. Eine kleine Ausnahme gab es für Kunden mit Exchange 2003 und gültiger Software Assurance.

Exchange 2007

Standardserver (Server-CAL)

  • Windows 2003 SP1 64bit erforderlich
  • Active Directory erforderlich
  • Exchange Native Mode erforderlich
  • Local Continuous Replication
  • 5 Speichergruppen / 5 Datenbanken
  • 16 TB pro Datenbank

Enterprise Server zusätzliche Funktionen

Client CALs

Funktionen die die Standard CAL abdeckt:

  • Mail
  • Kalender
  • Kontakte
  • Aufgaben
  • OWA
  • ActiveSync
  • IMAP4, POP3

Funktionen der zusätzlich zu erwerbenden Enterprise CAL

  • Additiv!, d.h. sie benötigen immer eine Standard CAL
  • Unified Messaging (Faxeingang, Sprachmailbox
  • OVA ( Posteingang per Telefon nutzen)
  • Managed E-Mail Folder
  • Per-User/Per-Distribution List Journaling
  • Forefront Antivirus (Nur Volume License)
  • Exchange Hosted Filtering (Nur Volume License)

Beachten Sie: Die Enterprise CAL ist eine "Zusatzlizenz" zur Standard-CAL. Die Exchange 2007 CAL enthält keine Outlook Lizenz mehr. Details siehe auch Outlook 2007.

Diese Lizenzgestaltung führt natürlich dazu, dass Sie z.B. auf einem Server die UM-Rolle installiert haben, weil ein Teil der Anwender eine Enterprise CAL hat. Kniffliger wird es bezüglich AntiSpam und Antivirus, da hier die Enterprise CALs als Volumenlizenzkey einen Einsatz von Forefront erlauben aber auf dem Server erst einmal nicht zwischen Standard und Enterprise Postfächern unterschieden wird. Hier werden Sie also wohl oder übel diese Kunden auf verschiedene Server trennen müssen oder von vorneherein alles als Enterprise CAL planen.

Exchange 2000/2003

Dieser Abschnitt dient als Archiv. Aktuell können Sie keine älteren Lizenzen mehr kaufen. In bestimmten Fällen haben sie ein "Downgrade"-Recht, d.h. Sie kaufen zwar die aktuelle Version aber nutzen die vorherige Version.

Exchange 2000 ist seit Herbst 2000 das neue Flaggschiff von Microsoft im Bereich Messaging und macht einen sehr guten Eindruck. Ich gehe davon aus, dass es sehr schnell den Markt durchsetzen wird und gerade im Jahr 2001 mit Zunahme der Windows 2000 Server und Active Directory Server automatisch mit installiert wird.

Exchange 2000
Exchange 2000 Paket

Exchange 2000
  • Verfügbar seit Herbst 2000
  • Nur auf Windows 2000 Server. NICHT Windows 2003 !!
  • Active Directory ist zwingend
  • Web Storage System (MAPI, WebDAV, SMB)
  • X400 kann NICHT hinzugekauft werden. Nur via Update auf Enterprise erhältlich !
  • Nur eine Speichergruppe mit einem Mailboxstore mit 16 GB Limit !!
  • Zusätzlich im Public Folder Datenbank sind weitere Application TLH = Top Level Hierarchy möglich (Ebenfalls 16 GB Speicherlimit !!
Exchange 2000 Enterprise
  • Clusterfähig (aktiv/aktiv)
  • Kein Limit auf 16 GB Store
  • Bis zu 4 Speichergruppen
  • Frontend/BackEnd Struktur möglich
  • Nur auf Windows 2000 Server, Adv Server, Datacenter

www.Microsoft.com/exchange/productinfo/overview.htm

Die Lizenzierung von Exchange 2000/2003 ist recht einfach. Sie brauchen in wesentlichen:

  • Je Server, auf dem Exchange 2000/2003 Server installiert werden soll
    1x Lizenz Windows Server
  • Je Server, auf dem Exchange 2000/2003 Server installiert werden soll
    1x Lizenz Exchange 2000/2003 Server

Wenn Sie die Enterprise Version brauchen, da ihnen bis zu 16 GB bzw. 75 GB (Exchange 2003 SP2) nicht reichen, oder sie X.400 nutzen wollen, dann müssen sie beide male eben Exchange 2000/2003 Enterprise kaufen. Aber sie brauchen NICHT zwingend Windows 2000 Advanced Server, wenn Sie Exchange Enterprise einsetzen wollen. Sie sind dann eben auf die Limitierungen des Windows 2000/2003 Standard Server beschränkt, d.h. kein Cluster, weniger Hauptspeicher, weniger CPUs aber komplett X.400 und unbegrenzte Datenbank.

Wenn sie "Clustern" wollen, dann brauchen sie die Software einmal je Knoten. Spätestens dann sollten sie aber nicht mehr selbst die Preisliste durchstöbern, sondern einen Lizenzfachmann befragen, weil auch Backup, Virenschutz etc. bei Cluster oft anders lizenziert werden.

Zusätzlich benötigen sie dann für jeden Client eine CAL

  • Je Workstation, die auf das AD und den Exchange Server zugreift:
    1x Windows 2000/2003 CAL. (Update von anderen Systemen oder NT4 CAL's sind verfügbar)
  • Je Workstation, die auf Exchange Server zugreift:
    1x Lizenz Exchange 2000/2003 CAL

Auch hier gibt es Sonderformen für Internet Service Provider und andere "Spezialfälle". Erstmalig ist nun auch beim Update von Exchange 5.x auf 2000 und auf 2003 ein Update der Client CAL erforderlich. Eine CAL erlaubt ihnen also nur die Nutzung mit der entsprechenden oder älteren Serverversion

Fragen Sie aber aufgrund der permanent wechselnden Sonderangebote, Pakete und müssen L    izenzen  (MOLP, OPEN etc.) bitte einen Händler ihres Vertrauens. Er sollte ihnen einfach ein verbindliches Angebot unterbreiten. Wenn Sie Hilfe bei der Ausarbeitung eines Angebots brauchen, können sich im Zweifel auch jeden Microsoft Solution Provider fragen. Sie wissen so etwas auf jeden Fall. Der etwas höhere Preis im Vergleich zu einem "Boxenschieber" sichert ihnen aber eine richtige Lizenzierung zu. (z.B. Net at Work fragen)

Exchange 5.5

Dieser Abschnitt dient als Archiv. Aktuell können Sie keine älteren Lizenzen mehr kaufen. In bestimmten Fällen haben sie ein "Downgrade"-Recht, d.h. Sie kaufen zwar die aktuelle Version aber nutzen die vorherige Version.

Exchange 5.5. ist der Vorläufer von Exchange 2000 und keineswegs ein altes Eisen. Es ist ein sehr robustes System und problemlos in Umgebungen zu installieren, wenn kein Active Directory bereit steht

Exchange 5.5. Paket

Exchange 5.5 Standard
  • Robuste Messaging Plattform seit 1995
  • Windows NT4 Server oder Windows 2000 Server
  • NT-Domäne zwingend
  • Store maximal 16 Gigabyte
  • Internet Mail Connector

Exchange 5.5 Enterprise Edition

  • Clusterfähig (aktiv/passiv)
  • kein Limit auf Store
  • X.400 Connector mit drin

Die Lizenzierung von Exchange 5.5 ist vergleichbar zu Exchange 2000 . Sie brauchen in wesentlichen:

  • Je Server, auf dem Exchange 5.5 Server installiert werden soll
    1x Lizenz Windows 2000 Server
    oder
    1x Lizenz Windows NT 4.0 Server  
  • Je Server, auf dem Exchange 5,5 Server installiert werden soll
    1x Lizenz Exchange 5.5 Server

Wenn Sie die Enterprise-Version brauchen, da ihnen 16 GB nicht reichen, oder sie X.400 nutzen wollen, dann müssen sie beide mal Exchange 5.5  Enterprise und Windows 4.0 Enterprise Server kaufen.

Wenn sie "Clustern" wollen, dann brauchen sie die Software "zweimal" (einmal je Knoten). Datacenter mit Exchange 5.5. macht keinen Sinn. Spätestens dann sollten sie aber nicht mehr selbst die Preisliste durchstöbern.

Zusätzlich benötigen sie dann für jeden Client eine CAL

  • Je Workstation, die auf das AD und den Exchange Server zugreift:
    1x Windows 2000 CAL. (Update von anderen Systemen oder NT4 CAL's sind verfügbar)
  • Je Workstation, die auf Exchange Server zugreift:
    1x Lizenz Exchange 2000 Cal

Auch hier gibt es Sonderformen für Internet Service Provider und andere "Spezialfälle". Ansonsten verweise ich auf www.Microsoft.com/exchange und dort unter Lizenzierung.

ACHTUNG SBS-Server

Es gibt von Microsoft immer wieder Sonderaktionen, z.B.: Exchange im Rahmen eines SBS-Servers. Diese Pakete sind begrenzt, d.h. sie können damit mehrere Server nicht verbinden. Der einzige sinnvolle Einsatzbereich ist der Einsatz bei einer Firma mit einem Standort und einer Internetanbindung. Trusts zwischen Domains oder verbundene Standorte sind damit nicht möglich.

ACHTUNG Exchange 2000 Paket

Es gab bis 31.3.2001 ein Exchange 2000 Internet Kommunikation Paket. Diese enthielt:

  • 1x Windows 2000 Server mit 5 Windows2000 CAL's
  • 1x Exchange 2000 mit 5 Exchange 2000 CAL's
  • 1x Microsoft Proxy 2.0 mit Updategutschein für ISA-Server

Das ist für den Preis von um die 2500 DM ein genial guter Preis, zumal es meines Wissens nach "Vollprodukte" sind, also keine SBS-Krüppel. Hierzu gibt es auch eine extra Seite zur Installation  

Windows 2000 CAL's bedeutet nicht die Lizenz für Windows 2000 Professional, sondern nur die Zugriffslizenz für den Server

Die Datenträger der MSDN sind teilweise begrenzt. Viele haben/hatten ein fixxes userlimit von 10 Anwendern. Teilweise fehlt der Lizenzdienst. Ich kann (neben dem Lizenzverstoß) nur davon abzuraten, solche Produkte auch nur als Übergangslösung zu installieren. Das sind Test und Entwicklerprodukte !

Clients

Die Programme, mit denen auf den Exchange Server zugegriffen wird, sind über die CAL  (Client Access Lizenz) abgedeckt. Wenn Sie Outlook "alleine" Benutzen wollen, müssen sie es natürlich eigenständig kaufen. Outlook ist z.B. auch Bestandteil von MS Office 97 oder 2000. Auch im Stern lag mal eine Outlook 98 Version dabei.

Aber beachten Sie bitte, dass sie mit dem Erwerb einer Office Lizenz zwar ein Outlook erhalten, damit aber keine Exchange Client Access Lizenz (CAL) für den Exchange Server erhalten haben. Die können das Outlook aus Office zwar mit PST-Dateien und POP3 und SMTP verwenden, aber beim Zugriff auf den Exchange Server benötigen Sie eine CAL für den Exhange Server.

Zu den Clients gibt es zwei extra Seiten zum Thema

Sie sollten diese auch können, ehe sie sich vorschnell für ein Programm entscheiden.

Microsoft Outlook
Outlook Logo

Outlook Client (RPC)

  • Multifunktionaler Client für Mail und mehr
  • Offlinefunktionen mit Replikation auf Notebooks
  • Gibt es auch für Macintosh
  • RPC oder HTTP ab Version 2003 mit Exchange 2003

Outlook Web Access per Browser

  • Jeder Browser ist ein Mailclient
  • Mit Exchange 2000 fast vollständig nutzbar

Outlook Express
Outlook Express Logo

Outlook Express Client (POP3/IMAP4)

  • POP3 Client für Exchange und andere
  • Gibt es auch für MAC

Andere POP3/IMAP4

  • Eudora
  • Pegasus Mail
  • FirstMail
  • NetScape Mail

POP3 oder IMAP4 sind mit  Exchange Server immer die  denkbar schlechteste Wahl, warum ? siehe den Artikel zu Clients an Exchange und Clientkommunikation

Fernzugriff
RAS-Server

Neben den echten Clients gibt es noch weitere Alternativen die nicht unterschlagen werden sollen:

Terminal Services

  • Ein per ICA ferngesteuertes Outlook kann in gewissen fällen sehr hilfreich sein.

Unix Clients

  • Es gibt Firmen, die einen Outlookclient für Unix entwickeln. (Siehe Links)

VPN, RAS

  • Über VPN und RAS können Clients auch von unterwegs oder daheim auf den Server zugreifen. Die Anwendung ist dabei wahlfrei, das dies nur eine andere Kommunikation ist.

Windows Messaging

Das ist gar kein eigenes Produkt, sondern Bestandteil von Windows 95 oder Windows NT4.0. Es ist der Vorläufer von Outlook. Exchange 4.0 und 5.0 lieferte damals einen Exchange Client mit. Der Zugriff auf Exchange Server ist mit dem Windows Messaging Client nicht möglich, da der entsprechende Transportdienst fehlt. Dieser Dienst kommt aber z.B. mit Office 97 optional mit.

Sie haben damit aber KEINE CAL für Exchange Server, d.h. auch wenn es "funktioniert", (Exchange überwacht das nicht) dürfen Sie allein mit dem Client nicht auf einen Exchangeserver zugreifen.

Weiter wird dieser Client gerne als "Microsoft Exchange" bezeichnet und so gibt es schon die ein oder andere Verwirrung zwischen Exchange Server und diesem uralten Client.

Modellrechnung

Damit das alles etwas "plastisch" wird, gehen wir mal von folgendem Szenario aus.

Beispielfirma "CARIUS" hat ein Netzwerk mit 12 Arbeitsplätzen. für den Betrieb gibt es zwei alte Systeme mit Windows 98, 6 Arbeitsplatzsystem sind Bürorechner mit Windows 2000 und die 4 Notebooks sind mit Windows XP ausgestattet. Die Betriebssystemsoftware der Arbeitsplätze war dam OEM-Bundle schon lizenziert und musste nicht extra gekauft werden.

Weiterhin gibt es drei Server: Server1 ist Domaincontroller mit Windows 2000 und übernimmt auch die gesamten Verwaltungsfunktionen des AD, DNS, DHCP, WINS, RAS und auch Exchange 2000 und Datensicherung. Das mag viel sein, aber bei einer kleinen Firma ist das machbar. Der Server2 ist der Terminalserver, auf dem die Buchhaltung läuft und über den auch Anwender von zu Hause oder unterwegs über das Internet oder Direkteinwahl arbeiten können. Zur Sicherheit ist ein dritter Server als Internetzugang installiert. Hier läuft der ISA-Server.

Faktisch benötigen wir dann folgendes:

  • Server 1: (AD, DNS, DHCP, Datei und Druckdienste, AD und Exchange 2000)
    Windows 2000 Server Lizenz
    Exchange 2000 Server Lizenz
    Lizenz der Backupsoftware mit Exchange Agent
  • Server 2: (Terminal Server ohne Citrix)
    Windows 2000 Terminal Server Edition
    Backup Software Agentenlizenz
  • Server 3: (ISA-Server)
    Windows 2000 Server Lizenz
    Microsoft ISA-Server Lizenz
    Backup Software Agentenlizenz
  • PC 1-2: Altsystem
    Windows 98 Lizenz ( also OEM schon mitgekommen)
    Windows Server CAL (für den Zugriff auf die drei Windows Server)
    Exchange 2000 CAL (für die Arbeit mit Outlook
    Windows 2000 Terminal Server CAL (wenn Sie den Terminal Server nutzen
    Windows 2000 Terminal Server Client CAL (da sie ja "Windows 2000 Professional" erhalten. Früher musste man dafür extra eine Windows 2000 Professional Vollversion lizenzieren !)
  • PC 3-8 Bürorechner
    Windows 2000 Professional (Dank OEM schon lizenziert)
    Windows Server CAL (für den Zugriff auf die drei Windows Server)
    Exchange 2000 CAL (für die Arbeit mit Outlook
    Die Terminal Server CALs entfallen, da diese in W2K "enthalten" sind (?)
  • PC 9-12: Notebooks
    Windows Server CAL (für den Zugriff auf die drei Windows Server)
    Exchange 2000 CAL (für die Arbeit mit Outlook
    Die Terminal Server CALs entfallen, da diese in W2K "enthalten" sind  (?)

Und vergessen sie mir nicht den Virenscanner! Die Angaben erfolgen mit bestem Wissen, aber ihre individuelle Konfiguration sollten Sie von einem Vertriebsmitarbeiter von Net at Work prüfen lassen. Speziell die Terminal Server Konfiguration ist nicht trivial.

Weitere Links