Exchange Konferenz Server und Multimedia

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ACHTUNG: Exchange Conference Server ist eingestellt !
http://www.Microsoft.com/germany/ms/exchange/verfuegbarkeit.htm
Die Verfügbarkeit des Exchange 2000 Conferencing Server wurde zum 31. Januar 2004 eingestellt.

Hier finden Sie nach und nach Informationen über den Exchange 2000 Konferenz Server, welche ich in der Newsgroup aufsammle. Aber allzu viele sind es noch nicht, die das zusätzlich lizenzpflichtige Addon einsetzen. Daher müssen vorerst einige aufbereitete Daten den Platz füllen.

Was kann der Konferenzserver

Der Konferenzserver ist eine Ergänzung für Exchange 2000 Server oder Exchange 2000 Enterprise Server für Audio/Video und Datenkonferenzfunktionen. Viele Funktionen sind auch ohne den Konferenzserver möglich, z.B. mit NetMeeting. Die Einschränkungen dabei sind aber, dass Netmeeting immer nur eine Zusammenarbeit zweier Stationen erlaubt oder mit mehreren Stationen expotentiell steigende Netzwerklast verursacht.

Und hier setzt der Konferenzserver ein: Er ist Zentralstation für Netmeeting und andere Software. Über Exchange 2000 können Termine und Ressourcen (hier ist Bandbreite gemeint) gebucht werden. Zum gegebenen Zeitpunkt wird der Anwender erinnert, Netmeeting oder ein andere Client gestartet und die Verbindung hergestellt.

Alle Anwender senden dann ihre Daten an den Konferenzserver, welcher diese annimmt und an alle Teilnehmer wieder verteilt. Im Gegensatz zu direkten Paketen (Unicast) können hierbei aber Multicast benutzt werden, d.h. auch wenn eine Information an viele Clients gehen muss, ist sie nur einmal im Subnetz unterwegs. Multicast sind Gruppenpakete und belegen damit weniger Bandbreite als zu jeder Station direkt gerichtete Pakete und weniger belastend als Broadcast.

Genutzt werden können Dienste wie Audio und Videokonferenzen, quasi TV-Übertragungen, die gemeinsame Nutzung von Daten und Anwendungen und der Austausch per Whiteboard und die Übertragung von Daten.

Achten Sie aber auf die Sicherheit. Wenn sie Konferenzen auch im Internet nutzen, wird es sehr schwer zwischen eine gewünschten Datenübertragung und der Entführung zu unterscheiden. 

Voraussetzungen

Folgende Voraussetzungen sind für den Einsatz des Exchange 2000 Konferenz Server notwendig:

Lizenzierung

Der Konferenzserver nutzt Exchange 2000 unter anderem als Datenbank zur Terminplanung und als Adressbuch. Daher ist Windows 2000 und Exchange 2000 notwendig. Erst dann wird zusätzlich der Exchange 2000 Konferenzserver notwendig. Es muss nicht Windows 2000 Advanced Server oder Exchange 2000 Enterpriseserver sein. Aber der Konferenzserver ist auch nicht Bestandteil des Enterpriseserver, sondern immer ein extra zu kaufendes Produkt.

Installation des Servers

Wie in den Voraussetzungen beschrieben, brauchen Sie einen installierten Windows 2000 Server oder Enterpriseserver, der in das Netzwerk und das Active Directory eingebunden ist. Er kann auch selbst Domaincontroller sein. Zudem muss in der gleichen Domäne ein Exchange 2000 Server oder Exchange 2000 Enterprise Server installiert sein.

Der Konferenz Server selbst muss kein Exchange 2000 Server oder Windows 2000 Domain Controller sein. Ein Windows 2000 Server in einem Netzwerk ist ausreichend.

Dann legen Sie einfach die CD in das Laufwerk und starten das Setup. Nach wenigen Minuten ist auch schon alles passiert. Am besten Sie installieren gleich noch das passende Service Pack für den Konferenz Server nach. Bisher müssen Sie das Service Pack gesondert vom Exchange Server Service Pack herunterladen.

Es mag unglaublich klingen, aber so einfach ist die Installation des Konferenz Servers

Die Konfiguration

Die Arbeit geht nach der Installation aber erst los. Sie müssen mit dem nun neu hinzugekommenen SnapIns den Konferenz Server konfigurieren. Dazu ist ein globales Konferenz Postfach anzulegen. Weiterhin sind weitere so genannte "Konferenzräume" anzulegen, die letztlich später vom Anwender eingeladen werden können.

Bandbreite

Je Audio Konferenz (G.711) werden ca. 70 KBit benötigt. Für Videoübertragungen (H.263) kommen noch mal ca. 90 KBit hinzu, so dass je Konferenz ca. 160 KBit anzusetzen sind. Werden die Daten nicht per Multicast übertragen, sondern per H.323 Gateway als Unicast, dann ist dieses Volumen natürlich je Client anzusetzen. Es ist daher zu prüfen, ob andere Codecs weniger Bandbreite benutzen auf Kosten der Qualität und Rechenleistung.

Auch Quality of Service (QoS) Techniken zur Begrenzung der Bandbreite bzw. Steuerung der Netzwerkbelastung sind Punkte, die ernsthaft überlegt werden müssen. Auch die Begrenzung von Konferenzräumen auf Audio und Anwendungssharing ohne Video ist in einigen Fällen sinnvoll.

Multicast, was ist das ?

In TCP/IP-Netzwerken werden drei verschiedene Verbindungen unterschieden

Multicast wird häufig genutzt, um Radiosendungen oder Softwareverteilungen im Netzwerk effektiv zu machen. Hierzu muss aber das Netzwerk "Multicast tauglich" sein. In einem Netzwerk ohne Router ist dies kein Problem, aber sobald Router dazu kommen, müssen diese das Protokoll zur Weiterleitungen von Multicast verstehen.

Hier ein Ausschnitt einer meiner Antworten in der Newsgroup (editiert):

... Du hast das noch nicht verstanden. Informiere dich zuerst was "MULTICAST" ist und du wirst feststellen, dass das IP Pakete an 224.0.0.0 bis 239.255.2552.555er Adresse sind.

Dazu gibt es das "Internet Group Management Protokoll (IGMP)", über welches ein Client dem Router die gewünschten Multicast-Adressen mitteilt. Die Router untereinander nutzen dann eigene Protokolle (PIM, PIM-DM, PIM-SSM oder die älteren DVMRP, MOSPF) um sich abzugleichen. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Group_Management_Protocol

Ein PC, der an einer Konferenz teilnehmen will, verbindet sich mit dem Konferenz Server über HTTP (Port 80 Unicast). Der Konferenz Server sendet an den Client dann eine URL und eine Konfigurationsdatei für Nettmeeting, in der auch die Multicast Adresse enthalten ist. Netmeeting übernimmt sie und schreit nun raus, dass es diesen Kanal abbonieren will. (wieder IGMP) Der Router "sieht" das und merkt sich, dass sie der Client in den Kanal einschreiben will, also muss er ab nun diese Adressen auf das Subnetz weiterleiten. Der Router kann nun dank dem Protokoll PIM seinerseits den Upstream Router informieren und sich dort einschreiben und so wird nach und nach eine Verbindung geschaltet. Alle Router zwischen Client und Server leiten nun diese Adressen weiter. Und alle müssen diese auch unterstützen. Kommt nun einer weiterer Client hinzu, dann hat der Router schon die Info und muss nichts weiter mache. Kommt ein Client aus einem neuen Subnetz hinzu, dann muss der Router nur auch dort die Pakete weiterleiten.

Multicast Pakete sind "Gruppenpakete", ,welche IP-Adressen aus 224.0.0.0 bis 239.255.255.255 haben und Ethernettechnisch ein "Broadcast" sind. d.h. auf dem lokalen Subnetz ist es ein Ethernet Broadcast, der von allen Systemen empfangen wird aber nur die Teilnehmer verarbeiten diese. Auf dem Weg zwischen Conference Server und Client geht das Paket aber nur einmal über jedes Teilnetz, auch wenn viele Clients "dahinter" sind. Das spart Bandbreite.

Nun ist aber auch klar, dass Multicast meist nur in lokalen LANs geht oder die Router eben IGMP unterstützen müssen. Und dass es im Internet meist niemals geht, über NAT ebenso wenig und per RAS auch nicht.

Soweit man eine stark vereinfachte Erklärung der Zusammenhänge. Übrigens nutzen auch andere Dienste "Multicast", z.B. Routingprotokolle wie BGP und OSPF

Sie können die Funktion von Multicasts mit dem Testprogramm MCAST.EXE testen.

Auch wenn die Dokumentation von Microsoft besagt: "To support and configure Video Conferencing Provider, you must have MADCAP installed on one or more servers", so ist es doch nicht notwendig, dass ein DHCP-Server im LAN bestimmte Multicastbereiche frei gibt. Allerdings ist es ratsam, über einen MADCAP-Server (Der Windows 2000 DHCP-Server erfüllt diese Funktion) die Multicastadresse zu definieren, welche im LAN genutzt werden. Dies erlaubt eine bessere Steuerung bei Netzübergängen. Ansonsten nutzt der Konferenz Server temporäre Multicastadressen.

Siehe hierzu auch :

RFC 2365, Administratively Scoped IP Multicast
Use administrative scoping when you are using multicast IP 
addresses privately on your own network. You should start this
scope in the 239.192.0.0 range. This range is known as the IPv4
Organization Local Scope and uses a subnet mask of 255.252.0.0 
(14 bits in length).

Achtung bei Systemen mit mehreren Netzwerkkarten !. Das Protokoll IGMP ist für die Konfiguration von Multicast im Netzwerk zuständig. Mit dem Befehl "ROUTE PRINT" können Sie auch die Leitwege (Normal 224.0.0.0 mask 224.0.0.0) erkennen, auf welcher Karte Multicast gesendet wird. Hat der PC nun mehrere Netzwerkkarten, so sind alle Karten als Leitweg eingetragen. Es ist daher nicht zuverlässig bestimmbar, welche Karte genutzt wird. Dies ist "bitter" wenn das zweite Segment eigentlich nur für die Administration, Datensicherung etc. gedacht ist. Es ist sehr viel einfacher, in diesem Fall nur eine Karte zu aktivieren.

H.323 Limitierungen und die H.323 Bridge

Nun ist es aber so, dass nicht überall in der Welt und meistens noch nicht mal überall im firmeninternen Netzwerk die Multicasttauglichkeit sichergestellt ist. Dann kann bei entsprechende Konfiguration die Übertragung von Video und Audiodaten über das Datenprotokoll H.323 erfolgen.

H.323 Clients sind demnach Systeme, welche nicht per Multicast erreicht werden können und per Unicast sich mit der MCU verbinden. Diese Clients senden ihre Bild und Toninformation an den Mixer der MCU, welche die Daten mit den anderen Daten zusammenbringt und an alle anderen Teilnehmer der Multicastkonferenz versendet. Umgekehrt erhalten die H.323 Teilnehmer Bild und Toninformationen von dem aktuell aktiven Sprecher. H.323 Clients erhalten demnach nicht alle Bilder, sondern nur ein Bild. Welches der aktuelle Sprecher ist, entscheidet der Mixer anhand der Sprachanteile.

Zum internen Testen eignet sich der Registrykey "MulticastDisable", wie er in "Q259227 XCCC: How to Force Conference Client Multicast or H.323 Support" beschrieben ist.

Die Hintergründe

Mit dem Exchange 2000 Server gibt es eigens angelegte Postfächer, die letztlich Konferenzräume darstellen. Diese Postfächer können als Ressource in Outlook "eingeladen" werden. Der Konferenzserver überwacht diese Postfächer und stellt im Netzwerk die entsprechenden Schnittstellen bereit und informiert die eingeladenen Personen z.B.: per Webseite, um die Verbindung aufzubauen. Auch im Outlook Client gibt es die entsprechenden Erweiterungen, sofern diese aktiviert wurden. Da die Postfächer Exchange 2000 Postfächer sind, gibt es auch entsprechende Active Directory Benutzer Objekte. Zum Glück landen diese nicht in "Users" sondern im verborgenen Systemkontainer "Exchange Systemobjects/Conferencing".  Trotzdem sind diese im Adressbuch sichtbar, damit Sie zu Konferenzen mit eingeladen werden können. Dort gibt es für jeden virtuellen Konferenzraum ein Postfach zusätzlich um Konferenzserverpostfach, in welchem sich der Server die Konfiguration selbst speichert.

Outlook 2000 vorbereiten

Der Konferenz Server erfordert das Setzen eines Werts in der Registrierung. Dies kann z.B.: über das Anmeldeskript oder Richtlinien für alle Systeme im Netzwerk erfolgen.

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\9.0\
Outlook\ExchangeConferencing

Es ist ausreichend, den Schüssel anzulegen. Werte sind nicht notwendig.

Multimedia Erweiterungen für Clients

Die Multimedia Erweiterungen für Exchange 2000 Clients haben nichts mit dem Konferenz Server zu tun. Die Erweiterungen (ActiveX Control) können z.B. über den Webzugang zu Exchange unter der Adresse http://Servername/exchweb/bin/emsetup.asp installiert werden. Die Installation des ActiveX-Control erfordert bestimmte
Sicherheitseinstellungen im Internet Explorer.

Nach dem diese Controls installiert sind, können Sie bei einer neuen Nachricht nun mit dem Aufnahmeknopf eine Sprach oder Videonachricht aufnehmen, welche als ASF-Datei an die Nachricht angehängt wird. Sie können die Aufnahmequalität steuern. Folgende Stufen stehen zur Verfügung: 

Die ungefähre Größe der Nachricht bei 10sec:
(Einstellung über: Aufnahmebutton - Rechtsklick - Eigenschaften)

Internet und Sicherheit

Stellt sich dann immer noch die Frage der Sicherheit einer solchen Konferenz. Gerade wenn der Server nicht nur für firmeninterne Konferenzen genutzt wird, sondern auch externe Systeme angebunden werden sollen, sind Aspekte wie Sicherheit, Bandbreite etc. zu beachten.

Der Konferenzserver liest zuerst die Standortliste des Active Directory aus, um festzustellen, ob ein Client aus dem "internen" Netzwerk oder dem Internet kommt. Daher ist es wichtig, dass die Standorte und Subnetze im Active Directory richtig gepflegt sind.

Übrigens sollte der FQDN  des Konferenz Servers (d.h. Hostname + Domäne) nicht länger als 32 Zeichen sein !!

Die Zukunft des Konferenz Server

Der Konferenz Server wurde mit Exchange 2000 eingeführt aber mit Exchange 2003 nicht mehr verfügbar. Zwar kann in einer Exchange 2003 Organisation ein Exchange 2000 Konferenz Server installiert werden, aber es stellt sich die Frage, wie die Zukunft aussieht. Ähnlich wie der Instant Messaging Dienst im Office Live Communication Server 2003" (LCS) aufgegangen ist, gibt es mit Office 2003 einen "Office 2003 Live Meeting Service" abgelöst. Dies ist aber kein Server zur Installation sondern ein Dienst im Internet, der gemietet werden kann. Damit sparen Sie sich eigene Server, Firewalls und komplexe Installation. Gerade bei der Kommunikation über das Internet ist H.323 als UNICAST Protokoll immer noch sehr bandbreitenintensiv. Daher kann man das auch als Dienstleistung im Internet beziehen.

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Keywords: Konferenzserver Exchange2000 Conf Meeting